Stadtbild Friedrichshafens vor der Industrialisierung
Die Stadtentwicklung bis zu jener Zeit lässt sich noch heute im Stadtplan und in Resten im Stadtbild ablesen (siehe Stadtplan).
Kerne der Stadtentwicklung waren, wie bereits angedeutet, die alte Reichsstadt mit ihren wenigen Gassen, meist einstöckigen Häusern, im Osten, und dem Schloss und Dorf Hofen im Westen. König Friedrich verband beide Teile symmetrisch durch die sogenannte Neustadt, lange Zeit eine einfache Häuserzeile. Ins Zentrum der Neustadt kam 1847 der Bahnhof zu stehen. Der bedeutende städtebauliche Entwurf einer symmetrischen Stadtanlage hat seine Funktion als Grundmodell der städtebaulichen Entwicklung der Stadt leider bald verloren und ist heute fast ganz zurückgetreten, obwohl er durchaus als städtebauliches Konzept wieder aufgreifbar gewesen wäre. Mit dem Bau des Bürgerzentrums wurde freilich dazu die letzte Chance vertan.
Die weitere Ausdehnung der Stadt in der 2. Jahrhunderthälfte vollzog sich dann für die gehobenen Kreise im Westen der Stadt nördlich des Schlosses und im Osten um den kleinen Berg für das Kleinbürgertum. Durch ein Ortsbaustatut von 1876 wurde versucht, sehr präzise Gestaltungsvorschriften sowohl für Alt- wie für Neubauten durchzusetzen, die der Stadt ein "anständiges" und geschlossenes Aussehen verleihen sollten. Ausnahmen wurden nur auf der einen Seite für das Dorf Hofen gemacht, wo man das dörflich geprägte Erscheinungsbild dulden musste, nach der anderen Seite für das Schlossgebiet. Hier durften nur noch "landhausartige Gebäude von geschmackvollem Äußeren" errichtet werden.