Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Der Weg zur Quantenmechanik
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Der Weg zur Quantenmechanik

Vorstellung eines Buches von Andreas Wünschmann


Wünschmann: Der Weg zur Quantenmechanik
Format 20x27 cm,
104 S., 46 Abb., brosch.
ISBN 978-3-926-306-54-8

Der Bildungsplan Physik für die Kursstufe an Gymnasien in Baden-Württemberg sieht auch eine Einführung in die Grundlagen der Quanten- und Atomphysik vor. Dabei soll auch die Schrödingergleichung und ihre Lösung für einfache Sonderfälle "im Überblick" behandelt werden.
Dieses Thema ist also gut dazu geeignet, dass es sich Schülerinnen und Schüler selbst erarbeiten und ggf. - im Rahmen eines GFS - in einem Kurzvortrag darüber berichten.

Das Problem für die Lehrkräfte liegt nun darin, ihnen dafür angemessene Literatur zur Verfügung zu stellen.
Hochschullehrbücher zu diesem Thema sind von der mathematischen Darstellungsweise her in der Regel zu anspruchsvoll für den Schulunterricht, populärwissenschaftliche Literatur ist oft fachlich nicht korrekt genug.

"Der Weg zur Quantenmechanik" von Andreas Wünschmann, anlässlich des 80. Jahrestages der Formulierung der Schrödinger Gleichung im Jahre 2006 überarbeitet neu herausgegeben, könnte diese Lücke schließen.


Im ersten Teil steht die Parallele zwischen der Mechanik und der Optik im Mittelpunkt:

  • klassische Teilchen breiten sich genau wie Licht geradlinig aus,
  • ein Elektronenstrahl wird ähnlich wie ein Lichtstrahl gebrochen, wenn die Elektronen ein elektrisches Feld durchlaufen,
  • magnetische Linsen fokussieren Elektronenstrahlen so wie Linsen dies tun.

Nun hat Licht einen Wellencharakter, der bei der Beugung an Spalten besonders klar wird.
Licht hat aber auch einen Teilchencharakter, der beim Photoeffekt deutlich wird. Ohne eine Quantenvorstellung lässt er sich genauso wenig erklären wie der Compton-Effekt.

Umgekehrt zeigt auch ein "klassischer" Elektronenstrahl plötzlich Welleneigenschaften, wenn Elektronen an Kristallen gebeugt werden. Meist bleibt uns dieser Wellencharakter von Teilchen nur deshalb verborgen, weil wir es im Alltag meist mit "großen" Teilchenmassen zu tun haben, und daher die Wellenlängen - nach der de-Broglie Beziehung - extrem klein sind.

So wie die geometrische Optik also ein Grenzfall der Wellenoptik ist, ist auch die klassische Mechanik ein Grenzfall der Wellenmechanik. Licht und Elektronen zeigen sowohl Wellen- als auch Teilcheneigenschaften. Beide Gebiete lassen sich auch mit ähnlichen mathematischen Grundgleichungen beschreiben.

Die zeitunabhängige Wellengleichung beschreibt die Ausbreitung von elektromagnetischen Wellen, also auch von Licht. Sie ist der Ausgangspunkt der Wellenoptik.
In der Wellenmechanik gibt es ebenfalls eine Differentialgleichung zweiter Ordnung, welche die Welleneigenschaften von Quantenteilchen berücksichtigt - das ist die zeitunabhängige Schrödinger Gleichung.

Andreas Wünschmann gelingt es, diese Parallele so spannend und einfach zu vermitteln, dass auch Oberstufenschüler sie leicht nachvollziehen können, wenn sie die entsprechenden Experimente aus dem Unterricht kennen.
Zahlreiche Beispielrechnungen erleichtern das Verständnis.
Eine kurze Biographie Erwin Schrödingers schließt den ersten Teil ab.

Der zweite Teil des Buches widmet sich der der Lösung der Schrödinger Gleichung für einfache Sonderfälle.
Besonderen Wert legt der Autor dabei darauf, die verschiedenen "halbklassischen" Ansätze mit den entsprechenden Beschreibungen durch die Schrödinger Gleichung zu kontrastieren und dadurch das Besondere der Quantentheorie herauszuarbeiten.

Die Bewegung eines Teilchens in einem eindimensionalen Potentialtopf, der harmonische Oszillator und das Wasserstoffatom im Grundzustand werden im Vergleich nach der klassischen Mechanik, nach der Theorie von Bohr und nach der Quantenmechanik besprochen. Der Tunneleffekt und die Unschärferelation von Heisenberg runden das Thema ab.
Dabei fallen Herleitungen meist ausführlicher aus, als man dies in Hochschulliteratur findet, dadurch werden sie auch für Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar.

Der dritte Teil, "Orbitalmodell und Periodensystem", geht dann auf Inhalte ein, die mit den mathematischen Mitteln der Schule nicht mehr zu vermitteln sind, die aber als Grundlagen für die Chemie große Bedeutung haben. Hier geht es z.B. um die Drehimpulsquantisierung, das Aussehen von Orbitalen und das Pauli Prinzip.


Fazit: Insbesondere die ersten beiden Teile von Andreas Wünschmanns Buch bieten eine sehr gute Grundlage für Schülerinnen und Schüler der Kursstufe sich in das Thema Quantenphysik selbst einzuarbeiten.


Die externer Link Klaus-Tschira-Stiftung stellt erfreulicherweise der externer Link Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen in Bad Wildbad einen Sonderdruck dieser Schrift "Der Weg zur Quantenmechanik" kostenlos zur Verfügung.
Die Physiklehrer können die Schrift (auch in mehreren Exemplaren) dort erhalten und an interessierte Schüler weitergeben.

Hier die genaue Bezugsadresse:

Frau Dr. Ulrike Greenway
Akademiereferentin
Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen
Baetznerstr. 92
75323 Bad Wildbad

Weitere Informationen: externer Link Studien-Verlag Wünschmann


Klaus-Dieter Grüninger, Landesbildungsserver Baden-Württemberg

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