Ergebnisse zur Effektivität von FAUSTLOS
Die vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg geförderte Studie zur Effektivität des Curriculums FAUSTLOS ist im deutschsprachigen Raum die erste wissenschaftliche Untersuchung eines Ansatzes zur Gewaltprävention an Grundschulen. Geplant und durchgeführt wurde die Evaluationsstudie von der Abteilung für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg unter der Leitung von Prof. Cierpka. In enger Kooperation mit den Oberschulämtern in Mannheim und Heidelberg wurde das Programm an insgesamt 14 Grundschulen (30 Klassen) über einen Zeitraum von drei Jahren eingesetzt. 7 weitere Schulen dienten als Kontrollgruppe.
Die Ergebnisse der Längsschnittstudie mit insgesamt vier Messzeitpunkten, zu denen Eltern, Kinder und Lehrkräfte befragt wurden, belegen - wie auch die entsprechenden Untersuchungen zum US-amerikanischen Original-Curriculum Second Step (Beland, 1988; Frey, Hirschstein & Guzzo,.2000; Grossmann et al., 1997; McMahon, Washburn, Felix, Yakin & Childrey, 2000) und die Ergebnisse einer Pilotstudie zu Faustlos (vgl. Hahlweg et al., 1988) - die gewaltpräventive und soziale Kompetenz fördernde Wirkung von FAUSTLOS (vgl. zusammenfassend den Abschlußbericht von Cierpka, Schick & Ott, 2001). So hatten die Faustlos-Kinder deutlich weniger soziale Ängste als die Kinder in der Vergleichsgruppe, waren empathischer geworden und lehnten aggressive Verhaltensweisen als Mittel der Konfliktlösung zunehmend ab.
Da Qualitätssicherungsmaßnahmen und Begleitforschung feste Bestandteile der Faustlos-Programme sind, soll auch das Faustlos-Curriculum für Kindergärten in einem mehrstufigen Prozess optimiert und evaluiert werden. Ein erster Schritt in diese Richtung konnte mit der finanziellen Unterstützung des Sozialministeriums Baden-Württemberg bereits gemacht werden. Äußerst wünschenswert wäre zudem eine weitere Befragung mit der bereits untersuchten Grundschulkinder-Stichprobe, um so die Stabilität und die längsschnittlichen Effekte des Curriculums zu überprüfen, denn langfristige positive Auswirkungen müssen letztlich der Maßstab sein, an dem der Erfolg von Gewaltprävention zu messen ist.
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