Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Musik in Klasse 5-9: Rezensionen und Neuerscheinungen
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Musik in Klasse 5-9: Rezensionen und Neuerscheinungen

Musik: Sekundarstufe 1 - Rezensionen
Musik-Fachportal: Überblick
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  Sekundarstufe 1/2 -
  Rezensionen / Neuerscheinungen



Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe I !  
 
Musik auf dem Landesbildungsserver Baden-Württemberg
            
        

 

Reihe "Im Fokus": Black-Music + Video-Clips

Themenheft Black Music, Von der Musik der Sklaven zur musikalischen Weltsprache; Markus Detterbeck, Wieland Schmid, ISBN 978-3-85061-406-1, 88 Seiten broschiert, 22,90 Euro; Klassensatz: ab 10 Exempl. € 12,50; Doppel-CD/R 25.- Euro.

   Black Music

Ein prall gefülltes Heft für Schüler ab 7. Klasse bieten Markus Detterbeck und Wieland Schmid zum Thema "Black Music" an. Die Bandbreite der Ansätze ist vielversprechend. Interessant ist vor allem der thematische Querschnitt, der hier probiert wird. Die Spannweite reicht von traditioneller afrikanischer Musik bis zu Raps aus dem us-amerikanischen Ghetto. Dazu wurden viele kompetente Autoren gewonnen, die jeweils Spezial-Bereiche abdecken, wie z.B. Jochen Scheytt, der zu den "Minstrel-Shows" ein Kapitel gestaltet hat.

Schwarze Musik wird von Ihren Wurzeln her untersucht. Die drei Großkapitel "Spurensuche", "Lebenssituationen" und "Musikalische Weltsprache" werden jeweils mit einer informativen Doppelseite im Überblick anmoderiert. Die kulturelle Situation der musizierenden Schwarzen wird stets intensiv dabei in den Blick genommen, sei es die Lebenswelt der Sklaven oder der ghanaischen Trommler. Der Blick auf den Unterricht wird jedoch ebenso immer gewahrt: es gibt kleine Klassenarrangements, machbare Songs, Aufgabenstellungen, Bilder, Zitate, kurze Texte und Materialien.

Die "Lebenssituationen" reflektieren sowohl die historische Entwicklung als auch die aktuelle Lage der Schwarzen in Afrika, Mittel- und Südamerika sowie den USA. Dies spiegelt sich z.B. in vielen historischen Zeichnungen/Fotos - wie von einer Work-Gang aus North Carolina von 1930 oder einer Steel-Drum-Band von 1940 - auf der einen Seite und aktuellen Fotos - wie vom Capoeira-Tanz oder afrikanischen Fischerinnen- auf der anderen Seite wider. Damit kommt das Heft den Forderungen der aktuellen Didaktik nach, einen eurozentristischen Blick aufzugeben, das musikalische Material möglichst authentisch wiederzugeben und nicht bei historischen Positionen stehen zu bleiben.

Die nötigen Tonaufnahmen für die Arbeit im Unterricht sind sehr gut auf der CD dokumentiert. Videos stehen zur Verfügung im CD-ROM-Teil mit Tanzanleitungen und Ausschnitten von Feiern, Ritualen und Tänzen. Ebenso sind Arbeitsblätter im PDF-Format vorhanden.

Fazit: Praxisorientiertes Heft für die Sek. I mit gutem Notenmaterial und schülerorientiertem Querschnittsansatz.

Externer Link!  "Blackmusic" - Helbling-Verlag

Externer Link!  Probeseiten - Externer Link!  Doppel-CD/CDR

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Themenheft Videoclips, Musik für Augen und Ohren; Heft und DVD; ISBN: 978-3-85061-503-7; € 58,00

   Videoclips

Ein Thema, das bislang kaum unterrichtspraktisch aufgearbeitet wurde, wird hier mit einem 48-seitigen Heft bedacht:

"Musikvideos sind aus dem Alltag Jugendlicher nicht mehr wegzudenken und bestimmen maßgeblich deren Umgang mit Musik. In diesem Unterrichtsmaterial werden Möglichkeiten aufgezeigt, das Verständnis von Musik durch ein didaktisch dimensioniertes Bilder-Hören und Musik-Sehen zu vertiefen. Videoclips werden dabei als Quelle ästhetischer Erfahrung, kreativer Selbstgestaltung und Identitätsbildung gesehen.

In den sieben Kapiteln des Themenhefts werden Materialien und Aufgaben angeboten, die visuelle und musikalische Zugänge zu Videoclips ermöglichen. Dabei spielen kulturhistorische Aspekte ebenso eine Rolle wie Informationen zur technischen Produktion oder zum spezifischen Verhältnis von Bild und Musik.
Vor allem die beobachtende und hörende Analyse der Videoclips steht bei den Aufgabenstellungen im Vordergrund. Gestaltungsaufgaben zeigen zudem Möglichkeiten für eigene, durch die vorgestellten Beispiele motivierte Videoproduktionen auf."

Absolut lobenswert ist, dass hier rechtlich einwandfrei nutzbares Material zu einem aktuellen Thema für die Schulmusik geliefert wird. Die Clips sind fachlich versiert ausgewählt und reflektieren durchaus den neuesten Stand.

Durch die Kapitel werden Lehrende wie Lernende in die Welt der Filmmusik und der Videoclips eingeführt. Die Entwicklung vom Tonfilmschlager und Revuefilm zum Clip wird nachvollzogen. Kamera- und Schnitttechniken kommen zum Zug und werden an Beispielen erläutert.

Die Ausschnitte reichen von "Speed" über "Queen", "Oasis", "Fanta 4", "Wir sind Helden", "Prince" und "Björk" bis zum Michael-Jackson-Klassiker "Black or White".

Das Booklet zur DVD liefert auch einen kurzen didaktischen Exkurs sowie eine "Sachanalyse" für den Lehrer. Daneben werden Fachausdrücke erläutert und einige Abläufe erklärt.

Fazit: Als Vorlage für Projekte zu Videoclips in der Mittelstufe mit Analysen und eigenen Gestaltungen ein guter Ausgangspunkt.

Externer Link!  "Videoclips" - Helbling-Verlag

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Reihe Instrumenten-DVDs: Schlaginstrumente + Holzblasinstrumente + Saiteninstrumente

DVD Schlaginstrumente; Orchesterschlagwerk und Ethno-Percussion; ISBN 978-3-85061-500-6; Stephan Unterberger, Kerem Unterberger; 105 Minuten, Colour, 16:9; € 34,90.

   Schlaginstrumente

Die DVDs vom Helbling-Verlag zu diversen Instrumenten wurden bereits mit Medienpreisen ausgezeichnet - und dies zu recht. Die Sammlung gehört eigentlich in jeden Fachraum der Schulmusiker. Die Videos sind hochwertig, sowohl technisch als auch inhaltlich und didaktisch.

