Theater der Zeiten –
mehr als ein Projekt
Pädagogischer Hintergrund
• Die SchülerInnen der Hauptschule dürfen keine
Restgruppe sein. Auf der Grundlage von sorgfältig durchdachten
pädagogischen Konzepten können sich diese Kinder und Jugendlichen
auch zu starken Menschen entwickeln. Über die Bedingungen dafür
müssen wir nachdenken!

• Die musische Bildung ist ein Garant für den pädagogischen
Erfolg. Sie schafft Atmosphäre, Motivation und Freude am Lernen.
Sie führt in die Tiefe menschlichen Denkens und Fühlens.
Musische Bildung vermittelt eine Fülle von Strategien und Strukturen.
Das gemeinsame Erlebnis und die damit verbundenen Emotionen fördern
den Teamgeist. So wächst die Grundlage für kreatives Denken
und Handeln: Junge Menschen öffnen sich in alle Richtungen
hinein und erwerben lebenswichtige Kompetenzen.


• Kunst, Musik, Tanz und Theaterspiel werden oft als Garnierung
für besondere Anlässe gesehen. Das ist eine völlig
falsche Sichtweise. Es kann keine substantielle Qualität wachsen.
Tiefgang und daraus abzuleitende pädagogische Effizienz sind
so nicht möglich.
Musische Bildung verlangt ein Konzept, das über die gesamte
Schulzeit hinweg in sorgfältig abgestimmten Schritten umgesetzt
wird. Eine wichtige Basis dafür ist die Erziehungsgemeinschaft
Elternhaus – Schule.
• Die Kooperation mit außerschulischen Partnern bereichert
und ergänzt unsere Arbeit. Schule muss sich nach allen Seiten
hin öffnen.


Unser Weg im Projekt
• „Theater der Zeiten“ war Bestandteil eines
Projekts, das sich für die Jungen und Mädchen durch die
gesamte Hauptschulzeit zog. In Klasse 5 wurde damit begonnen, das
musikalische Rüstzeug für eine Band zu erarbeiten. Jeder
Schüler erhielt eine Mundharmonika. Schon bald stellten sich
erste Erfolge ein. Die Freude am Musizieren stieg, Talente wurden
entdeckt. In Zusammenarbeit mit den Eltern konnte ein privater Musikunterricht
realisiert werden, in dem die Jungen und Mädchen in der Folge
ganz unterschiedliche Instrumente erlernten: Klavier, Keyboard,
Schlagzeug, Bass, Gitarre, Akkordeon, Saxophon, Klarinette, Geige,
Gesang. Die Band wuchs und entwickelte sich.

Im Verlauf der Schuljahre haben die SchülerInnen mit großem
Erfolg an zahlreichen musikalischen Veranstaltungen in ganz Baden-Württemberg
teilgenommen. Vor allem ist aber zu vermerken, dass die musikalischen
Aktivitäten in vielerlei Hinsicht positive Auswirkungen auf
die schulische Entwicklung der Jungen und Mädchen erbracht
haben. Das geplante Musical sollte ein krönender Abschluss
sein.

• Das 9.Schuljahr stellte in einem groß angelegten
Fächer verbindenden Projekt die Basis bereit, das Musical auf
die Bühne zu bringen. Praktisches Lernen mit Unterstützung
von Schule, Elternhaus und verschiedenen Fachleuten erhält
eine lebensnahe und effektive Umsetzung von Bildungsinhalten. Das
zukunftsweisende Projekt reagiert mit einem sorgfältig erstellten
pädagogischen Konzept auf die Anforderungen der Gegenwart.
Eine absolute Besonderheit ist der Veranstaltungsort. Das alte französische
Kino in Villingen wurde von der Südstadtschule reaktiviert.
Für 10 Monate konnte es angemietet werden. Als Teil des Projekts
wurde es in einem aufwendigen Prozess zu einem Musicaltheater umgestaltet.
Die Klasse 9 hat sich mit grandiosem Engagement dieser Aufgabe
gestellt. Kaum einer kann sich vorstellen, wie es in diesem Kino
vor der Renovierung ausgesehen hat. Von Eltern und Freunden erhielten
wir wertvolle Hilfe erhalten. Sponsoren gewährten uns großzügige
Unterstützung

Besonderheiten
• Am Projekt waren 29 SchülerInnen beteiligt, 24 davon
aus Klasse 9. Wir haben kein Casting gemacht, wir haben einfache
alle Möglichkeiten unserer Gemeinschaft ausgeschöpft und
in einem kontinuierlichen Lernprozess gefördert.
• Alles, was bei der Vorführung des Musicals abläuft,
ist pure Schülerleistung: Musik, Schauspiel, Technik –
die Schüler brauchten dazu keine Erwachsenen mehr. Was an Lernen
notwendig war, ist im Vorfeld geschehen. Workshops mit Fachleuten
aus den Bereichen Licht, Sound, Bühne und Show dienten als
wichtige Ergänzung.

• Die vielfältigen Lernprozesse, die im Projekt abgelaufen
sind, lassen sich im Klassenzimmer nicht künstlich herstellen.
Die Realität, die sich in der Verbindung von Handeln und daraus
folgender Konsequenz ergibt, ist ein wesentlich effektiverer Regulator
als jede Note, die der Lehrer erteilt. Unsere Jugendlichen sind
gut gerüstet für die Anforderungen des Arbeitsmarktes.
Das haben unsere Sponsoren sofort erkannt.
Darüber sollte man nachdenken
Viele fragen uns: Was wird mit dem Kino geschehen, wenn dieses
Projekt der Südstadtschule beendet ist? Wir können das
natürlich nicht beantworten. Eines ist jedoch klar geworden.
Für Jugendliche ist ein solches Theater überaus wertvoll.
Es ist eine völlig andere Situation, ob ich eine solche Aufführung
über den Zeitraum von mehreren Wochen in kleinen Schritten
vorbereiten kann oder ob ich einen Veranstaltungsraum miete und
aus Kostengründen zwei Tage vor der Aufführung auf die
Bühne kann. Jeder wird sofort erkennen, dass sich die Lernsituation
komplett anders gestaltet. Das Projekt „Veranstaltungsraum“
kann ich nur mit großer Unterstützung von Erwachsenen
und Profis bewältigen. Wir haben einen anderen Weg gewählt.
Es würde uns freuen, wenn wir damit Impulse setzen können.
Bei Interesse an weiteren Materialien (DVD, Skript,
Textbücher etc.)
zum Selbstkostenpreis, wenden Sie sich bitte gern an den
Projektleiter.

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