Vorwort des Autors
Da ich in den 80er Jahren Lehrer
an der Deutschen Schule Barcelona war, galt naturgemäß nach meiner Rückkehr
nach Deutschland weiterhin mein Interesse Katalonien und dieser einmaligen
Stadt Barcelona. Bei einem späteren Besuch empfahl mir ein Buchhändler in der
Buchhandlung „Ressenya“ in Sant Just Desvern (meiner immer noch eigenständigen
Vorstadt Barcelonas) als neueres Buch Eduardo Mendoza, „Sin noticias de Gurb“.
Zu Hause, in Deutschland, begann ich eines Abends die Lektüre und las dann nach
kurzer Einlesezeit meiner Frau seitenweise den Roman vor. Das ist bei uns – wie
bei anderen Familien – wohl eigentlich eher weniger üblich! Wir mussten aber
wirklich herzlichst lachen, da das, was die/der Außerirdische(n) des Romans in
Barcelona erlebt(-en), Teil unserer eigenen Erfahrung war, als wir ohne große
Sprachkenntnisse 1980 unser Leben in einer fremden Umgebung organisieren
mussten. Das begann z.B. schon mit der Einrichtung eines Kontos bei einer Bank.
Nach einiger Zeit wusste man dann auch, was es eigentlich bedeutet, wenn der
Außerirdische sich z.B. in Pedralbes aufhält oder in einer Ecke des barrio
chino.
Mendoza beschreibt grundsätzlich
das Barcelona der 90er Jahre, vor Beginn der Olympischen Spiele.
Zufälligerweise war ich mit einer Delegation Baden-Württembergs in unserer
Partnerregion Katalonien, als der Startschuss für die baulichen Maßnahmen für
die Olympiade fiel. An dem Tage platzten alle Termine. Zweifellos wurde die
Stadt danach immer schöner und reicher und übertrifft seitdem vieles in
Deutschland. Dennoch – manches von dem, was Mendoza leichthin ironisch
skizziert, gilt zweifellos immer noch bis heute. Deshalb wurde und wird der
Roman ja wohl auch immer wieder aufgelegt. Und aus diesem Grunde habe ich ihn
für den Spanischunterricht aufzubereiten versucht.
Er ist außerdem eine
außerordentlich glückliche Fundgrube für nützliches Umgangsspanisch in
unterschiedlichsten Lebenslagen.
Es gibt in meinem
Unterrichtsmodell einen Teil A., der vokabelmäßig den Text erschließt. Mit
Sternchen* gekennzeichnete Wörter sind in diesem Teil Wörter, die die Schüler
nicht lernen müssen. Zu diesem Teil gibt es einige rudimentäre Übungen.
Der Teil B liefert
Fragestellungen zum Text.
Diese Fragen können – je nach
Unterrichtsverfahren – unterschiedlich bearbeitet werden.
Die heutzutage geforderte Varianz
dieser Verfahren verbot mir lenkende Hinweise. Der strenge Zeigefinger des
eingesetzten Symbols kann wirklich unterschiedlich gedeutet und im Unterricht
umgesetzt werden.
Da der Roman europäische Vorgänger und auch Zeitgenossen hat, habe ich dieses weitere Umfeld anzudeuten oder zu materialisieren versucht. Dieser Teil ist natürlich besonders für partnerschaftliche und/oder eigenständige Arbeit geeignet.
Der Teil S (SOLUCINARIO) gibt dem Lehrenden einige Hinweise darauf, welche Ergebnisse erreicht werden könnten.
Ich habe zweimal mit Schülern den
Roman durchgenommen. Da ich jedes Mal den Text nach einer Studienfahrt nach
Barcelona behandelte, fand ich immer offenere Ohren als bei den Texten, die mit
einer „visión trágica de España“ etwas zu tun haben. Den Schüler ist eben eher
mehr Sancho Panza zugänglich! Und die Mehrheit der Spanier generell (und der
Katalanen speziell) sind sowieso just Nachkommen dieses Sancho Panza.
Meine Angaben beziehen sich auf
die Ausgabe des Romans bei Seix Barral von 2001 (ISBN 84-322-0782-9).
Wolfgang Winter (bis 2006 StD am Hölderlin-Gymnasium Nürtingen)
Ich danke besonders unseren Spanischassistentinnen am Hölderlin-Gymnasium in vergangenen Jahren, Isabel Martín López und Gloria Navajas Robles aus Córdoba, für ihre Korrekturarbeit und Beratung.
Last modified 2007-01-25 10:06 PM