Die Instrumente werden von Profis vorgeführt mit authentischen und interessanten Beispielen, einzeln und im Ensemble. Der Bau von Instrumenten wird in den jeweiligen Werkstätten dokumentiert. Auch zur Geschichte der Instrumente erfährt man Einiges.

Die Längen der Videos sind für den Unterricht gut geeignet. Eine professionelle Sprecherin sorgt für gute Verständlichkeit und sinnvolle Dramaturgie der Einzelbeiträge. Die Navigation ist klar und ohne "Schnick-Schack" (z.B. kein langes Warten während eines Anfang-Trailers).

Im Booklet gibt es methodische Anregungen. Auf der DVD befinden sich zudem Arbeitsblätter zu jedem Videokapitel mit AB und Lösungsblatt im PDF-Format. Das Spektrum reicht dabei von Rätseln, Formen des Video-Quiz als "Ergebnissicherung" bis zu Textaufgaben und Einfüll-Kästchen. Dies ist sowohl für die Unter- als auch die Mittelstufe einsetzbar.

Neu ist die DVD Schlaginstrumente, auf der auch exotisches Instrumentarium vorgeführt wird wie eine Ugal aus Bali oder eine Duff aus Marokko (vgl. die ausführlichen Instrumentenlisten unten).

Externer Link!  "DVD Schlaginstrumente" - Helbling-Verlag

Schlaginstrumente des Orchesters: Große Trommel, Kleine Trommel, Pauke, Paukenbau, Becken, Triangel, Tamtam und Gong, Röhrenglocken, Stabspiele, Tamburin, Videoquiz 1
Erweiterungsmaterial: Effektinstrumente, Holzpercussion, Rührtrommel, Tom-Toms, Chimes, Gewitter, Spezial-Instrumente, Filzschlägel-Herstellung, Marimbastück
Das Schlagzeug: Drumset, Schlagzeugimprovisation
Ethno-Percussion: Afrika: Westafrika: Ensemble, Batá-Trommeln, Djembe, Talking drum, Udu, Vorderer Orient / Nordafrika: Vorderer Orient: Ensemble, Marokko: Ensemble, Darabukka, Duff, Riq, Asien: Tabla, Kanjira, Taiko, Gamelan Java: Gongphrase, Gamelan Bali: Ugal, Gamelan Bali: Kendang und Ceng-Ceng, Lateinamerika: Latin-Ensemble, Bongos, Cajon, Claves, Congas, Guiro, Cowbell / Maracas / Cabasa / Vibraslap, Surdo, Videoquiz 2, Erweiterungsmaterial: Cuica, Apito & Agogo, Hang, Caxixi / Schüttelrohr / Shekere, Steeldrum-/band

DVD Holzblasinstrumente; Flöten- und Rohrblattinstrumente; ISBN 978-3-85061-464-1; DVD, 95 min. Videosequenzen, PAL, Colour, 16:9, € 34,90.
DVD Saiteninstrumente; Klavier, Violine, Gitarre und 26 weitere Saiteninstrumente; ISBN 978-3-85061-394-1; 95 Min. Videosequenzen; € 34,90.

   Holzblasinstrumente   Saiteninstrumente

Insgesamt gibt es 43 Videosequenzen bei den Saiteninstrumenten und 42 bei den Blasinstrumenten:

Flöten-Instrumente: Grundlagen/Flöten der Welt
Blockflöte: Grundlagen/Spieltechniken; je eine Videosequenz zu jeder der acht Größen von Garklein bis Subbass; Blockflötenbau
Querflöte: Grundlagen/Spieltechniken; Piccolo, Altquerflöte, Bassquerflöte; Geschichte der Querflöte/Traversflöte (Renaissance, Am Hof Ludwigs XIV., Spätbarock, Vorklassik bis Romantik), Erweiterungsmaterial: Fozhobel, Fujara, Indianerflöte, Quena, Siku, Shakuhachi, Ney, Videoquiz mit Flöten-Instrumenten
Rohrblatt-Instrumente: Tonerzeugung/Grundlagen, Rohrblätter
Klarinette: Grundlagen, B- und A-Klarinette, Es-Klarinette, Bassetthorn, Bassklarinette, Klarinettenbau
Saxofon, Oboe und Englischhorn, Fagott und Kontrafagott, Erweiterungsmaterial: Instrumentenpaar Davul/Zurna, Zurna, Videoquiz mit Rohrblatt-Instrumenten
Das Klavier: Klavierbau, Spieltechnik, Geschichte (Clavichord, Cembalo, Hammerklavier, Stahlrahmenklavier), Beruf des Klavierbauers
Bonusmaterial: Klavier mit Janitscharen-Zug, Welte-Reproduktionsklavier
Die Geige: Geigenbau, Spieltechnik, Berufsbild des Geigenbauers
Die Familie der Streichinstrumente: Viola, Violoncello, Kontrabass, Streichquartett, Streichorchester
Die Gitarre: Akkustische Gitarre: Spieltechnik, Stile, Varianten
E-Gitarre, E-Bass: Spieltechnik, Bau einer E-Gitarre, Verwandte Gitarren: Banjo, Mandoline, Sitar, Ud, Saz
Historische Instrumente: Frühbarocklaute, Theorbe, Bonusmaterial: Wappengitarre, Mittelalterlaute, Renaissancelaute, Hochbarocklaute, Vihuela, gemeinsame Improvisation auf Sitar, Gitarre, Ud


Fazit: Absolut empfehlenswertes, hochwertiges Unterrichtsmaterial sowohl für Schulmusik als auch für Musikschule.

Externer Link!  "DVD Holzblasinstrumente" - Helbling-Verlag

Externer Link!  "DVD Saiteninstrumente": Klavier, Violine, Gitarre und 26 weitere Saiteninstrumente

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"Trommeln ist Klasse"

Ulrich Moritz, Klaus Staffa; Trommeln ist Klasse. Band 1 für Einsteiger; Musik mit Körper und Stimme, Trommeln, Fässern, Rohren und Flaschen. Rhythmische Spiele, Übungen, Lieder und Arrangements mit methodischen Anregungen. 116 Seiten incl. DVD. ISBN 978-3-85061-413-9. EUR 34,80.

    

Nach Singe-, Bläser- und Streicherklassen kommt nun also auch noch die "Trommel-Klasse" ins Blickfeld. Die Reihe der Publikationen mit ähnlichen Titeln wird derzeit immer länger. Auch die Zahl der Materialien zum Bereich Percussion nimmt immer noch zu, sodass man bald mit einer Markt-Sättigung rechnen müsste. - Was bietet der Band vom Helbling-Verlag nun Neues?

Mit 21 Seiten recht lang ist der erste Teil, in dem Didaktik und Methodik des Trommelns ausgebreitet wird. Dabei ist viel "Motivation" dabei (der Lehrer vermutlich), z.B. in fett markierten Sätzen wie "Trommeln haben einen immensen Aufforderungscharakter". Manches schießt dabei auch über das Ziel hinaus, z.B. "Trommeln sind die wahren globalen Instrumente ... Beim Trommeln bauen wir Vorurteile ab ... Trommler können überall miteinander kommunizieren.". Wenn man dies ins Verhältnis setzt zu den Ergebnissen, die am Ende in - durchaus guten - Arrangements aus vorwiegend Achtel- und Viertelketten bestehen, darf man die hehren Ziele schon ein wenig in Frage stellen.

