Musical „THEATER DER ZEITEN“
Ein Spiel zwischen Raum und Zeit - Ausschnitt aus dem Textbuch!
Musik und Text: Dietrich Danksin
Die Story
„Theater der Zeiten“ schickt seine Besucher auf eine
Reise in die Zukunft. Ein Beamprozess befördert das Publikum
in das Jahr 2762. Ein großes Ereignis steht an. Eine Musikgruppe
mit Jugendlichen aus verschiedenen Welten und Zeiten probt auf Celsora
für eine intergalaktische Tournee durch das Universum. Der
Rat der Weisen schickt sie auf diese Reise. Sie haben einen Friedensauftrag
zu erfüllen. Mit ihrer musikalischen Botschaft tragen sie zur
Verständigung der kosmischen Völker bei. Das Publikum
wird Zeuge der Probearbeiten und nimmt immer wieder aktiv am Geschehen
teil.
Musik und Tanz werden in einer Show voller Überraschungen
von den jungen Künstlern leidenschaftlich präsentiert.
Es läuft aber noch lange nicht alles rund. Unvorhergesehene
Ereignisse und Konflikte bestimmen die Dramaturgie. Damit müssen
die Jugendlichen zurecht kommen. Sie kämpfen sich in der Show
zu einer Einheit durch, die als Ergebnis die Kraft hat, ihre Mission
zu erfüllen.

Die Rollen
Xardas – der Showleiter vom Planeten Celsora
Mandaly – die Moderatorin vom Planeten Celsora
Kelly – die Sängerin von der Erde
Romyl – der galaktische Weltenbummler und Pianist
Lätizia – die Starbassistin vom Planeten Ilura
Kosmo – der Tänzer vom Planeten Yxopis
Areancha – die Sängerin vom Planeten Balos
Janne – die Sängerin vom Planeten Alx
Milten – DJ und Fotograf vom Planeten Celsora
Smilla – die Stardesignerin vom Planeten Celsora
Randy – der Cowboy von der Erde
Unter den Musikern der Band gibt es die Telepathen aus Schylos.
Sie verständigen sich nicht per Sprache, sondern durch Gedankenaustausch.
Arix an der Gitarre – Ferix am Keyboard – Cyrix am Saxophon
– an den Drums Sevsev vom Planeten Alpha Zylon
Weiterhin gibt es für die choreografische Gestaltung verschiedene
Tänzerinnen und Tänzer. Sie sind die Ballettos.
Für die Technik-Crew gibt es eine Menge Arbeit betr. Ton,
Licht etc.

Alles in Schülerhand
- auch die gesamte komplexe Technik für 2 Stunden Show!
Ausstattung:
Für alle Akteure sind fantasievolle Kostüme erforderlich.
Auch an die Maske ergeht ein entsprechender Auftrag. Die Bühne
wird als Showbühne ausgestattet. Schlussendlich müssen
die Details an den lokalen Möglichkeiten der Aufführungsstätte
fest gemacht werden. Zusätzliche Requisiten können eingebaut
werden, wenn der Platz das ermöglicht (z.B. eine Showtreppe,
eine Bar oder Sitzecke). Für das Beampad verbunden mit dem
Beamprozess muss eine möglichst spektakuläre Lösung
gefunden werden. Die Filmsequenzen, die an zwei Stellen im Mittelpunkt
stehen, können eine zusätzliche Attraktion darstellen.
Eine witzige und originelle Aufmachung ist erforderlich. Hier gibt
es viel Freiraum für Kreativität. Der Aufbau der Band
sollte durch Podeste gegliedert sein. Die Musiker, die auch umfassend
in das Schauspiel eingebunden sind, müssen entsprechend positioniert
werden. Für das Lichtdesign gibt es vielfältige Möglichkeiten.
Auch hier können aber nur auf der Grundlage der vorgegebenen
Möglichkeiten letztendlich Entscheidungen getroffen werden.
Das Theater kann auch außerhalb der Bühne
Ausstattungen erhalten, die Thema und Inhalt unterstützen.
