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Quoi de neuf – Nouvelles du bilingue

 
Liebe Leserin, lieber Leser,

die Arbeitgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug (AG Franz-Biling) und das Deutsch-Französische Institut freuen sich, Ihnen rechtzeitig vor dem Jahreswechsel die zweite elektronische Ausgabe von „Quoi de neuf – Nouvelles du bilingue“, dem Informationsdienst zum bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch, präsentieren zu können.

Den Schwerpunkt dieser Ausgabe bilden mehrere Berichte über Veranstaltungen, die besonders für Unterrichtende im bilingualen Bereich von Interesse waren, wie z.B. der Digitalfilmwettbewerb des Goethe-Instituts in Nancy oder die erste Regionalfortbildung der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland in Berlin. Außerdem freuen wir uns, Sie auf mehrere "bilinguale" Ereignisse im kommenden Jahr hinzuweisen. Dazu gehören das deutsch-französische Schülertreffen in Bochum, der nächste Digitalfilmwettbewerb für Schulen und die bilinguale Lehrerfortbildung, die im März 2010 in Otzenhausen stattfinden wird.

Daneben finden Sie Hinweise auf Unterrichtsmaterialien, die sich hoffentlich für Ihre eigene Arbeit als gewinnbringend erweisen werden.

Wir wünschen Ihnen ein frohes, geruhsames Weihnachtsfest und einen guten Start in das Jahr 2010!

 

Paul Palmen Martin Villinger  
   
(Vorsitzender der AG Franz-Biling) (Deutsch-Französisches Institut)
 
 
 
 

 

Inhalte dieser Ausgabe



Neue Unterrichsmaterialien



PRESSEARCHIV DES DFI JETZT ONLINE


Bereits seit den 1970er Jahren sammelt und archiviert das Deutsch-Französische-Institut (dfi) systematisch Presseartikel aus der überregionalen und regionalen Presse zur aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung Frankreichs sowie zu Fragen der deutsch-französischen Beziehungen.

Im Laufe der Jahre ist so eine Sammlung von mehr als einer halben Million Artikel entstanden, die in der Frankreich-Bibliothek des Instituts gut 100 Regalmeter füllt. Seit dem Veröffentlichungsdatum 01.07.09 wird dieses Archiv nun als digitales Archiv fortgeführt, d.h. die Artikel werden nicht mehr als Papierkopie sondern als digitale Kopie aufgehoben und können über ihre Metadaten - z.B. Autor, Titel, Datum, Quelle - in einer eigens konzipierten Datenbank gesucht und gefunden werden.

Falls Sie also Artikel über die derzeit in Frankreich stattfindende Diskussion über die "Nationale Idendität" oder aktuelles Material über die Situation in den französischen Vorstädten suchen, werden Sie hier fündig.

Selbstverständlich werden hier auch Artikel über die Debatte zum "Stundenlohn", der in Frankreich Schüler vom Schwänzen abhalten soll, die französische Rap-Musik und viele, viele andere Themen, die Sie im Unterricht behandeln, nachgewiesen.

Das Pressearchiv des dfi ist unter der Adresse http://www.dfi.de/pressearchiv/ frei zugänglich.

Angeboten werden die Metadaten von Beiträgen aus 16 deutsch-, englisch- und französischsprachigen Zeitungen, verschiedenen Magazinen und Internetquellen. Die Artikel selber können als Papierkopie zu einem Unkostenbeitrag von 0,50 € pro DIN-A4 Seite + Versandgebühr bestellt werden. Ein elektronischer Versand ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht möglich.

Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir zur Zeit noch keine tagesaktuellen Artikel anbieten können, sondern uns bei der Einarbeitung der Tagespresse ca. zwei Monate im Rückstand befinden. Dieser liegt in der Umstellung der Arbeitsabläufe begründet. Bis zum Frühjahr werden wir unseren derzeitigen Rückstand sicherlich aufholen.

Für Fragen und Hilfestellung zu diesem Angebot steht Ihnen das Team der Frankreich-Bibliothek - http://www.dfi.de - selbstverständlich gerne zur Verfügung! Mail: frankreich-bibliothek@dfi.de - Telefon: +49 (0) 7141 93 03 34



DAS COMENIUS-PROJEKT "REGARDS CROISES SUR LA PREMIERE GUERRE MONDIALE"


(Zusammenfassung einer Projektbeschreibung von Nicole Schmenk und Holger Schmenk, die erschienen ist in: Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, Band 8 (2009), Themenschwerpunkt: Geschichte bilingual, hrsg. von Bärbel Kuhn, S. 110-114.)

Das auf zwei Jahre ausgelegte Comenius-Projekt "Regards croisés sur la Première Guerre mondiale" beschäftigte sich mit dem Ersten Weltkrieg im Geschichtsunterricht. Die Koordination lag beim "Institut de Formation Pédagogique" (IFP) der katholischen Universität in Lille, Projektpartner sind Universitäten, Pädagogische Hochschulen, Institute der Lehrerbildung und Schulen aus Belgien, Frankreich, Italien, Österreich, Polen und Rumänien sowie der Schweiz als assoziiertem Teilnehmer. Für Deutschland waren die Universitäten Augsburg (Prof. Dr. Susanne Popp) und Duisburg-Essen (Prof. Dr. Bärbel Kuhn, jetzt Universität Siegen) beteiligt.

Die Thematisierung des Ersten Weltkriegs in den Schulbüchern erfolgt zumeist aus nationaler bis nationalistischer Perspektive. Demgegenüber wurde im Rahmen des Projektes durch die Methode der "regards croisés" ein neuer Blickwinkel, nämlich der der multinationalen Perspektive, auf die Jahre 1914-1918 berücksichtigt. Der Austausch der am Projekt beteiligten Länder mit ihren jeweiligen Standpunkten und länderspezifischen Schuldidaktiken ermöglicht ein Nachdenken über die Frage nach einer europäischen Sicht auf die Ereignisse des Ersten Weltkriegs. Entwickelt wurde ein Modul für den Geschichtsunterricht, das von den Lehrerinnen und Lehrerin praktisch eingesetzt werden kann. Es beinhaltet eine vergleichende Analyse der länderspezifischen Kriegserfahrungen und deren Bedeutung für die (europäische) Gegenwart.

Jeder Projektpartner konnte bei der Auswahl der Unterrichtsmaterialien bestimmte Schwerpunkte setzten, die Mitarbeiter der Universität Duisburg-Essen konzentrierten sich auf Postkarten. Sie bieten die Möglichkeit, die Methode der multinationalen Perspektive praktisch anzuwenden: In wohl jedem europäischen Land erschienen während des Ersten Weltkriegs ähnliche Postkarten, die sich mit stereotypen Themengebieten befassen, wie z.B. "Feindpropaganda", "Frauen in der Rüstungsindustrie" etc.

