Geschichte der europäischen Einigung 2

1992 Die Staatengemeinschaft unterzeichnet in der niederländischen Stadt Maastricht den Vertrag über die Europäische Union.

1993 Der Binnenmarkt gilt seit dem 1. Januar als verwirklicht.
Am 1. November tritt der "Maastrichter Vertrag" in Kraft - damit ist die Europäische Union gegründet. In diesem Abkommen wurde das Mitentscheidungsverfahren des Europäischen Parlaments eingeführt, das damit in ausgewählten Politikbereichen zum gleichberechtigten Gesetzgeber neben dem Rat wurde. Jede neu eingesetzte Kommission war von der Zustimmung des Europäischen Parlaments abhängig. Seine Prüfungs- und Untersuchungsrechte wurden ausgebaut, es kann Untersuchungsausschüsse einrichten und gegen die anderen Institutionen vor dem Gerichtshof klagen.

1995 Finnland, Österreich und Schweden treten bei. Die Gemeinschaft wächst auf 15 Staaten an.

1997 Die Außenminister der 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterzeichnen den Vertrag von Amsterdam. Der sollte ursprünglich dazu dienen, die Europäische Union auch nach der Osterweiterung handlungsfähig zu halten. Eine durchgreifende Reform der EU scheiterte allerdings und machte weitere Reformen nötig. Mit dem Vertrag von Amsterdam wurde das Ziel zur Einrichtung des "Raumes für Freiheit, Sicherheit und des Rechts" in die Verträge aufgenommen.

1998 Die Beitrittsverhandlungen mit Estland, Polen, Slowenien, Tschechischer Republik, Ungarn und Zypern werden aufgenommen.

1999 Am 1. Januar beginnt die Europäische Währungsunion. Der EURO ist geboren. Er wird zunächst nur als Buchgeld verwendet.

2000 Die Erweiterungsverhandlungen mit Bulgarien, Lettland, Litauen, Rumänien, der Slowakischen Republik und Malta werden aufgenommen.

2001 Der Vertrag von Nizza wird unterzeichnet. Er ersetzt die bisher notwendige Einstimmigkeit in den Beschlüssen durch die so genannte "qualifizierte Mehrheit" und tritt am 2.1.2003 in Kraft.

2002 Der EURO wird in 12 Mitgliedstaaten der EU alleiniges Zahlungsmittel. Der Europäische Verfassungskonvent zur Zukunft der Europäischen Union nimmt im Februar seine Arbeit auf. Der Europäische Rat beschließt auf dem Gipfel von Kopenhagen die Aufnahme von Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Tschechien, der slowakischen Republik, Slowenien sowie Ungarn und Zypern.

2003 Am 16. April werden in Athen die Beitrittsverträge der 10 neuen EU-Mitglieder Estland, Lettland. Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und Zypern unterzeichnet. Der EU-Konvent legt im Juli den Entwurf für eine Europäische Verfassung vor, die Regierungskonferenz nimmt ihre Arbeit auf.

2004 Seit dem 1. Mai besteht die Europäische Union aus 25 Mitgliedstaaten und umfasst damit insgesamt ca. 453 Millionen Menschen.

Am 18. Juni 2004 kann zwischen den Staats- und Regierungschefs eine Einigung über die bis dahin strittigen Punkte des Europäischen Verfassungsentwurfs erzielt werden. Die Arbeiten der Regierungskonferenz werden am 29. Oktober 2004 mit der Unterzeichnung des Verfassungvertrags abgeschlossen.
Die Europäische Verfassung muss ein Ratifizierungsverfahren in allen Mitgliedstaaten durchlaufen. Nach den jeweiligen nationalen verfassungsrechtlichen Voraussetzungen wird entweder durch Volksabstimmung oder Parlamentsbeschluss entschieden

2005 Die Ratifizierung der Verfassung kommt ins Stocken, als die Franzosen und Niederländer in Volksabstimmungen den Vertrag ablehnen. Ist Europa in der Krise? Da kein "Plan B" existiert, verordnet sich die EU in dieser Frage eine Denkpause. Unterzeichnung der Beitrittsverträge zwischen der EU und Bulgarien und Rumänien. Mit Kroatien und der Türkei werden Beitrittsverhandlungen aufgenommen.

2007 treten Bulgarien und Rumänien der EU bei, die Gemeinschaft umfasst damit 27 Mitglieder. Zum 1. Januar 2007 wird in Slowenien der Euro eingeführt, zum 1. Januar 2008 auch in Malta und im griechischen Teil Zyperns.
Als Ersatz für den letztlich gescheiterten Vertrag über eine Verfassung für Europa erarbeitete der Europäische Rat unter deutscher und portugiesischer Ratspräsidentschaft stattdessen den Vertrag von Lissabon. Er zielte ebenfalls auf eine institutionelle Stärkung der Gemeinschaft und wurde am 13. Dezember unterzeichnet. Bis Mitte 2009 - zur Europawahl 2009 - sollten ihn alle Staaten ratifiziert haben. Am 12. Juni 2008 wurde der Vertrag von Lissabon in Irland durch ein von der irischen Verfassung vorgeschriebenes Volksreferendum abgelehnt.

 

2009 wird der Vertrag von Lissabon von allen EU-Mitgliedstaaten unterzeichnet und tritt damit im gleichen Jahr in Kraft. Die EU bekommt so moderne Institutionen und effizientere Arbeitsverfahren.

 

Seit 2010 ist viel passiert. Mehreren Ländern muss bei Finanzschwierigkeiten geholfen werden, die EU gründet die Bankenunion, die für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit im Bankensektor sorgen soll. Der Klimawandel ist ein wichtiges Thema, Ziel ist es, schädliche Emissionen zu reduzieren. 

2012 wird der Europäischen Union den Friedensnobelpreis verliehen.

2013 wird Kroatien der 28. EU-Mitgliedstaat.

2014 werden bei der Europawahl  mehr europakritische Abgeordnete ins Europäische Parlament gewählt. Wegen der Annexion Russlands der Halbinsel Krim wird eine neue Sicherheitspolitik eingeführt. Desweiteren bricht im Nahen Osten und in verschiedenen anderen Weltregionen ein religiöser Extremismus aus, was zu großen Unruhen und Kriegen führt. Infolgedessen fliehen viele Menschen aus ihrer Heimat nach Europa. Die EU muss nach wie vor nach Lösungen suchen, um diese Menschen aufzunehmen (vgl. "Die EU und die Flüchtlingskrise") . Auch die Terroranschläge häufen sich in Ländern der EU.

2016 durch den Putschversuch in der Türkei und das Verhalten des Landes stocken die Aufnahmeverhandlungen.