Hier einige Beispiele aus dem Projekt, die im Kunstunterricht entstanden
sind :



Optionen
Der Stoff eröffnet weitere Möglichkeiten für
Ergänzungen. Zum einen können zusätzliche
Dialoge eingebaut werden. So kann z.B. eine Figur von ihrem
Heimatplaneten berichten. Dies lässt sich selbstverständlich
mit Bild- oder Filmsequenzen unterstreichen. Zum
anderen können weitere Showteile nach Bedarf
eingebaut werden. Hier sind alle am Projekt Beteiligten aufgefordert,
das Musical mit zu gestalten. Dieser Prozess stellt eine
Chance dar und ist vom Autoren und Komponisten
so erwünscht. Schlussendlich muss man lediglich
den Gesamtaufwand und das Zeitlimit
für die Vorstellung im Auge behalten.
Intro
"Im Theater der Zeiten" ist interaktiv. Das Publikum
wird an verschiedenen Stellen der Handlung mitspielen. Ein erstes
Mal geschieht dies gleich zu Beginn der Vorstellung. Eine Stimme
begrüßt die Anwesenden nach einer Startmusik im "Theater
der Zeiten". Es wird verkündet, dass nun gleich der Beamprozess
für die geplante Zeitreise eingeleitet wird: "Sehr verehrte
Gäste, seien Sie uns herzlich willkommen im Theater der Zeiten.
Freuen Sie sich auf eine Reise in die ferne Zukunft. Bitte entspannen
Sie sich nun, lehnen Sie sich zurück, atmen Sie tief und ruhig.
Wir wünschen Ihnen viel Spaß!" - Nun beginnt der
Beamvorgang. Er wird begleitet von einem Gemisch aus Musik, lauten
Geräuschen und Lichteffekten. Der Beamprozess endet schließlich
in großer Stille. Die Show beginnt.

Szene 1
Der Bühnenvorhang öffnet sich. Die Band spielt die Ouvertüre
des Musicals. Dazu wird auch getanzt.
Xardas (der Showleiter, sehr souverän – Managertyp)
und Mandaly (Team-Partnerin von Xardas und Moderatorin – freundlich,
charmant und liebenswürdig) kommen auf die Bühne. Xardas
wendet sich mit Begeisterung an das Publikum. Er spricht aber eine
Sprache, die niemand versteht.
Xardas: Hadasi maluga sidora, ragudi velsta...
(Mandaly fällt Xardas ins Wort)
Mandaly: Linaro, stugugu dus! (Xardas scheint
nun zu merken, dass er nicht die Sprache des Publikums spricht.
In einer Zeremonie halten Xardas und Mandaly eine leuchtende Kugel
an ihre Stirn. Nach einem kurzen Augenblick - leiser musikalischer
Effekt als untermalendes Element – spricht Mandaly nun für
alle verständlich)
Mandaly: Ich bitte um Verzeihung, wir hatten versehentlich
noch unser letztes Programm für die Bewohner von Blumora im
Speicher. (zu Xardas) So, jetzt kannst du los legen! (Beide stehen
nun als Moderatoren vor dem Publikum. Sie sind freundlich aufgeschlossen
und wirken begeistert. Sie sind durch kurze Seitenblicke auch immer
im Kontakt zueinander. Man ahnt, dass sie ein bisschen ineinander
verliebt sind)
Xardas: Hallo, mein Name ist Xardas. Ich darf
euch durch unsere Show begleiten. An meiner Seite die zauberhafte
und charmante Mandaly. – Bitte erhebt euch nun zur Hymne der
Vereinigten Planeten. SONG HYMNE
Xardas: Meine lieben Bürgerinnen und Bürger
des Planeten Erde, liebe Erdlinge, ich begrüße euch von
Herzen hier bei uns auf Celsora. Ihr seid unser Testpublikum. Ach
entschuldigt, dass ich euch nicht sieze. Das kennen wir nicht (er
lächelt). Bei uns sind alle Wesen gleich. Wir machen da keine
Unterschiede. Das brauchen wir nicht. Aber nun zur Sache. In diesem
Augenblick befindet ihr euch von eurer Zeit aus betrachtet im Jahre
2762. (Xardas. spricht im Folgenden sehr philosophierend) Aber wisst
ihr, Zeit, so wie ihr sie kennt, ist bei uns nun wirklich kein Thema.
Alles ist im Fluss, alles ist ein Kreislauf der Unendlichkeit des
Seins. Es ist ein Nebeneinander und ein Miteinander, ein ewig währender
Rhythmus gesteuert vom kosmischen Puls des Universums. Ich weiß,
ich weiß – ihr habt Verständnisprobleme, aber ihr
werdet es schon noch begreifen - unser Spiel zwischen Raum und Zeit.