Postkarte-1 Postkarte-2

Bildnachweis: Johannes Sass, 1925 (Privatbesitz von Rych Mills, Kanada); die Postkarte wurde vom "Deutschen Luftfahrt-Verband" publiziert; das Motiv stammt von Johannes Sass.

Die abgebildete Postkarte ist ein Beispiel aus dem Modul, das die Eignung solcher Medien für den europäischen Geschichtsunterricht belegt, da die aussagekräftige Zeichnung nur von einem kurzen Text ergänzt wird. Das Thema für den Unterricht ergibt sich aus der Anmerkung auf der Rückseite: "Die kulturwidrigen Beschränkungen des deutschen Luftfahrzeugbaues hat man uns über den Versailler Vertrag hinaus aufgezwungen. Wann wird die deutsche Luftfahrt frei?"

Die Postkarte bietet also einen Anlass, um mit Schülerinnen und Schülern über den Versailler Vertrag zu sprechen.

Im zweiten Projektjahr steht die Erprobung, Evaluation und gegebenfalls Verbesserung des Moduls im Vordergrund. Der Austausch praktischer Erfahrungen wird dann auf einem weiteren Partnertreffen in Lille thematisiert. Anschließend soll das Modul in Schulen zum Einsatz kommen. Die Materialien sind bereits auf der Projektseite kostenlos abrufbar: www.europe14-18.eu/preview_site/de/pages/projet.htm. und erweitern somit die jeweils nationale Dimension des Ersten Weltkriegs um eine Geschichte "Europa im Krieg".



ZEITSCHRIFT FÜR GESCHICHTSDIDAKTIK, JAHRESBAND 2009: GESCHICHTE BILINGUAL


hrsg. von Bärbel Kuhn, Schwalbach 2009, mit einer Einleitung von Bärbel Kuhn in den Themenschwerpunkt und Beiträgen von Peter Geiss und Alexandra Sefrin zum bilingualen Geschichtsunterricht französisch

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Zwar wird in der Literatur zum bilingualen Geschichtsunterricht ausdrücklich betont, dass für den bilingualen Geschichtsunterricht die Lernziele des Geschichtsunterrichts verbindlich sind und sich die Themen und Inhalte am Lehrplan des Faches Geschichte orientieren, doch liegen immer noch vorwiegend Untersuchungen aus der Perspektive der Fremdsprachendidaktik vor. Das ist vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte der bilingualen Zweige nachvollziehbar, doch ist inzwischen die Geschichtsdidaktik gefordert, über die Kritik an der einseitigen fremdsprachendidaktischen und weitgehend fachneutralen Ausrichtung hinaus ihre fachspezifischen Erwartungen und Anforderungen an den bilingualen Geschichtsunterricht explizit zu formulieren. Dazu will der Jahresband der Zeitschrift für Geschichtsdidaktik 2009 einen Beitrag leisten. Für die "Nouvelles du Bilingue" sollen hier kurz die beiden Beiträge vorgestellt werden, die sich mit dem deutsch-französischsprachigen Geschichtsunterricht beschäftigen.

Peter Geiss und Alexandra Sefrin können sich auf breite und vieljährige Erfahrung und Praxis stützen. Ohne die besonderen Schwierigkeiten des historischen Lernens in einer fremden Sprache vor allem in den ersten Jahren zu beschönigen, konnte Peter Geiss aufgrund seiner langjährigen Praxiserfahrung am Gymnasium feststellen, dass der spätere Gewinn die Mühen und die zeitweise sicherlich notwendige Frustrationstoleranz auf Seiten der Lehrenden wie der Lernenden lohnt: Bilingual unterrichtete Schülerinnen und Schüler nehmen aufmerksamer sprachliche und die darin impliziten kulturellen Unterschiede in der Konstruktion von Geschichte in zwei Nationen wahr. Sie erkennen auf dem Weg über die Sprache die Charakteristika der entsprechenden Meistererzählungen, die jeweils auf ihre eigene Weise erzählt werden. Der Mitherausgeber und Autor des deutsch-französischen Schulbuches macht zugleich den im Interesse eines interkulturellen Lernens sinnvollen Vorschlag, den bilingualen Unterricht nicht allein für die Vermittlung geeigneter Themen, sondern auch der jeweils anderen Methoden zu nutzen. Die unterschiedlichen Methodenrepertoires etwa des deutschen und französischen Geschichtsunterrichts können sich nicht nur ergänzen, sondern schaffen zugleich ein Bewusstsein für die je unterschiedlichen Unterrichtskulturen mit ihrer geschichtskulturellen Bedeutung.

Zur Überwindung der zugegebenen Schwierigkeiten auf sprachlicher Ebene in der ersten Phase des bilingualen Unterrichts bietet Geiss zahlreiche erprobte Lösungsmöglichkeiten an. Nach seinen Erfahrungen werden der Einsatz und die Mühen in der Anfangsphase in der Oberstufe belohnt durch die Beobachtung eines deutlichen Mehrwerts des bilingualen Geschichtsunterrichts gegenüber dem muttersprachlichen Unterricht.

Wie Peter Geiss sieht auch Alexandra Sefrin die Möglichkeiten und Chancen, durch einen bilingualen Unterricht neben und mit der sprachlichen Kompetenz historisches Denken zu fördern, durch die Praxis bestätigt. Sie belegt dies an zahlreichen Beispielen. Ihre Ausführungen zeigen zudem, dass auch die Schülerinnen und Schüler den Preis der größeren Vor- und Nacharbeit mehrheitlich in Kauf nehmen. Vertieftes historisches Verstehen und eine höhere Motivation lohnen nach Auffassung vieler Schülerinnen und Schüler aus bilingualen Klassen den Einsatz und rechtfertigen die größeren Mühen bei Beginn. Auch Sefrin kommt wie Geiss zu dem Ergebnis, dass in der Oberstufe dann sowohl die sprachliche Gewandtheit als auch die Geübtheit im Perspektivenwechsel vergleichende und interkulturelle Sehweisen und entsprechende Diskussionen auf oft erstaunlich hohem Niveau möglich werden lassen. Diese Beobachtung bestätigt das Plädoyer Sefrins, die Rechtfertigung des bilingualen Unterrichts weniger von Kategorien von Mehr- (oder Minder-)Wert abhängig zu machen, als ihn vielmehr an seinen Leistungen für die Förderung allgemeinbildender Kompetenzen zu messen, wie etwa Persönlichkeitsentwicklung und Weltorientierung.

Für eine weitere Präzisierung der Chancen, Möglichkeiten und Grenzen sowie der Methoden des bilingualen Geschichtsunterrichts kann und soll der Band eine Grundlage und Anregung sein. Die vielfältigen Ansätze bieten zugleich Ermunterungen und Herausforderungen für den fortgesetzten Dialog der beteiligten Fachdidaktiken.

