Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Gedenktag 20. Juli
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Gedenktag 20. Juli

2. Hintergrundinformationen

2.1. Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Grundlagen und Überblick

Das Deutsche Historische Museum bietet in seinem Internet-Pilotprojekt "Lebendiges Museum Online (lemo)" sehr übersichtlich gestaltetes Informationsmaterial, das sich sehr gut auch für Schülerrecherchen eignet.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/widerstand/index.html

Gedenkstätte Deutscher Widerstand

Die Gedenkstätte ist ein Ort der Erinnerung, der politischen Bildungsarbeit, des aktiven Lernens, der Dokumentation und der Forschung. Mit einer umfangreichen Dauerausstellung, wechselnden Sonderausstellungen und einem vielfältigen Veranstaltungs- und Veröffentlichungsangebot informiert sie umfangreich über den Widerstand gegen den Nationalsozialismus.
externer Link http://www.gdw-berlin.de/

Gegen Diktatur - Demokratischer Widerstand in Deutschland

Ebenfalls einen Überblick über das nationalsozialistische Herrschaftssystem und den breit gefächerten Widerstand, mit vielen biografischen Daten versehen, bietet das Informationsangebot des Zentralverbandes Demokratischer Widerstandskämpfer und Verfolgtenorganisationen sowie der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.
externer Link http://www.gegen-diktatur.de



2.2. Widerstand im deutschen Südwesten

"Ich wollte ja auch durch meine Tat ein noch größeres Blutvergießen verhindern"

Johann Georg Elser

Johann Georg Elser (4.1.1903 - 9.4. 1945)

Biografie von Johann Georg Elser, der am 8.11.1939 im Münchner Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler verübte.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ ElserJohannGeorg/index.html

Eine umfangreiche und sehr informative Dokumentation über Leben und Bedeutung Georg Elsers.
externer Link http://www.georg-elser.de/dok/index.html
 

Georg Lechleiter (1885 - 1942) und andere

1942 werden Georg Lechleiter und weitere Widerstandskämpfer hingerichtet. Die umfassende Dokumentation informiert über das Schicksal von Widerstandsgruppen und Widerstandskämpfer in Mannheim und Nordbaden.
externer Link http://widerstandsausstellung.m-o-p.de/ausstellung/ geleitwort.htm
 
Die Weiße Rose

In den Jahren 1942/43 verbreitete die Gruppe "Weiße Rose" sechs Flugblätter gegen das NS-Regime. 1943 wurden Sophie und Hans Scholl sowie weitere Mitglieder verhaftet und hingerichtet. Diese Internetseite bietet Grundlageninformationen mit Vertiefungsmöglichkeiten (Flugblätter, Biografien) zum Thema.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/widerstand/ weisserose/index.html

Ein sehr gut aufbereitetes Internetangebot des Shoa-Projekts zum Thema Weiße Rose:
externer Link http://www.shoahproject.org/widerstand/ weisserose/wrinhalt.htm

2.3 Die Brüder Stauffenberg und der 20. Juli

"Es ist Zeit, dass etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muss sich bewusst sein, dass er wohl als Verräter in die deutsche Geschichte eingehen wird. Unterlässt er die Tat, so wird er zum Verräter vor seinem eigenen Gewissen."

Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Frühsommer 1944

Claus Schenk Graf von Stauffenberg (15. 11. 1907 - 20. 7.1944)

Die wichtigsten Lebensstationen Stauffenbergs, mit Verlinkungen zu seinen Wegbegleitern sowie die Rekonstruktion des 20.7. werden hier übersichtlich präsentiert.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ StauffenbergClaus/index.html 

Berthold Schenk Graf von Stauffenberg (15.3.1905 -10.8.1944)

Kurzbiografie
Am 20. Juli 1944 war Berthold Stauffenberg im Bendlerblock für die Verbindung zur Marine zuständig. Nach seiner Verhaftung wird er am 10. August 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und noch am selben Tag in Berlin-Plötzensee ermordet.
externer Link http://www.gdw-berlin.de/bio/ausgabe.php?id=81
 

Alexander Schenk Graf von Stauffenberg (15.03.1905 - 27.01.1964)

Kurzbiografie
Die Gestapo konnte Alexander kein Wissen um den Putsch nachweisen. Trotzdem blieb er bis zum Kriegsende als "Ehrenhäftling" in der Hand der Gestapo und wurde von Konzentrationslager zu Konzentrationslager verlegt.
 
Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg

Kurzbiografie der Ehefrau Claus von Stauffenbergs
Nach dem 20. Juli 1944 wurde die Familie im Rahmen der Aktion "Gewitter" von der sogenannten "Sippenhaft" der national -sozialistischen Machthaber getroffen. Auch die schwangere Nina von Stauffenberg wude von der Gestapo verhaftet.
 
