4. Die Reise
Die Wahl des Zielortes begründet sich auf mehrere Faktoren: Korsika bietet, fernab der Touristenballungsgebiete (vor allem an der Ost- und Westküste), eine noch unberührte, wilde Landschaft mit ausgedehnten Wäldern (Kastanien und Fichten) und Gebirgszügen bis zu 2500 m Höhe. Daneben gibt es die verschiedenartigsten Küstenformationen, kilometerlange flache Sandstrände, bizarre Steilküsten, kleine, felsumschlossene Buchten und große Dünenlandschaften: Korsika, "das Gebirge im Meer", vereint auf faszinierende Weise beide Möglichkeiten man kann innerhalb weniger Stunden die Badehose mit den Bergschuhen vertauschen. Insofern bietet Korsika eine ideale Landschaft mit hohem Erlebnisgehalt, die die Basis einer Erlebnispädagogik im Sinne Kurt Hahns sein kann.

Die in Frage kommenden Jugendlichen sind vorwiegend für die
gängigen Ferienlager nicht mehr geeignet und sind auch noch nicht fähig,
einen auf sich selbst gestellten Urlaub durchzuführen, weder finanziell noch
persönlich. Dadurch ergibt sich die Problematik dieser Jugendlichen:
Berührungsangst mit einer fremden Umwelt, eine noch immer durch die
Institution hervorgerufene Unsicherheit, Bewältigungsangst vor
unvorhersehbaren Situationen und nicht zuletzt das mangelnde Selbstvertrauen
und Einschätzen ihrer eigenen Kompetenzen. Es sind Jugendliche, die
entwicklungspsychologisch längst Eigeninitiative zeigen sollten, aber
aufgrund ihrer Defizite noch nicht dazu fähig sind. Das durch Regeln
bestimmte Heim und sein Versorgungscharakter sowie eigene
Entwicklungsdefizite haben sie noch nicht flügge werden lassen.
Bei der Vorbereitung der Reise erfahren sie, wie wichtig es ist, Freizeit
sinnvoll zu planen und zu organisieren. Durch Miteinbeziehen und Annehmen
ihrer Gedanken und Vorschläge erleben diese Jugendlichen, dass sie etwas aus
sich heraus entscheiden und handeln können, ohne von anderen bestimmt zu
werden.
Der dreiwöchige Aufenthalt auf Korsika wird sorgfältig
geplant, erarbeitet und vorbereitet. Gemeinsam mit der Zielgruppe finden
regelmäßig während eines halben Jahres (ab Februar/März) vor Antritt der
Reise Treffen statt, in denen durch Literatur, Filme, Erlebnisberichte der
vorangegangenen Gruppen versucht wird, einen Eindruck zu vermitteln und die
Zielgruppe entsprechend zu motivieren. Weiter werden die gesamten Kosten
errechnet und organisatorische Belange besprochen, z. B. wer kauft
die notwendige Verpflegung ein, wo und wann sind Termine, Routenerkundung,
Kartenlesen, Reiseprospekte, Referate und Literaturbeschaffung zu einzelnen
Themen oder Landschaften der Insel.
Der Eigenanteil der Jugendlichen, der hauptsächlich die Fährenkosten
abdeckt (ca. 170,- DM), muss als Bedingung der Teilnahme durch eigene
Aktivitäten bzw. Sparmaßnahmen von jedem Jugendlichen bis Anfang Juni des
jeweiligen Jahres der gemeinsamen Reisekasse zugeführt werden (Ferienjobs,
Sparen des Taschengeldes, Beteiligung am hauseigenen Bazar, Aktivitäten beim
Stadtfest, Flohmarkt u. ä.).
Der Hauptanteil der Reise wird aus dem Feriengeld der Jugendämter
finanziert, die pro Jugendlichem und Tag 15,- DM bezahlen. Damit kommt,
zusammen mit dem Essensgeld durch das Heim, ein ausreichender Betrag zur
Durchführung der Reise zusammen. Vor Beginn holt die Heimleitung die
schriftliche Genehmigung für jeden einzelnen Jugendlichen beim zuständigen
Jugendamt ein, das in der Regel auch Amtsvormund ist. Die Jugendämter in
ganz Baden-Württemberg begrüßen und befürworten die Reise seit Jahren.
Um die Reise ausführen zu können, muss der Jugendliche bis zu einem
bestimmten Termin seine definitive Zusage schriftlich abgeben und die
entsprechenden Maßnahmen treffen (z. B. Urlaub beantragen, für Pass,
Personalausweis, Auslandskrankenscheine sorgen usw. ).
Ein wichtiger Punkt ist auch das gemeinsame Erarbeiten von unumgänglichen
Verhaltensregeln während des Unternehmens, die sich hauptsächlich auf die
Gefahren und die damit verbundenen Sicherheitsmaßnahmen für die Teilnehmer,
aber auch auf Umweltschutz der vorgefundenen Natur beziehen. Wer meint, sich
diesen gemeinsam erarbeiteten Regeln nicht unterwerfen zu können, muss zu
Hause bleiben.
Es wurde eine bestimmte Bucht im Süden Korsikas und ein
Bergaufenthalt im Asco Tal als Zielort gewählt.
Schon der abenteuerliche Zugang zur Bucht, ein teilweise steil abfallender
Feldweg, mit dem VW-Bus gerade noch befahrbar, zeigt jedem Teilnehmer die
Ab-geschlossenheit und Abgeschiedenheit der Bucht und damit die Tatsache
einer zeitlich begrenzten Isolierung von Versorgung im sonst üblichen Sinne.
Es wird klar, dass man diesen Weg nicht täglich fahren kann und
individuelle, spontane Bedürfnisse (Stadtbummel, Disco) hinter unumgänglich
notwendigen Gruppenbedürfnissen zurückstehen müssen.
Das beschwerliche Erreichen des Platzes setzt sich fort durch das Verladen
der Ausrüstungsgegenstände und des Proviants in zwei kleine Schlauchboote am
Ende der befahrbaren Strecke und eines etwa 1 km langen Durchwatens im
knietiefen Fluss bis zu der Stelle hinter der Düne, wo er ins Meer mündet.
Der Aufbau des Camps aus einfachsten Mitteln setzt sich in den nächsten
Tagen als Hauptaufgabe für alle Beteiligten fort.
Durch die Abgeschlossenheit der Bucht bieten sich Bedingungen, die sich von
der Trinkwasserversorgung über die Errichtung einer Abfallgrube,
Selbstversorgung, primitivste sanitäre Verhältnisse und Umgang mit der Natur
erstrecken. Weiterhin bietet sie sich als Ausgangspunkt für Erkundungsgänge
durch die Maccia, das für die Insel typische übermannshohe Strauchgestrüpp,
an.
Viele der Jugendlichen erleben zum erstenmal in ihrem Leben den intensiven
Umgang mit "archaischen" Lebenselementen wie Feuer und Wasser, Wind, Sonne
und Meer. Sie haben Natur vor Augen und können sich ihrer sinnvoll bedienen:
Steine sammeln zum Ofen bauen, täglich Holz suchen, Wasser holen an der weit
entfernten Trinkwasserquelle in der Maccia, Früchte ernten (vor allem
Brombeeren), Fischen und Harpunieren im Meer, Muscheln ernten unter Wasser,
basteln von Tischen und Sitzgelegenheiten, Schatten und Windschutz suchen
(lebenswichtig), Zeltstandorte bestimmen, auch nachts, und ähnliches
mehr.