Mandaly: Ja meine Lieben, ihr werdet nun etwas
Einzigartiges erleben. Erstmals in der Geschichte des Universums
wird es eine intergalaktische Show junger Künstler geben, die
aus ganz verschiedenen Welten zu uns gereist sind. Der Rat der Weisen
hat beschlossen, dass wir mit ihnen auf Tournee gehen werden. Wir
haben die Mission, zur Verständigung und zum Frieden zwischen
allen Wesen unseres Universums beizutragen. Musik und Show für
Auge, Ohr und Herz. Fühlt den kosmischen Puls – werdet
Eins mit uns!
Xardas: Ja, und dazu müssen wir natürlich
zunächst einmal üben. Zu diesem Zweck sind wir zusammengekommen
im Theater der Zeiten. Ihr seid live dabei.
Mandaly: Es muss noch viel gearbeitet werden hier:
an den Showbeiträgen, an den Kulissen. Aber nun, liebes Publikum,
freue ich mich ganz besonders, euch gleich zu Beginn einen Star
unseres Programms ankündigen zu dürfen. Marima ist eine
zauberhafte junge Künstlerin aus den Weiten des Myrmischen
Nebels ... - (Mandaly wird in ihrer Moderation jäh
unterbrochen)
Die Stimme: Stop – Stop, kann Marima
nicht mehr orten. Protokollcheck von Beampad TZ1B erbringt
Abreisevorgang außerhalb der galaktischen Normzeit.
Alle: (großes Durcheinander, entsetztes
Stöhnen, Diskussion)
Lätizia: (Sie ist die Star-Bassistin vom
Planeten Ilura – sie wirkt exaltiert, spricht sehr gewählt,
ist wichtigtuerisch, zickig bis arrogant) Ich ahne etwas. Diese
zarte Seele musste förmlich zerbrechen. Wer hier bestehen will,
der braucht Stärke.
Mandaly: (ironisch) Natürlich – und
zwar genau so wie du!
Lätizia: Ja , Schätzchen, vielleicht
so wie ich!
Xardas: Jetzt geht das schon wieder los. Euern
Zickenkrieg können wir genau jetzt nicht gebrauchen. Wir brauchen
Marima. Aber wo steckt sie?
Lätizia: Fragt doch mal Kosmo. Es kommt mir
etwas merkwürdig vor, wie er da so rum steht.
Kosmo (toller Tänzer vom Planeten Yxopis , ein äußerst
sensibler Künstlertyp) hat sich im Laufe des Geschehens zur
Seite hin begeben. Er ist sehr nachdenklich und wirkt verstört.
Nun kommt er langsam zur Mitte. Es herrscht eine knisternde Spannung
(von Keyboardsound untermalt). Kosmo macht die Hand auf. Er legt
einen kleinen Chip in die Hand von Xardas. Nun spricht er mit
trauriger Stimme.
Kosmo: Das hier habe ich gefunden. Ich trage Trauer
in meinem Herzen und die Verzweiflung durchströmt meinen Geist.
Dies ist ein Info-Chip von Marima.
Lätizia: Ja, dann lasst uns mal hören!
Xardas: (Er hält den Chip an seine Leuchtkugel)
Technik, bitte einspielen!
Marimas Stimme: Bitte, bitte verzeiht mir. Ich
halte es nicht mehr aus. Ich habe gigantisches Heimweh. Ich muss
zurück zu meinem Stammclan. Ich kann nicht mehr für euch
singen. Es ist einfach aus. Bitte, bitte verzeiht mir. Ich habe
jemand gefunden, der mir einen Freundschaftsdienst erweist. Er beamt
mich nun ganz heimlich und leise zurück. Ich liebe euch. (kurze
Pause) Kosmo, ich werde für alle Zeiten mit dir sein. (Kosmo
wendet sich schluchzend ab und kauert sich in eine Ecke)
Für einen Moment ist es still geworden. Ein Keyboarder
der Band klimpert indisponiert auf seinem Instrument herum. Nun
breitet sich Entsetzen aus. Man diskutiert leise miteinander.
Lätizia: Da muss jemand den Beamcode geknackt
haben. Tja, war wohl nichts mit oberster Sicherheitsstufe. Auf Ilura
wäre das nicht passiert. Wir sind halt einfach schon ein kleines
bisschen weiter (sie wirft Kusshand ins Publikum und winkt Xardas
in einem „Anflug von Flirt“ lächelnd zu).