Bärbel Kuhn, (baerbel.kuhn@uni-siegen.de)





Veranstaltungsankündigungen

 


DIGITALFILMWETTBEWERB FÜR SCHULEN 2010

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Veranstalter: Goethe Institute in Frankreich, Institut Francais in Deutschland
unterstützt vom Deutsch Französischen Jugendwerk, den deutsch-französischen Häusern, dem französischen Unterrichtsministerium und den einzelnen Akademien, den Kultusministerien der deutschen Bundesländer, den Bildungseinrichtungen von Belgien, den CRDP/CDDP in Frankreich sowie dem Goethe Institut Brüssel.

Thema: Unsere Zukunft - Notre Avenir
für 5. bis 13. Klassen aus allen Schultypen


Anmeldeschluss ist der 19. Dezember 2009. Einzureichen sind 90-Sekunden-Digitalfilme zum Thema des Wettbewerbs bis zum 24. April 2010.


Von den eingesandten Filmen sucht eine deutsch-französische Jury im Mai 2010 die besten acht Filme aus. Jede Gewinnerklasse erhält einen Reisekostenzuschuss von 1000 € für die Reise zur Preisverleihung nach Berlin am 11. Juni 2010. Neben der Preisverleihung gibt es dort auch ein tolles Rahmenprogramm! Bei der Preisverleihung werden die prämierten Filme der Presse und wichtigen Persönlichkeiten aus Politik und Bildung vorgestellt. Jede teilnehmende Klasse erhält als Geschenk eine DVD mit den prämierten Filmen.


Infos unter: www.goethe.de/ins/fr/lp/prj/dig/deindex.htm

 

DEUTSCH-FRANZÖSISCHER TAG FÜR FRANZÖSISCHLEHRER UND -REFERENDARE


Das Deutsch-Französische Institut Stuttgart und das Deutsch-Französische Institut Ludwigsburg begehen den Deutsch-Französischen Tag für Französischlehrer und -Referendare am 25. Januar 1010 (15 bis 17 Uhr 30) gemeinsam im Deutsch-Französischen Institut Ludwigsburg. In diesem Jahr wird es um die Arbeit der Französischlehrer gehen. Der Tag steht unter dem Motto "Motiver à apprendre, apprendre à motiver" - Wie kann man die Schüler dazu bringen, das Französische nicht nur als Schulfach, sondern als Mittel unmittelbarer Kommunikation wahrzunehmen und ihnen damit den Wunsch und schließlich das "Vergnügen am Lernen" zu vermitteln? DFI Ludwigsburg

Das dfi Ludwigsburg im Frühling

Amneldeformular
Anmeldungen per Fax (07141 - 930355) oder Telefon (07141 - 930334) sind ebenfalls möglich.


BILINGUALE LEHRERFORTBILDUNG – TERMIN 2010

Die jährlich einmal angebotene Fortbildung für Lehrkräfte an Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland und an französischen Schulen mit sections européennes sowie an Abibac-Schulen wird vom 3.-5. März 2010 im saarländischen Otzenhausen in der dortigen Europäischen Akademie stattfinden. Das Thema wird lauten: "Europa bilingual unterrichten – aber wie?"

Neben Ateliers zur Sichtung und Bearbeitung von Unterrichtsmaterialien zu diesem Thema wird eine Exkursion nach Luxemburg stattfinden.
Wesentlicher Aspekt während der gesamten Tagung wird die Rolle Frankreichs und Deutschlands in Europa sein, früher – heute – zukünftig.

Kooperationspartner sind wie in den letzten Jahren das Goethe-Institut in Nancy, die APHG Lorraine und das Ministère de l’éducation nationale sowie in diesem Jahr die Europäische Akademie.
Einladungen werden in Kürze an alle Schulen mit bilingual deutsch-französischen Angeboten versendet.



7. DEUTSCH-FRANZÖSISCHES SCHÜLERTREFFEN BOCHUM 2010


Schuelertreffen Schuelertreffen


Vom 20. - 25.9.2010 wird die Hildegardis-Schule Bochum in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland unter der Schirmherrschaft des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Dr. Jürgen Rüttgers und des französischen Botschafters Bernard de Montferrand nach Bonn, Kehl/Strasbourg, Trier, Aachen, Leipzig und Frankfurt das 7. Deutsch-Französische Schülertreffen ausrichten.

Zu diesem besonderen Vorhaben sind Schüler der 8. -13. Klasse und Lehrer aller zweisprachig deutsch-französischen Schulen Deutschlands sowie deren französischer Partnerschulen eingeladen worden.

Bei den nunmehr fast abgeschlossenen Anmeldungen zeichnet sich eine Beteilung von 700 bis 800 Gästen ab, die gemeinsam mit den knapp 1200 Hildegardis-Schülern im Rahmen einer Projektwoche das Ruhrgebiet mit seinen vielen, oft unbekannten Facetten entdecken können.

Hierzu wird eine breite Palette von Ateliers angeboten. Die Schüler folgen historischen Spuren deutsch-französischer Begegnungen in dieser Region oder untersuchen den Strukturwandel aus biologischer und kultureller Sicht, indem sie Industriebrachen im Großraum Bochum besuchen und deren Umwandlung in kulturelle Einrichtungen und stadtnahe Ökosysteme nachvollziehen.

Interreligiöser Dialog wird bei Begegnungen mit Muslimen und der jüdischen Gemeinde eine Rolle spielen. Sozialwissenschaftliche Ansätze werden in Projekten verfolgt, die Ursachen und Zukunftsperspektiven sozialer Brennpunkte oder die Leistung starker Frauen in der Stadt erarbeiten.

Im Rahmen eines Europaplanspiels sowie der Zusammenarbeit mit einem ehemaligen französischen Kulturattaché in Osteuropa nehmen die Teilnehmer Geschichte und Zukunft Europas in den Blick, wobei auch der Bochumer Platz des Europäischen Versprechens miteinbezogen werden soll.

Die Ruhr-Universität Bochum unterstützt das Vorhaben bei der Durchführung naturwissenschaftlicher Projekte in ihrem Schülerlabor oder bei einem Workshop, in dem die Teilnehmer moderne Robotik und darstellende Kunst verbinden, wenn sie eine Choreographie entwickeln und humanoide Roboter tanzen lassen.

Zu Fuß oder per Rad erkunden die Schüler verschiedene Sehenswürdigkeiten entlang der Route der Industriekultur. Dabei sollen neben einem zweisprachigen Stadtführer auch Geo-Caches mit einer dazugehörigen zweisprachigen Webseite und einem Blog erstellt werden. Im Zusammenhang mit der Ruhrgebietskultur darf natürlich der Fußball nicht fehlen genauso so wenig wie die Bochumer Musical-Tradition oder die Ruhrgebietskost. Anhand von Texten und in der Praxis werden die Teilnehmer Einblick in die Küche des Ruhrgebiets früher und heute erhalten.

