Faustball
Alles Wissenswerte zu diesem faszinierenden Rückschlagspiel.

Der Spielgedanke:
Faustball ist ein Rückschlagspiel, bei dem der Ball mit dem Arm oder mit der Faust geschlagen wird. Es wird im Sommer auf Rasen und im Winter in der Halle gespielt.Die Faustball-Demo (animiertes gif) von Oliver Betker vom SCE Gliesmarode vermittelt einen ersten Eindruck.

Ein Ball wird durch eine Angabe (Aufschlag) ins gegnerische Feld befördert, dort angenommen, zugespielt und schließlich wieder zurückgeschlagen. Anders als beim Volleyball darf der Ball jedoch vor jedem Schlag einmal den Boden berühren, was bei dem ungleich größeren Spielfeld eine völlig andere Ausrichtung der Schläge - nämlich in die Weite - zur Folge hat. Strukturelle Ähnlichkeiten zum Volleyball sind unverkennbar, jedoch sollte auf eine klare Abgrenzung dieser beiden Rückschlagspiele voneinander Wert gelegt werden.
Historisches:
Von den uns allen bekannten Sportspielen gehört Faustball mit zu den ältesten. Schon der Dichter Plautus (3. Jhdt. v. Chr.) erwähnte zuweilen einen "Follis pugilatorius", d.h. einen mit der Faust geschlagenen großen Ball und eine uns erhaltene römische Gedenkmünze des Kaisers Gordanius III um 240 n. Chr. zeigt drei Männer mit wuchtigen Faustbällen. Die älteste genaue Beschreibung des Faustballspieles und seiner Regeln stammt von Antonio Scaino, der sie 1555 in Venedig niederschrieb. Danach traten zum "Ballonspiel" (pallone) dem Volksspiel der Italiener, auf jeder Seite drei Spieler einander entgegen. Man spielte auf einem Platz von 90 x 20 Meter, der durch ein gespanntes Band oder durch eine Linie am Boden geteilt war und benutze einen Ball von 36 cm Durchmesser und über einem Kilogramm Gewicht. Der sehr stark aufgepumpte Ball war mit einer Lederhülle gepanzert. Natürlich konnten Schläge mit einem solchen Ball nicht mit bloßem Arm ausgeführt werden. Die Spieler steckten deshalb ihren Arm in einen bis zu zwei Kilo schweren hölzernen "Schutzärmel", (Bracciale) genannt, der sogar mit Spitzhöckern versehen und durch einen Griff festgehalten wurde. Auch Goethe beschreibt den Besuch eines solchen Spieles am 16. September 1786 in Verona in seiner "Italienischen Reise". Faustball zählte im späten 19. und anfangs des 20. Jahrhunderts zu den sogenannten deutschen Kampfspielen die im Umfeld der Turnspiele entstanden sind:Faustball, Handball, Korbball, Schlagball, Schleuderball. (in den Jahren nach 1918, als Deutschland von der Teilnahme an den olympischen Spielen 1920 bis 1928 ausgeschlossen war, fanden sogenannte Deutsche Kampfspiele als nationale Ersatzveranstaltungen statt: 1920, 1924, 1926,1930). Die Geschichte des internationalen Faustballsportes begann am 3. August 1937 mit einem Drei-Länderkampf zwischen Südmähren, Österreich und Deutschland. Das erste offizielle Länderspiel bestritten Österreich und Deutschland am 19. Juli 1953. Der Internationale Faustballverband wurde am 30. Januar 1960 in Frankfurt gegründet. Die ersten Weltmeisterschaften fanden 1968 mit Faustballern aus acht Ländern in Österreich statt.Bis heute gibt es in Deutschland keinen Faustballfachverband. Dieser Sport wird (historisch bedingt) immer noch unter dem Dach des DTB verwaltet.
Weltweite Verbreitung:
Es gibt weltweit rund 100.000 Freizeit- und Wettkampf-Spieler/Innen.Ca 40.000 davon spielen in Deutschland.
Mitgliedsverbände der
sind:
Argentinien, Brasilien, Chile, Dänemark, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Namibia, Österreich, Schweiz, Tschechien, Uruguay, USA (IFA-Aktivitäten gibt es in 11 weiteren Ländern). In Deutschland gibt es ca. 40.000 im DTB registrierte, aktive Faustballspieler und -spielerinnen. Faustball ist Sportart
der World Games
Informationen zum Spiel:
Spielgedanke:
Faustball ist ein Mannschaftsspiel mit Punktwertung, bei dem zwei Mannschaften mit je fünf Spielern (und drei Auswechselspielern) den vom Gegner zugespielten Ball über ein in 2 m Höhe zwischen ihnen gespanntes Band zurückschlagen. Dabei kann der Ball bis auf beachtliche 140 km/h beschleunigt werden.Der Faustball:
320-380 g schwerer Hohlball mit weicher Lederhülle und 62-68 cm Umfang.Das Spielfeld
Das Spielfeld hat die Abmessungen 50 x 20 m und wird durch eine Mittellinie, über der in 2 m Höhe ein 3-5 mm breites Band angebracht ist, in zwei Hälften geteilt. 3 m von der Mittellinie entfernt befinden sich beiderseits Angabelinien. Beim Hallen-Faustball misst das Spielfeld 20 x 40 m.