Gut sind die methodischen Hinweise aus der Praxis ab S. 12, die Möglichkeiten der Abwechslung kompakt darstellen. Bei den "Spielen und Übungen" (S. 24-34) wird Einiges zum Thema "Aufbau einer Trommel-Stunde" sowie zu Spielweisen der Instrumente (Djembe, Handtrommel, "Boomwhackers") gesagt. (Die Texte sind jedoch auch hier wieder recht ausführlich und werden vermutlich von Wenige wirklich komplett gelesen werden).

Den interessantesten (und umfangreichsten) Teil bieten die "Arrangements" (S. 36-107). Hier kann Vieles im DIN-A-4-Format direkt ab-kopiert werden. Die Sammlung ist vielsaitig und dokumentiert viel Praxis-Erfahrung der beiden Autoren. Die "Instrumentation" reicht vom Stapf- und Klatschkanon (Bodypercussion) über "Material-Perkussion" (z.B. "Boom-Bottles", sprich Plastik-Flaschen:), "Stampf das Rohr" (Boomwhackers) bis zu traditionellen Trommel-Rhythmen. Hierzu gehören ein brasilianischer Samba-Reggae (allerdings nicht "Original"),ein afrikanischer Djigbo, "Powerpercussion" als Weltmusik sowie ein japanisch motivierter bzw. inspirierter "Fujiama" mit Metallfässern.

Auf der DVD können Einzelstimmen und Gesamtarrangements aller vorhandenen Stücke demonstriert oder vorgehört werden. Die Instrumente werden in einem Anhangs-Teil nochmal erläutert.

Fazit: Gute "Weltmusik"-Arrangements von Schlagzeug-Praktikern; didaktisch eher "bemüht".

Externer Link!  "Trommeln ist Klasse" - Helbling-Verlag


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"Aspekte des Singens"

Herausgegeben von Andreas Lehmann-Wermser und Anne Niessen. Aspekte des Singens. Ein Studienbuch. Reihe: Musikpädagogik im Fokus. Band 1. Wißner-Verlag. Augsburg. ISBN 978-3-89639-638-9. 155 Seiten. 2008. Euro 19,80

    

Die neue Reihe "Musikpädagogik im Fokus" hat angehende Musikpädagogen/innen (Studierende, Referendare, Junglehrer) im Visier und liefert diesen einen möglichst aktuellen Stand der fachspezifischen Diskussion, die sich sowohl auf theoretischere als auch auf praktischere Aspekte fokussiert. Dabei soll weder eine neuen Didaktik geschrieben, noch sollen methodische Unterrichtskonzepte geliefert werden. - Ein interessanter - und neuer! - Ansatz, der ein facettenreiches und dennoch lesbares / verständliches Extrakt hervorbringen kann und hier auch gelingt. Quasi den "roten Faden" liefert das (bewährte) Herausgeberteam aus Bremen/Köln durch einleitende (und verbindende) Texte zu jedem Einzelbeitrag.

Schon mit dem Eröffnungsbeitrag zur Entwicklungspsychologie von Heiner Gembris dokumentiert der Band, dass hier Autoren gewonnen werden konnten, die in der derzeitigen Forschungsdiskussion ganz vorn mit dabei sind. Die "Fragen zum Kapitel" am Ende jeden Beitrages erscheinen vielleicht etwas schulmeisterlich, lassen sich sicherlich aber für Seminar-Diskussionen gut nutzen.

Anne Niessen dokumentiert die historische Entwicklung der Singe-Erziehung "sozialisationstheoretisch" vom Dritten Reich über die DDR bis heute. Seibt und Hamsch referieren aus musikethnologischer Perspektive Begründungen für das "Singen" als menschlicher Daseins-Äußerung (bleiben dabei jedoch relativ theoretisch).

Zum "Singen im Kindergarten" werden empirische Erhebungen zum Repertoire vorgestellt. Andreas Lehmann-Wermser greift den historischen Bogen nochmals auf und rekurriert auf das schulische Singen ab 1800 sowie die Entstehung der Somisation. Christopher Wallbaum nimmt den wohl abstraktesten Standpunkt des Studienbuches ein, indem er Singen als "ästhetische Praxis" erläutert und damit vor allem einen Diskussionsstrang der Musikpädagogik auf den hier diskutierten Teilbereich der Musikpraxis überträgt (mit dem Ergebnis, dass es "im Musikunterricht nicht primär um den Aspekt der Richtigkeit der Reproduktion, sonder der Erfülltheit der Praxis gehen sollte").

Zum Abschluss werden - hier relativ konkret im Vergleich zum Rest des Bandes - Anregungen zur Chorarbeit (Liedeinstudierung, Stimmbildung etc.) von dem erfahrenen Kantor Gerd-Peter Münden zusammengefasst.

Fazit: Ein interessanter Ansatz, der vor allem für die Ausbildungsphase 1 bis 3 interessant sein dürfte.

Externer Link!  Aspekte des Singens - Wißner-Verlag


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"Partitur entdecken"

Ekkehard Mascher und Franziska Günther; Partitur entdecken; Partituren lernen in der Schule; Musik&Bildung spezial; Schott-Verlag; Mainz; 22,95 €; ISBN 978-3-7957-0369-1; mit CD; 64 Seiten.

    

Ein bishang extrem stiefmütterlich behandeltes Thema wird von dem Autorenteam aus Hannover hier aufgegriffen. Partituren werden zwar allerorts benutzt -mit z.T. nur mäßigem Erfolg - wie dies aber methodisch spannend geschehen könnte, sodass die Schülerinnen und Schüler auch Spaß dabei haben und tatsächlich etwas "mitbekommen", ist kaum dokumentiert worden.

Begleitend erhält man einen didaktischen Kommentar als Lehrender und es gibt Zusatzmaterialien im Netz mit user-orientierten Funktionen (in Partituren blättern und diese zugleich hören: Externer Link! www.partiturlesen.de). Die Zahl der Beispiele lässt kaum Wünsche offen. Der Schwerpunkt ist allerdings stark romantisch (bis klassisch). Auf dem CD-ROM-Teil finden sich viele Arbeitsblätter als PDF sowie Lösungsblätter und interaktive Dateien.

Didaktisch wird zunächst der grundsätzliche Zusammenhang von Bild / Visualisierung und Musik thematisiert. Dabei werden Schüler behutsam geleitet. Die Aufgabenstellungen sind nicht alle neu, die Zusammenstellung jedoch erscheint sinnvoll und machbar. Immer wieder wird ein spielerischer Umgang mit "ernsten" Gegenständen gesucht. So wird z.B. die Partitur der Moldau zerschnitten, auf eine Tapetenrolle geklebt und dann collageartig kreativ weiterverarbeitet.

