Vom Korn der frühen Jahre - Sieben Jahrtausende Ackerbau und Kulturlandschaft
Das Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart hat in Zusammenarbeit mit dem Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen eine Ausstellung konzipiert, die sich mit der Agrargeschichte in Baden-Württemberg von den Anfängen der Jungsteinzeit vor mehr als 7.000 Jahren bis zur Gegenwart befasst. Die Ausstellung präsentiert die herausragenden Ergebnisse von 25 Jahren Forschungsarbeit zur Geschichte unserer Kulturlandschaft durch das Labor für Archäobotanik. Ein thematischer Schwerpunkt sind die Anbauversuche zur jungsteinzeitlichen Landnutzung im nahegelegenen Forchtenberg. Hier werden seit gut 10 Jahren die vor 5.000 Jahren praktizierten Wald-Feldbau-Verfahren experimentell nachvollzogen. Die Ergebnisse sind überraschend und aufsehenerregend, denn sie werfen alle bisherigen Modellrechnungen über die Nahrungsversorgung in der Jungsteinzeit über den Haufen. So waren die damaligen Ernteerträge keineswegs so mager, wie man bislang für die Jungsteinzeit angenommen hatte und liegen teilweise über dem Landesdurchschnitt. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die Entwicklung des Ackerbaus vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit. Auch die zwischen Jungsteinzeit und Hochmittelalter liegenden Perioden werden mit ihren jeweiligen Besonderheiten vorgestellt. Ergänzt wird diese Ausstellung durch einen Querschnitt von Sieben Jahrtausenden Agrargeschichte mit allgemeinen Ausführungen zur Tierhaltung, Grünlandwirtschaft, Getreide- und Weinbau sowie zur Waldwirtschaft.
Ausstellung im Hohenloher Freilandmuseum Wackershofen
14. Juli bis 28. September 2008