Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Methodenvorschlag
Skip to content

Methodenvorschlag

Methode

Lernorterkundung

Der "Königsturm" in Schwäbisch Gmünd

Der "Königsturm" in Schwäbisch Gmünd
© Wilhelm Lienert

Der Königsturm in Schwäbisch Gmünd wurde um 1350 erbaut, jedoch urkundlich erstmals 1502 erwähnt. Der fast 40 Meter hohe Turm war Teil der Stadtbefestigung und beherbergte im Keller ein Verlies. Dieses wurde als "Hexengefängnis" genutzt, diente später als Eiskeller und bis 1802 als städtisches Gefängnis.

Am Fuße des Königsturm lassen sich die dicken Mauern und die von ihnen ausgestrahlte Kälte förmlich erspüren. Das Loch zum Verlies ist zugänglich und ein Blick in die Tiefe möglich. Hier können die Schüler und Schülerinnen erste Eindrücke sammeln, was eine Inhaftierung in diesem Bauwerk wohl bedeuten mochte. interner link AB 1 pdf-Datei enthält einige Aufgaben, wie man sich diesem Verlies annähern kann.

Behandlung des Themas in der Schule

Nach der ersten Annäherung über das Verlies und die damit verbundenen Messaufgaben stellt sich die Frage nach den Opfern und ihren "Verbrechen". Eine Textquelle (interner link AB 2 pdf-Datei bzw. interner link T 1 pdf-Datei oder interner link T 2 pdf-Datei - je nach Alter und Schwierigkeitsgrad) schildert ein Geschehnis, das zu einer Anzeige der Hexerei führt. Dazu müssen die Schüler und Schülerinnen den im Denken der damaligen Menschen verwurzelten Hexenglauben erfahren (interner link D 1 pdf-Datei). Die interner link Bilder des Gmünder Bildhauers Hans Baldung, gen. Grien, und andere Abbildungen (interner link B 1 - B5) veranschaulichen die Vorstellungen vom Hexenwesen und lassen sich fächerübergreifend mit dem Kunstunterricht verbinden (interner link AB 3 pdf-Datei).

Wie ging es nun aber für die betroffenen Frauen weiter? interner link AB 4 pdf-Datei listet die Verhaftungen und Verurteilungen auf und interner link B 6 jpg-Datei veranschaulicht das übliche Ende eines Hexenprozesses. Für das Gymnasium bietet es sich an, die Chronik von Friedrich Vogt in heutiger Sprache (interner link T 2 pdf-Datei) und einen ausführlichen Verhörablauf (interner link D 3 pdf-Datei) einzusetzen. Die Schüler und Schülerinnen sollten selbst die Zeitleiste (vgl. interner link AB 4 pdf-Datei) erstellen können. Abschließend lässt sich mit der Sage (interner link D 4 pdf-Datei) vom Hexentanzplatz auf der Schönhardter Heide (wenige Kilometer nordöstlich von Gmünd) belegen, dass der Hexenglaube auch nach dem Abklingen der Prozesse nicht ausgestorben war und im Volksglauben - wenngleich auch ungefährlicher - weiterlebte.

In der Sekundarstufe II lässt sich das regionalgeschichtlich bedeutsame Thema am ehesten in Projektform erarbeiten:
In der historischen Denkweise bieten der Hexenhammer (interner link D 2 pdf-Datei) und die "Carolina" (interner link T 3 pdf-Datei) die juristische Grundlage, ergänzt um die "üblichen" Foltermethoden (interner link T 4 pdf-Datei). Durch die Betrachtung der Positionen der beiden Gmünder Stadtadvokaten Leonhard Kager und Leonhard Friz (interner link T 5 pdf-Datei) wird die Fragwürdigkeit der Anzeigen und der Beweiserhebung deutlich. Die "Cautio Criminalis" des Friedrich von Spee (interner link T 6 pdf-Datei) schließlich lässt die Ausweglosigkeit für die Beschuldigten erkennen. Die tatsächlichen Folgen für viele Frauen, nämlich die Inhaftierung und Verbrennung, wird im zweiten Teil der o. g. Quelle (interner link T 1 pdf-Datei) erarbeitet und in eine Zeitleiste übertragen. Die Bilder Hans Baldungs (interner link B 1 jpg-Datei , interner link B 5 jpg-Datei) und sein Lebenslauf (interner link D 5 pdf-Datei) ordnen den Künstler in seine Zeit ein.
 

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Stuttgart -

Zuletzt geändert am 26.12.2010
Von diesem Server wird auf zahlreiche Seiten anderer Anbieter verwiesen, für die wir nicht verantwortlich sind und nicht haften.