Eisenzeitliche Grabfunde in der Region Deggendorf
Hallstattzeitliche Grabhügelfelder wurden in der Region Deggendorf in Oberpöring, Künzing und Stephansposching-Steinkirchen aufgedeckt. Die bisher größte Häufung an hallstattzeitlichen Gräbern ist in dem großen Gräberfeld in Künzing nachgewiesen, das überwiegend während der Urnenfelderzeit (11. bis 9. Jh.v. Chr.), in geringerer Intensität aber auch über die gesamte Dauer der Hallstattzeit (bis ins 5. Jh.v. Chr.) belegt wurde.
Eine ganz andere Situation begegnet uns in der jüngeren Eisenzeit. Obwohl die Anzahl der Siedlungsstellen erheblich höher liegt, konnten bisher nur wenige Grabfunde entdeckt werden. Im Gegensatz zur vorangehenden Hallstattzeit mit Grabhügelsitte handelt es sich bei den latènezeitlichen Bestattungen um sogenannte Flachgräber, ausschließlich Körperbestattungen.
Zu den herausragenden Funden der Latènezeit im Deggendorfer Raum gehören die 1887 entdeckten, reich verzierten Hohlbuckelringe von Aholming.
Einen Sonderfall stellt die Bestattung von Otzing dar, die nur Teile des Skeletts enthielt: Es fehlen Schädel, Arme, Rippen und manche Wirbel. L. Pauli geht davon aus „dass man gewisse Personen, die ohnehin als gefährliche Tote galten, dennoch weitere böse Wirkungen zuschrieb und deshalb die schon getroffenen Vorsichtsmaßnahmen durch eine stärkere ergänzte, indem man Eingriffe an der Leiche selbst vornahm“.
Nach K. Schmotz