Die Tochterfirmen
Während dieser ganzen Zeit hatte man beim Luftschiffbau mit tausend Unzulänglichkeiten der Teilelemente des Luftschiffes zu kämpfen, deren technische Entwicklung noch nicht weit genug waren. Diese Probleme, könnte man formulieren, ließen den Luftschiffbau zum Konzern werden:
Da die Motoren unzulänglich waren, wurden unter Leitung von Karl Maybach 1909 der Luftfahrzeug-Motorenbau gegründet, der 1912 nach Friedrichshafen auf den südlichen Teil des Luftschiffgeländes verlegt wurde.
Für die ungeheuren Mengen, die an Wasserstoffgas benötigt wurden, entstand 1909 die Carbonium GmbH, die 1910 in die Luft flog und 1911 liquidiert wurde. 1914 wurde eine Wasserstoffgasfabrik als Vorläufer des heutigen Sauerstoffwerkes erbaut.
In Berlin entstand 1909 eine Ballonhüllenfabrik und 1913 die Hallenbau GmbH.
Insgesamt waren zu Beginn des 1. Weltkriegs in Friedrichshafen etwa 500 Leute beim Luftschiffbau und 200 beim Motorenbau beschäftigt.
Daneben aber begannen in Friedrichshafen bereits Arbeiten am zweiten Luftverkehrsmittel, dem Flugzeug, das dem Luftschiff bald überlegen sein sollte. Bereits seit 1908 befasste sich Theodor Kober, der erste Luftschiff- Mitarbeiter Zeppelins, mit dem Flugzeugbau. 1912 wurden ihm die noch stehenden Bauten auf dem alten Luftschiffgelände in Manzell mit der festen Halle von 1904 überlassen. Die "Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH" wurde gegründet, an der auch der Graf Zeppelin zwar beteiligt war, die aber nicht zum Konzern zählte. Die neue Firma befasste sich vor 1914 mit dem Bau des Wasserflugzeugs. Auch hier hoffte man in erster Linie auf Militärflugzeuge, doch auch auf den "Aufschwung des Wasserflugsports nach dem Beispiel Amerikas". Bei Kriegsausbruch zählte das Werk ca. 60 Arbeiter.