Zur täglichen Lebensbewältigung sind körperliche Anstrengungen notwendig,
Körperkraft, die so oft überschüssige, kann sinnvoll eingesetzt werden.
"Innerhalb dieser nichttechnisierten, bewusst primitiv gehaltenen
natürlichen Umweltsituation sind viele Vorgänge und Strukturen plötzlich
unkompliziert, einfach und nachvollziehbar." (7, S. 305.) Das tägliche
Bedürfnis nach Trinkwasser und der unumgängliche, schwere ein-Kilometer-Weg
durch die Maccia, oft in großer Hitze, um den 20-Liter-Kanister an der
Quelle wieder zu füllen, fordern sehr schnell zur Sparsamkeit auf, nicht die
Erzieher!
Außer dieser Bucht am Meer ist ein einwöchiger Aufenthalt in den Bergen
gewählt, welcher durch deren Wildheit und Abgeschiedenheit (eiskalte
Wasserquellen, Nebel, Sonne, Kälte, Feuergefahr) besondere Erlebnisse und
Eindrücke vermittelt.
Hier wird deutlich, dass das Angewiesensein aufeinander in der Gruppe, am
Meer zunächst nur zögernd oder widerwillig von den Jugendlichen angenommen,
inzwischen fast zur Selbstverständlichkeit geworden ist und sich noch
intensiviert bei mehreren Bergwanderungen, die bis an die Grenze der
körperlichen Erschöpfung gehen (Haut Asco, 2300 m).
Vielleicht bedingt durch die Enge des Tales, die umschließenden Berge und
die Stille finden hier auffallend viele Gespräche und Diskussionen statt,
die teilweise auch sehr kontrovers und problematisch ablaufen, aus denen
sich aber keiner der Jugendlichen ausschließt oder entzieht.
Nach der Rückkehr ins Heim erstreckt sich die Nachbereitung
der Reise bis kurz vor Weihnachten. Der erste spannende Termin findet etwa
nach zwei Wochen statt, bei dem die inzwischen entwickelten Lichtbilder und
der Super-8-Film zum erstenmal mit der Gruppe gesehen werden. Es schließt
sich in weiteren Treffen die Auswahl der besten Lichtbilder und das
technisch nicht ganz einfache Vertonen des Filmes an. An einem Heimabend
werden ca. im Oktober beide Dokumente der Reise durch die Gruppe in einer
öffentlichen Vorführung mit Gästen von außen vorgeführt. Inzwischen lief
daneben durch die Jugendlichen die Fertigstellung und das Binden des während
der Reise entstandenen Tagebuches, das in einer letzten Sitzung Anfang
Dezember jedem Gruppenmitglied als Erinnerung ausgehändigt wird.
Somit erstreckt sich Vorbereitung, Durchführung der Reise und Nachbereitung
über einen Zeitraum von einem dreiviertel Jahr. Dieser gesamte Zeitraum wird
weder von den Jugendlichen noch von den begleitenden Erziehern als
zugeschnittene pädagogisierte Scheinwelt erlebt. Von der Projektpädagogik im
Sinne der Schulen für Erziehungshilfe (aber auch anderer Schularten)
ausgehend, findet beim "Unternehmen Korsika" echtes Leben statt, von der
Sache, also intrinsisch motiviert, bestimmt. Pädagogik, als zu betreibendes
Geschäft und oft als professionelle Veranstaltung von unseren schwierigen
Jugendlichen entlarvt, wird somit quasi vermieden.
Der sechzehnjährige G. schimpft, schreit und flucht vor sich hin, während er in und vor seinem Zelt in einem Chaos von herumliegenden Utensilien, seinen eigenen, wühlt und nach seinem Angelgerät sucht hat er doch gerade einen ganzen Schwarm von Bachforellen vorne im Fluss gesehen. Er findet sein Angelgerät schließlich, aber dann fehlen die richtigen Haken, die er doch ganz sicher da (oder da?) hingelegt hatte. Er regt sich maßlos auf, die Forellen sind ihm jetzt längst durch die Lappen gegangen. Am Abend, am Lagerfeuer, als er sich wieder beruhigt hat, sagt er irgendwann mal: "Also, ich finde hier doch wirklich überhaupt nichts mehr, aber ich glaube, ich bin tatsächlich selber schuld!" Ein unglaublicher Satz von G. den Erziehern, die ihn und seine Unordnung seit Jahren kennen, bleibt der Mund offen vor Überraschung, fällt ihm doch im Heim seine Unordnung gar nicht auf. Außerdem wäre beim gleichen Missgeschick im Heim wieder jeder andere, Erzieher oder Gruppenmitglieder, dafür verantwortlich gewesen, der Zutritt zu seinem Zimmer hat. Von diesem Tag an sind sichtbare Bemühungen seinerseits zu beobachten, mehr Ordnung zu halten und vor allem sein Angelzeug komplett und griffbereit zu lagern. Wie zur Belohnung fängt er doch tatsächlich am Ende der Reise als einziger der Teilnehmer eine Bachforelle, nach tagelangen zähen Bemühungen, in denen er sich auch durch viel Spott der anderen nicht von seinem Vorhaben abbringen lässt. Mit welchem Genuss er sie, selbst zubereitet und gegrillt, demonstrativ verzehrt, braucht nicht näher berichtet zu werden.

Mitten in der Nacht helle Aufregung im Camp: aus dem Zelt
von K. (16) und S. (17) kommen entsetzte Schreie, der Taschenlichtpegel
fährt wild durchs Zelt, heftige Bewegungen bringen die Zeltstangen
bedrohlich ins Wanken. Die Erzieher stürzen aus den Zelten, ich bin als
erster am Reißverschluss zwei entsetzte Augenpaare starren mich an: "Hier
ist irgendein Tier, es ist über mich drübergekrabbelt . . !" Wir finden das
schlimme Tier, es ist eine Maus, die sich offensichtlich über die Brotreste
und das angebrochene Müsli in der Apsis des Zeltes hergemacht hatte . . . !
Am nächsten Morgen beim Frühstück erwähne ich eher beiläufig und schmunzelnd
noch einmal die Warnung, die ich schon vor Beginn der Reise ausgesprochen
hatte: Die Zelte müssen sauber und ohne Essensreste sein, eben wegen der
Vielzahl von hungrigem Krabbelgetier. "Ja, ja, wir wissen' s ja schon!"
werde ich heftig, aber ebenfalls schmunzelnd abgewehrt. Ich brauche bei
dieser Reise zu diesen beiden Mädchen, beide übrigens in langjähriger,
begleitender Psychotherapie, nichts mehr zu sagen. Sie fertigen sich aus
festem Schilfgras einen kleinen Besen und kehren (fast) täglich ihr Zelt
damit aus. Auch Essensreste sind dort nicht mehr zu finden.