Schließlich werden sie in vielerlei Hinsicht selber kreativ, sei es bei einer "LiteraTour", auf der an unterschiedlichen Orten in und um Bochum Schreibanlässe geschaffen werden, aus denen Gedichte, Kurzgeschichten oder ein Krimi entstehen, in vielen musikalischen Ensembles, beim Improvisationstheater und natürlich auch in künstlerischen Projekten, wenn mittels großformatiger Malerei oder durch Fotos Industriekultur nicht nur dokumentiert, sondern auch kreativ rezipiert wird.

Auf diese Weise möchte die Hildegardis-Schule Bochum ihren Beitrag zum Kulturhauptstadtjahr 2010 leisten, das unter der Federführung der Nachbarstadt Essen gemeinsam von allen Städten des Ruhrgebiets ausgerichtet wird. Gerade die vielfältigen Aktivitäten im Kulturhauptstadtjahr machen das Ruhrgebiet und die Stadt Bochum zu einem für Schüler und die begleitenden Lehrer attraktiven Ort für diese binationale Begegnung.

Zugleich ist diese Projektwoche, die an der langjährigen bilingualen Tradition der Hildegardis-Schule anknüpft, auch Bestandteil der Feierlichkeiten zu deren 150-jährigen Schuljubiläum.

Neben der Arbeit in den Ateliers sollen die Schüler in Familien die Gastfreundschaft des Ruhrgebiets erfahren sowie im Rahmen eines kulturellen Begleitprogramms zahlreiche weitere grenzüberschreitende Kontakte knüpfen können.

Finanziert werden Anreise, Unterkunft und Verpflegung der Gäste, die Projekte sowie die Auftaktveranstaltung im Auditorium Maximum der Ruhr-Universität und das Abschlussfest im RuhrCongress hauptsächlich über Teilnehmerbeiträge der Schüler. Darüber hinaus freuen sich die Organisatoren über jede Unterstützung in Form von Geld- oder Sachspenden. Weitere Informationen zu diesem bilingualen Schülertreffen gibt es daher unter www.hildegardis-bochum.de.



Berichte über Veranstaltungen

Digitalfilmwettbewerb des Goethe-Instituts in Nancy IBericht über die bilingual deutsch-französische Lehrerfortbildung I Kongress der Vereinigung der Französischlehrer in Jena I Erste Regionalfortbildung der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland I Trinational Kehl - Sarreguemines - Breslau/Wroclaw


FRANZÖSISCH MIT DEM RAP DE L'EUROPE
Digitalfilmwettbewerb des Goethe-Instituts in Nancy


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Wenn Schüler im Französischunterricht einen Digitalfilm drehen, profitieren sie nicht nur bei der Fremdsprachenkompetenz. Das zeigt das Beispiel der Klasse 11 am Aachener Inda-Gymnasium, die mit ihrer Lehrerin Stefanie Francke einen ersten Preis beim Deutsch-Französischen Digitalfilmwettbewerb des Goethe Instituts in Nancy gewann.

Vier Jungs und vier Mädchen rappen, schwenken bunte Europa-Fahnen und singen zur Rap-Musik über ihre Vorstellungen von Europa. "Lire, Mark, Pesetas, Francs," heißt es in einer Zeile, "maintenant l'euro est notre argent." Mit dem "Rap de l'Europe" hat die 11. Klasse am Aachener Inda-Gymnasium den ersten Preis in der Kategorie Sekundarstufe II beim Deutsch-Französischen Digitalfilmwettbewerb 2009 des Goethe-Instituts in Nancy gewonnen.

"Europa, das sind wir, du und ich" war in diesem Jahr das Thema des zum dritten Mal statt findenden Wettbewerbs für Grundschulen, Sekundarstufe I und II, an dem sich insgesamt rund 150 Schulen in Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg beteiligt haben. 90 Sekunden lang sollten die Beiträge jeweils sein, sonst waren der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

In zwei Blöcken hat die Klasse von Stefanie Francke, Lehrerin für Französisch und Musik, an ihrem Beitrag gearbeitet. Zunächst haben die Schüler der 11. Klasse das Drehbuch selbständig erstellt. Sie haben Ideen gesammelt, nach einem Brainstorming das Material geordnet, anschließend die einzelnen Strophen getextet. Es gab zwei Fassungen, die Francke gemeinsam mit den Schülern jeweils überarbeitet hat.

Weil Francke auch Musik unterrichtet, hat sie dann die Hip-Hop-Tonspur für den "Rap de l'Europe" außerhalb des Unterrichts selbst zusammen gestellt. Aus verschiedenen Samples hat sie ein Lied gebastelt und am PC direkt auf den Text zugeschnitten, damit die Melodie genau zum Text paßt und die Strophen jeweils mit dem Text enden.

Gedreht wurde mit einer kleinen Handkamera, das Bildmaterial dann auf den PC überspielt. Die Tonspur war schon vorhanden und lief während des Drehs als Playback. Die Klasse hat das Material dann ausgewählt. Den letzten Schnitt hat Francke mit dem Windows Movie Maker am heimischen Rechner ausgeführt. "Theoretisch könnte das aber auch jeder Schüler machen," betont sie. Die Klasse hatte ein Jahr zuvor in einem Politikwettbewerb eine Auszeichnung erhalten, das hat alle motiviert, sich auch beim nächsten Wettbewerb anzustrengen. Wichtig für den Französischunterricht war ihr die Mündlichkeit. "Beim Rap konnten wir die richtige Aussprache gut üben," und zwar in einer für die Jugendlichen ansprechenden Form. Gleichzeitig konnten sich die Schüler mit gängigen Bildern über Europa auseinandersetzen.

"Vorurteile und Klischees sind den Schülern bewußt geworden", betont Francke. Diese Klischees setzte der Beitrag bewußt ein. Die Ironie ist bei der Jury besonders gut angekommen. Auf dem Lehrplan steht für die 11. Jahrgangsstufe das Thema "Les jeunes et la société", das Thema Europa paßt gut dazu. Dieser Freiraum besteht in der Jahrgangsstufe 11, weil es noch nicht um die Qualifikationsphase für die Abiturvorbereitung geht.

Die Preisverleihung im "Maison de l'Europe" in Paris war für die Klasse dann das Tüpfelchen auf dem i. Außerdem haben sie ja auch den Eiffelturm und den Champs Elysée gesehen. Wenn das keine Motivation für den Französischunterricht ist!

