Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue 2008

 

 

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Quoi de neuf – Nouvelles du bilingue

 

 
Liebe Leserin, lieber Leser,

die Arbeitgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug (AG Franz-Biling) und das Deutsch-Französische Institut freuen sich, Ihnen rechtzeitig zum Beginn des Schuljahres 2008/09 eine neue Ausgabe von „Quoi de neuf – Nouvelles du bilingue“, dem Informationsdienst zum bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch, präsentieren zu können. Ältere Ausgaben von "Quoi de neuf" sind nach wie vor im Internet-Angebot der AG Franz-Biling abrufbar.

Eine traurige Nachricht ist in dieser Ausgabe leider zu vermelden: Am 6. Juni 2008 verstarb Nando Mäsch, der Gründer, langjähriger Vorsitzende und zuletzte Ehrenvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden.

Im Mittelpunkt dieser Ausgabe steht ein ausführlicher Bericht über die bilingual deutsch-französische Lehrerfortbildung, die Mitte März 2008 am Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes in Saarbrücken stattfand. Der folgende Beitrag beschreibt die Erfahrungen des Gymnasiums Kreuzgasse in Köln mit der Präsentation der von dfi konzipierten Ausstellung „Erbfeinde – Erbfreunde“. An eine kurze Vorstellung des neuen bilingualen Angebots am Berliner Collège Voltaire schließt sich dann ein Beitrag über ein gerade für die Absolventinnen und Absolventen des bilingualen Bildungsgangs interessantes Ausbildungsangebot an, nämlich die deutsch-französischen Ausbildung zum Industriekaufmann bzw. zur Industriekauffrau in Paris. Den Abschluss dieser Ausgabe bildet schließlich ein prägnanter und provokanter Beitrag aus „Süddeutschen Zeitung“ über die aktuelle Tendenz zur Aufwertung des Spanischen im schulischen Fremdsprachenunterricht.

Wir hoffen, dass auch diese Ausgabe wieder viele nützliche Informationen für Ihre eigene Arbeit enthält, und wünschen Ihnen eine anregende Lektüre sowie einen guten Start in das neue Schuljahr!

 
Paul Palmen Sebastian Nix  
   
(Vorsitzender der AG Franz-Biling) (Deutsch-Französisches Institut)
 



 
 
 

Inhalte dieser Ausgabe

 


 

Neue Unterrichsmaterialien



Bücher


ZWEITER BAND DES DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN GESCHICHTSBUCHS ERSCHIENEN


Im April 2008 wurde in Berlin und Paris der zweite Band des deutsch-französischen Geschichtsbuchs der Öffentlichkeit präsentiert. Nach dem ersten Band, der schwerpunktmäßig die Zeit seit 1945 behandelt, stehen im Mittelpunkt des zweiten Bandes die Entwicklungen in Europa und der Welt vom Wiener Kongress bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.

Das deutsch-französische Geschichtsbuch ist ein gemeinsames Projekt der Verlage Klett und Nathan, an dem jeweils sechs deutsche und französische Autoren mitgewirkt haben. Es erscheint in textidentischer Form auf Französisch und Deutsch und berücksichtigt die Lehrplanvorgaben in Frankreich und den 16 deutschen Bundesländern. Dennoch werden auch national unterschiedliche Sichtweisen auf historische Ereignisse vermittelt, so beispielsweise mit Blick auf den Ersten Weltkrieg, der als „Großer Krieg“ in Frankreich eine ungleich größere Bedeutung hat als in Deutschland, wo die Wahrnehmung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch den Nationalsozialismus und den Zweit Weltkrieg geprägt ist. Obwohl nicht primär für den bilingualen Geschichtsunterricht konzipiert, eignet sich das Werk aufgrund der Existenz zweier textidentischer Fassungen, aber auch wegen seines „regards croisés“-Ansatzes für den Unterrichtseinsatz an Schulen mit bilingualem Angebot.

