Die ersten NS-Verfolgungsaktionen 1933 am Beispiel des KZ Heuberg.  Welche Funktion hatten die frühen Lager?

Hintergrund

Bedeutung


 

Angesichts antipluralistischer und demokratiefeindlicher Tendenzen in vielen Staaten, aber auch in Teilen unserer Gesellschaft erscheint die Beschäftigung mit der Anfangsphase der NS-Herrschaft besonders aufschlussreich, zeigt sich doch, wie schnell bürgerliche Freiheiten abgeschafft und autoritäre Strukturen etabliert werden können.

Die Monate nach der Machtübernahme am 30. Januar 1933 markieren im Geschichtsunterricht außerdem eine Gelenkstelle zwischen der Weimarer Republik und dem Nationalsozialismus. So erfolgt die „Reichstagsbrandverordnung“ auf der Basis des Artikels 48 der Weimarer Verfassung und legitimiert gleichzeitig die Ausschaltung der politischen Opposition durch die Nationalsozialisten. Das Instrument der „Schutzhaft“ ist ebenso vorhanden wie Listen potenzieller Staatsfeinde, die schon Ende der 1920er-Jahre angelegt worden sind.

Das Unterrichtsmodul zum KZ Heuberg umfasst zwei Schwerpunkte: Biografische Dokumente – vor allem die Briefe des Ebinger Schriftsetzers Karl Lang aus der Haft – richten den Fokus auf die einzelnen Häftlinge und die Haftgründe, die nicht nur politisch motiviert sind. Ein umfangreiches Korpus an Artikeln aus der Lokalpresse ermöglicht eine klassische Quellenarbeit mit dem Ziel, die Darstellung des KZs in der Öffentlichkeit zu untersuchen. Die Leitfrage lautet beidesmal: Welche Funktion haben die frühen KZs für die Sicherung der NS-Herrschaft?

Da die Materialien verschiedene Niveaustufen umfassen, ermöglichen sie eine binnendifferenzierte Behandlung des Themas und eine Verwendung sowohl in der Sek. I als auch in der Sek. II.

 

B 3 Häftlingsappell im KZ Heuberg

 

 

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen -


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