 


BERICHT ÜBER DIE BILINGUAL DEUTSCH-FRANZÖSISCHE LEHRERFORTBILDUNG
vom 18.-20.3.2009 in Nancy


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Teilnehmer der bilingualen Fortbildung beim gemeinsamen Abendessen


Auch in diesem Jahr war das Goethe-Institut in Nancy bei der Organisation der inzwischen schon traditionellen bilingualen Lehrerfortbildung wichtigster Partner der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland.

Vom 18.-20. März nahmen über 60 deutsche und französische Lehrkräfte das Angebot einer bilingualen Fortbildung in Anspruch.

Das Programm war sehr umfangreich, so dass es sofort nach der Ankunft der Teilnehmenden in Nancy mit dem Bus in die lothringische Eisenerzregion nahe der luxemburgischen Grenze ging. Ziel war das Eco-Musée des Mines de Fer de Lorraine de Neufchef. Natürlich wurde die Erzmine auch besichtigt und die Arbeitsbedingungen der Bergleute an Ort und Stelle erfahren. Somit war ein erster Anhaltspunkt für zukünftige Schülerexkursionen gegeben. In den anschließenden Vorträgen wurden die historischen und sozialen Zusammenhänge in den Vordergrund gestellt, so dass alle bilingualen Sachfächer auf ihre Kosten kamen. Als Referenten fungierten die Spezialisten vor Ort, M. François ROTH, professeur émérite Université Nancy 2, Mme Marianne AMAR von der Cité nationale de l’histoire de l’immigration Paris und Pascal RAGGI von der Université Nancy 2. Die Gesprächsleitung lag bei Didier FRANCFORT, ebenfalls von der Université Nancy 2. Da die Veranstaltung in die Reihe Jours du patrimoine eingebettet war, waren auch viele französische Lehrkräfte anwesend.

Am Abend genossen die Tagungsteilnehmer den Empfang durch die Stadt Nancy im wundervollen Grand Salon des Rathauses. Neben den Ansprachen durch den Maire adjoint und den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Herrn Paul PALMEN, ist der Pot d’acceuil hervorzuheben, den die meisten Teilnehmer auf dem Balkon genossen. Mit dem Champagnerglas den königlichen Blick auf die festlich beleuchtete Place Stanislas zu genießen gehört zu den Erlebnissen, die man so schnell nicht vergisst.

Ein stilvolles Abendessen in einem gemütlichen Lokal, in das die große Teilnehmerschar so eben hineinpasste und die deutsch-französische melange sich zwangsweise einstellte, beschloss den ersten Tag.

Am zweiten Tag stand zunächst ein Besuch des CDDP/CRDP de Lorraine auf dem Programm. M. Stanislas ADAMKIEWICZ, Directeur, stellte seine Einrichtung mit all ihren Möglichkeiten facettenreich dar.

Die geplante Unterrichtsbeobachtung einer realen Stunde fiel dem Generalstreik zum Opfer. Wahre Romanisten lassen sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen, weder in Deutschland noch in Frankreich. Da der Streik angekündigt war, wurde die Stunde gefilmt und die Präsentation war fast so gut wie das Original. In einer von Paul PALMEN animierten Diskussion mit dem verantwortlichen Lehrer, M.Jean-Marc SAUM aus Lunéville, bestand für die Teilnehmenden ausreichend Gelegenheit, die Besonderheiten des bilingualen Sachfachunterrichts am konkreten Beispiel zu besprechen.

Am Nachmittag wurden im Goethe-Institut weitere Unterrichtsfilme gezeigt, u.a. vom stellvertretenden Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft, Maik BÖING und von Ria MAGER, und in ateliers besprochen. Dabei ergab sich eine sehr lebhafte inhaltliche Diskussion über Didaktik und Methodik des bilingualen Unterrichts. Das Engagement vieler Teilnehmer bei dieser Diskussion zeigt, dass die Unterrichtsmitschau und die Diskussion über das Gesehene ein wichtiger Bestandteil der Fortbildungsveranstaltung ist.

Das Abendessen fand in Buffetform im Goethe-Institut statt, wo die Leiterin, Ute GRAUERHOLZ und der deutsche Generalkonsul aus Strasbourg, Dr.Dr. Hans-Peter SEIDEL, die Teilnehmer begrüßten. Inzwischen sind die Generalkonsuln jährlich Gast bei unserer Lehrerfortbildung, ein besonderes Zeichen der Wertschätzung dieser Veranstaltung gegenüber.

Am Freitagmorgen wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgestellt und es wurde erneut lebhaft, z.T. auch kontrovers diskutiert. Nach dem Mittagessen im restaurant universtaire stand die Foire aux Questions auf dem Programm, die wie immer als Austauschbörse und Informationsquelle genutzt wurde.

Ein besonderer Dank galt auch in diesem Jahr Dagmar OSTERLOH, Expertin für den bilingualen Unterricht mit Büro in Nancy und Liliane CUNEY, Mitarbeiterin des Goethe-Instituts, für die perfekte Vorbereitung vor Ort.

Die fruchtbare Kooperation zwischen dem Goethe-Institut und der bilingualen Arbeitsgemeinschaft wird auch in Zukunft fortgesetzt werden.



ANREGUNGEN UND AUSTAUSCH IN HÜLLE UND FÜLLE:
Bericht über den nationalen Kongress der Vereinigung der Französischlehrerinnen und –lehrer (VdF) vom 26.-28. März 2009 in Jena

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(Foto: © Ulrike C. Lange)


Er war in gewisser Weise ein Novum - der erste nationale Kongress der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer (VdF), der Ende März dieses Jahres an der Friedrich Schiller Universität Jena stattfand, denn eine vergleichbare Veranstaltung fand zuletzt 1993 statt und lag somit 16 Jahre zurück. „Kompetenzen schulen, Persönlichkeit fördern“ – so lautete das weit gefasste Motto des Kongresses (vgl. http://www.vdf-kongress.uni-jena.de/).


Seine Vorbereitung und Durchführung lagen in der Obhut des Programmausschusses der VdF mit Prof. Dr. Jürgen Mertens, Andreas Nieweler, Bernd Käsebier, Julitte Ring, Ulrike C. Lange, Dr. Hélène Martinez sowie Prof. Dr. Marcus Reinfried vom Lehrstuhl für romanische Schulsprachen der Universität Jena, unterstützt von einem Team um Irina Lahr, Alexander Pfeiffer und vielen fleißigen Studentinnen und Studenten. Ohne das Engagement der genannten Personen wäre die exzellente Organisation des Kongresses nicht möglich gewesen, deshalb nenne ich sie hier an erster Stelle.