Unterstützt und begleitet wurde das Projekt auf deutscher Seite vom Auswärtigen Amt und dem Bevollmächtigten für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen, auf französischer Seite vom Erziehungsministerium.

Nähere Informationen und weiterführende Links finden sich auf der Homepage des Auswärtigen Amtes.

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Daniel Henri/Guillaume Le Quintrec/Peter Geiss (Hrsg.): Histoire/Geschichte – Europa und die Welt vom Wiener Kongress bis 1945. – Stuttgart ...: Ernst Klett Verlag, 2008. – 385 S. (inkl. CD-ROM); ISBN 978-3-12-416511-4 (ISBN der französischen Ausgabe: 978-3-12-416521-3); 26,95 Euro.


 



Berichte über Veranstaltungen

Lehrerfortbildung Saarbrücken I Ausstellung "Erbfeinde - Erbfreunde" Köln I Inhaltsverzeichnis

BILINGUAL DEUTSCH-FRANZÖSISCHE LEHRERFORTBILDUNG IN SAARBRÜCKEN


Nachdem sich die Kooperation der Arbeitgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Bildungsgang in Deutschland) mit dem Goethe-Institut in Nancy in den drei letzten Jahren als ungemein fruchtbar erwiesen hat und es gelungen war, jeweils über 100 Teilnehmende aus beiden Ländern zu den Fortbildungsveranstaltungen in Nancy begrüßen zu können, wurde in diesem Jahr Saarbrücken als Veranstaltungsort gewählt. Die Tagung fand dort statt vom 12. bis 14. März 2008.

Die Universität des Saarlandes, hier wiederum ganz besonders das dort angesiedelte Frankreichzentrum, war erstmalig an der Konzeption und Durchführung der bilingualen Lehrerfortbildung beteiligt und setzte maßgebliche Impulse bei der Programmgestaltung und bei der Logistik. Ein besonderer Dank gilt Frau Sandra Duhem, Akademische Rätin an der Universität des Saarlandes, die mit ihrer Equipe unter enormem persönlichem Einsatz die Aufgabe der Organisation vor Ort übernommen hatte.

Aufgrund der Grenznähe und der Nähe zum Standort Nancy beteiligte sich auch das Goethe-Institut unter seiner Direktorin Frau Ute Grauerholz erneut an der Organisation der Fortbildung. Hier sei insbesondere Frau Dagmar Osterloh hervorgehoben, die als Expertin für den bilingualen Unterricht in Frankreich nach nur einem halben Jahr ihrer Tätigkeit bewiesen hat, dass sie zu Recht mit dieser Aufgabe betraut worden ist und ebenfalls einen enormen Arbeitseinsatz und eine außerordentliche Kompetenz bei Planung und Durchführung gezeigt hat.

Die Fortbildung startete mit Begrüßungsansprachen in der Hochschule der Bildenden Künste Saar am Ludwigsplatz. Für die Arbeitsgemeinschaft sprach deren Vorsitzender, Herr Leitender Regierungsschuldirektor Paul Palmen, für das Goethe-Institut Nancy Frau Ute Grauerholz, für die Universität des Saarlandes deren Vizepräsidentin Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle und der Leiter des Frankreichzentrums Prof. Dr. Manfred Schmeling, für das Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur Dr. Michael Ernst, Referatsleiter für Lehrerbildung.

In einer auch der Öffentlichkeit zugänglichen Veranstaltung konnten die Teilnehmenden erleben, wie der französische Autor Azouz Begag mehrsprachig unter oftmaliger Verwendung der deutschen Sprache seine Vorstellungen der Integration von Migranten präsentierte. Behutsam moderiert von der Journalistin des Saarländischen Rundfunks, Anette Kührmeyer, gelang es ihm, die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden nicht nur durch seine fundierten und weitgehend auf eigenen Erfahrungen beruhenden Interviewbeiträge zum Thema der Integration zu fesseln, sondern vor allem auch durch seine Persönlichkeit. Obwohl die Thematik ernst genug ist, konnte man sich bei so mancher Antwort Begags eines Schmunzelns nicht erwehren. Es sei hinzugefügt, dass der Autor eigens für diese Veranstaltung aus Frankreich angereist war.

