Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Videoprojekt "Konfliktgeschichten"
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Kontaktbüro Gewaltprävention : Projekt 42b- Videoprojekt "konfliktgeschichten"

Projekt 42b - Videoprojekt "Konfliktgeschichten"

Gesamt ID

42b

Projekttitel

Videoprojekt  "Konfliktgeschichten"

Kurzerklärung

Es sollte ein Medium für den Unterricht erstellt werden, das dazu beiträgt, dass über Konflikte im Schulalltag gesprochen wird und dazu anregt, im Rollenspiel verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu erproben.
Schüler sollten Konflikte aus dem Schulalltag nachspielen und verschiedene Lösungsmöglichkeiten dazu finden.
Sie sollten ein Drehbuch schreiben, die Konflikte im Film darstellen und Einblicke in ein Videoschnittprogramm erhalten.

Schulart Hauptschule mit Werkrealschule
Schulname Bismarckschule
PLZ 70469
Schulort Stuttgart
Straße Wiener Str.76
E-Mail-Adresse der Schule

info@bismarckschule-stuttgart.de

Startseite der Schule Icon-Extern  www.bismarckschule-stuttgart.de
Problembereich im Schulalltag Intern Icon  Verbalaggressionen
Intern Icon  Physische Aggressionen
Lösungsansatz Intern Icon  Kommunikation und Gesprächsführung
Intern Icon  Soziale Kompetenzen stärken
Projektjahr Schuljahr 2002/2003 und Schuljahr 2003/2004
Projektdauer Oktober 2002 bis April 2004
Klassenstufe 6
Schulischer Ansprechpartner

Frau Roswitha Pelka, Lehrerin
r.pelka@bismarckschule-stuttgart.de

Kooperationspartner

Dipl.Soz.Päd., Theaterpädagogin, Schulsozialarbeiterin
Anja Berger
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
Herr Thomas Herbst und Herr Hans-Jürgen Ramoth

Projektbeschreibung und Organisation

Das Projekt wurde als AG in der Schule angeboten. Es konnten alle Schüler von Klasse 5 bis Klasse 7 teilnehmen. Geblieben sind 8 Mädchen und 4 Jungen aus der Klassenstufe 6.
1.Phase Oktober, November 2002 Ideensammlung
Im improvisatorischen Spiel haben einzelne Schülergruppen Konflikte aus dem Schulalltag vorgespielt. Es ging sehr lebhaft zu. Wir griffen nur dann ein, wenn die Situation drohte außer Kontrolle zu geraten.
Die einzelnen Szenen nahmen wir mit unserer Kamera in der Schule auf, um möglichst alle Ideen festhalten zu können.
Bei den nächsten Treffen analysierten wir die Szenen.
Die Schüler erkannten, dass oft gar nicht zu verstehen war, was gesprochen wurde. Wir sprachen darüber, dass die Geschichte einen Aufbau und einen Spannungsbogen bekommen muss. Die Vorschläge der Schüler dazu wurden von uns notiert und es
wurde wieder und wieder geprobt.
Während der Proben war es immer wichtig zu reflektieren:
Wie ist der Konflikt entstanden?
Wie könnte man den Konflikt anders lösen?
Wie kann man das im Film einer Schulklasse klarmachen?
Am Ende dieser Phase hatten wir 4 Gruppen mit 4 Konfliktgeschichten.

  •   Fies sein
  •   Beschimpfungen
  •   Sachen wegnehmen
  •   Freundinnenstreit

2. Phase Dezember 2002 bis März 2003

Erarbeitung des Drehbuches
Wir trafen uns regelmäßig einmal in der Woche, bestellten uns an einem Nachmittag aber immer nur eine Gruppe.
Die Schüler und Schülerinnen kannten ihre Geschichte noch genau. Sie mussten nun bei den Proben lernen, die Geschichte in einzelne Szenen zu zerlegen, eine Spannung aufzubauen und den Höhepunkt, den Konflikt genau herauszuarbeiten.
Die Dialoge, die in ihrem Rollenspiel entstanden, wurden von uns mitgeschrieben. Es war uns wichtig, dass die Schüler spontan sprachen und keine Texte auswendig lernten. Frau Berger arbeitete mit den Schülern und Schülerinnen diese Rollen intensiv aus. Sprachübungen und Übungen aus der Theaterpädagogik flossen in diese Arbeit immer wieder mit ein.
Am Ende dieser Phase hatte jede Gruppe ihre Geschichte ausgearbeitet. Die Geschichten wurden von uns als Drehbuch niedergeschrieben.