Eine besondere Ehre wurde der Veranstaltung zuteil durch die Anwesenheit des Botschafters der Republik Frankreich, Bernard de Montferrand, und des zuständigen Staatssekretärs Kjell Eberhardt, welche den Kongress feierlich eröffneten, gefolgt vom Rektor der Universität Jena, Professor Dr. Klaus Dicke, und vom Bundesvorsitzenden der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer, Professor Dr. Jürgen Mertens. In seiner Eröffnungsansprache hob der Botschafter hervor, dass "der Anteil der deutschen Schüler, die Französisch lernen seit fünf Jahren kontinuierlich anwächst: von 17,7% im Jahr 2004 auf 19,4% 2007" (vgl. "Französisch heute", Heft 2, 2009, S. 88ff).

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(v.l.n.r.: H. Martinez, U. Lange, J. Mertens, A. Nieweler, J. Ring, M. Reinfried, B. De Montferrand, K. Eberhardt, K. Dicke, B. Käsebier)
(Foto: © Heiner Wittmann)


Auf dem Kongress geboten wurde ein sehr anspruchsvolles und breit gefächertes Programm: Der Reigen der Vorträge wurde eröffnet von Prof. Dr. Marion Perrefort von der Universität Franche-Comté in Besançon; beendet wurde er mit einem weiteren Plenarvortrag von Azouz Begag, der von den Zuhörern so geschätzt wurde, dass er zu verschiedenen Folgeveranstaltungen in Baden-Württemberg, Halle und Rostock ein weiteres Mal eingeladen wurde.


Zwischen diesen beiden Höhepunkten lagen insgesamt 80 Ateliers und Vorträge zu Themen rund um die französische Sprache und Kultur. Einen Schwerpunkt bildete selbstverständlich der Französischunterricht mit vielen interessanten Vorträgen zum Einsatz neuer Medien, zur Literaturdidaktik, zum bilingualen Unterricht und zum interkulturellen Lernen. Erstmals vertreten war auch ein Atelier zum Französischunterricht in der beruflichen Bildung nach dem Abitur, dessen Schwerpunkt auf Methoden des Lernens in Situationen des beruflichen Alltags lag. Die damit verbundene Absicht war die aller Vorträge und Ateliers des Kongresses: Freude wecken am Umgang mit der französischen Sprache, didaktische Wege aufzeigen und eine nachhaltige Wirkung erzielen.


Das Programm war so reichhaltig, dass nicht immer Gelegenheit war, alle Veranstaltungen und Vorträge zu besuchen, die man gern besucht hätte.


Kulturell begleitet wurde der Kongress von einem feierlichen Eröffnungsabend mit Programm und Tombola im Jenaer Volksbad, einer eigenen Kulturschiene mit Theater, Film und Lesungen am zweiten Tag, sowie Stadtführungen in Jena und Weimar am Abschlusstag. Mit etwa 2 500 Mitgliedern ist die Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer e. V. einer der größten Sprachlehrerverbände Deutschlands. Die Landesverbände der VdF bieten ebenfalls regelmäßig innovative Fortbildungen auf dem Gebiet der Fremdsprachendidaktik an (vgl. www.fapf.de).


Als Sponsoren der Veranstaltung sind vor allem die französische Botschaft, aber auch die Schulbuchverlage Klett und Cornelsen zu nennen. Auch ihnen sei an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Alle anderen bekannten Verlage, die in Deutschland Rang und Namen haben bei der Vermittlung von Fremdsprachen, waren mit einer ansprechenden Ausstellung ebenfalls präsent.


Neben den vielen offiziellen Programmpunkten kam es en passant zu so mancher informeller Gesprächsrunde, die den Austausch untereinander z.T. auch nachhaltig gewinnbringend gefördert hat und an die sich viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne erinnern.


Zu wünschen übrig bleibt schließlich nur, dass ein solcher Kongress bald wieder stattfinden möge.

Dr. Bernd Schmidt (Leipzig)



PETIT À PETIT, L'OISEAU FAIT SON NID
Die erste Regionalfortbildung der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland am 16. und 17.10.2009 in Berlin



Im Zusammenhang mit der Ausstellung Étrangers - Fremde. Bilder vom Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1870, die am 15. Oktober 2009 im Deutschen Historischen Museum in Berlin eröffnet wurde, hat die Arbeitsgemeinschaft in Kooperation mit dem Deutschen Historischen Museum und dem Institut français (Berlin) sowie der Französischen Botschaft in Deutschland ihre erste Regionalfortbildung zur bilingualen Arbeit am Thema Fremdheitsbilder / Migration durchgeführt. Zielgruppe waren Kolleginnen und Kollegen bestehender und werdender bilingualer Züge in den neuen Ländern und Berlin. Im Vorfeld hatten sich Herr Zumbaum-Tomasi (Pädagogischer Dienst des DHM), Herr Valentin (Service culturel de l'Ambassade de France), Frau Bertrand (Institut français / Berlin) und Herr Prekel (Romain-Rolland-Oberschule / Berlin) mehrfach getroffen, um didaktische Wege zu diskutieren und geeignete Objekte für das Atelier auszuwählen.

Bereits bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Ausstellung im berühmten Schlüterhof des Zeughauses am 15.10. hat Herr Jacques Toubon, Präsident der Cité nationale de l'histoire de l'immigration (Paris), unser kleines atelier hervorgehoben und es als richtungsweisend für weitere Arbeitsvorhaben bezeichnet. Schließlich sollte es um eine vornehmlich produktive Fortbildung gehen, in der Kolleginnen und Kollegen gemeinsam weniger bekannte Materialien sichten und didaktisieren konnten.

Am folgenden Vormittag begann dann die eigentliche Arbeit im Rahmen unserer ersten Regionalfortbildung. Weil der Teilnehmerkreis recht übersichtlich war (7 Kolleginnen von Berliner Schulen, eine Kollegin aus Sachsen-Anhalt und ein Student; hinzu kamen Frau Bertrand vom Institut français sowie Frau Vogel und Herr Zumbaum-Tomasi vom DHM), haben wir intensiv gearbeitet. Wir durften im schönsten Raum des DHM tagen (in der "alten Tonne", ein Raum mit herrlichem historischen Gewölbe und Wandmalereien, der in preußischer Zeit als Gaststätte gedient hatte). Zunächst hat uns Frau Jülich, eine der Kuratoren der Ausstellung durch die Ausstellung geführt, anschließend haben wir inhaltliche und methodische Fragen debattiert.

