Das Kloster Lorsch als Macht-, Wirtschafts- und Bildungszentrum in karolingischer Zeit (8./9.Jh.)

Behandlung des Themas in der Schule

Behandliung des Themas

2.1 Bildungsplan

Standardstufe: 6+8 GS (Klasse 6) Sek.I (Klasse 7) Sek.II (Klasse 10)

Standard:

3.1.4 Von der Spätantike ins europäische Mittelalter � neue Religionen, neue Herrscher, neue Zentren (2)

3.2.1 Europa im Mittelalter � Lebenswelten in der Agrargesellschaft und Begegnungen mit dem Fremden (1+2)

Inhalte:

Frankenreich (Kirche, Reisekönigtum, Kaisertum), Kloster (Klerus, Klosterschule), Grundherrschaft (Bauern, Abgabe, Frondienst, Dreifelderwirtschaft)

Prozessbezogene Kompetenzen:

Gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Aspekte mittelalterlicher Lebenswelten analysieren und bewerten

Ordnungsprinzipien von Herrschaft und Gesellschaft im europäischen Mittelalter, insbesondere personale Bindungsverhältnisse beschreiben und bewerten


2.2 Didaktische Hinweise

Das Modul kann den Vorgaben des Bildungsplans 2016 entsprechend entweder bereits nach einer Behandlung der Grundzüge der Entwicklung des Frankenreichs am Ende von Klasse 6 oder im Rahmen der Betrachtung mittelalterlicher Lebensräume zu Beginn von Klasse 7 eingesetzt werden. Dabei eignen sich die Materialien des Moduls für eine kombinierte (und damit zeitökonomische) Betrachtung des klösterlichen wie des ländlichen Lebensraumes.

Das Modul beinhaltet einen relativ knappen einführenden Materialteil zum Begriff des Klosters bzw. zum klösterlichen Leben im Allgemeinen sowie zur Gründungsgeschichte des Klosters Lorsch im Besonderen. Daran schließen sich drei Stationen zu folgenden Themen an:

1. Kloster Lorsch als Stützpunkt königlicher Macht

2. Kloster Lorsch als Zentrum von Wissenschaft und Bildung

3. Kloster Lorsch und das System der Grundherrschaft.

Das Modul ist in sich nach drei Niveaustufen differenziert, wobei die Differenzierung innerhalb der einzelnen Stationen v .a. durch ein unterschiedlich breites bzw. mehr oder weniger anspruchsvolles Materialangebot, verschiedene methodische Zugänge sowie durch Fragestellungen bzw. Arbeitsanweisungen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade bzw. Anforderungsbereiche erreicht wird. Letztere tragen durchweg der Kompetenzorientierung des Bildungsplans Rechnung, wobei mit Blick auf die einzelnen Niveaustufen allerdings unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt wurden.


2.3 Verlaufsplanung/Materialien

Zeit/Phase Inhalte/
methodische Hinweise
Material
G M E
1. Doppelstunde
Einstieg Sofern die klösterliche Lebenswelt nicht bereits im vorangegangenen Unterricht eigens thematisiert wurde, sollten einige für die Arbeit mit dem Modul grundlegende Zusammenhänge und Begriffe mittels eines knappen Darstellungstextes in einem einführenden Unterrichtsgespräch geklärt (bzw. wiederholt) werden: Was ist ein Kloster/Mönch/Abt/Novize? Weshalb zogen sich Menschen in Klöster zurück? Wie war das Leben in Benediktinerklöstern geregelt? AB 1
Arbeitsphase 1



Präsentation
In einer ersten selbstständigen Arbeitsphase beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler exemplarisch mit der Gründungsgeschichte des Klosters Lorsch, indem sie Auszüge aus der Klosterchronik mit Bildquellen verknüpfen. Den Arbeitsblättern für die beiden unteren Niveaustufen sind darüber hinaus einige Erschließungsfragen beigegeben, die entweder mit den Schülerinnen und Schülern gemeinsam erarbeitet (G-Niveau) oder in Einzelarbeit vorbereitet und dann besprochen werde (M-Niveau). Alternativ kann auf E-Niveau unter Verzicht auf Lenkungsfragen die Erstellung und Präsentation eines völlig frei gestalteten Zahlenstrahls zur Aufgabe gemacht werden.

AB 2a

AB 2b

AB 2c

Arbeitsphase 2 Den Schülerinnen und Schülern werden an drei verschiedenen Tischen die Materialien zu den Themen �Kloster Lorsch als Stützpunkt königlicher Macht�, �Kloster Lorsch als Zentrum von Wissenschaft und Bildung�, �Kloster Lorsch und das System der Grundherrschaft� zur Verfügung gestellt. Bei sehr heterogenen Lerngruppen dürfte sich dabei eine interne Differenzierung nach Anforderungsniveaus empfehlen. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten in Einzel- oder Partnerarbeit möglichst alle, mindestens aber zwei Themen ihrer Wahl und halten ihre Ergebnisse auf den Arbeitsblättern fest.

AB 3a

AB 4a

AB 5a

AB 3b

AB 4b

AB 5b

AB 3c

AB 4c

AB 5c

2. Doppelstunde
Arbeitsphase 2 (Fortsetzung) Die Arbeit an den Stationen wird sukzessive fortgesetzt. Fertiggestellte Arbeitsblätter sind jeweils abzugeben und Voraussetzung für die Bearbeitung einer weiteren Station. Die Lehrkraft steht einzelnen Schülerinnen und Schülern auf Nachfrage helfend zur Seite.

AB 3a

AB 4a

AB 5a

AB 3b

AB 4b

AB 5b

AB 3c

AB 4c

AB 5c

Besprechung bzw. Präsentation Nach der Fertigstellung und Rückgabe aller Arbeitsblätter kann die Besprechung im Verlauf eines zusammenfassenden Unterrichtsgesprächs erfolgen. Idealerweise sollten die Ergebnisse jedoch im Rahmen einer Lernorterkundung von den Schülerinnen und Schülern präsentiert werden (siehe 2.4).

AB 3d

AB 4d

AB 5d

2.4 Vertiefungen/Erweiterungen Sek. I/ Sek II/ Lernort

Inhalte Material
Alle Schülerinnen und Schüler erhalten zunächst den Auftrag, das Klostergelände zu erkunden und alle noch vorhandenen Bauten auf einem Rekonstruktionsplan zu markieren.
Danach werden die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen aufgeteilt:
Gruppe I erhält den Auftrag, sich mit Hilfe von AB 3d die Tafel �Klostergeschichte� im Museumszentrum zu erarbeiten und sich auf die Präsentation der Arbeitsergebnisse aus AB 3a-c vorzubereiten.n. AB 3a , AB 3b ,
AB 3c , AB 3d
Gruppe II erhält den Auftrag, sich mit Hilfe von AB 4d die Tafel �Skriptorium� im Museumszentrum zu erarbeiten und sich auf die Präsentation der Arbeitsergebnisse aus AB 4a-c vorzubereiten. AB 4a , AB 4b ,
AB 4c , AB 4d
Gruppe III erhält den Auftrag, sich mit Hilfe von AB 5d die Tafeln �Grundherrschaft� und �Landschaft� im Museumszentrum zu erarbeiten und sich auf die Präsentation der Arbeitsergebnisse aus AB 5a-c vorzubereiten. AB 5a , AB 5b ,
AB 5c , AB 5d

Unter Einbeziehung der vor Ort gewonnenen Erkenntnisse werden die Arbeitsergebnisse aus den einzelnen Stationen (schwerpunktmäßig) von den dafür eingeteilten Schülergruppen vorgestellt und zwar:

  • zu AB 3 am besten in Sichtweite von Torhalle und Kirchenrest
  • zu AB 4 im Museumszentrum (vor der Figur des schreibenden Mönchs) sowie evtl. im Klostergarten (vor dem Pflanzbeet mit Efeu-Gundermann)
  • zu AB 5 beispielsweise auf einer Wiese an der Klostermauer

Abschließend bietet sich eine (vorab gebuchte) Führung durch das (außerhalb des Klostergeländes gelegene) Freilichtlabor Lauresham an.

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- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Karlsruhe -

letzte Änderung: 2015-08-17