Landesbildungsserver Baden-Württemberg - Theaterpädagogische Aktionen
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Theaterpädagogische Aktionen

Bei theaterpädagogischen Aktionen schlüpfen Kinder in eine andere, fremde Rolle und erleben Situationen aus einer neuen Perspektive. Beispielhafte Methoden sind: Mitspieltheater, Rollenspiele, Figurentheater, Tisch- und Kartontheater. Durch eigenes Agieren werden Geschichten individuell verarbeitet und bleiben nachhaltig in Erinnerung.

Beispiel: die Methode „jeux dramatiques – Ausdrucksspiel aus dem Erleben“
Der Text wird vom Spielleiter bzw. von der Spielleiterin vorgelesen (z.B. “Wo die wilden Kerle wohnen“ von Maurice Sendak). Jedes Kind in der Gruppe wählt sich ein Subjekt oder Objekt der Geschichte aus (z.B. Max, die Kerle – es können unendlich viele sein, Bäume, das Schiff, der Geruch des Essens, der Max wieder nach Hause lockt – alles kann gespielt werden). Mit Requisiten, z.B. Tüchern, verkleiden sich die Kinder. Die Geschichte wird noch einmal vorgelesen, diesmal jedoch mit Pausen, in denen die Spielfiguren (pantomimisch) agieren. Es geht nicht um eine Aufführung der Geschichte, sondern um ein Nacherleben.

Quelle:    Lese-Rezepte: neues Lernen in der Bibliothek / Elfi Fritsche ; Gudrun Sulzenbacher. [Pädagogisches Institut für die Deutsche Sprachgruppe]. Wien: öbv und hpt, 1999. - 119 S.:III. ISBN: 3-209-02864-8


Beispiel: „Standbilder“ zu Märchen
Verschiedene Gruppen erhalten einen darzustellenden Textausschnitt, aus dem sie die wichtigsten Passagen herausarbeiten. Diese Schlüsselsituationen werden zunächst in Kleingruppen in Form von Standbildern und mit Hilfe von Requisiten dargestellt. Nacheinander zeigen die Gruppen ihre Standbilder und die anderen erraten den entsprechenden Ausschnitt. Zum Abschluss wird das Märchen in der richtigen Reihenfolge der Standbilder nachgespielt.

Beispiel: „Erzählspiel“ der Kinderbücherei im Wilhelmspalais Stuttgart
Das in der Kinderbücherei im Wilhelmspalais Stuttgart entwickelte szenische Erzählspiel ist eine Mischform zwischen traditionellem Märchen erzählen und freiem Theaterspiel. Die Jugendlichen lernen die Geschichten aus den Bücherregalen kennen, indem sie diese leibhaftig und lebendig erleben und mitgestalten. Sie finden einen atmosphärischen Raum, dekoriert mit Kostümen und Requisiten der Geschichte. Sie erfahren die Handlung durch die Erzählerin, die den roten Faden spinnt und die Schülerinnen und Schüler mit einbezieht. Die Jugendlichen identifizieren sich zunehmend mit den Personen und schlüpfen im Verlauf des Geschehens mehr und mehr in ihre Rolle. Ihre Impulse werden aufgenommen und im Sinne der Vorlage weiterentwickelt. In der Interaktion zwischen Erzählerin und Spielenden entwickelt sich die Geschichte immer wieder aufs Neue.
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