"Gott zum Ruhm und den Menschen zur Freude"? Oberschwäbischer Barock am Beispiel des Klosters Schussenried
Hintergrund
Bedeutung
Ungefähr ab dem Jahr 1600 beginnt in der europäischen Architektur, Plastik, Malerei, Literatur und Musik die Epoche des Barock. Im Zeitalter des Absolutismus, dem 17. und 18. Jahrhundert spielt die Barockkunst und -architektur eine entscheidende Rolle: Es entstanden viele opulente Barockresidenzen, die zur Verherrlichung der Fürsten beitragen sollten, allen voran das Schloss Versailles des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV.
Die zahlreichen oberschwäbischen Barockklöster und -kirchen wie das "Neue Kloster" Schussenried und die Wallfahrtskirche Steinhausen entstanden bereits in der Spätphase des Barock. Auch sie sind ein prunkvoller Ausdruck von Macht und Hoheit, herrschten doch die Klöster ebenfalls über eigene Territorien.
Klösterliche Herrschaft in Oberschwaben lässt sich also als absolutistische Herrschaft betrachten, was sich für die Schussenrieder Untertanen nicht zuletzt während des Baus der barocken Klosteranlage in den 1750er Jahren bemerkbar machte. Sie wurden hierbei vom Kloster zu Fronfuhren herangezogen und mussten bei Verweigerung mit einer Bestrafung durch die klostereigene Gerichtsbarkeit rechnen.
Anhand des Bildprogramms der Wallfahrtskirche Steinhausen kann außerdem exemplarisch nachvollzogen werden, dass die barocken Sakralbauten die Gläubigen an die Katholische Kirche binden sollten. Dass dies nicht ohne Erfolg blieb, zeigte sich in der Beliebtheit der Wallfahrten nach Steinhausen.

B 4 Der Obermarchtaler Abt Wierith bei Ludwig XIV., Ausschnitt des Deckengemäldes im Bibliothekssaal des Klosters Schussenried. Obwohl sich die Bedeutung und Macht des Königs sehr von der des Abtes abhob, stehen sich hier zwei absolutistische Herrscher gegenüber. (© Waltraud Wolf, zitiert nach Wikipedia)
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