Widerstand in der Wehrmacht

Einen Überblick über die ersten Staatsstreichpläne von 1938 bis zum Attentat 1944 bietet diese Informationsseite.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/widerstand/ canaris/index.html
 
Das Attentat vom 20.7.44

In dieser Übersichtsseite werden Vorgeschichte, Ablauf des Attentats und die Folgen beschrieben und unter der Rubrik "Kollektives Gedächtnis" autobiografische Hinweise zum 20.7. vermittelt.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/widerstand/ attentat/index.html
 
Gedenkstätte Plötzensee

Zwischen 1933 und 1945 wurden hier fast 3000 Menschen nach Unrechtsurteilen der NS-Justiz hingerichtet. Mehrere Dokumentationstafeln beschäftigen sich mit dem 20.7.44, u.a. eine Namensliste der 89 Menschen, die den Widerstandskreisen des 20. Juli 1944 zugerechnet werden können oder diese unterstützt haben und die in Plötzensee ermordet wurden.
externer Link http://www.gedenkstaette-ploetzensee.de/
 
Der 20. Juli 1944

Beiträge und Materialien zum 60. Jahrestag des Umsturzversuches vom 20. Juli 1944
externer Link http://www.zeitgeschichte-online.de/site/ 40208194/default.aspx



2.4 Mitverschwörer - Mitgestalter - Der 20.7. im deutschen Südwesten

Forschungsstelle "Widerstand gegen den Nationalsozialismus im deutschen Südwesten"

Die Forschungsstelle ist eine 1992 an der Universität Karlsruhe gegründete Forschungseinrichtung des Landes Baden-Württemberg, die von Prof. Dr. Peter Steinbach geleitet wird. Aufgabe der Forschungsstelle "Widerstand" ist die Erforschung und Dokumentation der NS-Zeit in den ehemaligen Ländern Baden und Württemberg. Neben zahlreichen landesgeschichtlichen Publikationen der Forschungsstelle können hier aktuelle Veranstaltungen, Vorträge und Projekte - u.a. auch zum Thema 20. Juli � in Erfahrung gebracht werden.
 
Mitverschwörer � Mitgestalter �Der 20. Juli im deutschen Südwesten�

Auswahl und Kommentierung der in den folgenden Abschnitten aufgeführten Personen wurden dem gleichnamigen Buch* entnommen. Die Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wurden i.d.R. lediglich Personen berücksichtigt, die während des Zweiten Weltkriegs in Südwestdeutschland lebten oder wirkten und mit den politischen Zentralfiguren der Verschwörer des 20. Juli in direktem oder mittelbaren Kontakt standen. Neben den nachfolgend genannten Personen können zu den �Mitverschwörern � Mitgestaltern im deutschen Südwesten� im Zusammenhang mit dem 20. Juli noch folgende Personen zugerechnet werden:
Joseph Andre (16.2.1879 - 15.3.1950),
Heinrich Baumer (17.4.1891 - 8.7.1962),
Valentin Eichenlaub (26.8.1882 - 18.4.1958),
Emil Henk (17.12.1893 -10.5. 1969) ,
Johann (Jean) Keppi (8.11. 1894 - 17.11. 1976),
August Kuhn (11. 1. 1886 - 24.12.1964),
Helmut Thielicke (4.12.1908 - 5.3.1986),
Marianne Weber, Erik Wolf (13.5. 1902 - 13.10.1977).

*Forschungsstelle Widerstand gegen den Nationalsozialismus Klaus Eisele, Rolf-Ulrich Kunze, Mitverschwörer - Mitgestalter. "Der 20. Juli im deutschen Südwesten", Universitätsverlag Konstanz, 2004
 

Carl Friedrich Goerdeler (31. 7. 1884 � 2. 2. 1945)

Nach dem 1937 erfolgten Rücktritt Goerdelers als Leipziger Oberbürgermeister wurde er Wirtschaftsberater des Robert Bosch-Konzerns. Mit insgesamt 700 000 Reichsmark finanzierte der "Boschkreis" die Aktivitäten des Wirtschaftsberaters, insbesondere dessen Auslandsaufenthalte.
Carl Friedrich Goerdeler war u.a. auch durch die Protektion von Robert Bosch die treibende Kraft für den "Widerstand traditioneller Eliten" im deutschen Südwesten. Er unterhielt Kontakte zum Stuttgarter Kreis, dem Karlsruher Kreis und dem Freiburger Kreis sowie zu zahlreichen anderen Persönlichkeiten.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ GoerdelerCarlFriedrich/index.html
 
Robert Bosch (23.9.1869 � 12.3. 1942)

Bosch half einer Vielzahl von Verfolgten, indem er sie in seiner Firma einstellte oder indem er jüdische Flüchtlinge durch finanzielle Zuwendungen unterstützte. externer Link
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BoschRobert/ index.html

