Schriftspracherwerb
Frau Professor Füssenich beschreibt in ihrem Beitrag
"Ist es mit dem Lesen wie mit dem Küssen?"
den Erwerb der Lesefähigkeit
sowie Maßnahmen zur Leseförderung. Am Ende des Beitrags ist eine
ausführliche Literaturliste angefügt, die eine umfangreiche Auflistung von
Materialien zum Vorlesen, stillen Lesen und zur Leseübung enthält.
Entwicklungsmodell des Lesen- und Schreibenlernens (Valtin 1993)
| Fähigkeiten und Einsichten | Lesen | Schreiben | |
| 1 | Nachahmung äußerer Verhaltensweisen | "Als-ob"-Vorlesen | Kritzeln |
| 2 | Kennnisse einzelner Buchstaben an Hand figurativer Merkmale | Erraten von Wörtern aufgrund visueller Merkmale von Buchstaben oder -teilen (Firmenembleme benennen) | Malen von Buchstabenreihen, Malen des eigenen Namens |
| 3 | Beginnende Einsicht in den Buchstaben-Laut-Bezug, Kenntnis eigener Buchstaben/Laute | Benennen von Lautelementen, häufig orientiert am Anfangsbuchstaben, Abhängigkeit vom Kontext | Schreiben von Lautelementen (Anlaut, prägnanter Laut zu Beginn des Wortes), "Skelettschreibungen" |
| 4 | Einsicht in die Buchstaben-Laut-Beziehung | Buchstabenweises Erlesen (Übersetzen von Buchstaben- und Lautreihen), gelegentlich ohne Sinnverständnis | Phonetische Schreibungen nach dem Prinzip "Schreibe, wie du sprichst" |
| 5 | Verwendung orthografischer bzw. sprachstruktureller Elemente | Fortgeschrittenes Lesen: Verwendung größerer Einheiten (z.B. mehrgl. Schriftzeichen, Silben, Endungen wie -en, -er) | Verwendung orthografischer Muster (z.B. -en, -er; Umlaute), gelegentlich auch falsche Generalisierungen |
| 6 | Automatisierung von Teilprozessen | Automatisiertes Worterkennen und Hypothesenbildung | Entfaltete orthografische Kenntnisse |