Ein ähnliches, fast noch unangenehmeres Erlebnis hat R. bei einer späteren
Reise. R. (16) ist Bettnässer und hat deswegen ein Einzelzelt. Ich rate ihm,
täglich seine Luftmatratze im Fluss (unauffällig) abzuwaschen und seinen
Schlafsack, den er nur als Zudecke und nicht zum Hineinschlüpfen benutzen
soll, täglich in die Sonne zu hängen. Er tut es nicht das Ergebnis ist nach
zwei Tagen eine bildschöne Ameisenstraße quer über seine Schlafstätte durchs
ganze Zelt hindurch es sind dort vor-kommende Riesenameisen.
Auch in diesem Fall müssen wir Erzieher nichts mehr sagen, R. übernimmt
ohne zu murren täglich meinen Vorschlag. Er hat große Mühe, die Ameisen
loszuwerden, die erst nach Tagen langsam von seinem Zelt verschwinden, das
ab diesem Zeitpunkt von ihm jedes mal sorgfältig verschlossen wird, auch das
ein bis dahin ungeglaubtes Problem.
Nicht der Erzieher fordert, sondern die Sache, die damit einsehbar wird.
Wie oft hörte ich schon die verschiedensten Erzieher auf unseren Reisen
sagen: "Wenn das nur im Heim auch so klappen würde!"
Als ein sehr bemerkenswertes Ergebnis unserer Reise kann ich über eben
diesen R. berichten: Er ist in der zweiten Hälfte der Reise in den Bergen
plötzlich trocken, nachdem er in der Phase am Meer noch jede Nacht
eingenässt hatte. Wir nennen ihn inzwischen den "Entertainer" der Gruppe,
die er vor allem abends am Lagerfeuer auf witzige und kreative Weise
unterhält. Er denkt sich selbst Sketche aus, liest begeistert
Gespenstergeschichten vor, die die Gruppe im flackernden Schein des Feuers
mit leichtem Gruseln genießt, bringt zur Abwechslung gekonnte Darbietungen
des Fernsehkomikers Otto ("Der beste Otto-Verschnitt, den es je gab!"). Er
fühlt sich sichtlich wohl in dieser Rolle, die ihm niemand zugetraut hätte
und die im Heim auch in keiner Weise vorauszuahnen war. Bei der Fahrt ins
Gebirge, weg vom Meer, müssen wir durch verschiedene unbeabsichtigte
Verzögerungen zum erstenmal auf einem offiziellen Campingplatz übernachten,
da wir unser Ziel im Asco-Tal an diesem Tag nicht mehr erreichen können. Da
es schon fast Mitternacht ist bei der Ankunft, lässt uns der Platzwart nach
Rückfragen im "Salle d'attente" übernachten, so dass wir, sehr dankbar,
unsere Zelte mit der ganzen Gruppe nicht mehr aufstellen müssen. Die
Erzieher und R. selbst haben ein bisschen Angst, dass er in dem nicht sehr
großen Aufenthaltsraum, in den gerade alle unsere Luftmatratzen passen,
wieder einnässen wird eine nicht sehr schöne Vorstellung für alle
Beteiligten. R. nässt in dieser Nacht zum erstenmal nicht ein und bleibt
auch im weiteren Verlauf der Reise trocken. Das Erstaunliche daran ist, dass
R. auch nach Rückkehr ins Heim weitgehend trocken geblieben ist und heute
nur noch in Zeiten großer psychischer Belastung einnässt. Ich kann über
dieses sehr positive Phänomen nur spekulieren, ich kann es nicht schlüssig
erklären. Es ist um so erstaunlicher, wenn man weiß, dass R., der
Mutterwaise ist, vor der Heimeinweisung mit 14 Jahren wegen seines
Einnässens drei Monate lang ergebnislos in stationärer Behandlung der
Psychosomatischen Abteilung der Kinderklinik war.
H. (16) transportiert seinen Konflikt mit den Erziehern mit nach Korsika.
Er hat die Meinung, dass die Erzieher dazu da sind, für ihn zu sorgen, sie
werden ja dafür bezahlt. Er kommt zufällig beim Einteilen des
Küchendienstes, der tage- und zeltweise organisiert ist, mit der Erzieherin
Frau S. zusammen. Nach anfänglichen mühsamen Versuchen von Frau S., H. zu
bewegen, mit ihr zusammen für die Gruppe zu kochen und anschließend im Fluss
mit Sand abzuspülen, kommt es zum Konflikt. Frau S. weigert sich, die
Arbeiten von H. mit zu übernehmen. Nach einem sehr unschönen Wortwechsel
zwischen H. und Frau S., den die gesamte Gruppe, aufs Essen wartend, voll
mitbekommt, wird ohne jedes Dazutun der Erzieher folgender Gruppenbeschluss
gefällt: H. wird für drei Tage aus der Gruppenverpflegung ausgeschlossen, er
bekommt für diese drei Tage sein Essensgeld in frz. Francs und muss sich
beim nächsten Einkauf der Gruppenvorräte in Sartene, der nächsten größeren
Stadt, selbst versorgen. Danach kann er einen Antrag stellen, erneut in die
Gemeinschaftsverpflegung der Gruppe aufgenommen zu werden, allerdings dann
auch mit dem Akzeptieren der unumgänglichen Pflichten. H. akzeptiert
aggressiv. Er kauft sich beim Stadtgang 2 Liter Milch, 3 Tüten Pommes chips,
2 große Schokokeksriegel, 1 Tafel Schokolade, 2 große Cola, 1 Flasche
Orangensaft, 1 Pfund Bananen und 1 Packung Toastbrot. Dann ist das Geld
alle, obwohl ihm der tatsächlich kalkulierte, knappe, aber auf Gruppengröße
bezogene Essenstagessatz ausgezahlt worden war.
In den nächsten drei Tagen, nach Rückkehr vom Einkaufen in "unsere" Bucht,
gibt es eine gewisse stille Bewunderung für H., vor allem der drei Erzieher.
Er hat schon am zweiten Tag spät nachmittags praktisch nichts mehr zu essen.
Bei den gemeinsamen Gruppenmahlzeiten hält er sich abseits, ist sonst aber
bei allen Grup-penunternehmungen an Strand oder am Fluss zugegen, wird auch
nicht ausgeschlossen von den anderen Gruppenmitgliedern. Niemand steckt ihm
etwas zu am dritten Tag, er selbst bittet um nichts, er hungert heroisch
einen ganzen Tag, wenigstens seine gekauften Getränke reichen aus. Bei der
abendlichen Frage, ob er erneut
Essensgeld oder wieder in die Gruppenverpflegung aufgenommen werden will,
gibt er zu, dass er einen Fehler gemacht hat, aber obschon ziemlich fertig,
mit einem gewissen Stolz des Durchhaltens, den auch die anderen Jugendlichen
und die Erzieher honorieren. Er verspricht, den zukünftigen Essensdienst zu
akzeptieren und verant-wortlich zu übernehmen, wenn er mit einem anderen
Mitglied dran ist. Danach bekommt er, längst nach dem Gruppenabendessen, in
freudiger Stimmung ein von ver-schiedenen Jugendlichen aus Essensresten
zusammengestelltes "Mahl". Es schmeckt ihm! "H. hat's kapiert er macht
wieder mit!" Der Abend geht sehr harmonisch zu Ende! Vor noch nicht allzu
langer Zeit, ein Jahr später, berichtet mir Frau S. im Heim, dass H. immer
wieder auf sie zukomme, um über seinen "Mist" von damals zu reden, dass er
ganz schön blöd war, aber auch viel kapiert hätte, z. B. unter anderem, wie
teuer das Leben in Korsika wäre und wie das bloß die armen Korsen
machen.