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Azouz Begag im Gespräch mit Anette Kührmeyer
(Foto: Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes).

Herr Manfred Kohlmeier vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, momentan bei der Europäischen Kommission in Brüssel tätig, versuchte in seinem Vortrag, die europäische Dimension der Migrantenproblematik darzustellen, was aufgrund der vielen Daten und Fakten sowie der Vorstellung zahlreicher Initiativen der europäischen Behörden nicht einfach war.

Für die Stadt Saarbrücken begrüßte Bürgermeister Kajo Breuer im beeindruckenden Saal des Rathauses die Teilnehmenden sowie den Deutschen Generalkonsul Bruno Brommer aus Straßburg und seinen französischen Kollegen Jean-Georges Mandon mit Amtssitz in Saarbrücken, die sich in kurzen Ansprachen an die Teilnehmenden wandten.

In einem engagiert vorgetragenen Referat widmete sich Prof. Dr. Frank-Olaf Radtke von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main der wissenschaftlichen Perspektive des Themas „Migration“, bevor der Abend bei einem ausgedehnten Abendessen in der gemütlichen Atmosphäre eines Restaurants am St. Johanner Markt ausklang.

Der Donnerstagmorgen wurde zu drei verschiedenen Exkursionen genutzt, deren Ergebnisse am Nachmittag und am folgenden Vormittag in Arbeitsgruppen vertieft werden sollten.

Eine große Teilnehmergruppe besichtigte in Völklingen das Hüttenwerk, das seit einigen Jahren als Weltkulturerbe der UNESCO unter Schutz steht. Begrüßt wurden die Besucherinnen und Besucher von dem Projektleiter der Völklinger Hütte, Peter Backes. Natürlich war die Besichtigung dieser gigantischen Anlage ein besonderer Höhepunkt, untermauert von der französischsprachigen Führung eines äußerst sachkundigen ehemaligen Vorarbeiters aus der lothringischen Eisen- und Stahlindustrie, Romain del Ferro, selbst aus einer Familie italienischen Ursprungs stammend. Die Lehrerinnen und Lehrer wurden zudem durch Vorträge von Franz-Josef Koenen, Multikultur e.V., und Sevim Tasci, Integrationsbeauftragte der Stadt Völklingen, in die Migrationsgeschichte und -politik der Stadt eingeführt.

Eine weitere Gruppe besichtigte mit Brebach einen besonderen Stadtteil Saarbrückens, der im Wesentlichen durch seine Nähe zur großen Eisengießerei Halberg-Guss geprägt wurde. Nach dem geführten Stadtrundgang wurden die Teilnehmenden im BürgerInnen-Zentrum Brebach von Sigrun Krack, Interkultureller Stadtteiltreff Brebach, Veronika Kabis, Zuwanderungs- und Integrationsbüro Saarbrücken, und Gérard Grosse, Agence nationale pour la cohésion sociale et l’égalité des chances in Metz, begrüßt. In Vorträgen und Gesprächen erhielten die Besucherinnen und Besucher eine Vorstellung vom räumlichen und sozialen Umfeld, in dem Migrantinnen und Migranten in der Vergangenheit und Gegenwart leben und arbeiten.

Die dritte Gruppe beschäftigte sich im Kino achteinhalb mit dem Thema Film und Migration. Im Anschluss an den Vortrag „Les films et la migration – Ein Vergleich des deutsch-türkischen Films und des film beur“ von Julien Gaertner, Université Nice Sophia Antipolis, sichteten die Teilnehmenden mit Sigrid Jost vom Saarländischen Filmbüro zahlreiche Dokumentarfilme aus der Großregion, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen.