So ging es zunächst um die Frage, wie man mit der Ausstellung im Unterrichtsalltag umgehen könne. Folgende Vorschläge wurden erarbeitet:

  • eine Exkursion mit einer klassischen Führung in deutscher oder französischer Sprache
  • eine thematische Führung zu Themen wie le colonialisme et ses images d'un monde exotique, la vue de l'étranger pendant la Première Guerre mondiale, nous et les autres
  • die Schüler/innen könnten als "Journalisten" durch die Ausstellung gehen, mit dem Auftrag, eine Rezension zu schreiben (dabie wäre die Fokussierung auf ein Thema sowie auf Lieblingsobjekte denkbar)
  • in einer Werkstatt des DHM sollen die Schüler lernen, Exponate zu lesen (die sogenannte "kleine Quellenkunde")
  • Teilnahme an einer thematischen Geschichtswerkstatt in dt. oder frz. Sprache (wird angeboten)
  • Erstellung eines Parcours für die eigene Lerngruppe
  • Schüler als Museumsführer (hierbei ist die aufwendige Vorbereitung und Durchführung sehr problematisch. Die Schüler müssten die Ausstellung mehrfach sehen, ehe sie sie anderen präsentieren. Auch die zeitliche Koordination ist schwierig.)
  • Im Unterricht kann dann eine nachbereitende oder die Exkursion ersetzende Arbeit an ausgewählten Objekten statfinden.

Die Mittagspause wurde durch das exzellente Catering der französischen Botschaft mehr als angenehm gestaltet. Hier wurden Maßstäbe gesetzt, die kaum wieder zu erreichen sein dürften. Am Nachmittag stand zunächst das Nachdenken über mögliche inhaltliche Schwerpunktsetzungen bei der Auseinandersetzung mit der Ausstellung. Hier fanden sich folgende Ideen:

  • Wie wurden/ werden Menschen zu Fremden gemacht?
  • Ausländer / étrangers / patrie? / Heimat?
  • Selbstwahrnehmung / moi et les autres
  • Francophonie / migrations
  • Gute und schlechte Fremde
  • Sprachliche Stigmatisierungen ("Schwarzer Peter")
  • Deutsche und Franzosen
  • Festung Europa? Wer gehört dazu?
  • Was macht das Fremde aus? - an einzelnen Objekten
  • Was macht unsere Kultur aus?
  • Emotionen
  • Exotisme
  • Epochaler Vergleich des Begriffs "Fremde"

Daran anschließend begann dann die Arbeit an einzelnen ausgewählten Objekten wie Werbeplakaten, Fotos oder auch Gegenständen wie z.B. einem Tasterzirkel, den Kolonialisten für ethnologische Studien eingesetzt hatten.

Am Samstag traf sich die Arbeitsgruppe dann im traditionsreichen Institut français am Kurfürstendamm. Nun sollte die Didaktisierung einzelner Objekte erfolgen. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr dabei ein Werbeplakat für das Produkt "Sodex" aus dem Jahr 1910. Aus urheberrechtlichen Gründen kann es hier nicht abgebildet werden, aber man findet das Motiv auch im Internet unter http://www.gusbofa.com/popub.php3?id=13 (Zugriff vom 15.12.2009). Wir bildeten zwei Arbeitsgruppen zu den Sekundarstufen I und II, um erste Planungsskizzen für die unterrichtliche Arbeit zu erstellen. Siehe dazu den croquis der Kolleginnen Simone Lück-Hildebrand (Carl-von-Ossietzky-Gmynasium / Berlin) und Barbara Serrier (Sophie-Scholl-Oberschule / Berlin) sowie die Skizze einer Unterrichtsreihe zum Thema Impérialisme - un devoir scientifique (Protokollantin: Frau Maela Barck, Sophie-Scholl-Oberschule / Berlin). Es wurde debattiert und konstruktiv gestritten, so dass alle Teilnehmer sicherlich mit einer Reihe von Anregungen nach Hause fahren konnten.

Eine Wiederholung der Regionalfortbildung im Jahre 2010 wäre wünschenswert. Die Arbeitsatmosphäre und der Gedankenaustausch im kleinen Kreis waren sehr anregend! Schon bald wollen wir alle mit unseren Schülern in die Ausstellung gehen. Das DHM bietet übrigens den Service französischsprachiger Schülerführungen auch zu dieser Ausstellung (bis zum 31.01.2010) an. Schön wäre dann eine regere Teilnahme der Kolleginnen und Kollegen aus den neuen Bundesländern, die - bis auf eine engagierte Kollegin aus Barleben (Sachsen-Anhalt) - leider auf die Teilnahme verzichtet haben, obwohl die französische Botschaft alle Unkosten übernehmen wollte. Wir bemühen uns auch, dann länger im Vorfeld zu werben und nach Möglichkeit die Ferientermine nicht zu tangieren. Diesmal war aber aufgrund der Koppelung an die Ausstellung eine andere Terminierung unmöglich.

Insgesamt bleiben ein sehr positiver Eindruck und die Erinnerung an ein arbeitsintensives, reichhaltiges Wochenende. Ein großes Dankeschön an die Vertreter der Ambassade de France, des Institut français (Berlin) und des Deutschen Historischen Museums, die uns sehr stark unterstützt haben. Auf ein Neues!

Folgende Unterrichtsmodelle bzw. mögliche Abläufe eines Besuches der Ausstellung "Fremde ? Bilder von den "Anderen" in Deutschland und Frankreich seit 1871" wurden bei unserem Workshop erarbeitet:

 

L’impérialisme - une opportunité scientifique - un devoir scientifique

Intro :

  • Description du « Tasterzirkel » (céphalomètre). » Décrivez et dites ce que ceci pourrait être.
  • Ceci servait à mesurer les crânes humains et à relever les différences raciales et d’en faire une preuve scientifique.
  • Pourquoi ont-ils fait ceci ? Pourquoi est-ce un « devoir scientifique » ? (Thèses des élèves -> au tableau)

Erarbeitung :

  • Qu’est-ce qu’ils ont fait avec ce matériel ? (Archives, photos, classification, et
  • Exposition universelle : faire partager les acquisitions scientifiques au public européen. (affiche ou photos)
  • Curiosité, loisir
  • Fascination de l’exotisme
  • Quel est l’intérêt pour les visiteurs de l’expo d’aller voir ces « étrangers » ?
  • Intérêt des nouveautés scientifiques
  • Voyager dans un pays lointain pour un jour
  • ...

Problématisation : » qui n’est probablement pas exposé ? pourquoi ?

  • A-t-on le droit d’exposer des êtres humains ? Expliquez pourquoi ? (exemple de devoir)

Approfondissement : : » qui n’est probablement pas exposé ? pourquoi ?

  • Rapport avec l’actualité :
  • Exposition « Körperwelten » Gunther Hagen
  • Reality Show, Big Brother… (Quelle est la différence avec les hommes qui ont été exposés à l’Exposition Universelle ?)

