Methode
Im Rahmen des Gesamtprojekts wird ein Lerngang angeboten: Verenas Gang nach
Villingen (siehe unten
Modul 5).
Das Gesamtthema ist als Projekt organisiert, das sich aus insgesamt 10
Modulen aufbaut. Diese betonen unterschiedliche inhaltliche Aspekte des Themas,
die mit jeweils einer Leitmethode (Quellenarbeit, Rollenspiel, Lerngang, usw.)
erarbeitet werden. Die Lehrkraft hat die Wahl, das Projekt insgesamt
durchzuführen oder einzelne Module mit einander zu kombinieren. Bei einem
reduzierten Modell werden die Verhandlung vor dem Kirchenkonvent und die
dahinter aufscheinende Notlage der Verena Müller (Module 3 u. 4) sowie der
konfessionelle Zusammenhang (Module 8 u. 9) als grundlegend empfohlen. Die
übrigen Gesichtspunkte und Module können als Vertiefungen und Erweiterungen der
Fallstudie hinzukommen.
ÜBERSICHT ÜBER DAS GESAMTPROJEKT
-> = Hinweis auf Materialien
Einstieg und Planung
Modul 1: Einstieg
Methode: Lehrervortrag
-> PowerPoint-Präsentation =
PP1
![]()
alternativ:
Modul 2: Planung in der Klasse
Methode: Lehrervortrag / Moderation
Der Lehrer stellt nur die Verhandlung vor dem Kirchenkonvent vor; die Schüler
leiten daraus weiterführende Fragestellungen ab. Durch Moderation wird
festgelegt, welche Aspekte mit welchen Methoden bearbeitet werden sollen.
-> PowerPoint-Präsentation =
PP1
(Folien 1 u. 2)
Thematische Zugriffe
1. Verena Müller aus Schwenningen - eine Rekonstruktion
Modul 3: Biographie der Verena Müller
Methode: Quellenarbeit
Auf der Grundlage der Quellenbelege wird die Lebensgeschichte der Verena Müller
erzählt (schriftlicher Text, Begräbnisrede, Erzählung des alten Jörg Müller für
seine Enkel, o. ä.). Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Ereignissen 1669/70.
->
T
1
Verena Müller
- Spuren ihres Lebens
Modul 4: Zwei Szenen
Methode: Rollenspiel
1. Verena Müller und die Frauen von Schwenningen
2. Verena Müller vor dem Kirchenkonvent
->
AB
1
,
AB
2
Rollenkarten
Bei Bedarf schreiben sich die Schüler ihren Part in wörtlicher Rede auf. Es
steht ihnen frei, auf der Grundlage der Informationen in D 1 und T 3 weitere
Personen zu erfinden.
Modul 5: Verenas
Gang nach Villingen
Methode: Lerngang
Der Weg der Verena Müller zu den Nonnen wird nachgestellt. Er kann im alten
Schwenninger Ortskern "Ob dem Brückle" beginnen und führt über Wasenstraße -
Hölzleweg - Bertholdshöfe - Aussichtsturm - Bickentor bis zum heutigen Kloster
St. Ursula, dem früheren Klarissenkloster. Die Schüler können einen Blick in den
Klosterhof, heute Schulhof der St. Ursula-Schulen, und, wenn geöffnet, die
barocke Klosterkirche werfen. Um die physische Leistung Verena Müllers zu
ermessen, sollte die Wegzeit festgestellt und bedacht werden, dass sie,
vielleicht in einem Tragetuch, ein Kind von 1 Jahr bei sich hatte.
2. Vertiefungen: Kindersterblichkeit und medizinische Versorgung
Modul 6: Kindersterblichkeit in vormoderner Zeit
Methode: Internetrecherche, Bildarbeit
->
http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/Veroeffentl/Monatshefte/essay.asp?xYear=2007&xMonth=03&eNr=02
(Kinderreichtum - Eine Ausnahme in der neueren Geschichte? Veröff. des
Statistischen Landesamts Baden-Württemberg)
->
B
1
Georges de La Tour, Das Neugeborene (1642)
->
B
2
Votivtafel aus Sammarei/Niederbayern
Modul 7: Medizinische Versorgung auf dem Dorf
Methode: Textarbeit, Internetrecherche
->
T
2
Die
Schwenninger Hebamme
->
http://www.histinst.rwth-aachen.de/de/index.php?id=204 (Der
Hebammenberuf im Wandel - von der Frühen Neuzeit bis heute, Histor. Institut der
RWTH Aachen) (11.02.2009)
3. Konfessionelle Abgrenzung und soziale Kontrolle
Modul 8: Territorien und Konfessionen im Bereich Schwarzwald-Baar
Methode: Kartenarbeit
->
B
3
,
AB
3
Putzger Historischer Weltatlas, 96. Auflage, Berlin 1974, Beilage zur Geschichte
Baden-Württembergs, Karte 2 (Konfessionen um 1648) und 3 (Südwestdeutschland um
1789)
Modul 9: Der Kirchenkonvent
Methode: Textarbeit
->
T
3
Schwenningen
->
T
4
Zum Vergleich: Urach
Modul 10: Villingen, die katholische Stadt
Methode: Bildarbeit, in der gymnasialen Oberstufe (G9: Kl. 11, G8: Kl. 10)
ergänzt durch Textarbeit, wobei Lateinkenntnisse von Vorteil wären.
->
B
4
Federzeichnung: Villinger Stadtansicht mit Stadtpatronen, 1684
->
T
5
Auszüge aus
der Predigt des Hieronymus Sichler, Villingen 1683
- Arbeitskreis für Landeskunde/Landesgeschichte RP Freiburg -