Instrumente werden eingeführt, Strukturen erkannt, "Geheimzeichen" enttarnt, Lese-Tipps geübt. Melodie und Begleitung zu unterscheiden wird anhand mehrerer Beispiele versucht. Dies geht dann bis zu Tonumfängen und transponierenden Instrumenten (hier werden sicherlich vielerorts die Grenzen der Umsetzbarkeit erreicht).

Die Rolle des Dirigenten wird geübt. Es gibt eine "Zeitreise" durch die Entstehung und Veränderung von Partituren. Zum Ende werden vielseitige Quiz- und Testaufgaben angeboten, um den Lernerfolg überprüfen zu können. An vielen Stellen gelingt es jedoch vor allem, das scheinbar "Schwere" leicht zu verpacken und schülergerecht aufzuarbeiten.

Fazit: Gute Materialsammlung für die direkte Umsetzung eines "neuen" Themas.

Externer Link!  Partitur entdecken - Musik&Bildung spezial - Schott


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"Drum Circle"

Mathias Reuter und Anke Böttcher; Drum Circle; Der Groove für alle; mit DVD; Schott, Mainz; Musik&Bildung spezial; 22,95 €; ISBN 978-3-7957-0368-4; 56 Seiten;

    

In 5 "Stundenbildern" wird hier das "Trommeln" mit Schülern gelernt. - Was ist der "Drum Circle"? Vor allem wohl ein "In"-Phänomen!

Es wird getrommelt. Das macht sicher Spaß. Und das ist gut. - Aber sicher auch nicht auf Dauer.

Die Schwierigkeiten des Kritikers mit dem Heft und Konzept werden auch durch die pathetische Art der Vermittlung verstärkt. Da werden Zitate von "begeisterten" Musiklehrern auf einer ganzen Seite abgedruckt - ähnlich wie bei esoterischen Gesundheitsdrinks o.ä. - Da wird der Lehrer zum "Facilitator" - und ist damit natürlich plötzlich jemand ganz anderes. Das alles automatisch besser wird, wenn es nur englisch bezeichnet wird, scheint ein unausrottbarer kultureller Fallstrick zu sein. - Man begeistert sich am "Rumble"; es spielen alle durcheinander. Zitat: "Der erste gemeinsame Stopp ist bereits ein tolles Erlebnis!".

Hier wird eine "Bewegung" aufgebaut, zu der man dann dazugehören will / soll. Das was tatsächlich getan wird, ist aber relativ "schon dagewesen" und auch nicht wirklich spektakulär. Sicher ist es laut. Sicher gibt es ein tolles Gruppengefühl. Man fühlt sich schnell irgendwie "afrikanisch". (Welche "Trommeln" man benutzt ist aber völlig egal; auf kulturelle Hintergründe, Besonderheiten etc. nimmt man keine Rücksicht; wir "trommeln uns frei" und beschäftigen uns damit hauptsächlich mit uns selbst.)

Die "Stundenbilder" führen zu recht einfachen musikalischen Grunderlebnissen: Crescendo / Descrescendo (diese Begriffe zu benutzen wäre natürlich ein Frevel), laut / leise, Start / Stop, Frage / Antwort, Schneller werden ("speed up"), einzelne Gruppen / alle spielen ("call to groove").

Für "Fortgeschrittene" gibt es dann auch noch: Generalpause (man höre und staune), Akzente setzen, Taktwechsel, Solo etc.

Der Haupt-Trick sind wohl die "Zeichen", die anschaulich auf einer Heft-Doppelseite zusammengefasst werden, auch mit Fotos des "Facilitators". Entlarvend sind ein Stück weit die Zusatzzeichen für "nur Frauen", "nur Männer" und "einfach geniessen" - die Herkunft des Konzeptes aus der Therapie-Ecke.

Ob und inwieweit dies für Klassen umsetzbar ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden. - Als methodisches Element kann man dies sicher auch mal aufgreifen. Ein ganzer Unterricht lässt sich hiermit aber sicher nicht bestreiten. - Die Gefahr des "blinden Tuns" erscheint recht groß, auch wenn man dies - wie im didaktischen Vorspann - dann "prozessorientiert" nennt. Damit auch die Gefahr einer Entwertung des Musikunterrichts zu einem Fach ohne Anspruch: Singen ist zu schwierig, Noten sind zu schwierig, sich mit kulturellen Hintergründen auseinandersetzten ist zu schwierig - stattdessen "Trommeln".

Fazit: Die methodischen Grundideen sind verwertbar - wenn man über den missionarischen Charakter hinwegschauen kann.

Externer Link!  Drum Circle - Musik&Bildung spezial - Schott


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Rhyth:MIX 1

Richard Filz; Rhyth:MIX 1; Bodygrooves, Rhythmicals und Raps für rhythmisches Klassenmusizieren; incl. CD+ (Audio, Video); 60 Seiten, 21 x 29,7 cm, geheftet, HI-S5852, ISBN 978-3-85061-369-9; 24,90 Euro; Helbling-Verlag; 2008.

    

Die Veröffentlichungsdichte des "Vocal Percussionist" Richard Filz aus Wien zum Themenbereich Rhythmen im Musikunterricht ist beeindruckend. Er hat insbesondere das "Beatboxing" für die Schulmusik quasi salonfähig gemacht.

Das "brandneue" Heft ist eine echte "Mix"-Produktion, wie es der Titel schon andeutet, aus 18 Stücken zum Rappen, Singen, Klatschen, "Beatboxen", "Stompen", Schlagzeugspielen etc. - Von daher ist es besonders für den schnellen und direkten Schuleinsatz gut zu gebrauchen (bei dem die Spezialisierung in den Bereichen Rap, Stomp, Beatbox naturgemäß Grenzen hat).

Stets lacht einem freundlich und motivierend Herr Filz in allen Variationen entgegen im Heft und demonstriert anschaulich Mund-, Hand- und Körperhaltungen. Wer ihn einmal auf einem der Kongresse zur Musikpädagogik, bei denen er derzeit eigentlich immer zu sehen ist, erlebt hat, weiß wie er damit die schulmusizierenden Massen (insbesondere die Damen:) schon mit einem einfachen "dum-tschak-dum-dum-tschak" zu begeistern weiß.

Die angebotene Materialfülle ist - wie eigentlich immer in den neuesten Helbling-Reihen in Esslinger-Innsbrucker Koproduktion - immens. Allein 34 Audio-Tracks und 32 Video-Spuren stehen zum Nach- und Mitmachen zur Verfügung. Es sind Übe-Loops in verschiedenen Tempi und Playbacks für die "Aufführung" sowie Gesamtaufnahmen dabei. Anhand der Videos lassen sich Bewegungsmuster gut nachvollziehen (z.B. zur Unterrichtsvorbereitung).