Der einwöchige Aufenthalt in den korsischen Bergen mit Naturschönheiten,
die ihresgleichen suchen, gerät nicht nur deswegen beim Berichten in die
Gefahr der Verklärung. Auch hier gibt es in unserer Gruppe anfänglich
Probleme, Frustrationen, Egoismen, mangelnde Leistungsfähigkeit und
-bereitschaft, aber in den Bergen wird auch auf beeindruckende Weise
deutlich, welch positive Kraft das Erlebnis im Sinne Kurt Hahns auf den
einzelnen und die Gruppe hat. Spätestens nach der dritten Berg-besteigung
bricht auch bei uns die vielgerühmte Bergkameradschaft aus und wieder nicht
durch das professionelle Können von Pädagogen, sondern durch die Sache
selbst, das gemeinsame und sehr motivierende Besteigen der um uns liegenden
Berge. Sei es beim Aufstieg auf den Haut Asco (2300 m) oder zu den beiden
herrlichen Bergseen Lac de Melo und Lac de Capitello (1950 m) über dem
Restonica-Tal, immer wieder erleben wir dasselbe: das Helfen, das
Besorgtsein, das Mitgefühl, das Teilen, das Abnehmen von Lasten, das Warten
auf den Schwächeren, das Aufmuntern, das Zusammenbleiben der Gruppe, das
Hochgefühl auf einem Gipfel, das Gefühl der Geborgenheit in der Gruppe am
Abend nach gemeinsam bewältigter Anstrengung, die körperliche Erschöpfung,
den tiefen Schlaf in unseren Zelten. Ich selbst erfahre dabei immer wieder,
was es heißt, in bestimmten Situationen auf den anderen, auf die Gruppe,
angewiesen zu sein, eigene Hilfestellung anzubieten, aber auch zu
reduzieren, fremde Hilfe anzunehmen und zu genießen und somit ein
umfassendes Wir-Gefühl zu entwickeln.

Immer wieder erleben die Jugendlichen und die begleitenden
Erzieher hier auch die Umkehrung der Rollen: Die "starke Erzieherin", die
sonst immer alles im Griff hat und jetzt im steilen, mühsamen Aufstieg über
eine Geröllhalde mit hochrotem Gesicht und nach Atem ringend den schweren
Gruppenrucksack mit Proviant und Trinkwasser nicht mehr tragen kann . . . :
T. übernimmt ihn, fraglos, wie selbstverständlich, obwohl auch er geschafft
ist und noch lange nicht dran wäre in der vorher festgelegten Reihenfolge
von wechselnden Trägern! Gab es nicht irgendwann einmal im Heim einen
Erziehungsplan über ihn, wo kompetente Erzieher zusammen mit der Heimleitung
einen fast monomanischen Egozentrismus diagnostizierten? Und vermutlich zu
Recht, denn noch vor zwei einhalb Wochen am Meer sagte T., nach dem Verladen
unserer Utensilien in die Schlauchboote, dem Hinterherziehen im Fluss, beim
Ausladen am Platz: "Ich hab' vorne eingeladen, das reicht, ich helfe hier
nicht beim Ausladen!" Verborgene Kräfte werden gewahr. Für uns
Erzieher,
für T. selbst, kann dieses Erlebnis in den korsischen Bergen eine
Schlüsselstelle für ein verändertes Bild von Fremd- und Selbstwahrnehmung
sein, später, zu Hause, in ähnlichen Situationen und damit Chance zur
Veränderung.
Das Zögern und Abwarten des nicht sehr bergerfahrenen Erziehers Herrn W.
vor einer etwa 2 m breiten Felsspalte, die es zu überspringen gilt, bringt
R., schon auf der anderen Seite stehend, in die Rolle eines psychologischen
Helfers. Mit einfühlsamen, beruhigenden Worten, mit teilnehmendem
Verständnis für die Angst des Erziehers, die Herr W. auch offen zugibt, und
genauer Anweisung (R. springt zurück und führt vor) bringt er allein, der
Rest der Gruppe schaut zu, Herrn W. dazu, die psychische Barriere vor dem an
sich ungefährlichen Sprung zu überwinden. Der Erzieher springt, R. und Herr
W. liegen sich anschließend in den Armen. Tagelanger Gesprächsstoff, abends,
am Lagerfeuer R. ist sichtlich stolz auf sein Verhalten und Herr W. ist ihm
ehrlich dankbar ...: Menschliche Schwächen einmal anders, die durch den
Auftrag der pädagogischen Institution Heim hierarchisierte Abhängigkeit des
Zöglings vom Erzieher ist, im Ergebnis sehr positiv, auf den Kopf gestellt.
"Siehst Du, so will ich Dich oft auch zu etwas bringen, vor dem Du Angst
hast oder wo Du meinst, Du kannst es nicht!" Herrn Ws. Satz hat nach diesem
Erlebnis auch später mit Sicherheit ein anderes, schwerwiegenderes
Gewicht.
Ganz nebenbei entdecken Jugendliche und Erzieher gerade in den Bergen, aber
nicht nur dort, dass ihre Erwartungshaltungen an eine Situation oder an eine
Person falsch sind und stellen dies oft erst hinterher verblüfft fest.
Ausgerechnet T., eine kleine, pummelige, dunkelhäutige 16jährige
Sonderschülerin, die immer ein bisschen im Abseits steht, erhält am Ende der
Bergwoche den Gipfelorden, weil sie als einzige der Gruppe alle
Bergbesteigungen bis zum Gipfel erfolgreich mitgemacht hat. Niemand hat ihr
das zugetraut, sie wohl selbst nicht, aber sie gehört nie zu den Umkehrern
mit dem 3. Erzieher, jeweils organisiert, wenn nötig, oder in Einzelfällen
zu den "Daheimgebliebenen" bei besonders schwierigen Touren. Auf der anderen
Seite erleben im Gebirge oft unsere sogenannten Stars herbe Einbrüche in
ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. In einem Fall führt dies, beim
Aufstieg zur Altore-Hütte am Haut Asco, zu einem durchaus dramatischen
Zwischenfall, der die ganze Truppe betrifft.
S., ein eigentlich durchtrainierter und sportlicher 17jähriger, wirft bei
der zweiten Rast, ziemlich ausgepumpt, voller Wut über den Berg, über die
Schinderei und über sich selbst, den Gruppenrucksack derart unbeherrscht zu
Boden, dass unsere Wasserflaschen zerbrechen. Wir haben nichts mehr zu
trinken, bei 28° im Schatten! (Ich weiß, dass es bei der Altore-Hütte Wasser
gibt, eine gefasste Quelle.) Dieser Vorfall ist Konfliktgesprächsstoff für
mehrere Tage in der Gruppe nach einem halben Jahr, zurück im Heim,
entschuldigt sich S. bei mir während eines entsprechenden Gesprächsanlasses
für sein damaliges Verhalten in der Gruppe in Korsika kann er es nicht. Er
bekommt es zu spüren, von der ganzen Gruppe!