Autre Exemple : Affiche Sodex, Paris 1919, affiche publicitaire

Montrer seulement la partie centrale de l’affiche (rouge) :

  • déscription par les élèves ?
  • analyse, thèse

Montrer toute l’affiche :

  • Présenter le document.
  • Quelle est l’intention de l’affiche ?
  • Comment jugez vous le contenu de l’affiche ? (discrimination raciale, blanchir et nettoyer un noir ? est-il mieux ainsi? …)


Pädagogischer Entwurf für einen Besuch mit Schülern der Ausstellung
  "Fremde? Bilder von den „Anderen“
in Deutschland und Frankreich seit 1871"
im Deutschen Historischen Museum (bis zum 31.01.2010)

Niveau : Sek II Sujets du programme de français

  • Vivre en marge de la société (Q 1)
  • Immigration (Q2)
  • La Francophonie (Q3)
  • Le Monde du Travail / Aspects actuels de la vie politique et sociale

Avant la visite

  • Confronter les élèves avec des photos représentant par exemple les équipes de foot, les groupes de musique, etc. et les documents présentés à l’exposition : couverture des magazines « So foot » et « Elf Freunde » avec les joueurs « blanchis ».
equipe-1

Equipe nationale de France en 2006

equipe-1

Culcha Candela – groupe de musique multiculturel de Berlin (photo 2009)

  • Proposer des textes qui soulèvent la problématique sous un autre angle. Par exemple :

Thilo Sarrazin dans la Revue Internationale « Lettre »

Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren den Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate, liess sich Sarrazin zitieren. 70 Prozent der Türken und 90 Prozent der Araber in Berlin würden den deutschen Staat ablehnen. Ausserden hätte eine grosse Zahl an Arabern und Türken »keine produktive Funktion, ausser für den Gemüsehandel, und es werde sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln.

»Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuch-mädchen produziert, sagte Sarrazin. Nach empörten Rücktrittsforderungen in den Medien entschuldigte er sich am Donnerstag öffentlich. Ihm sei es nicht darum gegangen, einzelne Volksgruppen zu diskreditieren, liess der frühere Berliner Finanzsenator verlauten.

(Extrait tiré du „Tagesanzeiger“ du 4 octobre 2009)

  • Autres documents possibles : une carte de la France et de ses colonies (de l’Allemagne et de ses colonies), une carte de la France aujourd’hui avec les DOM-TOM.
  • Inciter les élèves à se poser des questions eux-mêmes, des questions qui servent de pistes d’orientation pour approfondir leurs connaissances au cours de la visite de l’exposition.

Méthode : chaque élève met sa question favorite sur un carton, l’aggrafe au tableau ; en discutant avec la classe le professeur regroupe les questions proposées afin d’arriver – de préférence – à cinq questions d’orientation :

  • Les étrangers – d’où viennent-ils ? Quand sont-ils venus ? Pourquoi ? > en Allemagne / en France
  • Que représente l’immigration dans nos sociétés actuelles > en Allemagne / en France
  • L’histoire du colonialisme > en France / en Allemagne
  • Les « classifications » - dangers et conséquences (surtout dans la partie « Anthropologie »)
  • Les carrières réussies – Quelle est la place de l’étranger dans les milieux professionnels en France / en Allemagne ?

A la fin de cette phase :

  • Répartition de la classe en cinq groupes ; élaboration d’un sujet de recherche par chaque groupe pour la visite de l’exposition.

La visite en trois phases

Phase n° I

  • Visite guidée par un animateur du musée (1h) Les élèves prennent – sur un plan général – connaissance de cette exposition ; ils peuvent déjà trouver des repères pour leur sujets d’étude.

Phase n° II

  • Chaque groupe (cf. les questions-clé) fait sa recherche (2h) : prendre connaissance des informations, sélection et analyse de certains documents ou objets ( 3 par groupe), travail de réflexion ? objectif : préparer une présentation pendant laquelle les résultats de la recherche vont être transmis aux autres élèves.

Phase n° III

  • À tour de rôle, chaque groupe va être « guide spécialisé » autour de la question qui a été choisie ? présentation des résultats (1 ½ h)
  • Autre possibilité : présenter les résultats plus tard à l’école ; préparer une exposition au sein de l’école.

Le site Internet www.histoire-immigration.fr est un trésor de ressources pédagogiques pour cette thématique.

Simone Lück-Hildebrandt und Barbara Serrier

 


TRINATIONAL KEHL - SARREGUEMINES - BRESLAU/WROCLAW

 
einstein

Zusammenspiel der französischen, polnischen und der deutschen Schüler im Gut Kreisau

Eine ganze andere Dynamik stellt sich ein zu dritt. Als ein erstes Projekt am Anfang der Oberstufe für die "section abi-bac" steht eine Zusammenarbeit zwischen Schülern des Einstein-Gymnasiums Kehl, Schülern unserer Partnerschule in Sarreguemines und polnischen Schülern aus Breslau. Das gemeinsame Thema der workshops vom 18. bis 23. September 2009 in Krzyzowa / Kreisau südlich von Breslau, einer Gedenkstätte auf dem ehemaligen Gut des Widerstandskämpfers von Moltke waren Menschenrechte und Umgang mit Gewalt. Es ging um Auseinandersetzung mit Fragen der demokratischen Gesellschaft, thematisiert wurden Minderheiten und Konfliktsituationen.

Im Vordergrund aber standen auch gegenseitiges und gemeinsames Kennenlernen zwischen Schülern aus drei europäischen Nationen, meist spielerisch und sehr dynamisch organisiert: ein bisschen Sprache und polnischer Alltag, Geografie und Geschichte. Engagierte polnische Mitarbeiter der Stiftung Krzyzowa leiteten die workshops, gemeinsame Sprachen waren Deutsch, Polnisch mit jeweiliger Übersetzung, Französisch. Für unsere deutschen Schüler im Grenzgebiet nahe Strasbourg und die französischen Schüler unweit von Saarbrücken bietet die Partnersprache keine sonderliche Barriere. Ein bisschen Skepsis und auch Vorurteile gegenüber unserem östlichen Nachbarn wurden abgebaut, heute zeigen sie Begeisterung von ihren gemeinsamen Erfahrungen.

Die rencontre trinationale hat eine Tradition im Einstein-Gymnasium Kehl: 2008 waren wir im Parc Naturel des Vosges du Nord, geoökologische Fragen und praktische Gelände-untersuchungen standen im Vordergrund. Und turnusmäßig wird im nächsten Jahr die deutsche Seite das Treffen organisieren, genaue Inhalte werden in den nächsten Wochen festgelegt. Unterstützt werden die Treffen vom deutsch-französischen bzw. vom deutsch-polnischen Jugendwerk.

Manche grenzübergreifenden Schülerkontakte erhalten sich, interkulturelle Eindrücke und Erinnerungen sowieso.


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Hier finden Sie in Form einer kommentierten Bibliographie Hinweise auf unterrichtsgeeignete Lehr- und Lernmittel für den bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch.

letzte Änderung: 2011-10-20