Die Sequenz ist progressiv angelegt. Sämtliche Arrangements sind für gemischte Schulaufführungen durchaus geeignet. Mit "Warm-Ups" und Rhythmus-Training werden Koordination und Rhythmus-Gefühl trainiert. Es werden Erfindungsübungen angeleitet und auch mehrstimmige Stücke vorgeschlagen. Viele Seiten eignen sich als Kopiervorlagen.

Die "Rhythmicals" sind vierstimmige Sprechstücke mit Begleitung oder Ergänzung durch Bodypercussion. Sie können auch als kleine Einstiegs-Rituale für den Unterricht dienen. Die "Rhythm-Chants" sind eine Kombination von Rhythmus, Body, Rap und notierter Begleitung für Bass, Keyboard und Drumset.

Die Stomp-Vorschläge sind witzig, zum Beispiel mit einer "präparierten" Fliegenklatsche (Song: "Fliege, wenn ich Dich kriege"). Bei den "Grooving-Songs" kommen dann Patterns und kurze Melodien für diverse Stimmen dazu. Beim "Vocal Groove Ensemble" schließlich werden einige Anregungen zum "Air-Drumming" in Kombination mit Rap und Vocal-Percussion gegeben.

Fazit: Frische Ideen in einer guten Mischung - schön für die Mittelstufe!

Externer Link!  Rhyth:MIX 1 - Richard Filz - Helbling Verlag

(3 PDF-Beispielseiten und 4 MP3-Playbacks auf der Website)


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Oberstufe Musik: Musical

"Musical"; Reihe Oberstufe Musik; Cornelsen / Lugert; Christoph Richter; mit Audio-CD (+ CD-ROM-Teil); 19,50 Euro; ISBN 978-3-89760-321-9; Berlin / Marschacht 2008; Hg.: Torsten Brandt; 64 Seiten; DIN-A4.

    

Musical ist bislang kein großes Thema für die gymnasiale Oberstufe gewesen. Die Frage ist, ob es dies sein sollte. Damit stellt sich freilich auch die Frage, ob man ein ganzes Themenheft hierzu benötigt. Natürlich werden in Oberstufen Musicals aufgeführt, dies aber meist außerhalb und ohne weiteren Bezug zu den "Kursen" im Fach Musik.

Löblich ist der Versuch auf jeden Fall, hier neue Wege zu beschreiten. Man spürt jedoch beim Lesen zugleich auch die Distanz des Autors zum Gegenstand. Im ganzen ersten Teil des Arbeitsheftes kommt immer wieder die Frage des "musikalischen Werturteils" im Hintergrund zur Sprache. Bezeichnend ist schon, dass ein Heft zum Musical mit einem Beispiel aus Mozarts "Zauberflöte" beginnt. Gut - es ist ein Vergleich intendiert mit der "West Side Story" (darauf folgt: Johannespassion vers. Jesus Christ Superstar); aber schon die Höraufgabe "Erörtern Sie den Unterschied zwischen Opernmusik und Musicalmusik, wenn Sie ihn so empfinden" scheint - insbesondere durch den letzten Teilsatz - diesbezüglich verräterisch (Wie soll hier "erörtert" werden und was genau? Mit welchem Ergebnis?). Kategorien wie "eingängige Anspruchslosigkeit" oder "seichte Unterhaltung" sollen gegen "ernsthafte Botschaften" und "tiefsinnige Erfahrungen" abgegrenzt werden. Die Diskussion verlaufe in der Spannung von "populärer Kunst und Kunstanspruch", "Emotion und Intellekt".

Unklar ist beim zweiseitigen "Vorwort", ob sich dies vorwiegend an Lehrende oder an die Schülerinnen und Schüler richtet. Im ersten Fall wäre es vermutlich sinnvoller gewesen, dies in ein Lehrerbegleitheft oder in einen Begleittext auf der CD als PDF zu packen. Das Fehlen eines solchen ist insgesamt ein Manko des Heftes. Zu vielen Aufgabenstellungen hätte man schon gern auch Lösungsansätze des Autors gehört, vor allem bei den sehr "umfassenden" Fragestellungen und Projektvorschlägen. Die einleitenden Worte sind sehr allgemein und haben im Grunde nur geringen Bezug zum eigentlichen Thema. Der (fast unvermeidliche) Ausflug zur Philosophie von Hans Gadamer und der These, das Musiktheater (das Musical?) solle beim Zuschauer "das Leben verändern" illustriert dies wohl am deutlichsten.

Positiv ist sicherlich zu vermerken, dass auf 64 Seiten ein großer Überblick zu verschiedenen Musicals gegeben wird (10 Stück mit jeweils 1-2 Songs). Notenmaterial ist bei den meisten exemplarisch vorhanden. Die Auswahl der Inhalte ist breit gestreut, jedoch recht "konservativ"; es gibt nur wenig wirklich aktuelles Material. Die (an und für sich sinnvolle) Chronologie von Musicals (ab 1894) auf der ersten Einband-Innenseite hört dann bezeichnenderweise auch im Jahr 1997 auf.

Das Bemühen, querschnittartige Kategorien zu bilden, ist nicht immer hilfreich. Die Idee, so einen oberstufengemäßen Ansatz zu bieten, ist sicher richtig. Doch wirkt vieles dabei (selbst) konstruiert. Die "Inhalte" von Musicals auf 6 Seiten zusammenzufassen, um dann mit der Frage "Ernste Kunst?" zu enden, ist nicht wirklich gewinnbringend (fast die gleiche Frage taucht 5 Seiten später beim Thema "Popularität" genauso wieder auf). - Da sind schon viele kluge Gedanken enthalten und wurde Zeit und Mühe in eigene Texte investiert. Die Aufbereitung für den Unterricht ist aber in dieser Form oft leider schwer vorstellbar.

So sind die methodischen Anregungen nicht immer praxisnah. Zum Beispiel die Arbeitsanregungen zum Wortfeld "Unterhaltung", bei denen "vielleicht Oberbegriffe, Gegensatzbegriffe, Synonyme ... etc." gefunden werden und dann Musicals zugeordnet werden sollen, erscheinen als kaum realistisch. Auf Seite 26/27 soll gar ein ganzes Musical selbst konzipiert und komponiert werden. Dies wäre ein Großprojekt für sich, bei dem dann die kurzen Absätze zu den Entstehungsphasen vermutlich aber nur wenig Nutzen erbrächten.

Ganz interessant sind die angebotenen Form-, Harmonie-, Motiv- und Stil-Analysen beim Thema "Der Song" als Grundlage von Musicals und zu den Bereichen "Komposition" sowie "Arrangement". Wort-Tonbeziehungen werden teilweise konkret hergestellt, manchmal jedoch auch recht pauschal "abgefragt" ("Interpretieren Sie einen Song im Zusammenhang mit der Szene, in der er steht" oder "Erfinden Sie einen Song über ein Gefühl ...").