Immer wieder stellen die Erzieher und ich fest, dass sich spätestens nach
dieser Woche in den Bergen Korsikas, die den Abschluss der Reise darstellt,
die Gruppe als solche endgültig konstituiert hat. Wir alle spüren plötzlich
eine wohltuende Sicherheit in den über drei Wochen abgelaufenen, auch
schmerzlichen und schwierigen gruppendynamischen Prozessen. ("Wir sollten
noch drei Wochen hier bleiben, eigentlich fängt' s jetzt erst richtig an!"
Herr W. und Frau S. am Ende der Reise 1984.)
Nach Abklären und Ausbalancieren der individuellen, sozialen und
emotionalen Bedürfnisse des einzelnen in der Gruppe greift ein tiefes
Wir-Gefühl Platz, verstärkt durch die Stille, die Abgeschiedenheit, die
Schönheit der uns umgebenden Natur. Gerade aus diesem Gefühl der Sicherheit
in der Gruppe, der Akzeptanz des anderen heraus sind hier nicht nur sehr
harmonische Abende zu erleben, sondern auch sehr heftige Diskussionen in der
Gruppe über konfliktträchtige Themen oder Personen, denen standgehalten
wird. Niemand entzieht sich, wie sonst so oft im Heim. (Themen sind unter
anderem: aktuelle Konflikte in der Gruppe, Umweltschutz und Ökologie,
Terrorismus anhand der korsischen Unabhängikeitsbewegung FLNC,
Beziehungsprobleme, Berufsaussichten, Zukunft allgemein u. ä.)
Es hat sich also ganz von alleine auf dieser Reise, um mit Kurt Hahns
Prinzipien zu reden, bei fast allen mitreisenden Jugendlichen
Teilnahmslosigkeit in wache Anteilnahme am Geschehen, initiativloses
"Herumhängen" in vielfältige persönliche Initiative, seitherige Ablehnung
von Verantwortung über sich oder andere in teilweise große
Verantwortungsbereitschaft verwandelt.
Auffällig ist, dass besonders positive Verhaltensänderungen immer dann
festgestellt werden konnten, wenn besondere Naturereignisse den Aufenthalt
prägen: Ein dreitägiger schwerer Sturm (Mistral) mit orkanartigen Böen, der
ständig unsere Zelte niederreißt, Überschwemmung des Camps durch ein
schweres, langanhaltendes Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen und
sogar Hagelschlag, den es seit Menschengedenken in Korsika nicht gibt (große
Zeitungsberichte), extreme Hitze durch den berüchtigten Wüstenwind Scirocco,
der aus Afrika herüberweht, das nächtliche Herumschleichen eines Fuchses um
unser Camp, der alles mitzerrt, was nicht niet- und nagelfest ist
(Nachtwachen!), das bedrohliche Anschwellen des Flusses, nachdem riesige
Meeresbrecher die Mündung mit Sand zugeworfen haben wir graben einen halben
Tag, zusammen mit anderen Campern, mit bloßen Händen die Mündung wieder auf,
um nicht überschwemmt zu werden.
Alle diese Erlebnisse führen zu intensiven Gruppenerfahrungen und dem
Gefühl des gegenseitigen Helfens, jeder auf seinem Posten. Nach solchen
schwierigen Situationen und deren Bewältigung kann jedes Mal ein tiefes
Gefühl der Geborgenheit in der Gruppe in ihrer schützenden Dimension
wahrgenommen werden. "Wer in echten Gefahrenmomenten seinen Mann oder seine
Frau steht, dabei den Zusammenhalt der Gruppe spürt, der wird nach
bestandener Gefahr ein anderes Vertrauen in sich selbst", (7, S. 309) zu
seinen Möglichkeiten und zu der Gruppe haben.
Immer wieder treffen wir auf Leute, die ebenfalls in der Bucht campieren
und freunden uns mit ihnen an. In einem Fall hat dies zu einer bis heute
bestehenden Verbindung geführt. Ein Schweizer, der mit seiner von den
Seychellen stammenden Ehefrau und seinen zwei Kindern am anderen Ende der
Bucht campierte, kam, vor allem über die kleinen Kinder, mit unseren
Jugendlichen in Kontakt. Das Ehepaar untereinander sprach nur Englisch. Vor
allem A., eine unserer langjährigsten Heimzöglinge (13 Jahre), die bei
unserer ersten Reise 1982 kurz vor ihrem Abitur stand und ganz gut Englisch
sprach, freundete sich mit der Frau des Schweizers derart an, dass sie nach
bestandenem Abitur ein Jahr als Aupairmädchen zu dieser Familie in die
Schweiz reiste. Das Jahr wurde von der Fachschule für Sozialpädagogik, die
A. anschließend erfolgreich besuchte, als soziales Jahr anerkannt. Heute ist
sie, gerade abgeschlossen, staatlich anerkannte Erzieherin (!) und in einem
Kindergarten in der Nähe von Esslingen tätig. Ich wage zu fragen, ob ihre
immer wieder durchaus problematische Entwicklung innerhalb unseres Hauses in
der gleichen positiven Richtung verlaufen wäre, wenn sie nicht entscheidende
Anstöße von diesem Schweizer Ehepaar erhalten hätte!
In einem anderen Fall trafen wir eine holländische Familie mit drei
Kindern, wovon eine 13jährige Tochter als Pflegekind angenommen und früher
selbst in Heimen untergebracht war. S., damals knapp 15jährig und aus
verschiedenen Gründen als unter 16 Jahren ausnahmsweise mit auf die Reise
genommen, freundete sich aus sehr ähnlichen eigenen biographischen
Erlebnissen heraus mit diesem holländischen Mädchen an. Sie konnte nur in
Englisch mit ihr kommunizieren, mit dem Ergebnis einer langjährigen, in
Englisch geführten Brieffreundschaft anschließend und einer Verbesserung
ihrer Englischnote an der Realschule von vier auf drei!
Zwei Mädchen, beide sprachbegabt und während der Reise sehr begierig, vom
französisch sprechenden Erzieher oder mir alle möglichen französischen
Redewendungen der Alltagssprache zu lernen und anzuwenden, nahmen sich fest
vor, nach der Reise einen Französisch-Kurs an der Volkshochschule Esslingen
zu belegen eine tat es dann tatsächlich, unterstützt von Erzieher und
Heimleitung, gab aber leider nach kurzer Zeit wieder auf. Immerhin!
Das Problem des Sprachenlernens, in der Schule oft mit großen
Schwierigkeiten behaftet bei unseren Heimjugendlichen, stellt sich jeweils
nach Rückkehr von der Reise in einem ganz anderen Licht dar. Viele unserer
Jugendlichen haben in der echten Sprachbegegnung im Ausland, und zwar immer
wieder in Englisch, zum erstenmal den Sinn eines schulischen Lernens
verstanden. Sie nehmen sich vor, das oft verhasste Fach Englisch in Haupt-
oder Realschule in Zukunft ernster zu nehmen. Leider ist die direkte
Sprachbegegnung mit dem Französischen für unsere Reiseteilnehmer, die in der
Regel Haupt- oder Sonderschüler oder schon schulentlassene Lehrlinge sind,
nicht besonders motivierend, da es dieses Fach in den genannten Schulen
nicht gibt.
