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Messungen mit der Soundkarte.

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Messungen mit der Soundkarte.

Soundkarte


 Beispiele: Einsatz der Soundkarte im Unterricht


Viele haben bereits ein hervorragendes Messinterface in ihrem Computer eingebaut - und wissen nichts davon.

Die Soundkarte im Computer eignet sich vorzüglich zur Durchführung von Messungen.

(1) Messprinzip :

Physikalisch gesprochen ist eine Soundkarte ein Digital-Analog-Wandler (Ausgabe) und Analog-Digital-Wandler (Eingabe) für jeweils zwei Kanäle (Stereo), wobei ein Kanal - oder auch beide Kanäle - noch zusätzlich einen Vorverstärker bieten (Mikro).
Sie wird in einen freien Steckplatz auf dem Motherboard eingesteckt, oder ist als Soundchip schon auf dem Motherboard vorhanden.
Damit ist das Schnittstellen-Problem auch schon gelöst.

1.1.) Typische Leistungsdaten:

Soundkarten haben maximal eine "Sampling rate" von 44,1 kHz, d.h. sie können bis zu 44100 Messungen je Sekunde machen. Der zeitliche Abstand zweier Messungen beträgt damit minimal 22,7 Mikrosekunden.

Meistens haben die Soundkarten eine Auflösung von 16 bit, es können also 216 = 65536 Spannungswerte unterschieden werden. Beim Line-In Eingang, der für 1 Vss (+1V bis - 1V) Signalstärke ausgerichtet ist, bewirkt eine Spannungsdifferenz von 30 Mikrovolt eine Änderung um 1 bit.

Für die Speicherung von 1s Aufzeichnungsdauer sind daher in Mono etwa 86 kByte (44100 mal 2 Byte), in Stereo 172 kByte nötig.

1.2.) Anschlüsse:

Jede Soundkarte verfügt über (mindestens) drei Buchsen:

  • Eine Ausgangsbuchse für Tonsignale ("Line out") :
    Hier können Wechselspannungen von etwa 1 Volt Signalhöhe ausgegeben werden - 2 Kanal Stereo.

  • Eine Eingangsbuchse für Tonsignale ("Line in") :
    Dies ist ein Stereo-Anschluß mit dem Tonsignale einer typischen Signalstärke von 1Vss aufgenommen werden können.

  • Eine Eingangsbuchse Mikrofon ("Microphone") :
    Hier ist ein Verstärker vorgeschaltet, so daß dynamische Mikrophone mit Ausgangsspannungen im mV Bereich angeschlossen werden können.

(2) Einsatz :

  • Erzeugung von Ton- und Wechselspannungssignalen im Bereich
    von etwa 20 Hz bis 20 KHz (Funktionsgenerator mit 1 Vss)

  • Aufnahme von Ton- und Wechselspannungssignalen in diesem Bereich (Speicheroszilloskop für f < 20 kHz)

  • Durch bekannte Zeitabstände zwischen den Messungen sind genaue Zeitmessungen möglich, so dass die Soundkarte auch als hochgenaue Stoppuhr genutzt werden kann (Auflösung bis 0,1 ms).

  • Gleichspannungen kann die Soundkarte nicht aufnehmen oder ausgeben.
    (wie es doch geht finden Sie hier heraus.)

  • Einsatzmöglichkeiten vor allem im Bereich der Akustik und Elektrizitätslehre.

(3) Kosten :

Soundkarten sind als Massenware sehr preiswert und oft schon in den Computern eingebaut. Im Prinzip eignet sich jedes Soundkarte als Messinterface, wobei es bei der Empfindlichkeit des Mikrofon-Eingangs starke Schwankungen gibt.

Soundkarten bekommt man schon für etwa 20.- Euro.


(4) Vor- und Nachteile :

Vorteile:

  • ein Messinterface, das evtl. schon im Computer vorhanden ist oder günstig zu beschaffen ist
  • kein Interfaceproblem
  • kostengünstige oder kostenlose Software
  • vielseitig und immer einsetzbar
  • Schülerinnen und Schüler können Experimente auch Zuhause durchführen und so vor- und nachbereiten

Nachteile:

  • kein Support
  • das Zubehör (Mikrophone mit Verstärker und Klinkenstecker,Wäscheklammern mit Kontakten, Anschlußkabel usw.) muß selbst gebaut und gelötet werden
  • gelegentliche Kontaktprobleme an den Klinkensteckern

(5) Software :

Geeignete Programme zur Nutzung der Soundkarte als Meßinterface bekommt man im Internet meist als Free- oder Shareware recht kostengünstig.

Mehr darüber finden Sie hier.


Weitere Online Informationen:

Freier Fall mit der Soundkarte (Gymnasium Korschenbroich)

Beitrag von Bruno Rager, Studienseminar Esslingen


Literaturhinweise:

Impulse Physik, Versuche mit der Soundkarte, ISBN 3-12-77257-2, Klett-Verlag, Stuttgart


(6) Einsatzmöglichkeiten im Unterricht :

 Zur vielfältigen Materialsammlung geht es hier.


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