Den Darstellern, den "Orchestern" und natürlich dem "Wirtschaftsunternehmen Musical" sind eigene Kapitel gewidmet, die zusammengenommen einen Ausgangspunkt zur thematischen Erschließung dieses Rahmens bieten könnten.

Die beigefügte Audio-CD enthält sämtliche (14) Tracks des Heftes als Beispiel von "Jesus Christ ..." über "Fiddler On The Roof", "My Fair Lady", "Phantom ...", "Chicago", "Mamma Mia" bis zu "A Chorus Line". Im Datenteil der CD finden sich einige (recht lose zusammengesuchte) Interviews, Originaltexte, Probenpläne, Artikel und weitere Anregungen.

Fazit: Ein aufwändig produziertes Themenheft mit viel Material und Hintergrundtext, das vermutlich in der Umsetzung im Unterricht Schwierigkeiten bereiten wird.

Externer Link!  Oberstufe Musik: Musical - Lugert Verlag


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"Original & Bearbeitung"

Original & Bearbeitung; Coverversion, Remix, Sampling; Reihe Oberstufe Musik; Cornelsen / Lugert; Christian Bielefeldt / Marc Pendzich; mit Audio-CD (+CD-ROM-Teil); 19,50 Euro; ISBN 978-3-89760-323-3; Berlin / Marschacht 2007; Hg.: Torsten Brandt; 64 Seiten; DIN-A4.

    

Genre- und zeitenübergreifend wird das Thema "Original & Bearbeitung" von Christian Bielefeldt und Marc Pendzich neu aufgearbeitet. Der Ansatz gehört ja zu den Lieblingsthemen der Schulmusiker seit den 70er-Jahren. Man könnte fast sagen, dass es sich um ein Thema handelt, das von der Schulmusik "erfunden" wurde, wenngleich natürlich Beispiele aus allen Epochen hierzu verfügbar sind und durch neuere Entwicklungen der Populären Musik die Verarbeitung von bereits Bekanntem wieder sehr stark in den Fokus musikalischer Produktion geraten ist.

Inhaltlich bzw. quantitativ sind der "klassische" und der "populäre" Teil ziemlich gleichgewichtig. Nach zwei Doppelseiten mit einem übergreifenden, theoretischeren Text und einer Übersicht zu verschiedensten "Bearbeitungen" von Mattheson bis Spears startet das Heft mit Johann Sebastians Weihnachtsoratorium. Es folgen Corelli und Marais, Händel und Mozart, Schubert und Silcher, ein französischer Chanson und seine Verarbeitung bei Béranger, Berlioz und Faust, Mozart, Zimmermann und Debussy.

Der "Pop" beginnt mit Elvis, gefolgt von Chuck Berry, Little Richard, Bill Haley, Pat Boone und dem deutschen Peter Kraus. Danach geht es in die 60er-Jahre und natürlich nach Großbritannien. Skiffle, Motown, Mersey Beat dann auch Punk und Reggae in den 70ern. Funk und Hip-Hop dürfen natürlich nicht fehlen. Für die Techno-Szene wird der Klassiker "Rainbow" von Marusha gewählt.

Interessant ist der letzte Abschnitt von S. 50-63 zu Coverversionen der 90er-Jahre. Es werden verschiedene R&B- und Hip-Hop-Beispiele thematisiert. Die Kultur des Londonder "Mash-Ups" wird beleuchtet. Die Problematik des "Hit-Recycling" wird thematisiert. Auch die rechtlichen Aspekte werden auf einer Doppelseite angesprochen. Hier ist das Heft z.B. tatsächlich auch oberstufengemäß einsetzbar. Anhand von "Stand by me" werden schließlich ein Song und sein Werdegang näher untersucht sowie Anregungen zu einer eigenen Produktion gegeben. Letzteres wäre vielleicht auch schon in der ersten Hälfte des Bandes gut denkbar gewesen.

Die Vorteile eines "Themenheftes", welches als "Genre" ja offenbar immer mehr auf dem Siegeszug der musikpädagogischen Veröffentlichungen sich befindet, werden hier voll ausgespielt: Notenbeispiele sind umfangreich und anschaulich. Es wird gut illustriert mit Bildmaterialien, wobei vorwiegend Portraits auffindbar sind. An geeigneten Stellen ist auch Singbares dabei. Tipps zum "Klassenmusizieren" finden sich eher wenige.

Die "Arbeitsanregungen" sind zum großen Teil tatsächlich "anregend", da sie über die Reproduktion von Inhalten hinausweisen, da sie für Schüler umsetzbar erscheinen und da sie zugleich Anregungen für mögliche Unterrichtsgänge implizit enthalten. In blauen "Kästchen" sind zentrale Begriffe erklärt, werden Fakten knapp präsentiert oder Zitate geliefert.

Die Audio-CD enthält sämtliche Beispiele in 41 Tracks, sowie einen CD-ROM-Teil mit Schaubildern und Anleitungen. Ergänzt wird der Band durch ein Glossar, das vorwiegend Fachbegriffe der Populären Musik vom Sampling bis zum Remix kurz erläutert sowie einem weiterführenden Literaturverzeichnis und einigen Internet-Quellen.

Fazit: Auch schon in der Mittelstufe einsetzbares Themenheft mit vielen guten und machbaren Beispielen.


Externer Link!  "Original & Bearbeitung" - Lugert Verlag


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"Einfach Musik"

Unterrichtsmodell; Romantik in der Musik; Schöningh; Erarbeitet und herausgegeben von Norbert Schläbitz; ISBN 978-3-14-018072-6; 2007; Paderborn; 32.80 EUR; DIN-A-4; 102 Seiten + Audio-CD.

     Einfach Musik

Eine ungewöhnliche neue Reihe wird derzeit im Schöningh-Verlag für den Musikunterricht vorgelegt. Zur "Romantik" werden 4 "Bausteine" vorgestellt mit insgesamt 26 Arbeitsblättern und 3 "Zusatzmaterialien" - bezeichnet mit "Z1"-"Z3".

Die angesprochene Altersgruppe ist unklar; bei Baustein 2 heißt es hierzu z.B., dieser sei "im wesentlichen für die Sekundarstufe II konzipiert" worden.

Musik soll fächerverbindend, projekt- und handlungsorientiert vermittelt werden. Dies wäre durchaus wünschenswert. Fraglich ist jedoch, ob es mit diesem Heft gelingen wird.

Eigenes Musikmachen spielt eine untergeordnete Rolle. Dafür gibt es sehr abseitige Quellen, die eher dem Geschichtsunterricht zuzuordnen wären, wie z.B. eine ganze Seite zum "Elend im 19. Jahrhundert" durch die Industrialisierung.

Im Mittelpunkt stehen sehr lange Texte. Die Arbeitsanweisungen hierzu sind oft wenig schülernah, wenn es z.B. heißt, "Arbeiten Sie Motive romantischen Denkens heraus und Gründe für die Privilegierung der Instrumentalmusik", oder banal, z.B. bei der Frage: "Welche Informationen sind in dem Text wichtig? Schreibt Sie heraus." Hier wurde ziemlich offensichtlich ein Materialband komplett am Schreibtisch konzipiert.

