Der Stierkampf im Spanisch-Unterricht
La Tauromaquia en la clase de español
Während in Deutschland die Veranstaltung von Tierkämpfen mit dem
Staatsziel Tierschutz im Grundgesetz nicht vereinbar und nach dem
Tierschutzgesetz verboten ist, wird der Stierkampf in Spanien auch
kontrovers diskutiert.
Auf der einen Seite halten die Aficionados
(Stierkampfanhänger) an der
Weiterführung der jahrhundertealten Tradition fest, da der Stierkampf für
sie sowohl Kunst, wie auch Kultur und Teil ihrer nationalen Identität
darstellt. Die Stiere wachsen auf Fincas in Freiheit auf, so ihr Argument,
um letztlich im echten Kampf zu sterben. Ohne den Stierkampf wären sie
längst ausgestorben.
Auf der anderen Seite kämpfen die Antitaurinos (Stierkampfgegner) und Tierschutz-Organisationen für eine
Abschaffung des Stierkampfs, da sie darin eine nutzlose und grausame
Tierquälerei aus dem Mittelalter sehen, die in der Öffentlichkeit
praktiziert wird. Da Familien auch ihre Kinder mit in die Arena nehmen,
bestehe die Gefahr, dass sie entweder von den Szenen traumatisiert würden
oder dass bei ihnen die Schwelle zur Gewaltbereitschaft herabgesetzt
würde.
Im Europäischen Parlament brachten Tierschützer zu Beginn des Jahres 2007
eine „Schriftliche Erklärung zu einem EU-weiten Verbot von Stierkämpfen“
(0002/2007) ein, die am 15.4.2007 am Votum der Abgeordneten
scheiterte.
Am 28.Juli 2010 beschloss das katalanische Parlament in Barcelona, den
Stierkampf in Katalonien ab dem 1.Januar 2012 zu verbieten:
hier mehr Informationen und
hier
Aktuelle Gegenstimmen dazu :
hier mehr Informationen und
hier
Das spanischspezifische Thema kann in den Unterricht unter Berücksichtigung der entsprechenden Bildungspläne miteinbezogen werden.
Im
Bildungsplan Spanisch Baden-Württemberg sollen die
Schüler des Spanischunterrichts neben kommunikativen Fertigkeiten auch
kulturelle und interkulturelle Kompetenz sowie soziokulturelles Wissen
erwerben:
"Die Schülerinnen und Schüler wissen in
Grundzügen über soziale, politische und kulturelle Gegebenheiten
Bescheid"
„Die Schülerinnen und Schüler verfügen... über wesentliche Kenntnisse,
um mit Hispanohablantes zu kommunizieren (Lebensgewohnheiten, Familie,
Schule, Freizeitverhalten, Traditionen und Feste) „
"Sie können sich in entsprechenden Situationen kulturspezifisch angemessen
verhalten und gegebenenfalls Missverständnisse vermeiden."
Die Schülerinnen und Schüler besitzen
Problembewusstsein im Umgang mit kulturell sensiblen Themen, Vorurteilen
und Stereotypen“
Vorschlag zur Behandlung des Themas im Spanischunterricht:
1) Bildung einer Expertenrunde: Die Schüler informieren sich eingehend
über den Sachverhalt.
Dazu findet man neben dem direkt eingestellten Material noch weitere
Informationen z.B. auf den Seiten
|
Pro Corrida / Los Aficionados: |
Contra Corrida/ Los
Antitaurinos: |
2) Daran schließt sich eine Diskussionsrunde an, in der die Schülerinnen und Schüler sowohl ihre sprachlichen Fertigkeiten üben wie auch ihre Kenntnisse einbringen und ihre eigene Meinung darlegen können.
„Sie können ihren eigenen Standpunkt sachlich vertreten und begründen und auf Standpunkte der Gesprächspartner in kritischer Offenheit reagieren. (Bildungsplan,Kursstufe,Gym)“
Denkbar ist auch ein Streitgespräch als
Rollenspiel z.B. Schülergruppen als Toreros und Tierschützer, zum
Thema
oder ein Streitgespräch als
Rollenspiel z.B. Schülergruppen als Aficionados und Antitaurinos zum
Thema
¿Arte y Cultura en España con o sin la
Tauromaquia?
(Kunst und Kultur in Spanien mit oder ohne Stierkampf)
Zu diesem fächerübergreifenden Aspekt können die
Schülerinnen und Schüler
Bildmaterial und
Kunstdrucke von Pablo Picasso miteinbeziehen.
Eine Verknüpfung zur Literatur bietet der spanische Dichter Federico
García Lorca, der über den Tod des Toreros Ignacio Sánchez Mijas 1934 in der
Arena in Manzanares/Ciudad Real ein Gedicht verfasst hat:
Gedicht von Federico
García Lorca
Auch im
Französischunterricht kann das Thema Stierkampf
behandelt werden.
Informationen über Tierschutz in Deutschland und Europa sowie zahlreiche Links zum Thema findet man auf den deutschen Wikipedia-Seiten:

