Unfallbilanz 2008

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PRESSEMITTEILUNG vom 8. Februar 2009
Unfallbilanz 2008 -Erstmals weniger als 600 Verkehrstote
Innenminister Heribert Rech: „Vernunft, technischer Fortschritt und konsequente Verkehrsüberwachung verhindern schwere Unfälle“
„Vernunft, technischer Fortschritt und konsequente Verkehrsüberwachung zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen haben sich positiv ausgewirkt.“ Das sagte Innenminister Heribert Rech bei der Vorstellung der Unfallbilanz 2008 am Sonntag, 8. Februar 2009, in Stuttgart. Seit Einführung der Statistik im Jahr 1953 seien mit 551 noch nie weniger tödlich verletzte Unfallopfer zu beklagen gewesen. „Diese Entwicklung ist für uns Ansporn, die Verkehrssicherheit im Land weiter zu verbessern, denn jeder Verkehrstote ist einer zu viel“, so Rech.

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Zwar stagniere die Zahl der Verkehrsunfälle mit 256.498 im Vergleich zum Jahr 2007 (255.945), die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden sei jedoch um 6,4 Prozent von 40.587 auf 37.979 zurückgegangen. Bei diesen Unfällen seien deutlich weniger Personen verletzt worden (Rückgang von 53.825 auf 49.667 oder -7,7 Prozent). „Trotzdem muss man sich diese Zahlen vor Augen halten -wir hatten im vergangenen Jahr im Straßenverkehr so viele Verletzte wie Baden-Baden, Offenburg oder Friedrichshafen Einwohner“, sagteRech. Hinter jedem Verletzten stehe das Schicksal eines Menschen, und der volkswirtschaftliche Schaden bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden betrage allein in Baden-Württemberg circa 1,6 Milliarden Euro 1.

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Auch auf den Autobahnen im Land seien die Unfallzahlen zurückgegangen. Die Polizei habe 7,4 Prozent weniger Unfälle (2007: 16.540, 2008: 15.319) registriert, die der Getöteten sei um 15 Prozent (2007: 60, 2008: 51) gesunken.

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„Wir können im Vergleich zum Bund überdurchschnittliche Rückgänge vorweisen. Dazu hat unsere konsequente Verkehrsüberwachung beigetragen“, sagte der Innenminister. Zielgerichtete Motorradkontrollen, intensive Geschwindigkeitsüberwachung auf Unfallstrecken und konsequente Schwerpunktaktionen zur Verfolgung von alkoholisierten oder drogenbeeinflussten Fahrern hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. So sei die Zahl der getöteten Motorradfahrer um 23,4 Prozent von 124 im Jahr 2007 auf 95 im Jahr 2008 gesunken. Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle sei um 13,1 Prozent rückläufig (Verkehrsunfälle mit Personenschaden mit Hauptursache Geschwindigkeit 2007: 9.549; 2008: 8.295) und Unfälle unter Alkoholeinfluss von 6.777 auf 6.491 (-4,2). „Wir werden unsere erfolgreiche Strategie fortsetzen und neben den örtlichen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit auch im Jahr 2009 wieder landesweite Kontrollen mit den Schwerpunkten Geschwindigkeit, gewerblicher Güterverkehr, Motorrad und Gurtanlegepflicht durchführen“, sagte der Innenminister. Noch im Februar sei eine landesweite Gurtkontrollaktion vorgesehen.