Viele Texte sind offenbar als Hintergrundinformationen für die Lehrenden konzipiert. Nicht immer sind die Übergänge hier ganz trennscharf. Es werden Informationen zur Romantik in der Philosophie und Musik gegeben. Beethovens 5., der Freischütz und der Erlkönig werden thematisiert. Paganini als "freier" Künstler wird in den Blick genommen.

Die didaktischen Erläuterungen sind umfangreich. Zum Beispiel wird zum Baustein 1 "Zugänge, Ausblicke und Projektideen" über sieben DIN-A-4-Seiten das Unterrichtsvorgehen erläutert.

Manches ist fern jeder Unterrichtsrealität und wenig zielführend in einem Musikunterricht, der mit wenigen Wochenstunden auskommen muss. So sollen die Schüler sich einen Künstler - "wie Paganini" - ausdenken, für diesen eine Website erstellen ("Erfindet Biografien, Macken, Vorlieben") und dann auch noch ein Standbild dazu erstellen und einen Flyer gestalten. Musikbezogenes Lernen findet hier fast überhaupt nicht statt. Methodisch ist alles recht was nach "Schülerorientierung" aussieht. Heraus kommt eine große Beliebigkeit.

Das Design erinnert - dem didaktischen Grundansatz folgend - eher an die 70er-Jahre. Die lila Überschriften und Icons sind tatsächlich wenig ansprechend. Die schwarz-weißen Abbildungen sind oft wenig zeitgemäß und eher fad. Viele sind zu klein und haben bereits im Original eine so schlechte Qualität, dass sie als Kopiervorlage ungeeignet erscheinen. Manches ist schwer lesbar und auch einfach unprofessionell vom Design, z.B. die "Lernumwelten" auf S. 96-99.

Die Audio-CD ist mit 16 Hörbeispielen recht dürftig ausgestattet, zumal sich darunter vielfach vorhandene "Klassiker" wie der Erlkönig, die Wolfsschluchtszene, Schumanns Kreisleriana, Paganinis Caprices und die Träumerei befinden. Einen CD-ROM-Teil findet man nicht.

Fazit: Sehr textlastige und wenig strukturierte Materialsammlung, die allenfalls als schneller Kopier- und Ideensteinbruch dienen kann.


Externer Link!  "Einfach Musik": Romantik in der Musik

(Inhaltsverzeichnis als PDF dort abrufbar)


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Menschen-Schattenspiel: Szenische Ideen zu Musik, Literatur und Kunst

Gerd Haehnel und Florian Söll; 135 Seiten mit Audio-CD; Helbling-Verlag; Esslingen; 2008; 21 cm x 29,7 cm; ISBN 978-3-85061-403-0; 29,80 Euro.

     Menschenschattenspiel

Ein umfassendes Praxiswerk zum Schattenspiel wird von Gerd Haehnel und Florian Söll vorgelegt. Beide haben in dieser Methodik seit Jahren Erfahrungen im schulischen und kirchlichen Bereich gesammelt. Das spürt man beim Lesen des Bandes: Hier werden konkrete, machbare Projekte vorgeschlagen. Diese sind detaillreich und voll mit Leben und hilfreichen Tipps.

Das "Menschen-Schattenspiel" ist sicherlich ein sehr spezieller Teilbereich der szenischen Gestaltung. Den Autoren gelingt es jedoch, die speziellen Vorzüge dieses Zugangs plastisch deutlich zu machen. Der Ansatz ist fächerverbindend und hat dabei dennoch einen hohen Musikbezug.

Zunächst wird die historische Entwicklung und Genese des Schattenspiels kurz dargestellt. Mit Illustrationen werden und Fotos werden Bezüge in den Fernen Osten, zum Paris der Jahrhundertwende sowie zur Reformpädagogik verdeutlicht. Der religiöse Charakter, z.B. beim Schattenspiel mit mystischen Figuren auf Java, die phantasieanregende Wirkung sowie die allgemein-pädagogischen Chancen werden erläutert.

Auf 21 Seiten werden sodann die Techniken des Schattenspiels sehr genau erklärt. Die Verwendung unterschiedlicher Lichtquellen und ihre Positionierung, das Aufhängen einer Leinwand, das Spiel mit Helligkeiten und Farben, mit Requisiten, Formen und Haltungen, Positionen der Darsteller im Raum werden anschaulich illustriert und kommentiert.

Für die Anfänge bei der Probenarbeit stehen "Warm-Ups", Übungen, Checklisten, Differenzierungsoptionen und Einstiegs-Gestaltungen zur Verfügung. Kurze Spielszenen ergänzen das Repertoire schnell. Dabei wird auch rasch mit Musik und Liedern gearbeitet.

Die Zahl der Praxisbeispiele ist umfangreich. Sie reicht vom Kindergartenalter bis zum Spiel mit Erwachsenen. Häufig sind komplette Spielpläne abgedruckt mit Zeitangaben, Texten, Requisiten, Farb/Lichteffekten, Musikeinspielungen, Geräuschen, Noten etc.

Musik wird gesungen, kommt von CD oder wird vom Klassenorchester gespielt. Der Verbindung von Literatur und Musik beim Schattenspiel ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Inhaltlich reicht das Spektrum von Frederik Vahle und Herbert Grönemeyer über jiddische Folklore bis zu Pavanen und dem Pachelbel-Kanon. Als Textvorlagen werden der kleine Prinz, die kleine Hexe, Max und Moritz sowie ein Märchen von Michael Ende genutzt. In Verbindung mit Tanz, Text und Musik wird bspw. eine Revue zu Musik von Henry Mancini und der Ersten Allgemeinen Verunsicherung vorgeschlagen.

Eine ausführliche Literaturliste ergänzt den 135-seitigen Band. Sämtliche Hörbeispiele stehen auf der Audio-CD zur Verfügung. Hierzu gehören auch zwei Sammlungen mit Geräuschen für eigene "Hörspiele", einmal "Im Dschungel" und zum anderen ein "Kurzkrimi".

Fazit: Sehr anregende, liebevoll gestaltete Neuveröffentlichung, die das methodische Repertoire des Musikunterrichts deutlich bereichern kann.


Externer Link!  Menschenschattenspiel - Helbling Verlag

(Multimediale Beispiele dort abrufbar)


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project: pop

Popmusik erleben - machen - verstehen. Praxisbuch für die Sekundarstufen I und II. © 2007; Jörg Breitweg; Schroedel-Verlag; ISBN: 978-3-507-07500-9; Preis: 19.00 EUR.

    project: pop

Eine neuartige Konzeption von Arbeitsheften für den Musikunterricht kommt derzeit auf den Markt. Das Prinzip: Wenige Themen werden behandelt, diese aber umso intensiver und mit ausführlichem Material, sodass ein Unterricht darum entstehen kann, der eine vertiefte, exemplarische Auseinandersetzung ermöglicht. Ein erfreulicher Trend: Weg von der klassischen Schulbuch-"Doppelseite", die den Lehrenden eigentlich nie gereicht hat und dazu führte, dass immer noch selbst "nachgearbeitet" werden musste.