3. Phase April 2003 Szenenproben
Zu den Nachmittagen kamen jetzt jeweils zwei Gruppen, die sich gegenseitig ihre Geschichte vorspielten.
Wir besprachen mit den Schülern, wie die Drehtage ablaufen werden.

4. Phase Mai 2003 Drehen
Mit Herrn Herbst und Herrn Ramoth vom Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hatten wir zwei Drehtage verabredet.
Wir begannen täglich um 8.30Uhr und arbeiteten bis 16.00 Uhr.
Am ersten Drehtag wurden alle Szenen abgedreht, in denen nur die Teilnehmer der Projektgruppe spielten. Die Spieler, die gerade nicht dran waren, bekamen wichtige Aufgaben. Die Klappe musste bedient werden. Der Drehplan musste genau geführt werden.
Am zweiten Drehtag wurden die Szenen gedreht, die in einer Schulklasse spielten.
Wir wählten dafür Klasse 6a und Klasse 6c, da die "Schauspieler" auch aus diesen Klassen kamen. Die Klassen kannten die Geschichten vorher nicht und waren demnach sehr gespannt.
Die Arbeit in der Klasse begann mit Übungen aus der Theaterpädagogik. So konnten sich die Schüler lockern und vergaßen schnell, dass in der Klasse zwei Kameras das Geschehen aufnahmen. Frau Berger führte uns in diesen Übungen in Phantasiewelten und wir drückten Gefühle und Bewegungen verschiedenster Art aus. Wir hatten alle viel Spaß dabei. Ganz wichtig war das "Freeze" am Ende jeder Übung. Bei dem Ruf "Freeze" verharrte jeder still in der momentanen Position.
Nach dieser Aufwärmphase erzählten die Schauspieler vor der Klasse ihre Geschichte und es wurde geprobt und letztlich gedreht.
Am Ende dieser beiden Tage hatten wir 2,5 Stunden Filmmaterial. Daraus sollte nun ein Film von ungefähr 20 Minuten entstehen.

5. Phase Juli, Oktober, November 2003
Einführung in den Videoschnitt, Grobschnitt
In der Medienwerkstatt des Landesmedienzentrums lernten wir zuerst das Videoschnittprogramm Adobe Premiere 6.5 kennen.
Wir schauten uns unser gedrehtes Material an und wählten die Szenen aus, die wir im Film verwenden wollten. Diese Szenen wurden dann in den PC zur weiteren Bearbeitung eingespielt.

6.Phase bis Februar 2004
Feinschnitt und Fertigstellung als VHS und DVD
Auch bei dieser Arbeit waren die Schüler beteiligt.

7.Phase März, April 2004
Einsatz im Unterricht, Präsentationen
Der Film wurde im Kollegium vorgestellt.
Einige Kollegen erprobten das Medium im Unterricht und gaben positive Rückmeldungen.
Am 28.April zeigten wir den Film im Bonatz-Bau in Feuerbach. Dazu kamen Vertreter der umliegenden Schulen, der Polizei, der Erziehungsberatungsstelle Zuffenhausen, des Gemeinderates, der Presse und Frau Miola vom Kontaktbüro für Gewaltprävention.
Unser Ziel ist es, dass unser Film auch in anderen Schulen dazu anregt "Konfliktgeschichen" aufzuarbeiten.