Kampfgericht:
1 Schiedsrichter, je 2 Linienrichter, Anschreiber.Die wichtigsten Regeln
(ausführlich:Der Ball wird beim Schlag über das Band nur mit geschlossener Faust ohne gespreizten Daumen (Angriffsschlag), sonst beliebig, aber nur mit einer Hand oder einem Unterarm (Abwehr und Aufbau) geschlagen.
Der Ball darf von jeder Mannschaft dreimal direkt oder indirekt gespielt werden. Im Spiel stellt sich (nach dem erfolgten Angabeschlag) ein wiederholter Zyklus aus Abwehr (Ballaufnahme), Zuspiel (Aufbau des eigenen Angriffs) und (Rück-) Schlag her.
Punkte: Wird der Ball mehr als einmal von demselben Spieler berührt, wird er mehr als dreimal von einer Mannschaft geschlagen und berührt er mehr als einmal vor jedem Schlag den Boden, gibt es einen Fehler, der für den Gegner als Punkt gewertet wird. Als Fehler wird ferner gezählt, wenn Ball oder Spieler das Band berühren, wenn der Ball unter dem Band oder aus dem Spielfeld herausspringt. Die Mannschaft, die einen Fehler verursachte, gibt den Ball wieder an.
Zählweise: Gespielt wird nach Punkten und Sätzen. Wenn eine Mannschaft einen Fehler macht, bekommt die andere einen Punkt, auch wenn sie keinen Aufschlag hatte. Die Mannschaft, die den letzten Fehler begangen hat, macht den nächsten Aufschlag. Ein Satz endet, sobald eines der Teams 11 Punkte erzielt hat und mit mindestens zwei Punkten in Führung liegt (also mindestens 11:9). Beim Stande von 11:10 wird der Satz automatisch verlängert, bis eines der Teams mit zwei Punkten in Führung geht oder zuerst den 15. Punkt erzielt (Sätze können demnach mit 15:14 enden). Die Anzahl der Gewinnsätze variiert je nach Spielklasse.
Technik/Taktik:
Abwehr und Zuspiel: Ein sicheres Annehmen und Zuspielen des Balles wird mit Körpereinsatz und durch Hocke, Lauf oder Sprung und die ruhige Winkelstellung des Spielarmes erreicht. Bei der Abwehraktion wird möglichst mit dem Unterarm gespielt um eine kontrollierte Flugbahn des Balles zu erzielen.
Angriff: Die Angriffsschläge werden meistens als Sprungschläge ausgeführt (Hoch- und Weitsprung).
Kernschlag (Schmetterschlag): Jeder Schmetterschlag erfolgt aus dem Schulter- und Ellbogengelenk aus einer Hüft-Schulter-Drehung heraus. Beim Kernschlag trifft die Breitseite der Faust (Finger, Knöchel und Handballen zeigen nach vorn) den Ball. Da die Schlagfläche der Hand dabei groß ist, wird der Ball meist voll getroffen.
Rundschlag: Er entwickelt sich nur aus dem Schultergelenk mit vollkommen gestrecktem Arm. Die Faust trifft den Ball mit der Daumen-Zeigefinger-Seite (Dieser kann aber auch mit der Faustinnenseite oder sogar mit dem Handgelenk geschlagen werden.)
Hammerschlag (Schmetterschlag): Beim Hammerschlag trifft eine der Schmalseiten der Faust, meist die Kleinfingerseite, auf den Ball. Der Hammerschlag erlaubt Schläge mit größter Härte.
Dreh- und Angelpunkt der Mannschaftstaktik ist ein ausgeprägtes und einwandfreies Stellungs- , Deckungs- und Angriffsspiel.
Deckungsspiel: Die Maßnahmen der Mannschaft richten sich in erster Linie darauf, den Ball in ihre Mitte zu bekommen. Der Ball wird eingekreist. Dies setzt ein mit der Annahme des Balles und endet erst mit dem Schlag ins gegnerische Feld. Gedeckt wird immer der Spieler, der den Ball annimmt.
Stellungsspiel: Die Grundstellung ist ähnlich der Verteilung der fünf Punkte einer 5 auf einem Würfel, wobei die Vorderspieler weiter zum Spielfeldrand auseinanderrücken, und die Hinterspieler die Lücke zwischen ihnen und dem Mittelspieler schließen. Der Mittelmann deckt den kürzesten Weg von der Schlagstelle des Gegners zur Mitte der eigenen Grundlinie.
Die Mannschaft differenziert sich in:
- Hinterspieler/Verteidiger (2 Personen) - Aufgaben: die Abwehr des gegnerischen Angriffs, das Vorspielen des Balles zum Zuspiel in die vordere Spielhälfte, das Abdecken der Vorderspieler und des zweiten Hinterspielers.
- Mittelspieler (1 Person) - Aufgaben: die Abwehr solcher Bälle, die unmittelbar in seiner Reichweite liegen, die Abwehr von kurzen Bällen, ein sauberes, technisch einwandfreies Zuspiel das Abdecken der Mitspieler und ein eventueller Rückschlag, wenn die Angriffsspieler angespielt werden.
- Vorderspieler/Schlagmann/Angreifer (2 Personen) - Aufgaben: das Durchführen des Angriffsschlages, die Unterstützung der Hinterleute und des Mittelspielers durch Einkreisen des Balles, die Abwehr von kurzen, halblangen oder diagonalen Bällen und das Zuspiel, wenn der Mittelspieler ausgespielt wird oder nicht mehr rechtzeitig zum Ball gelangen kann.
Methodisches:
Eine - auch für den Schulsport - bestens geeignete Spielreihe von Ulrich Meiners vom Niedersächsischen Turnerbund ist alsGliederung des Dokuments:
1.1. Vorbemerkungen zum Thema "Motorische Defizite"
1.2. Miteinander spielen - grundlegende Anforderungen
1.3. Vorstellung Faustball
1.4. Grundsätzliches zur Durchführung
1.5. Vorstellung einer Spielreihe
1.6. Umfangreiche Literaturangaben.
Schulsportinformationen zum Faustball bietet auch der