"projekt: pop", herausgegeben von Dr. Jörg Breitweg vom Seminar aus Heidelberg, greift dies anhand von sechs Beispielen auf. Damit wird zugleich ein Bogen durch die Stilistiken und die "History" der Populären Musik gespannt. Das Gute: Die gewählten Songs sind durchweg wirklich sing- und spielbar. Das reicht von Presleys "Heartbreak Hotel" aus dem Jahr 1956, über Penny Lane, Bee Gees "Stayin´Alive" (1977), Van Halens "Jump" (1849 bis zu Fettes Brot mit "Jein" (1996). Jedes Jahrzehnt hat seinen Vertreter. Die letzten drei Titel gehören wenigstens nicht zum absoluten "Standard-Repertoire" der Schulmusiker. Ergänzt wird diese Sammlung durch ein Projekt "20xx - der Hit von Morgen", bei dem die Schülerinnen und Schüler selbst zum Songwriting angeleitet werden.

Die Idee des Projektunterrichts bzw. des Projektprinzips durchzieht - dem Titel gemäß - das gesamte 67-seitige Arbeits-Heft im DIN-A-4-Format. Methodisch wird daneben eine breite Vielfalt vom Klassenmusizieren, zu Bewegung und Choreographie, Höranalysen, selbstständiger Materialpräsentation der Lernenden, Analyse bis zur Produktion von Videoclips angeboten. Arbeitsblätter sind als Kopiervorlagen vorhanden.

Die Methoden werden für die Lehrenden ausführlich beschrieben. Für das Musikmachen in der Klasse stehen z.T. kurze patterorientierte Arrangements zur Verfügung. Die Singlage ist der Mittelstufe angemessen. Die Songwerkstatt ist nicht überladen, dafür durchaus machbar auch in einer "normalen" 8. oder 9. Klasse.

Besonders auffällig sind die breit angelegten Textbausteine, die über die üblichen Kurz-Biographien und Andeutung des Enstehungszeitraumes des Songs deutlich hinausgehen. Exemplarisch werden sehr konkret die Hintergründe der Produktion, Vermarktung und Rezeption einzelner Aspekte der Pop-History nachvollziehbar.

Literaturhinweise für weiterführende Informationen fehlen ebensowenig wie natürlich die Songs auf CD, aber auch 2 Videos zum Vergleich von Van Halen.

Fazit: Ein Buch das wirklich aus der Praxis kommt und damit durchweg verwendbar erscheint für die - auch mal tiefergehende - Arbeit zum Themenbereich Populärer Musik.


Externer Link!  Schroedel-Verlag - Jörg Breitweg - "project: pop"

(Ein Inhaltsverzeichnis steht dort als PDF zur Verfügung)


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Popularmusik im Kontext

Songs, Hits und ihre Zeit von den Comedian Harmonists bis zum Hip-Hop. Ursel Lindner und Wieland Schmid. Helbling 2007 Esslingen/Innsbruck.
Materialien für den fächerverbindenden Unterricht an allgemeinbildenden Schulen ab Schulstufe/Klasse 8. ISBN 978-3-85061-360-6 (Schülerband 19,80 Euro).

    Popularmusik im Kontext

Auf über 180 Seiten wurden vom Redaktionsteam des Esslinger Helbling-Verlages Materialien und Medien zur Populären Musik gesammelt und für den Unterricht aufbereitet.
Sortiert wurde chronologisch, jeweils in Jahrzehnten von 1930 bis 2005, die auch farblich voneinander abgehoben sind.

Die Auswahl reicht entsprechend von den Comedian über Frank Sinatra, Elvis Presley, The Beatles, Jimi Hendrix, Pink Floyd, Bob Marley, Kraftwerk,
Michael Jackson, Udo Lindenberg, Oasis, den Prinzen und Dieter Bohlen bis zu Robbie Williams. Neben vielen sehr bekannten und schon viel zitierten Namen
tauchen aber auch unbekanntere bzw. im Musikunterricht nicht häufig gehörte und gespielte Bands und Interpreten auf wie z.B. "Niggaz With Attidudes", "Schandmaul",
"Creedence Clearwater Revival", "Charles Aznavour" oder "Edith Piaf".

Der didaktische Ansatz ist vor allem ein fächerverbindender, inbesondere mit den Bereichen Deutsch, Kunst, Geschichte und Gemeinschaftskunde.
Historische Dokumente, Zitate, Fotos, Grafiken, Zeitleisten, Lied-Texte und Kunst-Werke werden auf den meist vierseitigen Einheiten um Songs und Lieder herum gruppiert. Der "Kontext", welchen der Titel verspricht, wird mit Primär- und Sekundärquellen hergestellt.

Interessante und ungewöhnliche Perspektiven ergeben sich hierbei an vielen Stellen. Es wurde ein Unterricht von den Autoren vorüberlegt, der den Schülerinnen und Schülern ein großes Maß an selbstständigem Lernen ermöglichen könnte bei entsprechender Umsetzung.

"Michael Jackson" erscheint z.B. unter dem Titel "Der Körper als Kunstwerk". Fotos dokumentieren die Entwicklung des Stars und Kunstproduktes. Dabei bleibt es jedoch nicht auf der
oberflächlichen visuellen Ebene, sondern es kommen mit Zitaten des Kulturjournalisten Thomas Mießgang durchaus anspruchsvolle, vielschichtige und reflexive Aspekte zur Sprache.

Die gewählten Songs sind von der Tonlage und vom sängerischen Anspruch her für Mittelstufenklassen, bei denen dieses Thema typischerweise eine größere Rolle spielt, gut machbar. Die Notentexte beschränken sich auf Akkorde und Melodie, z.T. kleine Vor- und Zwischenspielmelodien in Stichnoten. Nur selten werden konkretere Anweisungen zum stiltypischen Klassenmusizieren gegeben. Als Ergänzung ist dies wünschenswert, den vorliegenden Band hätte es wohl gesprengt. Mit einem zusätzlich erhältlichen "Spielbuch" mit Klavierbegleitungen und Klassenarrangements wird auch dieser Bereich abgedeckt.

Im Anhang des Bandes ist ein kurzes dreiseitiges Stillexikon der Popmusik angefügt, welches auch Begriffe wie "Cajun", "Crooning", "Hillbilly" oder "Grunge" knapp für Lernende und Lehrende erläutert.

Fazit: Eine interessante, vielfältige Zusammenstellung, die vor allem durch gut singbare Songs und kompetent ausgewähltes Begleitmaterial überzeugt.

Externer Link!  Helbling-Verlag: Popularmusik im Kontext (Schülerband)

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