Buttenhausen - Ständige Ausstellung in der ehemaligen Bernheimer'schen Realschule
Geschichte
1782
Auf dem Tauschweg kommt Buttenhausen in den Besitz von Reichsfreiherr
Philipp Friedrich von Liebenstein.
1787
Der Judenschutzbrief vom 7. Juli gestattet 25 jüdischen Familien die
Niederlassung in Buttenhausen.
1795/96
Bau der Synagoge am Kolbenrain. In Buttenhausen leben 81 jüdische
Einwohner.
1805
Napoleonische Kriege - Buttenhausen fällt an das Königreich Württemberg. An
der Lauter wird ein neues Ritualbad (Mikwe) erbaut, die jüdische Germeinde
umfaßt jetzt 153 Einwohner.
1848/49
Die Revolution in Deutschland fordert für alle Bürger in der Verfassung
verankerte Grundrechte. In Buttenhausen erhalten Juden das aktive
Bürgerrecht. Hier leben inzwischen 334 jüdische Einwohner.
1861
Simon Lindauer errichtet seine "Kramhandlung" in der Ortsmitte, Beginn
eines wichtigen Unternehmens in Buttenhausen.

Volksschule Buttenhausen 1935
© Stadtarchiv Münsingen
1862
Bau der christlich-jüdischen Volksschule
1864
Per Gesetz erfolgt die völlige Gleichberechtigung der Juden in Württemberg.
Mit der Aufhebung aller Niederlassungsbeschränkungen setzt die Abwanderung
der Juden in die Städte ein.

Synagoge -Außenansicht 1935
© Stadtarchiv Münsingen

Synagoge -Innenraum 1930
© Stadtarchiv Münsingen
1871
Gründung des Deutschen Reichs. In Buttenhausen wird die Synagoge für die
gewachsene Zahl der Gemeindemitglieder erweitert. Es gibt 348 jüdische
Einwohner.
1901
Lehmann Bernheimer stiftet eine einklassige Realschule, die 1903 neben dem
Elternhaus entsteht. Mit der Einweihung 1904 erhält Bernheimer das
Ehrenbürgerrecht in seiner Heimatgemeinde, die jetzt noch 272 jüdische
Einwohner hat.

Bernheimer´sche Realschule 1965
© Stadtarchiv Münsingen
1914-1918
Erster Weltkrieg. Für die 24 Gefallenen der Gemeinde wird 1922 bei der
Bernheimer'schen Realschule ein von Karl Wolter geschaffenes Denkmal
errichtet, auf dem Juden und Christen gemeinsam aufgeführt sind.
1923
Die Geldentwertung zwingt zur Aufgabe der Bernheimer'schen Realschule.
Erster Zusammenstoß mit einem SA-Trupp in Buttenhausen.
1933
"Machtergreifung" Adolf Hitlers. In Buttenhausen leben noch 89 Juden. Die
jüdische Schule wird als öffentliche Einrichtung geschlossen und kann noch
wenige Jahre als Privatschule fortgeführt werden.
1937
In der Kreisstadt Münsingen wird ein Marktverbot für Juden erlassen.
1938
Während der "Reichskristallnacht" vom 9. auf den 10. November wird die
Synagoge zerstört, werden vermutlich acht Juden aus Buttenhausen in das
Konzentrationslager Dachau verbracht. Viele der jüdischen Einwohner
emigrieren.
1939
Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. In der Folge entsteht in Buttenhausen
eines der in Württemberg eingerichteten "jüdischen Altersheime", in die
Juden aus dem ganzen Reichsgebiet eingewiesen werden.
1941-1944
Deportationen in die Vernichtungslager des Ostens
1945
Am 25. und 26. April wird Buttenhausen durch amerikanische, schließlich
durch französische Truppen besetzt.
- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen -