Hintergrundinformationen
1. Bedeutung
Der Klimaweg Sonnenalb liegt auf der Schwäbischen Alb im
Landkreis Reutlingen nahe Sonnenbühl am Rande des Ortsteil Undingen. Der
Klimaweg umfasst 12 Stationen. Die Schautafeln entlang des Rundwegs informieren
über die Entstehung der Schwäbischen Alb, die prägenden Landschaftsformen, das
Klima der Vergangenheit und der Gegenwart.
Einzigartig verbinden diese Stationen nicht nur die Entstehung der
geomorphologischen Karsterscheinungen unter den wechselnden klimatischen
Bedingungen, die Gegensätze wie tropisches Klima und Eiszeit umfassen, sondern
befassen sich auch mit den gegenwärtigen klimatischen Gegebenheiten und
Besonderheiten. Hier sei auf Stationen verwiesen wie "Lothar und seine Frauen",
die Sturmereignisse zum Thema macht, oder auf die Station "Am Kältepol", an der
das Phänomen "kältester Ort Deutschlands" erklärt wird, was in scheinbarem
Widerspruch dazu steht, dass hier eine der sonnenscheinreichsten Regionen
Deutschlands ist.
Für den schulischen Einsatz eignet sich der Klimaweg Sonnenalb im Kontext der
Standards zu Landschaften und Landschaftsentstehung in Baden-Württemberg sowie
zu Auswirkungen vergangenen und gegenwärtigen Klimageschehens.

Verlauf des Klimawegs
©
Gemeinde
Sonnenbühl /
Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung
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2. Erdgeschichte und Klima im Wandel
Der Klimaweg Sonnenalb umfasst zwei Schwerpunkthemen. Der erste besteht in der
Entstehung des Karstformenschatzes der Schwäbischen Alb, der zweite im rezenten
Klimageschehen.
Der Klimaweg verläuft auf der Albhochfläche im Weißen Jura (Malm) zunächst
durch das Große Rinnental, ein Trockental, das während der Eiszeit überprägt
wurde. Entlang dieses Tals zeigen sich Felsformationen, bei denen es sich um
heraus gewitterte Massenkalkfelsen, das fossile Schwammriff des ehemaligen
Jurameers, handelt. Weitere eindrucksvolle Karstformen sind tiefe
Trichterdolinen, die in einer Karstwanne liegen.
Höhlen finden sich entlang des Weges nicht, doch liegen nur wenige Kilometer
entfernt die Bärenhöhle sowie die Nebelhöhle.
Entlang des Weges befindet sich auch einen kleine Hüle, die an dieser Stelle
künstlich durch Abdichtung des Untergrundes mit Lehm angelegt wurde.

Der Riesenkopf/Kalkstein bei Undingen
© Kathleen Renz
Im zweiten Schwerpunktthema, dem rezenten Klima, steht die Klimastation von
Roland Hummel, die neben einer automatischen Wetterstation von Jörg Kachelmann
aufgebaut ist, im Mittelpunkt. Insbesondere durch die Fernsehmeldungen von J.
Kachelmann erlangte Sonnenbühl eine gewisse Berühmtheit als "Kältepol
Deutschlands". Herr Hummel beobachtet außerdem die Temperaturwerte im Umfeld
der Trichterdolinen.
Sonnenbühl ist eine der Regionen Deutschlands, die eine sehr hohe Anzahl von
Sonnenstunden aufweisen. Das führt durch das damit einhergehende Fehlen von
Wolken zur Entstehung von Strahlungsnächten und zu extrem niederen
Nachttemperaturen, die auch im Hochsommer zu Minustemperaturen führen, die aber
auf ein kleines Gebiet begrenzt sind. Ein anderer Aspekte zum Thema
Klimageschehen sind Sturmereignisse, 1984 Sturm Lore, 1990 Wibke und Vivian und
1999 Sturm Lothar und die Auswirkungen auf den Wald durch den massiven
Windbruch. In diesem Kontext wird an einer weiteren Schautafel die Bedeutung
des Waldes für die Sauerstoffproduktion dargestellt. Die heilklimatische
Wirkung des Mittelgebirgs-Klimas ist ein anderer Aspekt, sowie die klimatische
Ausprägung der Alb gegenüber dem Vorland. Klimadaten zur Region können auf der
Internetseite von Roland Hummel abgerufen werden.
3. Anlage
Die Stationen umfassen 12 verschiedene Schautafeln. Auf jeder Schautafel wird
in übersichtlicher Form die grundlegende Information zu den unterschiedlichen
Themen aufbereitet.
Die Stationen befassen sich mit den folgenden Themen.
Station 1: Meeresriffe auf der Alb
Diese Station geht auf die Entstehung der Schwammfazies ein und stellt die
gebankten Kalke gegenüber.
Fachbegriffe: Schwammriff, gebankte Kalke
Station 2: Ein schlafender Riese?
Thema ist die Herausarbeitung der Felsen durch die Verwitterung sowie die
Entstehung der Flusstäler.
Fachbegriffe: Jurameer, Verwitterung, Abtragung

Großes Rinnental bei Undingen
© Kathleen Renz

Großes Rinnental bei Undingen
© Kathleen Renz
Station 3: Das Geheimnis des verschwundenen Flusses
Die Tafel beschreibt in groben Zügen den Prozess der Verkarstung und das
Trockenfallen der Täler als Folge. Zusätzlich wird die Überformung der
Trockentäler während und in Folge der Eiszeit thematisiert.
Fachbegriffe. Karst, Verkarstung, Kohlendioxid, Kohlensäure, pleistozäne
Eiszeiten, Trockental
Station 4: "Kaltluftsee" im Trockental
Diese Station beschreibt die Entstehung der Kaltluftseen und stellt dies in
Zusammenhang mit den Strahlungsnächten. Die hohe Anzahl der Sonnenscheinstunden
wird verdeutlicht.
Zusätzlich wird die landwirtschaftliche Nutzbarkeit thematisiert. Dieser Aspekt
wird mit den Arbeitsblättern nicht aufgegriffen.
Fachbegriffe: Strahlungstag, Strahlungsnacht, Kaltluftsee.
Station 5: Zu Besuch am "Kältepol"
An dieser Stelle steht eine Klimahütte, eine automatische Messstation und ein
Erdbodenmessfeld. Sich ergänzende Tafeln erläutern die unterschiedlichen
Messwerte, die erhoben werden.
Fachbegriffe: Klimahütte, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Bodenthermometer,
Minimumthermometer, Niederschlagsmesser.

Wetterstation Großes Rinnental
© Kathleen Renz
Station 6: Kraftwerke ohne Endlager
Der Schwerpunkt liegt bei der Erläuterung der Funktion des Waldes für das
Ökosystem, insbesondere auf der Filterwirkung.
Fachbegriffe: Kohlendioxid, Kleinklima, Endlager, Nachhaltigkeit
Station 7: "Lothar" und seine Frauen
Orkanartige Stürme und ihres Auswirkungen sind das Schwerpunktthema dieser
Station.
Fachbegriffe: Sturm, Orkan, Windbruch, (Tiefdruck)
Station 8: In der "Karst(Bade)-Wanne"
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der Dolinen und der Karstwanne. Das Thema
Kaltluftsee wird nochmals aufgegriffen (Station 4).
Fachbegriffe: Karstwanne, Doline, Verkarstung, Trockental
Station 9: "Sommerfrost" und Zwiebelwuchs
Der Zwiebelwuchs als Auswirkung der Frostnächte in der Vegetationszeit der
Fichten wird an diesem Haltepunkt thematisiert. Ein weiterer Schwerpunkt ist
die Funktion der Waldameisen im Ökosystem. Dieses Thema der Schautafel wird
durch das Arbeitsblatt nicht vertieft.
Fachbegriffe: Strahlungsnächte, Zwiebelwuchs
Station 10: Vorsicht Einsturzgefahr!
Ausführlich wird auf die Entstehung der verschiedenen Dolinen eingegangen.
Fachbegriffe: Karst, Höhle, Einsturzdoline, Lösungs- oder Trichterdoline,
Schluckloch, Ponor, Schichtfuge, Kluftsystem
Station 11: Ein Tümpel auf löchrigem Gestein?
Thema dieser Station sind die Hülen auf der Schwäbischen Alb, dabei wird
zwischen angelegten Hülen und den natürlichen, auf Vulkanschloten entstandenen
Hülen unterschieden. Außerdem wird die Wasserversorgung in früheren Zeiten mit
Dachbrunnen und dem Heranschaffen des Wassers kurz eingegangen.
Fachbegriffe: Hüle, Lehm, Vulkanschlot, Karstquelle
Station 12: Bioklima - Ein Heilmittel?
Die Station geht auf das Reizklima der Schwäbischen Alb ein.
Fachbegriffe: Reizklima, Pollenflug, Luftkurort (Aeroallergene, Vektoren)
- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen -