U18-Jugendwahl: Hintergrund

U18 ist die Wahlmöglichkeit für alle Kinder und Jugendliche als "Pendant" zu den 'echten Wahlen'. Bis zu neun Tage vor einer regulären Wahl dürfen alle unter 18-jährigen unter nur leicht veränderten Bedingungen ihre Stimme abgeben. Die Teilnahme steht Kindern und Jugendlichen aller Nationalitäten, die unter 18 Jahre alt sind, offen.

U18 startete 1996 in einem Wahllokal in Berlin und ist mittlerweile zu einer der wichtigsten politischen Bildungsinitiativen für Kinder und Jugendliche in Deutschland herangewachsen. Aus der ursprünglich regionalen Initiative ist inzwischen die größte politische Bildungskampagne für Menschen unter 18 in Deutschland geworden, die von den führenden Kinder- und Jugendorganisationen Deutschlands unterstützt wird. Dass die Jugendwahl im Vorfeld der aktuellen Landtagswahl durchaus von Bedeutung ist, lässt sich beispielsweise auch an den Statements der SpitzenkandidatInnen und jugendpolitischen SprecherInnen der Fraktionen in einem kleinen Video auf der U18-Projekt Homepage (siehe Infokasten) erkennen, in denen sie Kinder und Jugendlichen dazu aufrufen, die U18 Wahl zu nutzen und dazu auffordern, wählen zu gehen.

Das Ziel des Projektes ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, Politik zu verstehen, Unterschiede in den Partei- und Wahlprogrammen zu erkennen und Versprechen von Politikerinnen und Politikern zu hinterfragen. Kinder und Jugendliche sollen auf diese Weise ihre eigenen Interessen erkennen und formulieren lernen, selbst Antworten auf politische Fragen finden - und so aktiv ihre eigene Lebenswelt mitgestalten.

Aktuell findet im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg eine U18-Jugendwahl statt. Koordiniert wird das gesamte U18-Projekt vom Landesjugendring Baden-Württemberg e.V. und der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Baden-Württemberg e.V. Zusätzlich gibt es in einigen Stadt- und Landkreisen regionale Anlauf- und Kontaktstellen. Diese und viele weitere Informationen sind auf der Homepage der zu finden. Hier gibt es beispielsweise auch eine Übersicht aller insgesamt 150 Wahllokale in den einzelnen Wahlkreisen.

In einigen Bundesländern können Jugendliche bei Kommunalwahlen zwar schon ab 16 wählen, in Baden-Württemberg ist das jedoch nicht der Fall. Durch die U18-Wahl im Vorfeld der Landtagswahl 2011 sollen Kinder und Jugendliche auch auf landespolitischer Ebene an das Thema Politik herangeführt werden, indem sie sich intensiv mit demokratischen Strukturen auseinandersetzen, eigene Mitwirkungsmöglichkeiten und –rechte kennen lernen und so Politik praktisch erfahren. Durch dieses Projekt kann häufig vorhandenes Engagement und politisches Interesse der jungen Menschen aufgegriffen und verstärkt werden

Auf der Ebene der Politik soll durch die U18-Jugenwahl eine Sensibilisierung für die Interessen und Themen der Kinder und Jugendlichen erreicht werden und letztendlich das Ziel, eine kinder- und jugendfreundliche Gesellschaft zu schaffen, verfolgt werden.

Wie genau läuft U18 in Baden-Württemberg ab? Neun Tage vor der „echten" Wahl, also von Montag 14. bis Freitag 18. März, sind landesweit alle Menschen unter 18 Jahren aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. In Jugendhäusern und -treffs, in Schulen und bei den Verbänden sind in dieser Zeit die Wahllokale geöffnet. Kinder und Jugendliche erhalten im Wahllokal einen Stimmzettel für ihren Wahlkreis und wählen ihre KandidatInnen und ihre Partei. Im Anschluss erfolgt die Auszählung der Stimmzettel öffentlich und durch die jungen Menschen selbst. Im Internet werden die ersten Hochrechnungen veröffentlicht und gegen 22 Uhr wird dann bekannt gegeben, wie der Landtag aussähe, wenn er von Kindern und Jugendlichen gewählt würde.

Der Wahltag selbst ist aber nur der Höhepunkt einer langfristigen, inhaltlichen Auseinandersetzung mit Politik. Denn zurzeit können Kinder und Jugendliche in vielen spannenden Teil-Projekten erfahren, wie Demokratie funktioniert und was politisches Engagement bedeutet. Eines dieser Projekte sind die Zukunftskonferenzen, bei denen sich im Vorfeld der Landtagswahl junge Menschen unter anderem mit den Programmen der Parteien sowie den Wahlversprechen der PolitikerInnen auseinandersetzen.