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Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Exkursion nach Brebach
(Foto: Frankreichzentrum der Universität des Saarlandes).

Die Mensa der Uni war mittags wieder Treffpunkt aller Gruppen, bevor zunächst Frau Ute Sperrfechter von der Cité nationale de l’histoire de l’immigration in Paris und Frau Dr. Elena Tregubova von der Stiftung Mercator sowie Herr Stefan Geifes von der Deutsch-Französischen Hochschule ihre Organisationen vorstellten. In Arbeitsgruppen versuchten die Teilnehmenden anschließend, die Informationen des Tages, ergänzt durch umfangreiche Materialsammlungen zu den drei Themenbereichen, in Unterrichtsreihen umzusetzen.

Der Abend endete im Ausländercafé des Universitätscampus in café-concert-Atmosphäre. Prof. Dr. Didier Francfort von der Université Nancy 2 sorgte mit seinem bebilderten Vortrag zum Thema „Migration et Musique“ für eine besondere Form von Informationsvermittlung, begleitet von saarländischen Spezialitäten aus der Küche, deren Namen wohl nur Saarländer richtig aussprechen können: Dibbelabbes, Hoorische und Gefillde – eine kulinarische Entdeckung nicht nur für die französischen Teilnehmenden!

Der Freitagvormittag war zunächst noch reserviert für die Fortsetzung der Arbeit in den Ateliers, die sich bei der anschließenden Präsentation als äußerst ertragreich erwiesen. Es wurde verabredet, die Ergebnisse für das Protokoll in eine reproduzierbare Version zu bringen und die Arbeit zum Thema Migration auf anderer Ebene fortzusetzen.

Am Nachmittag fand in der Arbeitsgemeinschaft die Wahl für das Amt der/des Vorsitzenden und der Stellvertreter/-innen statt. Einstimmig bestätigt wurden für eine erneute Amtszeit von drei Jahren der jetzige Vorsitzende Paul Palmen, Leitender Regierungsschuldirektor bei der Bezirksregierung Köln, und seine beiden Stellvertreter Eduard Schön vom Werner- Heisenberg-Gymnasium in Leverkusen/Studienseminar Leverkusen und Robert Prekel vom Romain-Rolland-Gymnasium in Berlin.

Der Schulleiter des Deutsch-Französischen Gymnasiums in Saarbrücken, Hans Bächle, stellte äußerst informativ und engagiert seine Schule als eines von drei Gymnasien dieses Typus vor.

Sebastian Nix vom Deutsch-Französischen Institut in Ludwigsburg wartete mit einer ganzen Reihe von wertvollen Informationen bezüglich der Unterstützungsmöglichkeiten des DFI für die bilingualen Züge auf. Hier seien Interessenten auf den Internetauftritt des DFI hingewiesen, das nicht nur eine reichhaltige Bibliothek aufgebaut hat, sondern z.T. mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung gezielt die bilingualen Sachfächer mit Unterrichtsmaterialien versorgt und seit einigen Jahren verlässlicher Kooperationspartner der Arbeitsgemeinschaft ist.

Die Veranstaltung schloss mit einem Dank der Veranstalter an die Teilnehmenden für die engagierte Mitarbeit an drei anstrengenden Tagen, die aber sicher ihren Niederschlag in die konkrete Unterrichtsgestaltung der Kolleginnen und Kollegen haben werden. Der besondere Dank des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft galt Frau Duhem und Frau Osterloh, deren unermüdlicher Einsatz zu dem Gelingen der Fortbildung beigetragen hat, und natürlich all denPersonen, die Unterstützungsarbeit geleistet haben.

Bericht: Paul Palmen (palmen@franz-biling.de)




AUSSTELLUNG "ERBFEINDE - ERBFREUNDE" AM GYMNASIUM KREUZGASSE KÖLN


Vom 27. Mai bis 20. Juni 2008 konnte das Gymnasium Kreuzgasse in Köln die Ausstellung „Erbfeinde – Erbfreunde: Die deutsch-französischen Beziehungen zwischen 1870 und 1945 im Spiegel zeitgenössischer Literatur“ in seinem Hause präsentieren. Besonderer Dank gilt dem Deutsch-Französischen Institut (dfi), Ludwigsburg, das uns die Ausleihe sehr bereitwillig ermöglichte.

Vom 27. Mai bis 20. Juni 2008 konnte das Mit tatkräftiger Unterstützung der Schülerschaft wurde die Ausstellung in unserem CDI aufgebaut und mithilfe von Stellwänden ein kleinerer Rundgang geschaffen. Präsentiert werden 20 großformatige Schautafeln, welche das wechselhafte Verhältnis Deutschlands und Frankreichs im Laufe der Geschichte in anschaulicher Weise dokumentieren. Wichtige Eckpunkte in der Historie der beiden Nachbarländer werden illustriert und aufgearbeitet: Angefangen bei französischen Bismarck-Karikaturen zur Zeit des Krieges von 1870/71 reicht die Darstellung über die Abbildung eines deutschen Protestplakates zur französischen Besetzung des Ruhrgebietes aus dem Jahr 1923 bis hin zur Präsentation der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags vom 22. Januar 1963. Die Ausstellung erscheint für Schülerinnen und Schüler des bilingualen Zweiges in besonderer Weise gewinnbringend, da für sie die „Grundzüge des deutsch-französischen Verhältnisses seit 1918“ ohnehin ein inhaltlicher Schwerpunkt des Zentralabiturs (NRW) im Sachfach Geschichte sind.

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Stieß auf positive Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Kreuzgasse: die Ausstellung „Erbfeinde – Erbfreunde“ des dfi
(Foto: Autor).

Begleitend zur Ausstellung sind Kataloge in deutscher und französischer Sprache erhältlich, die uns vom dfi Ludwigsburg gestellt wurden. Außerdem haben Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen und Kursen unseres Gymnasiums einen Fragebogen entwickelt, der durch die Ausstellung führt und an interessierte Schülergruppen gerichtet ist. Dieser „Questionnaire“ umfasst drei Seiten und wird sowohl in französischer als auch in deutscher Fassung angeboten.

Der Besuch der Ausstellung steht bei rechtzeitiger Voranmeldung allen Interessierten offen. Für Nachfragen und Anregungen können Sie uns gerne kontaktieren, weitere Fotos der Ausstellung sind auf unserer Homepage einsehbar.

Bericht: Falko Steinert (steinert@kreuzgasse.de)



SCHULPORTRÄTS

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CLASSES BILINGUES AU COLLÈGE VOLTAIRE


Le Collége Voltaire à Berlin a le plaisir d’annoncer la création en septembre 2008 de deux classes bilingues en maternelle.

A partir de septembre 2008, les enfants inscrits en petite et en moyenne section suivront un enseignement en français et en allemand à raison de 13 heures hebdomadaires dans chacune des deux langues.

Deux enseignantes, une germanophone et une française seront en alternance en charge de ces deux classes et mèneront des activités dans les deux langues.

L’objectif de cet enseignement bilingue est d’amener les élèves à acquérir l’ensemble des compétences prévues au programme de ces deux classes, en plus de celles liées à l’emploi au quotidien d’une seconde langue.

Il s’agit d’enseigner une langue étrangère mais aussi de conduire des activités en s’appuyant sur l’activité réelle de l’élève, de manière à lui apprendre la langue de façon naturelle et directe selon des procédures comparables à celle de l’apprentissage de sa langue maternelle.

Tous les domaines d’activités sont répartis équitablement entre les 2 enseignants et les objectifs disciplinaires restent ceux définis par les programmes du Ministère de l’Education Nationale.




