Fernkontakte seit der Hallstattzeit
Zu den interessantesten und meist diskutierten Phänomenen im Fundgut der Hallstatt- und Latènezeit gehören Importstücke mediterraner Hochkulturen.
Diese Fremdstücke, Fragmente schwarzfiguriger griechischer Keramik und südgallischer Weinamphoren, Geschirrsätze etruskischer Trinkgefäße sowie herausragend kostbare Einzelstücke, finden sich entlang wichtiger Handelrouten, die das keltische Siedlungsgebiet durchzogen. Ziel und Ausgangspunkt einer dieser Handelsstraßen nach Süden wie nach Nordwesten und Osten war das Salzbergwerk in Hallstatt in Oberösterreich. Der bedeutendste, das Siedlungsgebiet der Kelten durchziehende Handelsweg führte zu den wenigen Zinnvorkommen Europas an der bretonischen Atlantikküste bzw. an der Küste von Cornwall. Zinn war ein unentbehrlicher Rohstoff für die auch in den mediterranen Hochkulturen in großer Menge verwendete Bronze.
Die im Laufe der Zeit unterschiedlichen Fundorte der mediterranen Importstücke belegen jeweils eine Verlagerung der Handelstraßen, die auch mit historisch überlieferten politischen Ereignissen in Verbindung gebracht werden kann. Hierdurch kommt es auch zu Veränderungen in der keltischen Siedlungsstruktur: Sie haben z. B. auch zum Aufstieg keltischer Fürstensitze an verkehrsgünstig gelegenen Orten beigetragen. Auch die Gründung der Heuneburg an der oberen Donau um 600 v. Chr. ist in engem Zusammenhang mit der Erweiterung der „Zinnstraße“ über die Donau nach Osten zu sehen.