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Für die weitere Verbesserung der Verkehrssicherheit würden Kontrollen allein jedoch nicht ausreichen. Baden-Württemberg unterstütze deshalb auf Bundesebene jede sinnvolle Gesetzesänderung. Das Land habe sich deshalb für die Erhöhung der Bußgelder bei Verstößen gegen die Hauptunfallursachen wie Geschwindigkeit, Abstandsverstöße oder Alkohol-und Drogenbeeinflussung eingesetzt. Das sei keine Abzocke der Verkehrsteilnehmer. „Rücksichtsloses Rasen, zu geringer Sicherheitsabstand, Fahren unter Alkohol oder Drogen müssen hart bestraft werden“, sagte Rech.
Da jeder vierte Verkehrsunfall mit Personenschaden auf überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen sei, stehe Baden-Württemberg einer versuchsweisen Einführung von Section Control 2 zur Bekämpfung von Geschwindigkeitsunfällen offen gegenüber. „Wir werden Section Control hinsichtlich der Realisierbarkeit auf Basis der Empfehlungen des Verkehrsgerichtstags Goslar 2009 prüfen“, so Rech weiter.
„Auch Fußgänger-und Radunfälle werden in diesem Jahr aufmerksam beobachtet“, sagte Rech. Diese seien im Vergleich zu der positiven Unfallentwicklung nicht in gewünschtem Maße rückläufig. So seien Radunfälle mit Personenschaden lediglich um 4,4 Prozent von 8.703 auf 8.324 zurückgegangen. Dabei seien 51 (Vorjahr 55) Radfahrer ums Leben gekommen. Bei Unfällen mit Fußgängern seien die Rückgänge mit 3.931 (Vorjahr: 4.029) noch geringer ausgefallen (Personenschaden 2007: 3.806, 2008: 3.712 oder -2,5 Prozent). Die Zahl der getöteten Fußgänger sei mit 79 gleich geblieben. Diese Entwicklung liege zwar im Bundestrend, aber es bestehe Handlungsbedarf. Daher würden Radfahrer-und Fußgängerunfälle detailliert analysiert, um daraus Konsequenzen für die Verkehrsunfallbekämpfung zu ziehen. „Hier darf sich keine negative Tendenz verfestigen“, sagte der Innenminister. Aber auch die Städte und Kommunen seien gefordert, da sich das Unfallgeschehen auf den innerörtlichen Bereich konzentriere.
Die baden-württembergische Strategie der Bekämpfung von Verkehrsunfällen sei auch deshalb erfolgreich, weil zielgerichtete Verkehrsüberwachung durch intensive zielgruppengerechte Aufklärung ergänzt werde. „Wir bieten vom Kindergarten-bis ins Seniorenalter ein Verkehrssicherheitspaket an. Bei zahlreichen Veranstaltungen und Aufklärungsaktionensetzen wir auf Information und Einsicht der Teilnehmer. Im Straßenverkehrmüssen Vernunft und Besonnenheit dominieren“, sagte Rech. Neben konsequenten Kontrollen und Appellen an die Vernunft habe eindeutig der technische Fortschritt die Entwicklung der Unfälle mit Personenschaden positiv beeinflusst. Fast alle Neuwagen seien mit effektiven Sicherheitspaketen ausgestattet, um Unfälle zu verhindern oder wenigstens deren Folgen zu reduzieren. Vor allem die heimische Automobilindustrie habe hier Vorbildliches geleistet. „Das schlägt sich selbstverständlich in der Unfallstatistik nieder“, sagte Innenminister Rech. Zusätzlich würden im Land -wo notwendig -mehr Strecken mit verletzungsreduzierenden Schutzplanken ausgestattet und finanzielle Mittel zur vorrangigen Entschärfung von unfallbelasteten Strecken bereitgestellt.
Informationen und Tipps rund um das Thema Verkehrssicherheit stehen im Internet unter
www.gib-acht-im-verkehr.de oder unter
www.polizei-bw.de.
Fußnote 1: Berechnungsgrundlage der Bundesanstalt für Straßenwesen 2004, veröffentlicht 2006, Personenschadenskosten pro Getötetem: 1,161 Mio. Euro; pro Schwerverletztem: 87.269 Euro; pro Leichtverletztem: 3.885 Euro
Fußnote 2: Funktionsweise Section Controll: Auf einem unfallbelasteten Streckenabschnitt wird die Geschwindigkeit aller Fahrzeuge nicht nur punktuell, sondern anhand der auf dem gesamten Streckenabschnitt gefahrenen Geschwindigkeit überwacht. Aufgrund einer Weg/Zeit-Berechnung wird ermittelt, ob der Verkehrsteilnehmer dauerhaft zu schnell gefahren ist. Hierzu wird jeder motorisierte Verkehrsteilnehmer zu Beginn und zum Ende der Fahrtstrecke videoerfasst. In Österreich und Italien wird diese Technik bereits erfolgreich eingesetzt.