AUSBILDUNGSANGEBOTE MIT BILINGUALER AUSRICHTUNG

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DEUTSCH-FRANZÖSISCHE AUSBILDUNG MIT DOPPELABSCHLUSS IN PARIS


Seit 1987 bieten die Industrie- und Handelskammer Aachen und die Ecole Franco-Allemande de Commerce et d'Industrie (EFACI) in enger Zusammenarbeit mit deutschen und französischen Unternehmen eine zweisprachige kaufmännische Ausbildung in Paris an, die es jungen Deutschen und Franzosen ermöglicht, ihre berufliche Zukunft nach dem dualen System zu gestalten und gleichzeitig zwei anerkannte Abschlüsse zu erwerben.

In zwei Jahren werden die Auszubildenden zum Industriekaufmann bzw. zur Industriekauffrau ausgebildet und bereiten gleichzeitig den französischen Abschluss des Brevet de Technicien Supérieur (BTS) Comptabilité/Gestion vor. Die deutsche Prüfung wird von der IHK Aachen abgenommen. Der Ausbildungsvertrag wird mit einem in Paris ansässigen deutschen oder französischen Unternehmen abgeschlossen. In Anlehnung an das deutsche duale System verbringen die Auszubildenden die Hälfte der Ausbildungszeit im Unternehmen, die andere Hälfte in der Schule.

Die Ausbildung richtet sich an Abiturienten/innen mit guten Französisch- und Mathematikkenntnissen und einem Höchstalter von 21 Jahren. Die Industrie- und Handelskammer Aachen bietet Interessenten ausführliche Beratungsgespräche an und betreut sie während der gesamten Bewerbungsphase.

Die Zweisprachigkeit der Ausbildung, die praktische Erfahrung und das internationale Arbeitsumfeld führen erfahrungsgemäß zu hervorragenden Berufsperspektiven sowohl auf dem deutschen als auch auf dem französischen Arbeitsmarkt, zumal die an der EFACI erzielten Prüfungsergebnisse deutlich über dem französischen Landesdurchschnitt liegen.

Seit Bestehen der Ausbildung haben bereits mehr als 600 Auszubildende diesen Doppelabschluss erworben, und jedes Jahr werden aus einer Vielzahl von Bewerbern 25 weitere Abiturientinnen und Abiturienten ausgewählt. Ein Blick auf ihren beruflichen Werdegang macht deutlich, dass sie sofort nach der Ausbildung oder nach Abschluss eines weiterführenden Studiums gute Positionen erlangen konnten und heute zu den wichtigen Nachwuchskräften deutscher und französischer Unternehmen zählen. Das in Frankreich erworbene Wissen in sprachlicher, interkultureller, aber auch fachlicher Hinsicht, das sie auch in die hiesige Wirtschaft einbringen können, macht sie zu gesuchten Arbeitskräften in einem Europa, in dem Deutschland und Frankreich als enge Wirtschaftspartner eine wichtige Rolle spielen.

Informationsmaterial und weitere Auskünfte über diese Doppelqualifikation erhalten Sie bei: Dr. Angelika Ivens (angelika.ivens@aachen.ihk.de), Theaterstraße 6-10, 52062 Aachen, Telefon 0241 4460-352, Telefax 0241 4460-314, Internet: www.ausbildunginternational.de





Personalien


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NANDO MÄSCH EST MORT !

Am 6. Juni starb nach Am 6. Juni starb nach einer schweren Krankheit der Leitende Regierungsschuldirektor a.D. Nando Mäsch, Begründer und Ehrenvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland.

Nando Mäsch wurde am 6. März 1934 geboren. Nach dem Studium der Musik und der Romanischen Philologie trat er in den Schuldienst ein und begründete 1971 am Burgau-Gymnasium in Düren, dessen erster Schulleiter er kurz zuvor geworden war, den bilingual deutsch-französischen Zug. Damit gehörte seine Schule zu den ersten, die bundesweit diesen Bildungsgang anboten.

