Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Kabinett Adolf Hitler (Ab 30. Januar 1933)
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Kabinett Adolf Hitler (Ab 30. Januar 1933)

Kabinett Hitler

Die Haltung der Reichswehr gegenüber dem Nationalsozialismus


Während sich die Reichswehr 1930 noch daran stört, dass die Nazis eine Politisierung der Armee zu betreiben versuchten und dass ihr Programm im Kern kommunistisch sei, freundet man sich 1932 auf Grund der NS-Wahlerfolge damit an, die Nazis regierungsfähig zu machen. Allerdings sollten sie nirgends allein an die Regierung, v.a. nicht im Reich. Eine politische Einwirkung auf die Reichswehr von außen durch die Nazis war unerwünscht, auch war für die Reichswehr klar, dass sie nicht von der SA übernommen werden durfte.

Am 30. 6. 1934 wurde die SA entmachtet. SA-Chef Röhm und andere hoher SA-Führer wurden durch SS in Bad Wiessee ermordet. (Sogenannter „Röhm-Putsch“, auch „Nacht der langen Messer“).


Aufgabenvorschlag 1:

Verarbeite die Informationen aus den ersten beiden Abschnitten zu einem ausführlichen Gespräch zwischen Befehlshabern der Reichswehr, in welchem sie ihre Politik erörtern. Führe das Gespräch vor der Klasse auf.



Die Haltung der Industrie gegenüber dem Nationalsozialismus


Einige führende Industrielle, Bankiers und Großagrarier hatten schon nach den Novemberwahlen in einer Eingabe an Reichspräsident von Hindenburg eine führende Regierungsbeteiligung der NSDAP gefordert.

Am 4. Januar 1933 treffen sich Franz v. Papen und Adolf Hitler im Hause des Kölner Bankiers Schröder, um hier die Gespräche einzuleiten, die Adolf Hitler den Weg zur Kanzlerschaft frei machen sollen.

In einer eidesstattlichen Erklärung Kurt von Schroeders über dieses Gespräch vom 4. Januar 1933 ist folgende Äußerung über die Haltung der Wirtschaft gegenüber einer Regierungsbeteiligung Hitlers zu lesen:

“Die allgemeinen Bestrebungen der Männer der Wirtschaft gingen dahin, einen starken Führer in Deutschland an die Macht kommen zu sehen, der eine Regierung bilden würde, die lange an der Macht bleiben würde... Ein gemeinsames Interesse der Wirtschaft bestand in der Angst vor dem Bolschewismus und der Hoffnung, dass die Nationalsozialisten... eine beständige politische und wirtschaftliche Grundlage in Deutschland herstellen würden. Ein weiteres gemeinsames Interesse war der Wunsch, Hitlers wirtschaftliches Programm in die Tat umzusetzen... Weiterhin erwartete man, daß eine wirtschaftliche Konjunktur durch das Vergeben von größeren Staatsaufträgen werden würde... Zu erwähnen [sind] eine von Hitler projektierte Erhöhung der deutschen Wehrmacht... auf 300 000 Mann, das Bauen von Reichsautobahnen und die Kredite, die der öffentlichen Hand... gegeben werden sollten,... Aufträge zur Verbesserung... der Reichsbahn und Förderung [von] Automobil- und Flugzeugbau...

Es war allgemein bekannt, dass einer der wichtigsten Programmpunkte Hitlers die Abschaffung des Vertrages von Versailles darstellte und die Wiederherstellung eines sowohl in militärischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht starken Deutschlands. Es war klar, daß in einem starken Deutschland auch die Wirtschaft aufblühen werde... Das wirtschaftliche Programm Hitlers war der Wirtschaft allgemein bekannt und wurde von ihr begrüßt.“ (Zitiert nach: Schmid: Fragen an die Geschichte 4, Frankfurt am Main, 4. neubearbeitete Auflage 1984, S.45, Rechtschreibung angepasst)

Darüber hinaus spielte der antisozialistische Kurs Hitlers gegenüber der KPD, SPD und den Gewerkschaften eine Rolle. Hitler wollte nach eigener Aussage im selben Gespräch bei Kurt von Schröder alle Sozialdemokraten, Kommunisten und Juden aus führenden Stellungen in Deutschland entfernen, wobei der paranoide Judenhass der NSDAP sicher nicht im Interesse der gesamten Wirtschaft lag, aber man glaubte, die Juden z.B. in Forschungsabteilungen schützen zu können.