 
Der Boschkreis

Das Unternehmen Bosch war eine Art Anlaufstelle des Widerstandes. In die Aktionen Goerdelers waren bis zu seinem Tod Robert Bosch und insbesondere die Firmenmitglieder Robert Walz, Theodor Bäuerle, Hermann Fellmeth, Albrecht Fischer, Willy Schlossstein, Karl Martell Wild, Paul Hahn und auch Alfred Knoerzer eingeweiht. Vom "Boschkreis" aus wurden Kontakte zu anderen Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Eugen Bolz und zu anderen Gesellschaftsgruppen geknüpft. So stellte zum Beispiel Albrecht Fischer Kontakte her zu den Gewerkschaftsmitgliedern Christian Härle und Jakob Weimer, der ein enger Freund von Wilhelm Leuschner war.
externer Link http://www.bosch.com/content/language1/downloads/ Baeuerle-Buch.pdf

Eugen Bolz ( 15.12.1881 � 23.1.1945) und der Stuttgarter Kreis

Der württembergische Staatspräsident Eugen Bolz war einer der Hauptgegner der Nationalsozialisten in Württemberg. Am 11. März 1933 wurde seine Regierung von den Nationalsozialisten abgesetzt, Bolz selbst später mehrmals verhaftet. Mit Goerdeler nahm er 1942 durch Vermittlung von Joseph Ersing Kontakt auf. Nach einem positiven Ausgang des Attentats sollte er ein Ministeramt übernehmen.


Eugen Bolz vor dem Volksgerichtshof in Berlin am 21.12.44
©LMZ-BW/Landtagsarchiv 

externer Link http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Bolz


Rede des Ministerpräsidenten Erwin Teufel a.D. für den Staatspräsidenten Eugen Bolz am 23. Januar 2005
externer Link http://www.baden-wuerttemberg.de/sixcms/media.php/587/ rede_teufel_eugenbolzpreis.pdf
 
Freiburger Kreis

Die Volkswirtschaftsprofessoren Adolf Lampe, Constantin von Dietze und Walter Eucken, die auch der Bekennenden Kirche angehörten, arbeiteten seit Ende 1938 mit Franz Böhm in einem Gesprächskreis um den Historiker Gerhard Ritter und Geistlichen beider Konfessionen zusammen, um über das Verhältnis von Christen zu dem Unrechtsstaat zu diskutieren.
Die Gruppe pflegte Kontakte zu Goerdeler. Nach dem 20. Juli 1944 wurden auch Dietze, Lampe und Ritter verhaftet, weil die Gestapo von der Verbindung der Freiburger zum Goerdeler-Kreis erfahren hatte.
Seit 1943 befassten sich Dietze, Eucken und Lampe zusammen mit anderen Freiburger Wissenschaftlern mit den zu erwartenden Wirtschaftsproblemen nach Kriegsende und leisteten mit ihren Gutachten die theoretischen Vorarbeiten für die nach 1949 von Ludwig Erhard eingeführte soziale Marktwirtschaft.
externer Link http://www.bpb.de/publikationen/ IDN9WE,5,0,Widerstand_traditioneller_Eliten.html
 
Eugen Gerstenmaier (25.8.1906 - 13.3.1986)

Eugen Gerstenmaier war Mitglied des Kreisauer Kreises und hielt sich am 20. Juli 1944 im Bendlerblock auf, um den Umsturzversuch aktiv zu unterstützen.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ GerstenmaierEugen/index.html
 
Alfred Weber (30.7.1868 - 2.5. 1958)

Der Volkswirtschaftler, Soziologe und Kulturphilosph hatte Verbindungen zum Kreisauer Kreis und war über die Nominierung Theodor Haubachs auf der Ministerliste Goerdelers informiert.
externer Link http://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Weber
 
Theophil Wurm (7.12.1968 - 28.1. 1953)

Der Landesbischof der württembergischen Kirche hielt über Eugen Gerstenmaier Kontakte zu verschiedenen Widerstandskreisen, so zum Freiburger Kreis und Kreisauer Kreis, wie auch zum Widerstandskreis um Carl Goerdeler, für den er nach einem geglückten Attentat eine Rundfunkproklamation hätte verlesen sollen.
externer Link http://de.wikipedia.org/wiki/Theophil_Wurm
 
Alfred Delp (15.9.1907 - 2.2.1945)

Der in Mannheim geborene Jesuitenpriester Alfred Delp arbeitete intensiv im Kreisauer Kreis mit und konnte hier Grundlinien der katholischen Soziallehre in die Neuordnungspläne einfließen lassen. Am 28. Juli 1944 wurde Alfred Delp in München verhaftet und im Februar 1945 in Berlin-Plötzensee ermordet.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/DelpAlfred/index.html
 
Erwin Rommel (15. 11. 1891 - 14.10.1944)

Im Februar und Mai 1944 versuchte u.a. der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Karl Strölin Erwin Rommel für die Sache des Widerstands zu gewinnen. Zwar kann man Erwin Rommel nicht zu den Mitverschwörern und Mitgestaltern des 20. Juli 1944 zählen, dennoch wurde er nach dem Attentat vom 20. Juli aus Kreisen der Wehrmachtsführung der Beteiligung am Widerstand beschuldigt und sollte sich vor dem Volksgerichtshof verantworten, wurde dann aber zur Selbsttötung gezwungen.
externer Link http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ RommelErwin/index.html
 

 

 


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