Es gibt aber auch den umgekehrten Weg, den wir auf unseren Reisen
feststellen konnten. U., ein 16jähriger Hauptschüler in der Abschlussklasse,
macht sich eines Tages im Camp am Meer, ohne viel zu sagen, an einem großen
Karton zu schaffen, den er langsam völlig mit mitgebrachter Alufolie
auskleidet. Auf die Frage, was das denn soll, antwortet er lakonisch: "Ich
baue einen Kühlschrank, mir stinken die warmen Getränke hier!" Er gräbt dann
den ummantelten Karton in einem sorgfältig ausgehobenen Loch im Schatten der
Tamarisken im Sand ein. Wir sind alle verblüfft, als U. dann souverän
erklärt: "Wir hatten gerade in Physik das Thema Wärmeleitung wenn ich den
Karton nachts aufmache und tagsüber geschlossen halte, müsste die Nachtkühle
eigentlich drin bleiben?" Und tatsächlich ist es dann so, wie er sagt. Wir
haben ab diesem Zeitpunkt erheblich kühlere Getränke als mit der sonst
üblichen, nicht sehr erfolgreichen Methode, vor allem unsere Milch (fürs
Müsli) mit Meerwasser (ca 22°) in einer großen Schüssel zu kühlen. Wir
können deshalb sogar Butter, Joghurt und verschiedene Früchte in größeren
Mengen einkaufen und zwei bis drei Tage lagern, was vorher, wenn überhaupt,
wegen der großen Hitze zum sofortigen Verzehr bestimmt war. "U. ist der
Größte, der blickt' s!" Die ganze Truppe bewundert ihn und nennt ihn fortan
"Mogli, unser schlauer Kopf". Seit dieser Erfindung 1983 ist das der
"Kühlschrank" jeder Reise, so dass U`s Ruhm bis heute fortbesteht.
U. und sein Freund C., der mit dabei ist, sind auch diejenigen, die nach
dieser Reise einen Tauchkurs mit Sauerstofflaschen beim DLRG Esslingen
belegen, mit selbstgespartem Geld finanzieren und ihn auch mit Brief und
Siegel erfolgreich bestehen. Beide Jungen sind beim Schnorcheln mit der
Taucherbrille in unserer Bucht so fasziniert von der noch nie gesehenen
herrlichen Unterwasserwelt, vor allem hinten bei den Felsen, dass sie den
dort gefassten Entschluss zu Hause wahrmachten. Heute sind beide, inzwischen
junge Erwachsene, stolze Besitzer einer kompletten Taucherausrüstung, die
sie sich von ihrer Lehrlingsvergütung über die Jahre nach und nach
anschafften. Beide, U. ist gerade auf dem Absprung, sind noch in unserem
Hause und man sieht sie immer wieder in unserem heimeigenen Schwimmbad bei
Tauchübungen. Der große Traum ist eine Reise in die Südsee zum Tauchen, ich
bin gespannt, wann sie ihn wahrmachen!
(Nachtrag 1993: Sie haben ihn schon wahrgemacht. 1991 machten beide eine
Reise auf die Malediven und tauchten dort in den Korallenriffen!)
Es gäbe noch viel zu berichten:
- Von M., der es fast zur Schlägerei zwischen ihm und einem
italienischen Familienvater (!) kommen lässt, der nach zwei Tagen Campieren
in den Bergen mit seiner Familie neben uns lässig seine zwei großen
Mülltüten an einen Baum lehnt und abfahren will. M. besteht so lange,
genauso wild gestikulierend wie der Italiener und fest entschlossen auf
Mitnahme der vollen Mülltüten, bis dieser sie schließlich in einer Mischung
aus Aggression und Scham ins Auto packt und verschwindet. Unsere aufmerksam
gewordene Truppe steht inzwischen hilfreich und demonstrativ bereit. Dieser
inzwischen 18jährige Sonderschüler, derzeit in einer Spezialausbildung zum
Fachwerker, ist heute der verantwortliche junge Mann, der nach einer Öko-AG
in unserem Hause den damals angelegten Komposthaufen auf unserem Gelände
pflicht-bewusst weiterbetreut. Unser Hausverwalter düngt damit unsere ganzen
großflächigen Gartenanlagen mit M´ s. Hilfe.
Das Thema Umweltschutz und die sich daraus ableitenden Verhaltensregeln in
der Vorbereitungsphase sind mit ein Grund dafür, dass uns der korsische
Bauer, der unsere wiederkehrenden wechselnden Gruppen längst kennt und uns
regelmäßig besucht, gerne auf seinen Grund hinter der Düne am Meer lässt wir
haben inzwischen von ihm eine offizielle Genehmigung. Andere campierende
Touristen, die ihren Platz nicht so sauberhalten wie wir, verjagt er
inzwischen und zu Recht!
- Von Cauria, dem geheimnisvollen Platz mit etwa 30 riesigen Menhiren mit
gut erkennbaren eingemeißelten Gesichtern und Waffen und dem schönsten
Dolmen von ganz Korsika, einer wohlerhaltenen, mächtigen Grabkammer aus
tonnenschweren Steinplatten. Wir staunen vor diesen stummen und imposanten
Zeugnissen der vorchristlichen Megalithkultur und stellen die
verschiedensten Berechnungen, Spekulationen an, auf welche Weise die
Ureinwohner Korsikas, die noch immer im dunkeln, auch der historischen
Forschung, liegen, diese tonnenschweren Gewichte wohl bewegt haben könnten.
Zum Glück gibt es auch heute noch keinen offiziellen Fahrweg, so dass auch
in der touristischen Hochsaison dort kaum Menschen anzutreffen sind der
geheimnisvolle Zauber und das Schweigen, dem sich auch unsere Jugendlichen
nicht entziehen können, ist bis heute erhalten.
Cauria liegt etwa 3 km von unserer Bucht entfernt auf einer ausgedehnten
Hochfläche, man muss sich auf einer abenteuerlichen, etwa
eineinhalbstündigen Wanderung über Fels und Stein, durch die dichte Maccia
und ein fast urwaldähnliches Gebiet mit Lianen, das wir "Märchenwald"
nennen, regelrecht durchkämpfen. Es ist eine der faszinierendsten und
schönsten Wanderungen, die ich auf Korsika kenne.
Einmal verlieren wir den schmalen Pfad, der, nur selten begangen, von den
übermannshohen Macciasträuchern wieder überwuchert wird. Unsere ganze Truppe
braucht fast eine Stunde, wir kommen schließlich, auf allen vieren
kriechend, nur durch von Wildschweinen herausgetrampelten niedrigen "Gängen"
weiter, bis wir endlich an ein kleines Felsplateau gelangen, von dem aus wir
uns wieder neu orientieren können, alle völlig verdreckt und mehr oder
weniger zerkratzt. Zum Glück (und absichtlich) hat T. mal wieder seine
Machete mitgenommen! . . .