1975 rief er die Arbeitsgemeinschaft ins Leben, deren Vorsitzender er bis 2002 war. Er war beseelt von der Idee der Aussöhnung und Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich. Aus seinem Bestreben, aktiv daran mitzuwirken, dass Deutsche und Franzosen gemeinsam eine friedvolle Zukunft Europas gestalten, schöpfte er eine ungeheure Energie, die unter anderem in der Veröffentlichung zahlreicher grundlegender Aufsätze zum bilingual deutsch-französischen Bildungsgang spürbar wurde, den er maßgeblich gestaltete. Sein letzter Aufsatz zur historischen Entwicklung des bilingualen Lehrens und Lernens erschien 2007 in den „Giessener Beiträgen zur Fremdsprachendidaktik“.



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Hunderte von Lehrkräften nahmen an den jährlich stattfindenden Fortbildungsveranstaltungen der Arbeitsgemeinschaft teil, die unter Nando Mäsch ins Leben gerufen wurden. Sein scharfer Verstand, sein Esprit, sein Humor und das fachliche Wissen, das er vermitteln konnte, führten dazu, dass sich um ihn eine große bilinguale Familie bildete, deren Doyen er wurde.

Das Engagement für die Verbreitung der Bilingualität kennzeichnete sein Leben, auch als er als Leitender Regierungsschuldirektor in die Bezirksregierung Köln wechselte, wo er bis zu seiner Pensionierung 1999 tätig war.

Er schuf ein Netzwerk von Menschen, die wie er dazu beitragen wollten, dass die deutsch-französische Kooperation auch auf schulischer Ebene stattfinden sollte und dadurch eine neue Generation von europäisch denkenden Menschen heranwachsen konnte. Dazu gehörte auch die Gründung einer bundesweit aktiven Elternvereinigung der zweisprachig deutsch-französischen Gymnasien und eines in gleicher Intention aktiven Vereins der Freunde und Förderer e.V.

Unvergesslich sind für Tausende von deutschen und französischen Schülerinnen und Schülern sowie die begleitenden Lehrpersonen die bilingualen Schülertreffen in Bonn, Strasbourg/Kehl, Trier, Aachen, Leipzig und Frankfurt, die er als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft gemeinsam mit den ausrichtenden Schulen initiiert hat. Im September 2007 nahm er als Ehrenvorsitzender in Frankfurt zum letzten Mal daran teil, obwohl ihn seine Krankheit schon sichtlich gezeichnet hatte.

Für seine Verdienste wurde er von der französischen Republik zum Officier dans l’Ordre des Palmes Académiques ernannt.

Auf der Todesanzeige steht: „Er konnte begeistern und mitreißen“.

Diejenigen, die das Glück hatten, ihn kennen zu lernen und mit ihm zu arbeiten, können sich dieser Feststellung nur anschließen. Adieu, Nando Mäsch!

Paul Palmen (Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland)

Sonstige Mitteilungen

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INKAPFAD UND JAKOBSWEG - SPANISCH ALS ERSTE FREMDSPRACHE: WAS SOLL DER UNFUG?


Würde es den Wirtschaftskontakten, die Angela Merkel gerade in Lateinamerika anzubahnen hilft, entscheidend nützen, wenn mehr Deutsche in der Schule Spanisch lernten? Wohl kaum. Die Wirtschaftseliten, die dort aufeinander treffen, tauschen sich über Investitionen und Absatzmarkte ohnehin auf Englisch aus. Und für den Manager, der für seine deutsche Firma, im Export oder in der verarbeitenden Industrie, nach Mexiko oder Chile geht, reicht es herkömmlicherweise aus, einen Crash-Kurs in Spanisch zu besuchen, um dann recht bald ganz gut klarzukommen.