Information über das Internet
Das Landesmedienzentrum hat dieses Projekt ins Internet gestellt.
Man erreicht es über folgenden Weg:

Icon-Extern  http://www.lmz-bw.de/ , dort geht man weiter zu Icon-Extern  http://www.mediaculture-online.de/ , dann klickt man Medienprojekte und dort dann Media Culture-Praxis an. Unter den Projekten, die im Rahmen der Medienoffensive durchgeführt wurden findet man die "Konfliktgeschichten" und dort kann man sich dann einzelne Szenen als Video ansehen oder auch herunterladen.

Meinungen

Zu Beginn des Projektes sind einige Schüler abgesprungen, weil es ihnen nicht schnell genug ging. Sie wollten gleich den Film drehen.
Das Proben und Spielen währen der 2.Phase machte den Schülern viel Freude. Manchmal mussten wir sie bremsen und dazu anhalten, bei ihrer Geschichte zu bleiben und nicht immer
klar, was ein Drehbuch ist.
Großen Wert legten wird darauf, dass immer wieder an den Fragen gearbeitet wurde:

Wie ist der Konflikt entstanden?
Wie könnte man den Konflikt anders lösen?
Wie kann man das im Film einer Schulklasse klarmachen?
Die Drehtage waren der Höhepunkt für die Schüler. Sie arbeiteten konzentriert und mit viel Ausdauer.
Nach den beiden Drehtagen haben wir in den Klassen eine Feedbackrunde gemacht.
Bis auf zwei Schülern, denen zu wenig Action dabei war, hat allen anderen diese Arbeit viel Spaß gemacht. Sie fanden gut, dass die ganze Klasse an diesem Projekt beteiligt war und mitspielen konnte. Außerdem äußerten sie sich folgendermaßen: Wir haben gelernt, wie lange es dauert einen Film zu drehen und dass die Szenen oft wiederholt werden müssen. Wir haben gelernt ruhig zu sein, denn wenn gedreht wurde, mussten wir immer ganz ruhig sein. Wir waren neugierig. Wir haben gesehen, dass Nahaufnahmen und verschiedene Einstellungen bei der gleichen Szene gemacht werden müssen. Wir mussten laut sprechen, damit man uns auch gut verstehen konnte. Wir hätten den Film gerne gleich angeschaut. Wir sind gespannt, wenn wir den Film später sehen werden, wie wir darin ausgesehen haben.
Beim Grobschnitt und Feinschnitt waren die Schüler nur noch wenig beteiligt. Wir mussten dazu immer ins Landesmedienzentrum fahren und haben dort mehrere Stunden gearbeitet. Deshalb hat es dann auch noch so lange gedauert, bis der Film fertig war. Es zeigte sich, dass die Schüler damit überfordert waren, stundenlang vor dem Bildschirm konzentriert und genau zu arbeiten und auch geduldig zu warten, wenn etwas nicht funktioniert hat. Sie konnten sich nach einer Stunde nicht mehr auf die Arbeit konzentrieren. Optimal wäre es für solch ein Projekt, wenn an der Schule sowohl die technische Ausstattung, als auch ein Lehrer, eine Lehrerin, die sich gut mit Videoschnitt auskennen vorhanden wären, damit diese Arbeit an der Schule und damit regelmäßig und in kleinen Schritten stattfinden könnte. Es ist überhaupt zu empfehlen mit einem kurzen Film zu beginnen, damit sich das Projekt nicht so lange hinzieht. Für den internen Gebrauch muss solch ein Film auch nicht perfekt geschnitten werden. Immer neue Versuche mit neuen Geschichten und Lösungsmöglichkeiten und diese selbst zu spielen, sind für die Schüler sicher motivierender, als sich nur einen Film anzusehen.

fies seinBild 1: Fies sein

FreundinnenstreitBild 2: Freundinnenstreit

BeschimpfungenBild 3. Beschimpfungen

Sachen wegnehmenBild 4 Sachen wegnehmen

VideoschnittBild 5: Schülerinnen beim Videoschnitt in der Medienwerkstatt des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg.

 

Anlagen  
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Medienkategorie  
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