Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Bildungsplan Gymnasium 2004 - Geschichte
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Bildungsplan Gymnasium 2004 - Geschichte

Kompetenzen und Inhalte mit besonderem landesgeschichtlichem Bezug

[Explizit landeskundliche Standards sind hervorgehoben.
Auswahl unter landeskundlichem Aspekt:  Dr. Thomas Hölz]

 

Kursstufe (Neigungsfach)

  1. PROZESSE DER MODERNISIERUNG IN WIRTSCHAFT, POLITIK UND GESELLSCHAFT SEIT DEM 18. JAHRHUNDERT

    Die Schülerinnen und Schüler können den Begriff der Modernisierung anwenden und verschiedene Modernisierungstheorien vergleichen und bewerten.

    Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft durch die Industrialisierung  interner link Industrialisierung
    Die Schülerinnen und Schüler können

    • die Industrialisierung als einen sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Umwälzungsprozess analysieren und beurteilen; interner link Migration
    • Entwicklungsprozesse sowie fördernde und hemmende Faktoren der Industrialisierung in verschiedenen europäischen Ländern und Nordamerika vergleichen;
    • die Veränderungen im Bereich Technik, Arbeit oder Umwelt untersuchen und beurteilen sowie ihre Ergebnisse darstellen;
    • unterschiedliche Ansätze zur Lösung der Sozialen Frage und ihre Wirkungsmöglichkeiten beurteilen.

      Daten und Begriffe
      ab 1863 Gründung von Arbeiterparteien; ab 1883 Sozialgesetzgebung; 1891 Sozialenzyklika Rerum Novarum;
      Agrarrevolution; Industrielle Revolution; Schrittmacherindustrien; Wirtschaftsliberalismus; Kommunismus, Sozialismus
    Individuum und Gesellschaft im Wandel
    Die Schülerinnen und Schüler können
    • Zeichen von Kontinuität und Wandel der Verhaltensformen und Einstellungen zu menschlichen Grundsituationen erkennen und beurteilen;
    • erkennen, dass die Entwicklung neuer Lebensformen durch veränderte Bedingungen in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gefördert wird;
    • an den Themen „Entwicklung der Menschenrechte“, „Migration“ und „Geschichte der Familie“ in selbstständiger Arbeit die Herausbildung neuer Lebens- und Gesellschaftsformen untersuchen und ihre Ergebnisse präsentieren. 


  2. DEUTSCHLAND IM SPANNUNGSFELD ZWISCHEN DEMOKRATIE UND DIKTATUR

    Die demokratische und nationale Bewegung in der Auseinandersetzung mit dem Obrigkeitsstaat
    Die Schülerinnen und Schüler können

    • die Kräfte und Gegenkräfte im Ringen um Verfassungsstaat, demokratische Partizipation und nationale Einigung erkennen;  interner link Vormärz/Revolution 1848
    • vorzugsweise an regionalgeschichtlichen Beispielen die Entwicklung der Revolution 1848/49 untersuchen, deren Ursachen und Gründe für ihr Scheitern verdeutlichen sowie ihre Bedeutung für die demokratische Entwicklung in Deutschland beurteilen;   interner link Vormärz/Revolution 1848
    • die Bedingungen der Reichsgründung „von oben“ analysieren und bewerten sowie deren Einfluss auf die Grundlagen des politischen Systems des Kaiserreichs erörtern.

      Daten und Begriffe:
      1848 Märzrevolution; Nationalversammlung in der Paulskirche; 1849 Reichsverfassungskampagne; Badische Revolution; 1871 Gründung des Kaiserreichs;
      Restauration; Liberale; Demokraten; Parlamentarische Monarchie; Konstitutionelle Monarchie
    Die Entwicklung der politischen Kultur im Kaiserreich und in der Weimarer Republik
    Die Schülerinnen und Schüler können
    • an einem ausgewählten Thema (Konsolidierung des Obrigkeitsstaates, Formierung politischer Interessen, Konflikte und politische Kultur) Verfassungswirklichkeit und politische Kultur im Kaiserreich untersuchen und erkennen, dass die ökonomische Modernität neben der Herrschaft der traditionellen Eliten stand;
    • die Entstehungsbedingungen und die wesentlichen Belastungsfaktoren der Weimarer Republik analysieren und die Gründe für ihr Scheitern erklären.

      Daten und Begriffe:
      1871-1890 Bismarck Reichskanzler; 1888-1918 Das Wilhelminische Zeitalter; 1918 Novemberrevolution; 1919 Weimarer Verfassung; Nationalismus; Militarismus; Dolchstoßlegende; Antiparlamentarismus; Notverordnungen; Weltwirtschaftskrise
    Die Diktatur des Nationalsozialismus
    Die Schülerinnen und Schüler können
    • Dokumente der nationalsozialistischen Ideologie analysieren und diese ideologiekritisch bewerten sowie wesentliche Gründe für den Aufstieg des Nationalsozialismus erläutern;
    • Kennzeichen der totalitären NS-Herrschaft darlegen und bewerten sowie den Zweiten Weltkrieg als Folge dieses Systems verdeutlichen; interner link Nationalsozialismus/Verfolgung
    • Terror und Völkermord an den Juden, Sinti und Roma als Mittel des Systems und Folge der Ideologie des Nationalsozialismus erkennen; interner link Nationalsozialismus/Verfolgung
    • Gründe für Ausmaß und Formen von Akzeptanz und Widerstand in der Bevölkerung erörtern und die Problematik von Widerstand in totalitären Systemen diskutieren;
    • anhand ausgewählter Kontroversen aus der Nachkriegszeit die Frage der Kollektivschuld diskutieren und ein Bewusstsein für die historische Verantwortung entwickeln, die sich aus der NS-Vergangenheit ergibt.

