Gruppe A:
Messerfassung zur Induktion mit der Drehspule
Die Gruppe A hat die Aufgabe, die entstehende Induktionsspannung beim Drehen der Induktionsspule in der Helmholtzspule mit einem Messwerterfassungssystem aufzuzeichnen. Das Foto zeigt einen Überblick über den Aufbau. Für die Messung wurde hier das System von NTL/CMA (EuroLab und Coach6) verwendet.
1. Benötigte Materialien
|
![]() |
2. Aufgaben
- Zeichnet die entstehende Induktionsspannung mit einem Messwerterfassungssystem auf.
- Dreht die Induktionsspule dazu möglichst gleichmäßig in der
Helmholtzspule (Feldspule).
- Zeichnet mindestens zwei Messungen (ca. 10 - 20 s) mit unterschiedlichen
Drehfrequenzen auf.
( = dreht die Spule unterschiedlich schnell) - Exportiert die Daten auch nach EXCEL.
- Bestimmt die Drehfrequenz aus der Aufzeichnung.
- Welchen Verlauf hat die entstandene Induktionsspannung?
- Vergleicht die größte auftretende Spannung (Scheitelwert) bei verschiedenen Umdrehungsgeschwindigkeiten!
- In welcher Stellung der Spule ist die auftretende Induktionsspannung
maximal?
Versucht dies zu erklären.
3. Beschreibung des Aufbaus / didaktische Hinweise
Ein großes Helmholtzspulenpaar hat man (vom Fadenstrahlrohr)
vielleicht ohnehin in der Sammlung. Ein passendes Netzgerät sollte auch
kein Problem darstellen, es sollte etwa 4 A Strom liefern können.
Die entstehenden Induktionsspannungen liegen bei der verwendeten Helmholtz- und
Induktionsspule - je nach Drehfrequenz im "Handbetrieb" - bei etwa 50
bis 300 mV. Der zu verwendende Sensor sollte hochohmig und empfindlich genug
dafür sein.
Wir haben dafür den 500 mV Differentialsensor von NTL/CMA verwendet.
Für den Anschluss an ein Interface hat er den BTA-Stecker. Damit passt der
Sensor sowohl zu den Interfaces der NTL/CMA Linie (also z.B. zum EuroLab) als
auch zu den Vernier-Interfaces (z.B. GoLink!). Bei beiden Produkten ist eine
einfache Messsoftware bei den Interfaces enthalten. Die Interfaces werden
über die USB-Schnittstelle direkt an den Laptop angeschlossen.
Für eine Neuanschaffung muss man mit knapp 100 Euro für den Sensor
und etwa zwischen 70 Euro (GoLink - 1 Kanal) und 160 Euro (EuroLab - 2 Kanal)
für das Interface rechnen. Insgesamt also eine relativ kostengünstige
Lösung, mit der man z.B. auch noch die Induktionsspannung beim Fall eines
Magneten durch eine Spule, oder andere Messungen zur Induktion 2. Art,
untersuchen kann.
Die Lehrkraft muss die Schülerinnen und Schüler ggf. kurz in die
Benutzung des Programms einführen, sofern diese noch nie damit gearbeitet
haben. Die Programme sind aber einfach und intuitiv zu bedienen.
4. Ergebnisse
Obwohl die Induktionsspule,
so wie sie hier beschrieben wurde, nur auf den
Halterungen für das Fadenstrahlrohr auflag und die Induktionsspannung mit
Krokodilklemmen und ohne abgeschirmte Leitung abgeführt wurde, sind die
Ergebnisse vergleichsweise ordentlich. Auch eine relativ
gleichmäßige Drehung von Hand bekamen die Schüler ganz gut in
den Griff (vgl. Auswertung unten).
| AVI-Film (2,2 MB) | Der Film zeigt die Aufzeichnung einer Messung. Hier wurde die Diagrammdarstellung auf dem Laptop bildschirmfüllend geschaltet, um den Verlauf der Induktionsspannung gut beobachten zu können. Wegen des kleinen Bildformates kommt dies im Film deutlich schlechter zum Ausdruck als in der Originalaufnahme. |
4.1. Verlauf und Scheitelwert Der nebenstehende Screenshot zeigt die Auswertung einer Messung mit Coach 6
(CMA) |
![]() |
Für eine Abschätzung der Scheitelspannung aus der Theorie ergibt
sich:
Der Scheitelwert der Induktionsspannung ist
U = n*B*A*ω.
Bei 4,0 A Spulenstrom ist die magnetische Flussdichte B der Helmholtzspulen
etwa 2,8 mT (Datenblatt). Die Induktionsspule ("Monsterspule") hat
die Abmessungen 0,3 m mal 0,15 m, die Spulenfläche A ist damit 0,045
m2. Sie hat n = 200 Windungen.
Bei einer Drehfrequenz von 1,5 Hz ergibt sich daraus eine Scheitelspannung von
etwa 240 mV - in guter Übereinstimmung mit den Messwerten.
Insbesondere sollten die Schülerinnen und Schüler herausfinden,
dass sich bei schnellerem Drehen der Spule nicht nur die Frequenz f erhöht
(die Umdrehungsdauer T verkleinert), sondern dass dies auch Auswirkungen auf
die Scheitelspannung hat: sie wird bei schnellerer
Drehung ebenfalls größer.
Dies ist wichtig als Bestätigungsexperiment für die Theorie, die
Gruppe D erarbeitet.
4.2. In welcher Stellung der Spule ist die entstehende Induktionsspannung maximal?
| Aus der Messwertaufzeichnung ist dies möglicherweise schwierig
abzulesen. Zur Beantwortung der Frage sollten die Schüler besser ein
Messinstrument verwenden. |
AVI Film (2,6 MB) |
Dies kann man auf zwei Arten erklären:
4.2.1. Erklärung über die Lorentzkraft
a) waagrechte Lage der Spule
Das Magnetfeld weist im Film auf den Betrachter zu. Das vordere
Spulenteil bewegt sich dann z.B. nach unten. Damit weist die Lorentzkraft nach
rechts. Vorne entsteht also der Minuspol der Induktionsspannung am rechten
Ende, am linken Ende ist der Pluspol. |
|
b) senkrechte Lage der Spule |
|
4.2.2. Erklärung über die Flächenänderung
a) waagrechte Lage der Spule
Liegt die Spule exakt waagrecht, so ist die vom Magnetfeld senkrecht
durchsetzte Fläche exakt null.
Wird die Spule aus dieser Stellung gedreht, dann ergibt sich eine - wenn auch
kleine - vom Magnetfeld senkrecht durchsetzte Fläche.
Die Flächenänderung von null auf eine kleine senkrecht durchsetzte
Fläche ist relativ groß. Daher ergibt sich in dieser Lage eine
große Induktionsspannung (vgl. Video oben).
b) senkrechte Lage der Spule
Steht die Spule exakt senkrecht, so wird die gesamte Spulenfläche
senkrecht vom Magnetfeld durchsetzt.
Dreht man die Spule ein wenig aus dieser Lage, so wird die vom Magnetfeld
senkrecht durchsetzte Fläche nur geringfügig kleiner, die
Flächenänderung ist hier also sehr klein. Daher bekommt man auch nur
eine kleine Induktionsspannung (vgl. Video oben).
5. Downloads
Arbeitsblatt für die Gruppe:
Arbeitsblatt für die Gruppe
A
(24,5 kB)
Die Daten einer unserer Messungen können Sie hier herunterladen:
| Schnellere Drehung der Induktionsspule |

