Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Bildungsplan Gymnasium 2004 - Geologie
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Bildungsplan Gymnasium 2004 - Geologie

Leitgedanken zum Kompetenzerwerb mit besonderem landeskundlichem Bezug

[Explizit landeskundliche Standards sind hervorgehoben.
Auswahl unter landeskundlichem Aspekt:  Dr. Thomas Hölz]

Die Geologie ist die Naturwissenschaft, die sich vorrangig mit der festen Erdkruste, darüber hinaus mit dem Aufbau und dem Werdegang der Erde befasst.

Die Geologie basiert zum einen auf geländeorientiertem Arbeiten, zum anderen auf chemisch-physikalischen Mess- und Untersuchungsmethoden. Grundlage der Geologie ist die Erforschung des Aufbaus, der Entwicklung und der Dynamik des Planeten Erde und im angewandten Bereich das Management und die nachhaltige Entwicklung des Lebensraums Erde. Dabei leistet die Geologie einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung des Lebensraums für die Zukunft. Sie liefert Entscheidungsgrundlagen für Naturschützer, Naturproduktmanager und Landschaftsplaner, leistet Beiträge im Natur- und Umweltschutz und vermag aus der geologischen Vergangenheit Vorhersagen und Konzepte für die Zukunft abzuleiten.

Zur Untersuchung ihrer Gegenstände und bei der Beantwortung ihrer Fragen ist die Geologie auf die anderen Naturwissenschaften angewiesen: auf Physik, Chemie, Biologie, Geografie und Informatik. Daneben erfordert sie die Beherrschung der deutschen Sprache zur exakten Beschreibung von Beobachtungen und Ergebnissen und Fremdsprachenkenntnisse zur Lektüre aktueller Forschungsergebnisse. Lokalhistorische Bezüge ergeben sich bei der Erkundung des Heimatraums.

Voraussetzung für den Aufbau eines Verständnisses der Geologie ist die Schulung zu exakter Beobachtung. Ausgangspunkt des Unterrichts ist ein klares Erfassen von Sachverhalten, die Formulierung von Hypothesen und Modellvorstellungen und daraus resultierenden Vorhersagen, die durch weitere Beobachtungen und Experimente überprüft werden können. Mit der Geländebeobachtung und den Geologie-spezifischen Arbeitsweisen werden technisch-analytische Denkweisen verknüpft. Ein entscheidender Faktor dabei ist die Reduzierung von komplexen Naturerscheinungen auf beschreibbare und experimentell erfassbare Problemkreise.

Die Schüler erleben die Geologie als produktives, kreatives Infragestellen und Antwortsuchen. Der Unterricht geht von konkreten Beobachtungen in der Umgebung der Schule und praktischer Arbeit im Gelände aus und zielt darauf ab, auf naturwissenschaftlicher Grundlage die Entwicklung unserer Erde, die Vorgänge im Inneren und die Prozesse an der Erdoberfläche zu verstehen. Ergänzt wird die Geländearbeit durch einfache Experimente im Labor. Keine andere Naturwissenschaft hat die Möglichkeit, so viele ihrer zentralen Fragen in unmittelbarer Anschauung zu stellen, zu diskutieren und zu klären und so einen induktiven Zugang zum Fach zu vermitteln. Die Lernziele gehen weit über die Inhalte der Geologie hinaus: es geht um konkretes Einüben naturwissenschaftlicher Forschungsmethoden und Denkweisen. Eine besondere Bedeutung hat das Denken in großen zeitlichen und räumlichen Dimensionen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich der steigenden Bedeutung der Geowissenschaften bei der Lösung von Problemen bewusst werden, die mit dem Einfluss des wirtschaftenden Menschen auf die Natur (Bodenerosion, Wasserverknappung, Treibhausklima, Entsorgungsprobleme) und mit dem Einfluss von bisher unbezwing- und unvorhersehbaren Naturgewalten auf den Menschen (zum Beispiel Vulkanausbrüche, Erdbeben, Springfluten, Klimaschwankungen) zu tun haben. Ziel ist ein besseres Verständnis des vielfach vernetzten Systems Erde.

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