      Daten und Begriffe:
      30.1.1933 Machtübertragung; 23.3.1933 Ermächtigungsgesetz; 2.8.1934 Hitler Führer und Reichskanzler; 1935 Nürnberger Gesetze; 1938 Novemberpogrom; 1.9.1939 Angriff auf Polen; 1942 Wannseekonferenz; Antisemitismus; Rassenlehre; Volksgemeinschaft; Führerprinzip; Lebensraum; „Gleichschaltung“; Konzentrationslager; Holocaust
    Bilanz der deutschen Geschichte bis 1945 in europäischer Perspektive
    Die Schülerinnen und Schüler können
    • die Frage nach Besonderheiten in der deutschen Geschichte im Ringen um staatliche Einheit, eine demokratische Ordnung, die territorialen Grenzen und die Stellung in der internationalen Staatengemeinschaft an einem ausgewählten Thema erkennen und diskutieren sowie ihre Ergebnisse präsentieren.


  3. DEUTSCHLAND NACH 1945 IM INTERNATIONALEN UND EUROPÄISCHEN KONTEXT

    Besatzungszeit und Teilung Deutschlands im Rahmen des Ost-West-Konflikts
    Die Schülerinnen und Schüler können

    • die Situation am Ende des Zweiten Weltkriegs (Potsdamer Abkommen; wirtschaftliche, politische, infrastrukturelle Zerstörung; Flucht und Vertreibung) beschreiben; interner link Migration
    • Bedingungen und Verlauf des gesellschaftlichen und politischen Neubeginns in Deutschland im Hinblick auf die Weichenstellungen der Besatzungsmächte und die entstehende Blockbildung beschreiben und erörtern;
    • den Einfluss des Kalten Krieges auf die Entwicklung im geteilten Deutschland sowie die Prinzipien und Wendepunkte der Besatzungspolitik bis 1949 erkennen.

      Daten und Begriffe:
      8.5.1945 Bedingungslose Kapitulation; 1945 Potsdamer Konferenz; 1947 Marshall-Plan; Bi-Zone; 1948 Währungsreform; 23.5.1949 Verkündung des Grundgesetzes; „Stunde Null“; Entnazifizierung; Reeducation; Deutsche Frage
    Die politische und gesellschaftliche Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und in der DDR
    Die Schülerinnen und Schüler können
    • Grundlinien und Herausforderungen der inneren Entwicklung der beiden deutschen Staaten darstellen;
    • die aus den unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Systemen resultierenden Formen des gesellschaftlichen Lebens vergleichen und beurteilen, wie die Bundesrepublik und die DDR die Herausforderungen der modernen Industriegesellschaft bewältigt haben;  interner link Migration
    • die Interdependenz von innenpolitischer Entwicklung und außenpolitischer Integration formulieren;

      Daten und Begriffe:
      1949-1963 Ära Adenauer; 1955 Aufnahme der Bundesrepublik in die NATO; Souveränität; 1969-1982 Sozialliberale Koalition; 1982-1998 Christlich- liberale Koalition; Westintegration; Soziale Marktwirtschaft; „Restauration“; Außerparlamentarische Opposition; Notstandsgesetze; Innere Reformen; Wende; Die staatliche Einheit
    Die Schülerinnen und Schüler können
    • den Prozess der deutschen Einigung im internationalen Rahmen erläutern und sich fundiert mit den Chancen und Problemen des vereinigten Deutschlands auseinander setzen.


  4. KONFRONTATION UND KOOPERATION IN DER INTERNATIONALEN POLITIK

    Europa auf dem Weg zur Einheit
    Die Schülerinnen und Schüler können

    • die Entstehung gesamteuropäischer Ideen auf kulturellem und politischem Gebiet im 20. Jahrhundert erklären und verschiedene Ausprägungen des Europagedankens erläutern;
    • den Prozess der europäischen Einigung nach 1945 beschreiben und beurteilen sowie an ausgewählten Beispielen Chancen der EU im internationalen Rahmen diskutieren.

    • Daten und Begriffe:
      1951 Schuman-Plan; 1957 Römische Verträge; 1993 Maastricht; Europa der Vaterländer; Europäische Integration
    Wendepunkte des 20. Jahrhunderts
    Die Schülerinnen und Schüler können
    • an Entwicklungen und Wendepunkten des 20. Jahrhunderts die Bedeutung von Zäsuren und langfristigen Entwicklungen festmachen und diese beurteilen.
    • Daten und Begriffe
      1914-18 Erster Weltkrieg; 1939-45 Zweiter Weltkrieg; 1989/90 Deutsche Einigung; „Urkatastrophe“

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