Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Preußen unter Friedrich II. dem Großen (1740 - 1786)
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Preußen unter Friedrich II. dem Großen (1740 - 1786)

Friedrich der Grosse Preussen

Icon externer Link Bild Friedrichs des Großen


Inhalt

Nach unten Drei Schlesische Kriege

Nach unten Wiederaufbau

Nach unten Aufgeklärter Absolutismus

Nach unten Kultur



Drei Schlesische Kriege

In drei Kriegen (1740 - 1742 Icon externer Link Erster Schlesischer Krieg, 1744 - 1745 Icon externer Link Zweiter Schlesischer Krieg, 1756 - 1763 Icon externer Link Dritter Schlesischer oder Siebenjähriger Krieg) - den letzten überlebt er politisch und militärisch nur durch viel Glück - nimmt Friedrich II. seiner Gegnerin Maria Theresia, der Kaiserin aus dem Hause Habsburg, Schlesien ab. Friedrich ließ sich zum Angriff auf Schlesien verleiten, weil Habsburg durch Nachfolgeprobleme geschwächt war. Die weibliche Nachfolge in Österreich, die mit der Icon externer Link Pragmatischen Sanktion 1713 geregelt worden war, erkannte Friedrich nach dem Tod des österreichischen Kaisers Karl VI. nicht an.

Im Ersten und Zweiten Schlesischen Krieg kämpfte auf preußischer Seite v.a. Frankreich (französisch- habsburgischer Gegensatz), das Habsburg schwächen wollte, auf habsburgischer Seite standen in erster Linie England und Russland.

Der Dritte Schlesische Krieg ist Teil einer weltweiten Auseinandersetzung zwischen England und Frankreich um die Kolonien dieser Mächte in Amerika (1754 - 1763 French and Indian War) und Indien. Hier kam es als Folge des englisch- französischen Kolonialgegensatzes zur Umkehrung der Allianzen (Bündnisse), wobei nun vor allem England und Preußen einerseits, Frankreich, Österreich und Russland andererseits Krieg gegeneinander führten.

Mit dem Erwerb Schlesiens und Westpreußens, letzteres aus der 1. polnischen Teilung 1772, macht Friedrich II. Preußen zur zweiten deutschen Großmacht neben Österreich. Der Gegensatz zwischen Österreich und Preußen bestimmt auch die weitere deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert (österreichisch- preußischer Dualismus).

Auch unter Friedrich II. spielte wie schon bei seinen Vorgängern die Armee eine zentrale Rolle im Staat. Sie bestand zum Teil aus Söldnern, daneben existierte seit 1733 eine Aushebungsordnung (Icon externer Link Kantonssystem) und der Zwang zur jährlichen Übung für zwei Monate. Berüchtigt waren der preußische Drill beim Exerzieren und Laden der Gewehre und die drakonischen Strafen, z.B. der Spießrutenlauf. Gekämpft wurde, wie damals üblich, in Linie. Berühmt waren die von Friedrichs Vater Friedrich Wilhelm I., dem "Soldatenkönig", eingeführten Icon externer Link Langen Kerls mit einer Mindestkörpergröße von sechs Fuß (1,88 m).

Wegen der bedeutenden Rolle der Armee in Preußen spricht man vom "preußischen Icon externer Link Militarismus", der in der Geschichte sehr unterschiedliche Wertungen erfuhr.

Icon externer Link Karte: Britischer und französischer Besitz in Nordamerika vor dem French and Indian War

Icon externer Link Karte: Der Siebenjährige Krieg aus britisch- französischer Sicht

Icon externer Link Text und Karte: Teilungen Polens

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Wiederaufbau nach 1763

Nach dem endgültigen Erwerb Schlesiens 1763 startet Friedrich II. ein großes Aufbauprogramm: Ausbau des Schulwesens, Förderung des Bergbaus, Bau neuer Verkehrswege und Kanäle, Bodenverbesserung im Oderbruch und Entwässerungen im Netzetal schaffen über 50.000 neue Siedlerstellen. Man spricht von "Peuplierungspolitik". Die Bevölkerung wächst unter der Regierung Friedrichs um 1,7 Mio auf 5,5 Mio. Bekannt ist auch die Einführung der Kartoffel in Preußen. Die Heeresvermehrung seiner Vorgänger setzt Friedrich II. fort (1740 bei Regierungsantritt: 83.000 Mann / 1789, 3 Jahre nach Friedrichs Tod: 190.000 Mann). Die preußische Verwaltung galt in Europa schon seit Friedrich Wilhelm I., Friedrichs Vater, als vorbildlich.

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Aufgeklärter Absolutismus

Friedrich II. begründete seine Herrschaft nach Vernunftprinzipien der Aufklärung. Er regiere nicht durch "Gottes Gnade", sondern durch "Zufall der Geburt". In der Tradition seiner Vorgänger gewährte er religiöse Toleranz, statt wie Frankreich seit Ludwig XIV. auf ein Staatskirchentum zu setzen. Die Religion betrachtete er durch die Vernunftbrille des Aufklärers und verkündete, jeder könne in Preußen nach seiner (eigenen) Façon selig werden. Statt sich selbst nach französischem Motto als Person gewordenen Staat zu betrachten (L´Etat, c`est moi), sah er sich als "Ersten Diener seines Staates" an. Er schuf die Grundlagen des Rechtsstaates, indem er die Gleichbehandlung seiner Untertanen vor dem Gesetz förderte und Ständegerichte mit unterschiedlichem Recht eindämmte. Die Ständeordnung als solche hob er aber nicht auf. Die Schulbildung förderte er. Schon sein Vater, der Soldatenkönig, hatte die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Es ging darum, Grundkenntnisse im Lesen und Schreiben zu vermitteln, Religion, Gehorsam und Moral zu lehren. Unter den Lehrern waren nicht selten Kriegsversehrte, die auf diese Weise eine Arbeit erhielten. Auch der Wiederaufbau des Landes nach dem Siebenjährigen Krieg war vorbildlich, siehe oben oben.

Icon externer Link Edikt von Potsdam, erlassen 1685 durch den Großen Kurfürsten

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Kultur

Trotz relativer Sparsamkeit in Hofdingen baute sich Friedrich II. Schloss und Schlossgarten Sanssouci bei Potsdam, wo er heute seit der Wiedervereinigung auch begraben liegt. Er sprach, wie es an den Höfen üblich war, Französisch. Deutsch spreche er mit seinem Pferd, meinte er. Es verband ihn eine lange, aber nicht ungetrübte Freundschaft mit Icon externer Link Voltaire, dem berühmten französischen Philosophen der Aufklärung.

Icon externer Link Schloss Sanssouci

Icon externer Link Die Potsdamer Parklandschaft

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