Methodenvorschlag
Lernorterkundung
Das Keltenmuseum eignet sich für alle Klassenstufen und Schularten als
Lernort "Museum". Die Dauerausstellung im Museumsgebäude, der Freibereich mit
keltischem Gehöft, Garten- und Feldanlage sowie der wieder aufgeschüttete
Großgrabhügel am Fundort (ca. 10 Min. Fußweg am Ortsrand von Hochdorf) gibt es
für alle Altersgruppen genügend Ansatzpunkte zur Information über und zur
Auseinandersetzung mit dem Thema Kelten.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, das Museum als Lernort in den Heimat- und
Sachkunde- bzw. den Geschichtsunterricht einzubeziehen:
1. Besuch des Museums mit Führung
Für Schulklassen werden alters- und schulartgerechte Führungen angeboten, die
ca. eine Stunde dauern. Je nach Jahrgang können auch Anschauungsstücke zum
Anfassen gezeigt und z. B. Brettchenwebtechnik vorgeführt werden. Gerne werden
Sonderwünsche berücksichtigt.
Im Anschluss an die Führung hat die Klasse Gelegenheit, eine
Dia-Multivisionsschau anzusehen, die ca. 25 Min. dauert.
Für Austauschschüler und evtl. bilingualen Unterricht bietet das Museum
fremdsprachige Führungen (englisch, französisch, italienisch, spanisch,
rumänisch, ungarisch) an.
In den Wintermonaten, wenn es nicht möglich ist, sich lange im Freibereich
aufzuhalten, können zwei Gruppen, in den Sommermonaten drei Gruppen parallel
geführt werden.
2. Besuch des Museums unter Anleitung / Führung der Lehrkraft
3. Besuch des Museums zum eigenverantwortlichen Arbeiten
In allen Fällen ist eine Voranmeldung dringend erforderlich (Tel. 07042-78911).
Da neben der Museumsleiterin weitere pädagogisch geschulte Führungskräfte zur
Verfügung stehen, wird die Möglichkeit 1 dringend empfohlen.
Während des Besuchs von Grabhügel, Museum und Keltengehöft können die
Schülerinnen und Schüler einen Laufzettel (
AB
5
)
bearbeiten.
Behandlung des Themas in der Schule
Hauptschule/Realschule/Gymnasium (S I)
Das in einer 6. Klasse einer Realschule durchgeführte Projekt "Die Keltische
Kultur - Wir planen ein Keltenfest" zeigt exemplarisch Möglichkeiten auf, wie
das Thema "Kelten" in der Schule (natürlich am besten in Verbindung mit einem
Museumsbesuch) behandelt werden kann. Es weist eine Vielzahl von Möglichkeiten
zu entdeckendem oder auch forschendem Lernen auf. Durch eine an die Schule und
Klassenstufe angepasste experimentelle Archäologie, dem "Nachahmen"
frühkeltischer Handwerkskunst, lernen die Schülerinnen viel über diese Zeit.
Nachahmende Experimente haben sich als besonders effizient erwiesen, alte
Techniken selber zu erproben und gleichzeitig am eigenen Leib zu erfahren, wie
viel Anstrengung, Zeit und Wissen tatsächlich benötigt werden, um den
nachzubildenden Gegenstand herzustellen. Ausgehend von diesen selbst
hergestellten Produkten können die Schüler sämtliche Informationen zum Material,
zur Funktionsweise, aber auch zu künstlerischen oder fremdländischen Einflüssen
sammeln und geeignet präsentieren.
Anhand eines Brettchengewebes kann beispielsweise folgendes aufgezeigt werden:
- Weben: Wie wurde gewebt und gab es noch andere Webarten?
- Garn oder Pflanzenfasern: Welche Tiere und Pflanzen gab es damals?
- Garn: Wie wurde es hergestellt (Spindel)?
- Motive: Welche Motive gab es? Waren es einheimische?
Die Schülerinnen und Schüler müssen hierfür Ausdauer und Problemlöseverfahren
entwickeln. Wie werden keltische Schuhe hergestellt? Wo bekomme ich
Informationen? Individualität, Ideenreichtum und Kreativität werden gefördert.
Sie müssen Materialien und Informationen beschaffen und sie bezüglich ihrer
Tauglichkeit überprüfen. Rollenspiele, das Malen von Bildern und deren
Präsentationen oder sonstige Aktionen im Zusammenhang mit der Thematik fördern
eine vertiefte Auseinandersetzung mit der frühkeltischen Hallstattzeit.
Rollenspiele sollen einen Einblick geben in die damalige Zeit, wichtige
historische Gegebenheiten werden neu erfunden und spielerisch eingebunden.
Überblick
zum Aufbau und Verlauf des Projekts:
Yvonne Lang, Die keltische Kultur - Wir planen ein Keltenfest
- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Stuttgart -