- Vom Lac de Capitello, einem kleinen Bergsee in 1950 m Höhe, den man
ohne weiteres ein Naturwunder nennen kann. Nur vier Jugendliche, unsere
"Bergziegen", ein Erzieher (Herr T.) und ich, machen sich bei herrlichstem
Wetter an den einstündigen, steilen und kräfteraubenden Anstieg, der Rest
der Truppe lagert solange am ersten Ziel dieser Tagestour, dem Bergsee Lac
de Melo. Aber es lohnt sich, der Blick nach der letzten Kuppe auf den See
ist überwältigend. Zwischen schwarzen Granitfelsen, die weit über 2300 m
aufragen, liegt er, schroff eingebettet, als ein tiefblaues bis
smaragdgrünes Juwel, an einer Stelle von einer glitzernden Gletscherzunge
beleckt. Unsere Truppe wird ruhig nach den ersten Minuten des Aufatmens nach
dem Anstieg. Nachdem eine Gruppe von französischen Bergsteigern den Platz
wieder verlassen hat, sind wir die einzigen Menschen dort. Eine große, fast
andächtige
Gruppenemotion erfasst uns alle angesichts dieser einzigartigen
Naturschönheit und einer Stille, die fast beängstigend wirkt auf uns
Stadtmenschen mit unseren lärmge-wohnten Ohren. D. schließlich durchbricht
das minutenlange Schweigen unserer kleinen Gruppe mit dem Satz: "Diese
Stille tut fast weh!" Dann stürzen sich unsere ganz Mutigen an der einzigen
zugänglichen Stelle für kurze Zeit in die eiskalten Fluten.

- Vom französischen Essen, das wir uns mit der ganzen Gruppe einmal auf der Reise gönnen in einem der billigeren Vorstadtlokale von Bastia, dem Ankunftshafenort, oder in Bonifacio, der "merkwürdigsten Stadt Europas" laut Reiseführer, die an der äußersten Südspitze Korsikas hoch über dem Meer auf einem senkrecht abfallenden Kreidefelsen liegt. Die erste Begegnung mit der französischen Esskultur mit drei bis vier Gängen ist für unsere Jugendlichen immer wieder ein vielberichtetes Erlebnis bei der Rückkehr ins Heim. Der nicht ganz kleinzuhaltende Betrag für elf bis zwölf Personen wird von vornherein in unserer bewusst knapp kalkulierten Reisekasse für diesen Zweck abgezweigt.
- Von der Brandverletzung des eingangs erwähnten G., die er sich schon in der ersten Woche beim unvorsichtigen Hantieren mit einer Wachsfackel zuzieht zwischen Daumen und Zeigefinger wächst eine fünfmarkstückgroße Brandblase. G. und ich gehen in Bonifacio zum Arzt, der die Blase vorsichtig aufsticht und fachgerecht versorgt. Ich erhalte vom Arzt genaue Anweisung, wie ich ihn weiterhin zu verarzten habe. Von da an versorge ich G. täglich mit Salbe und Brandbinde, egal, wo wir gerade sind oder was wir machen. Bei unserer Rückkehr ist die Wunde so gut wie verheilt. Unsere bis heute feste und tragfähige Beziehung rührt mit Sicherheit, unter anderem, aus dieser speziellen Versorgungssituation in Korsika. G. ist heute gewählter Jugendratsvorsitzender in unserem Haus, und unser jetziges Verhältnis ist aus diesem Grunde zwangsläufig immer wieder von Interessenskonflikten geprägt, was unserer Beziehung letztlich aber keinen Abbruch tut.
- Von H., der sich nach und nach in der Phase am Meer in verschiedenen Gläsern einen kleinen Privatzoo zulegt. Er fängt von der Sandkrabbe, Meerschnecken, Krebsen, kleinen Aalen aus dem Fluss bis hin zu Heuschrecken, Fröschen, Spinnen, kurz, alles, was kreucht und fleucht, einmal sogar ein wunderschönes Hirschkäferweibchen und eine seltene Gottesanbeterin. Er versorgt diese Tiere und beobachtet sie tagelang in seinen Gläsern. Er ist auch derjenige, der mit seinem wachen Blick am Boden unsere erste Schlange, eine Natternart, entdeckt, sehr zum Leidwesen einiger Mädchen (aber nicht nur), die ich mit der abgesicherten Erkenntnis, dass es auf Korsika keine Giftschlangen gibt, beruhigen kann. Er ertaucht auch im Meer einen lebenden Seestern, dessen faszinierende Fortbewegungsart er in einer Schüssel mit Meerwasser stundenlang studiert, bevor er ihn, wie auch die anderen Tiere, wieder freilässt. Innerhalb dieser ersten Gruppe 1982 wird, zufällig durch ihn, in vielen Gesprächen die Basis gelegt, zwar nicht so ausgedrückt, für ein Thema, das "Ehrfurcht vor der Schöpfung" heißen könnte. H. übernimmt hier engagiert den Hauptteil dieses Themas, wenn er sieht, wie andere Jugendliche achtlos oder auch bewusst und aggressiv herumkrabbelndes Kleingetier zertrampeln oder erschlagen. Oft müssen diese Aufgaben auf späteren Reisen, bei ähnlichen Vorgängen, auch massiv, wenn nötig, die Erzieher oder ich übernehmen, denn es gibt bei unseren Jugendlichen aufgrund vielfältigster Sozialisationsschäden in der frühen Kindheit durchaus die Lust am Tierquälen. Woher H., ein sonst durchaus problematischer Junge und zum erstenmal auf Auslandsreise und am Meer, diese besondere, im besten Sinne humane Einstellung hat, wissen wir alle nicht. Wir stellen sie nur, sehr positiv auch in der Gruppe wirksam, fest, vielleicht wusste er selbst von dieser Fähigkeit über sich noch nichts.
- Von Klaus S., einem deutschen Sozialpädagogen, der vor vier Jahren zusammen mit seiner Frau Deutschland den Rücken gekehrt hat und heute, inzwischen mit dreijähriger Tochter, ein großes Grundstück mit korsischem Steinhaus landwirtschaftlich bewirtschaftet, ganz in der Nähe unserer Bucht. Wir lernen ihn in der Bucht kennen und freunden uns mit ihm an, er hat die Gabe, als faszinierender Erzähler unsere Jugendlichen, vor allem abends am Lagerfeuer, zu beeindrucken. Sie hängen ihm sozusagen an den Lippen, wenn er Geschichten über Land und Leute aus der Sicht des hier ständig Lebenden erzählt, unsere Gruppe 1986 erhält so einen ganz anderen, tieferen Einblick auch in die Probleme des Landes und seiner Bewohner. Klaus und seine Familie leben heute, neben den Einkünften aus einer Schweinezucht, hauptsächlich von ihren selbsterzeugten Produkten, Ziegenkäse und Schwarzbrot, das in Korsika neben dem traditionellen Weißbrot langsam an Boden gewinnt. Er lädt uns ein in sein Haus und sein Grundstück, wir werden mit köstlich kühler Molke, einem Abfallprodukt der Käseherstellung, bewirtet und natürlich mit würzigem Käse und frischem Schwarzbrot. Er erklärt uns genau die langwierige Herstellung des Käses aus der Ziegenmilch, zeigt uns seinen aus Lehm selbstgebauten Backofen im Freien und natürlich alle seine Tiere in den selbstgebauten Ställen, der Höhepunkt dieses informativen Nachmittags. Zum Schluss führt er uns voll Stolz auf "seinen Berg", den er beim Kauf des Grundstücks miterstanden hat, zum Leidwesen einiger Jugendlicher, die nicht macciagerecht angezogen sind, aber trotzdem alle mitgehen.