Aufgabenvorschlag 2:

Notiere stichwortartig die politischen und wirtschaftlichen Programmpunkte Hitlers, die der Industrie entgegenkamen. Erfinde dann ein Gespräch zwischen Industriellen, in welchem sie das Programm Hitlers im Hinblick auf ihre Interessen analysieren, und bringe es vor der Klasse zur Aufführung.



Präsidialkabinett Hitler, 30. Januar 1933


Obwohl die erste Regierung Hitler ebenfalls keine Mehrheit im Reichstag besaß, wurde sie am 30. Januar 1933 von Hindenburg eingesetzt, teils wegen des Drucks bzw. der Zustimmung von Industrie und Reichswehr, teils wegen der Regierungsbeteiligung der DNVP, die wiederum Unterstützung beim Großgrundbesitz, in Reichswehr und Beamtenschaft fand, teils wegen politischer Fehleinschätzungen. So glaubte man, man habe Hitler sozusagen eingerahmt, weil er in der Regierung nur den Kanzler und zwei Minister stellte. Von Papen meinte gar, man habe Hitler innerhalb von zwei Monaten „in die Ecke gedrückt, dass er quietscht.“ (ebenda, S. 52)

Die Ressortverteilung im Kabinett Hitler sah folgendermaßen aus:

  Reichskanzler: Adolf Hitler (1889 - 1945)

  Vizekanzler und Reichskommissar für Preußen: Franz von Papen (parteilos) (1879-1969)

  Auswärtiges: Konstantin Freiherr von Neurath (parteilos) (1873-1956)

  Inneres: Wilhelm Frick (NSDAP) (1877-1946)

  Reichswehr: Werner von Blomberg (parteilos) (1878-1946)

  Finanzen: Johann Graf Schwerin von Krosigk (parteilos) (1887-1977)

  Wirtschaft, Ernährung und Landwirtschaft: Alfred Hugenberg (DNVP) (1865-1951)

  Justiz: Franz Gürtner (DNVP) (1881-1941)

  Arbeit: Franz Seldte (Stahlhelm) (1882-1947)

  Verkehr und Post: Paul Freiherr von Eltz-Rübenach (parteilos) (1875-1943)

  Minister ohne Geschäftsbereich: Hermann Göring (NSDAP) (1893-1946)


Aufgabenvorschlag 3:

  • Erörtere: Ergriffen die Nationalsozialisten die Macht oder wurden sie in die Macht eingesetzt? Wenn ja: von wem und warum?

  • Zeichne die Ressortverteilung des Kabinetts Hitler in eine Grafik so ein, dass deutlich wird, dass er „eingerahmt“ ist.

  • Welche Umstände schienen zu gewährleisten, dass Hitler kontrolliert werden konnte? Erläutere.


Ursachen für den Untergang der Weimarer Republik



  • Weltwirtschaftskrise
  • Inflation von 1923
  • Instabilität der Republik
  • Ordnung nach Chaos der 1930er
  • Versailler Vertrag
  • Verklärung des Kaiserreichs
  • Nationalismus, autoritäre Denkstrukturen, Militarismus, Antisozialismus und Antisemitismus aus dem Kaiserreich
  • Wählerverhalten
  • Verhalten von Interessengruppen wie Industrie, Reichswehr, usw.
  • Mängel in der Verfassung der Weimarer Republik
  • Unterschätzung Hitlers von allen Seiten: Hitler sei eingerahmt.

Aufgabenvorschlag 4:

Erläutere die einzelnen Faktoren aus Deinem Wissen über die Weimarer Republik und das Kaiserreich, vgl. auch die Links in der rechten Spalte.


Links zu den weiteren Präsidialkabinetten siehe rechte Spalte "Binnennavigation".

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