Ganz anders aber klingt es in Deutschlands Schulen. Die Eltern, die ihre Kinder in diesen Wochen für die weiterführenden Schulen anmelden, die Lehrer und ihre Verbände, die in Aulen und Turnhallen Werbeveranstaltungen für ihr Fach abhalten: sie beschwören das magische Wort der Globalisierung. Um wirtschaftlich bestehen zu können, heißt es, müssten die Kleinen diese große Weltsprache möglichst früh lernen, um sich keine Chancen zu verbauen.

Der Sog des Spanischen ist gewaltig. 1990 belegten das Fach in Deutschland knapp über 40 000 Schüler. Inzwischen ist daraus eine Viertelmillion geworden. Das Globalisierungsargument ist dabei nichts als ein Lockvogel für die Eltern der verunsicherten Mittelschichten. Es dient der Selbstvergewisserung, dass man im Zuge des Nützlichkeitszwangs, dem der Jobmotor namens Bildung unterliegt, etwas Sinnvolles für das Kind tue. Die Kinder hingegen haben ganz andere Gründe, sich für Spanisch auszusprechen. Sie heißen Kuba oder Teneriffa, Salsa oder Shakira. Spanisch ist cooler und leichter als Französisch, finden sie. Und der Spanischlehrer ist auch viel jünger. Denn wer als 12-Jähriger sagt, er kümmere sich um seine berufliche Zukunft, der lügt.

Begonnen hatte Spanisch als Modeerscheinung, also außerhalb der Romanistik, in den studentischen Milieus und den Volkshochschulen. Die dortigen Interessenten bewegen sich zwischen dem Inka Trail und dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela, zwischen Backpackern und Flamenco-Kurs, und sie sehen gern Filme wie „Amores Perros“ oder „Buena Vista Social Club“. Auch als zusätzliches Oberstufenfach in besonders gut sortierten Gymnasien hat es Spanisch gelegentlich gegeben, neben Italienisch, Hebräisch oder Russisch. Und gegen all dies ist natürlich nichts zu sagen: Es gibt kaum ein besseres Hobby, als eine neue Sprache zu lernen, es ist gut, sich auf Reisen verständigen zu können, und interessierte Schüler, die ihre Sprachvielfalt erweitern wollen, gehören unterstützt.

Doch was derzeit passiert, ist etwas ganz anderes. Spanisch erfasst die unteren Stufen: als dritte Fremdsprache von der 8. Klasse an, zunehmend auch als zweite (ab 6. Klasse), ja sogar, so etwa an einem Hamburger Gymnasium, als erste Fremdsprache in der 5. Klasse. Hier und da sickert Spanisch auch schon in das berüchtigte „spielerische Lernen“ in der Grundschule ein.

Was soll dieser Unfug? Spanisch, das Idiom, in dem der Grundroman Europas verfasst ist, ist eine schöne und wichtige Sprache. Es wäre ein Gewinn, sie zu beherrschen, was auch für Hindi, Arabisch, Suaheli, Chinesisch und Russisch gilt. Trotzdem wäre es falsch, aus kultureller Mode oder aus Globalisierungsangst eine dieser Sprachen zur ersten oder zweiten Anfangssprache in unseren Schulen zu machen und so langfristig das Französische zu verdrängen. Gewiss, der Disney-Sarkozy und die brennenden Vorstädte üben vielleicht gerade nicht den größten Reiz aus, die Sprache von Voltaire und Marcel Proust zu lernen. Aber vor die Forderung, sie vom Spanischen nicht ersetzen, sondern nur später ergänzen zu lassen, hätten wir hiermit gerne ein beherztes umgekehrtes Ausrufezeichen gesetzt.

Text: Johan Schloemann - Quelle. Süddeutsche Zeitung Nr. 114 vom 17./18. Mai 2008, S. 13.




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Hier finden Sie in Form einer kommentierten Bibliographie Hinweise auf unterrichtsgeeignete Lehr- und Lernmittel für den bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch.

letzte Änderung: 2011-01-27