- Von Christiane D., einer jungen Deutschen, die nach dem Abitur auf Korsika "hängengeblieben" ist. Sie arbeitet in den Wintermonaten auf einer großen Bergerie in den Bergen bei der Käseherstellung und verbringt den Sommer in "unserer Bucht" mit ihrem Pferd. Sie bringt unserer gesamten Mannschaft, zusammen mit unserer ebenfalls reiterfahrenen Erzieherin Frau B., das Reiten bei, einschließlich des zweiten Erziehers, Herrn T. und mir, ein für die ganze Gruppe wiederum sehr eindrückliches Erlebnis.
Es soll genügen mit der Schilderung von berichtenswerten Erlebnissen, die ich noch vielfältig weiterführen könnte.
Die Frage nach den Gefahren während der Reise taucht bei
besorgten Daheimgebliebenen immer wieder auf, auch in den geschilderten
Episoden dieses Berichts kann sie durchaus zutage treten. Ich bin mir der
vollen Verantwortung für Leib und Leben unserer Schützlinge bewusst. Wegen
dieser Last der Verantwortung und vieler Gedanken daran zögerte ich vor dem
endgültigen faktischen Durchführen der 1. Reise 1982 noch volle zwei Jahre.
Es ist unumgänglich notwendig bei solchen Reisen, dass zumindest eine
Person detaillierte und präzise Kenntnisse über Land und Leute besitzt. Im
Falle der Korsika-Reisen des Staatlichen
Waisenheims/Theodor-Rothschild-Hauses bin das ich, der über 15 Jahre,
privat und inzwischen mit unseren Jugendlichen, die Insel aus den
verschiedensten Blickwinkeln heraus genau kennt. Ich meine, einen
Erfahrungsschatz zu besitzen, der es mir erlaubt, ein in unseren dortigen
Aktionen enthaltenes Risiko voll verantwortlich zu kalkulieren und die
entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen zu treffen. Gerade dieses Risiko in
bestimmten Abschnitten der Reise, in der realen oft schwierigen Situation
vor Ort und deren Überwindung ("Überwindenskraft ", Kurt Hahn) ist aber der
starke Motor einer Erlebnispädagogik und setzt genau die von ihr
gewünschten positiven Kräfte zur Veränderung in unseren Jugendlichen
frei.
In internen Gesprächen ohne die Jugendlichen informiere ich die
begleitenden Erzieher vor der Reise über die immer wieder gleich
auftauchenden echten Gefah-renmomente des "Unternehmens Korsika" im
intensiven Gedankenaustausch. Schon mehrmals waren das Erzieher, die selbst
private Korsika-Urlaube hinter sich haben.
Zusätzlich greifen innerhalb der Gruppe der Jugendlichen die in der
Vorbereitungsphase erarbeiteten Verhaltensregeln, die die Erzieher und ich
bei jeder der vielen Vorbesprechungen quasi als Ritual wiederholen, um sie
so gleichsam in die Köpfe unserer Schützlinge zu engrammieren. Wer sich in
diesen Vorbesprechungen schon dagegen wehrt, muss zu Hause bleiben bis
jetzt kam dies noch nie vor! Wir kündigen an, dass wir diese Regeln in
Korsika, wenn nötig, auch massiv einfordern werden, bei echtem und
gefährlichem Fehlverhalten der Jugendlichen. Über allem schwebt die letzte
Konsequenz, die von den begleitenden Erziehern und mir mit vollem Ernst vor
den Jugendlichen vertreten wird: Wer in Korsika in gravierender Weise gegen
diese festgelegten Regeln verstößt, die sich auf den Schutz von Leib und
Leben beziehen, wird von einem der Erzieher oder mir zum Flughafen nach
Ajaccio, der Hauptstadt der Insel, gefahren und muss auf eigene Kosten den
Rückflug nach Stuttgart antreten (600 DM einfach). Bis jetzt kam diese
Regel nur ein einziges Mal in die Nähe der Ausführung bei besagtem S., der
den Inhalt des Gruppenrucksacks im Gebirge zerstörte. Dieser Junge war
nicht nur äußerst gemeinschaftsschwierig, sondern auch in einer irrealen
Überschätzung seiner eigenen Möglichkeiten oft realen Gefahren ausgesetzt.
Nach der massiven Ankündigung des Rückflugs konnte aber auch er sein
Verhalten so ändern, dass es tragbar wurde. Nur ein zweites Mal mussten wir
Erzieher bei einer Bergtour die konsequente Einhaltung der vorher
abgesprochenen Sicherheitsregeln einfordern, als sich zwei Mädchen bei der
Rast auf der
Altore-Hütte am Haut Asco unbemerkt zu einer Privatklettertour aus dem
Staube machten, glücklicherweise ohne Folgen, weil sie tatsächlich gute
Kletterer waren.
In einem Zeitraum von fünf Jahren sind das die einzigen zu berichtenden
größeren Verstöße, eine eigentlich beruhigende Tatsache. Natürlich wird
immer ein Restrisiko in solchen Unternehmungen übrigbleiben, das aber bei
jedem Schulausflug vorhanden und bei pädagogischen Gemeinschaftsaktionen
nie ganz auszuschließen ist. Man kann auch, und ich sage es ungern, im
Bodensee ertrinken.
Ich möchte zum Abschluss nicht verschweigen, dass meine Rolle als
Gesamtverantwortlicher der Reise, aber auch die der begleitenden Erzieher,
psychisch nicht immer ganz einfach zu verkraften ist. Im Einsatz rund um
die Uhr, im engen Aufeinanderleben mit 11 bis 12 Teilnehmern während 3
Wochen, bei auch physisch hohem Einsatz gilt es immer wieder, die
Anforderungen in einem richtigen Maß an Psycho- und Physiohygiene
auszupendeln. Auch andere erlebnispädagogische Autoren berichten darüber,
wie schwierig dieser unumgängliche Prozess für einzelne Mitarbeiter werden
kann. In der Regel nehmen unsere begleitenden Erzieher nach der Reise 1 bis
2 Wochen Urlaub, um v. a. psychisch zu regenerieren. Bei den halbjährigen
Segeltörns mit schwerstgestörten Jugendlichen besteht dieser Urlaub,
inzwischen insti-tutionalisiert, für die Mitarbeiter aus einem weiteren
halben Jahr (5, S. 18).
Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass wir in den letzten fünf Jahren über
40 wechselnde Jugendliche und uns selbst, nämlich 10 wechselnde Erzieher,
gesund und begeistert aus Korsika wieder nach Hause gebracht haben.
