Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Gewerbe und Industrie in Friedrichshafen
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Gewerbe und Industrie in Friedrichshafen

Gewerbe und Industrie in Friedrichshafen

Von Interesse auch für neuere Verkehrsdiskussionen ist, dass diese gute Verkehrserschließung der Stadt kaum zu einer entsprechenden Gewerbeentwicklung führte. 1838 hieß es, die Friedrichshafener nährten sich "teils vom Ertrage ihrer Markung, teils vom Handel", wobei als "bedeutender Nahrungszweig der Speditionshandel und Verkehr mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen" genannt wird. Die außer den üblichen Handwerken genannten Gewerbebetriebe 3 Brauereien, 1 Mahlmühle, 1 Sägemühle, 1 Lohstampfe, 4 Keltern und 1 Ziegelhütte waren alle klein und dienten nur dem lokalen Bedarf.

Als unmittelbare Folge des Eisenbahnanschlusses wurde dann bereits 1849 eine Eisenbahnreparaturwerkstätte eingerichtet, deren Arbeiter später im Winter auch auf der Schiffswerft der württembergischen Bodenseeschiffahrt eingesetzt wurden. Diese Werkstätte sollte mit ihren inzwischen 100 und 200 Arbeitern pendelnden Beschäftigungszahlen bis 1910 der größte Friedrichshafener Betrieb bleiben. Trotz der Größe des Betriebs hört man von den Eisenbahnarbeitern merkwürdig wenig. Aber ein Arbeiter im Staatsdienst, das war damals angesichts der wesentlich schlechteren Arbeitsbedingungen im privaten Gewerbe auch schon fast etwas Besseres.

Der erste eigentliche Industriebetrieb wurde 1859 gegründet, die Lederfabrik von Heinrich Hüni aus Horgen und Heinrich Abegg von Zürich. Die Gründung von Industriefirmen durch Schweizer war im Oberland keine Ausnahme. Ein Großteil der Ravensburger Industrie hat ihre Anfänge Schweizern zu verdanken. Heute würde man von einem Kapitalexport aufgrund der Erschwerung des Warenexportes durch Zollmauern sprechen.

In dieser Fabrik arbeiteten ca. 70 Arbeiter. Ihre Zahl wuchs bis zum 1. Weltkrieg nach mehreren Erweiterungen der Fabrik und ihres Fabrikationsprogramms auf über 100 an. Die Fabrik lag zunächst weit außerhalb der Stadt an der Straße nach Lindau, was schon dadurch geboten war, als die Lederproduktion mit großen Geruchs- und Abwasserbelästigungen verbunden war.

Die Lederfabrik und die Eisenbahnwerkstätte blieben bis Anfang des neuen Jahrhunderts die einzigen größeren Betriebe in der Stadt, bis sie von den Zeppelin'schen Unternehmungen überrundet wurden.

Erinnerung an Friedrichshafen

Erinnerung an Friedrichshafen vor der Zeppelinzeit
Sammelbild mit verschiedenen Ansichten

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Bild mit freundlicher Genehmigung des Kreisarchivs Bodenseekreis, Salem

Firma Hüni vom See aus, 19. Jahrhundert

Anwesen der Firma Hüni vom See aus gesehen

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Bild mit freundlicher Genehmigung des Kreisarchivs Bodenseekreis, Salem

Firma Hüni vom See aus, heute

Anwesen der Firma Hüni vom See aus gesehen heute

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Firma Hüni 1889

Firma Hüni 1889

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Bild mit freundlicher Genehmigung des Kreisarchivs Bodenseekreis, Salem

Hünivilla heute

Hünivilla heute

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