Gernsbach - eine Stadt vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit
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2.1 Methodenvorschlag - Lernorterkundung
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Der Vorbereitung der Lernorterkundung dient das Arbeitsblatt
AB
1 , das in Gruppenarbeit oder als
arbeitsteilige Hausaufgabe bearbeitet werden kann. Die Hausaufgabe
sollte noch vor der Exkursion im Unterricht besprochen werden. Das
Arbeitsblatt AB 1 ist für die Sekundarstufe I zugeschnitten und müsste
für andere Altersstufen entsprechend modifiziert werden.
Die Erkundung Gernsbachs (Stadtplan siehe Links im Serviceteil ) erfolgt mittels eines
Stadtrundgangs, der in 12-14 Stationen unterteilt ist. Seiner
Vorbereitung und Durchführung dient das bebilderte, 15-seitige
Arbeitsblatt AB 2 . Empfohlen wird,
dass an jeder Station nach der Devise "Schüler führen Schüler" zwei
Schüler(innen) als Experten der Gesamtgruppe "ihr" Thema
präsentieren.

Station 4 des Stadtrundgangs: Das Kastsche Haus ("Altes Rathaus")
© Rainer Hennl
Die Einteilung der Schülerinnen und Schüler in die Experten-Tandems,
die Ausgabe der Informationen zu den einzelnen Stationen an die
jeweiligen Experten und die Abklärung eventuell noch bestehender
Verständnisprobleme auf Seiten der Schüler muss rechtzeitig vor der
Exkursion erfolgen, da nur hierdurch gewährleistet ist, dass die
Experten ihre Rolle tatsächlich ausfüllen können.
Andere Varianten bestünden darin, dass die Lehrkraft die Führung
teilweise oder ganz übernimmt oder (bei Zeitproblemen) eine Stadtführung
bucht (siehe Hinweis im Serviceteil
).

Station 7 des Stadtrundgangs: Der Wolkensteiner Keller
© Rainer Hennl
Die vorgeschlagene Selbsterkundung Gernsbach können Schülerinnen und
Schülern aller Schularten durchführen. Umfang und Abstraktionsgrad der
Vorinformationen (dies betrifft vor allem die Herrschaftsverhältnisse)
bzw. der Grad der Unterstützung durch die Lehrkraft müssten freilich dem
Alter und der jeweiligen Leistungsfähigkeit der Lerngruppe angepasst
werden. Je nach Interesse können auch Schwerpunkte gebildet bzw.
einzelne Stationen des Stadtrundgangs ausgelassen werden.

Station 10 des Stadtrundgangs: Der Storchenturm
© Rainer Hennl
usätzlich zum Stadtrundgang angeboten werden zwei Arbeitsblätter
( AB
3 , AB
4 ) zu den in Gernsbach auf dem
Hofstättebrunnen, dem Kastschen Haus und der Liebfrauenkirche
befindlichen Wappen. Die auf dem Arbeitsblättern 3 und 4 thematisierten
Wappen (Markgrafschaft Baden, Grafschaft Eberstein, Stadt Gernsbach)
verdeutlichen die in Gernsbach bestehenden Herrschaftsverhältnisse,
regen die Schüler zum zeichnerischen Aufnehmen der Wappen sowie zur
Deutung von deren Symbolik an und vermitteln ihnen die Kompetenz, ein
Wappen in der Fachsprache der Heraldik zu beschreiben. Das Arbeitsblatt
AB 3 muss hierbei auf dem Stadtrundgang mitgeführt werden, das
Arbeitsblatt AB 4 (Wappenrätsel, heraldisch korrekte Beschreibung von
Wappen; mit Lösungen) findet dagegen nach der Exkursion im Unterricht
oder als Hausaufgabe ihre Anwendung. Das Arbeitsblatt AB
5 ermöglicht Schülerinnen und Schülern
zusätzlich die Anfertigung eines heraldisch stimmigen eigenen
Wappens.
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2.2 Methodenvorschlag - Das
Thema innnerhalb der Schule
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Verzichtet man auf den Lernortbesuch, können die Kennzeichen einer
mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stadt und darüber hinaus die
Unterschiede zwischen einer Reichsstadt und einer landesherrlichen Stadt
anhand des Arbeitsblatts AB 6 erarbeitet werden.
Ein Lösungsvorschlag für die umfangreichere erste Teilaufgabe ist
angefügt. Das Arbeitsblatt AB 6 richtet sich in erster Linie an
Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I.
Der Alltag in einer frühneuzeitlichen landesherrlichen Stadt kann
anhand zweier Originalquellen (T 1 Anstellung des Gernsbacher
Schulmeisters Philipp Stöcklin, 1571; T 2 Auszug aus der Gernsbacher
Feuerordnung, entstanden zwischen 1547 und 1551; jeweils mit
Zusatzinformation für die Lehrkraft) veranschaulicht werden. Die erste,
eher lange Quelle T 1 zeigt einmal mehr, dass
landesherrliche Städte unter der stetigen Oberaufsicht der
Landesherrschaft standen, und gibt einen interessanten Einblick in die
Lebens- und Schulwirklichkeit des 16. Jahrhunderts (soziale Kontrolle
des Einzelnen, Pflichten und Besoldung des Schulmeisters,
Unterrichtsinhalte, Schulgeld und Begabtenförderung). Der Quellentext
T
2 ist deutlich kürzer und daher auch für eine
genauere sprachliche Analyse geeignet. Er macht zum einen deutlich, dass
in früheren Jahrhunderten jeder Brand eine existentielle Bedrohung für
die gesamte Stadt darstellte, und zum anderen, dass stadtbürgerliche
Freiheit mit Pflichten korrelierte und die Bürgerschaft eine
Verantwortungsgemeinschaft bildete.
Für Lerngruppen, die Gernsbach besucht haben, bieten sich die
Textquellen T 1 und T 2 sowie die Arbeitsblätter AB
4 , AB
5 und AB
6 zur Nachbereitung der Exkursion an.
Im Übrigen sei darauf verwiesen, dass sich die sich mit Heraldik
beschäftigenden Arbeitsblätter AB
3 , AB 4 und AB
5 in entsprechender Modifikation auch in anderen
Unterrichtzusammenhängen (z. B. Burg, mittelalterliche adlige
Lebenswelt) einsetzen lassen.
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- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Karlsruhe -
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