Netzwerk gegen Gewalt an Schulen
Verschiedene spektakuläre Vorkommnisse haben in jüngster Zeit das Thema Gewalt im Zusammenhang mit Schule wieder verstärkt in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion gerückt. Die Auseinandersetzung konzentriert sich dabei insbesondere auch auf die Frage, ob und in welchem Ausmaß Schule der Entstehung und Entwicklung von Aggression und Gewalt mit erzieherischen bzw. pädagogischen Mitteln begegnen kann.Die Thematik ist prinzipiell nicht neu: Bereits in den vergangenen Jahrzehnten wurden in unregelmäßigen zeitlichen Abständen - häufig im Kontext drastischer Einzelfälle - Erscheinungsformen, Ursachen und Ausmaß von Gewalt sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention mit unterschiedlicher Intensität und teilweise kontrovers in Presse, einschlägiger Fachliteratur und verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen erörtert.
Im Ergebnis bestand Einigkeit darin, dass Formen von Aggression und Gewalt ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, nicht aber ein spezifisch schulisches Problem sind. Insofern handelt es sich weniger um den Komplex "Gewalt in der Schule" als vielmehr um das Themenfeld "Schule und Gewalt". Das heißt nicht, dass Schule sich der Verantwortung entziehen kann, Entwicklungen, Ursachen und Prozessen, die aggressionsbestimmtes Verhalten oder Gewaltbereitschaft fördern - dazu gehören auch fremdenfeindliche und rechtsextremistische Strömungen - mit allen Mitteln nachhaltig entgegenzuwirken. Hierfür bedarf sie der Unterstützung aller gesellschaftlich relevanten Institutionen, insbesondere auch im unmittelbaren schulischen Umfeld.