Mandaly: So weit wie du ... so weit möchte
ich nie kommen!
Xardas: Hört bloß auf. Ihr nervt. Wir
werden schon noch heraus bekommen, wer gegen den Kodex verstoßen
hat. (Er wendet sich nun an die Band) Es nützt alles nichts.
Wir brauchen Ersatz. Wir müssen ein neues Casting machen.
Mandaly: Vielleicht ist jemand im Publikum, der
Marima ersetzen kann.
Janne: (Sie ist ein zurückhaltender Typ und
wirkt für ihr Alter schon sehr weise) Man kann ja nie wissen.
Romyl: Wir müssen alles versuchen!
Xardas (an das Publikum): Es ist so peinlich.
Und das mitten im Programm. Aber bitte, ihr könnt jetzt echt
mithelfen.

Improvisation
Xardas begibt sich nun mit einem Mikrofon ins Publikum und
versucht Gesangs- und Tanzproben zu bekommen. Dieser Teil muss gekonnt
improvisiert werden. In der Vorbereitung werden dazu bestimmte Strategien
festgelegt.
Am Ende dieses Castings wird man aber dann doch die technische
Crew bitten, auf kosmische Suche nach einem Ersatz zu gehen. Es
werden nun über eine Leinwand auf der Bühne „Livebilder“
aus ganz verschiedenen Gebieten des Universums eingespielt. Man
sieht seltsame Wesen und hört seltsame Klänge. Man bekommt
aber auch komische Bilder von der Erde eingespielt (z.B. Mann in
Badewanne, der singt). Dann aber klappt es. Eine tolle junge Sängerin
(Kelly) wird mit der kosmischen Kamera entdeckt. Die Band jubelt.
Xardas: Das passt doch hervorragend. Wir haben
ein Publikum vom Planeten Erde und holen uns nun einen Star von
der Erde. Das ist die Lösung. Technik, hallo Technik! Bitte
sofort beamen! (Eine Beamvorrichtung wird von einem Roboter auf
die Bühne geschoben - Kelly befindet sich bereits darin, man
kann sie aber natürlich noch nicht sehen. Nun setzt der Beamvorgang ein.
Musik wird eingespielt, es wird um das Beampad getanzt.
Kelly weiß bei ihrer Ankunft natürlich nicht, wie
ihr geschieht. Erst einmal muss sie realisieren, wo sie ist. Sie
ist noch benommen und verwirrt. Man hilft ihr. Sie wird in die Mitte
genommen, man stützt sie. Sie versteht gar nicht, was hier
eigentlich abläuft. Aber sie ist als leidenschaftliche Sängerin
so begeistert von der neuen Umgebung, dass sie schon gerne mitmachen
würde. Am liebsten möchte sie gleich einen ihrer Songs
präsentieren.
Kelly: Im Moment blicke ich ja noch gar nichts.
Wach ich, oder träum ich? Ist das hier meine Geburtstagsüberraschung?
Meine Familie ist ja immer für einen besonderen Gag gut. Egal,
das sieht jedenfalls echt super aus. Mann, ich würde dem Publikum
gerne mal meinen brandneuen Song präsentieren. Aber ich habe
leider keine Noten für die Band dabei.
Mandaly: Das ist doch überhaupt kein Problem
bei uns. Warte ganz kurz!
(Sie nimmt ihre leuchtende Kugel. Sie hält diese an die
Stirn von Kelly. Nun richtet sie die Kugel auf die Band. Jedes Mitglied
besitzt ebenfalls eine kleine Leuchtkugel, die an die Stirn gehalten
wird.)
Mandaly: Fertig! Du kannst singen. Sei uns willkommen,
Kelly.
Kelly: Was? Wie? Ich verstehe gar nichts. Ist
hier der große Zauber im Gange?
Xardas: Habe Geduld, du wirst alles noch verstehen
lernen.
Die gesamte Band fordert Kelly mit einem ritualisierten Anfeuerungsruf
zum Singen auf (Vorschläge werden beim Einüben ausprobiert)
Kelly (ist amüsiert): Na gut. Wenn man so
nett gebeten wird. (Die Musik setzt ein. Xardas und Mandaly gehen
ab)

SONG: "Nimm mich so wie ich bin!"
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