Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue 1/2010

 

 

 

 

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Liebe Leserin, lieber Leser,

die Arbeitgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug (AG Franz-Biling) und das Deutsch-Französische Institut freuen sich, Ihnen die neue elektronische Ausgabe von "Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue", dem Informationsdienst zum bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch, präsentieren zu können.

Den Schwerpunkt dieser Ausgabe bilden mehrere Berichte über besondere Aktivitäten im bilingualen Unterricht, wie z.B. Interdisziplinäre Module im Französischunterricht - le Québec en classe, die Bande dessinée "Le Nez à Cologne et à Paris" und das Schulprojekt "Europa zwischen Konfrontation und Kooperation". Außerdem wird in dieser Ausgabe neben anderen Fortbildungsangeboten die Bilinguale Zusatzausbildung (Lehramt) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz vorgestellt und über die bilinguale Lehrerfortbildung vom 3.-5.3.2010 in Otzenhausen und die Verleihung des "prix des lycéens allemands" berichtet.

Wir hoffen, dass sich die Lektüre für Ihre eigene Arbeit als gewinnbringend erweisen werden.

Wir wünschen Ihnen noch nachträglich einen guten Start ins neue Schuljahr!

 

Paul Palmen Martin Villinger  
   
(Vorsitzender der AG Franz-Biling) (Deutsch-Französisches Institut)
 
 
 
 

 

Inhalte dieser Ausgabe



Neue Unterrichsmaterialien



Interdisziplinäre Module1 im Französischunterricht - le Québec en classe
ein Projekt der TU Dresden, Institut für Romanistik, Lehrstuhl Frankreichstudien / Frankophonie und des Romain-Rolland-Gymnasiums Dresden


Nur Mut zur Integration bilingualer Sachfachelemente in den Französischunterricht, nur Mut zur Zusammenarbeit Schule und Universität - so könnte das doppelte Fazit einer bereits seit 2007 bestehenden Kooperation zwischen der TU-Dresden und dem Romain-Rolland-Gymnasium lauten, aus welcher ein Modul zur Einführung des Themas Québec im Französischunterricht der 8. Klasse - 4. Lernjahr Französisch - hervorging.

In den letzten Jahren rücken die Geschichte, Politik und Gesellschaft Quebecs zunehmend ins Zentrum der Wissensvermittlung, um Schüler für die Vielfältigkeit frankophoner Kultur außerhalb unseres Nachbarlandes zu sensibilisieren. Die umfassende Integration Québecs in den Unterricht bildet bereits in Bremen und Niedersachsen einen thematischen Schwerpunkt für das Zentralabitur 2012 und bleibt auch in der Zukunft fester Bestandteil des Curriculums. Als Reaktion auf diese Entwicklung bietet das interdisziplinäre Modul eine Einführung in das Thema Québec.

Die Unterrichtsreihe, die in den kommenden Schuljahren auch anderen interessierten Schulen angeboten werden soll, strebt Ziele in verschiedenen Kompetenzbereichen an und versteht sich dabei als integrativer und nicht nur additiver Bestandteil des Unterrichts. Der für einen modernen Fremdsprachenunterricht zentrale Ausbau der Diskurs- und Kommunikationsfähigkeit der Schüler bleibt dabei auch für das Modul wesentlicher Bestandteil - aufbauend auf das neu erarbeitete zielkulturelle Wissen und den themenspezifischen Wortschatz.

Plakatwand

Die Plakatwand mit den Schülerplakaten
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Siegerplakat

Das Siegerplakat
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Die Kombination aus der Erarbeitung geographischer, historischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge und dem Kommunizieren über die neu angeeigneten Themen in der Einstiegsphase des Moduls schafft einen authentischen und motivierenden Lernkontext, in dem die Schüler Französischunterricht von einer neuen Seite erleben können. Die Fremdsprache wird zur Arbeitssprache, die man eben braucht um sich "zur Sache" äußern zu können.

Durch den Vergleich der französischen Standardsprache mit von Muttersprachlern vorgetragenen Texten in québecois während der Vertiefungsphase erhalten die Schüler einen Einblick in eine ihnen oft unbekannte frankophone Sprachgemeinschaft, für deren besondere kulturelle Verfasstheit sie zunehmend sensibilisiert werden.

Die Schüler rezipieren authentische landeskundliche Texte, werden selbst schriftlich und mündlich produktiv und präsentieren als Höhepunkt ein selbst entworfenes Reiseprogramm mit dem Ziel Québec.

Die Durchführung des Moduls gemeinsam mit den Mitarbeitern des Lehrstuhls Frankreichstudien/Frankophonie, u.a. Frau Dr. Paquin-Lienig, die Prämierung der Schülerplakate zu den Reiseprogrammen durch RomanistikstudentInnen und der abschließende gemeinsame Besuch in der Universität zur Preisverleihung unterstützten diesen Lerneffekt und machten dabei auf ein weiteres Ziel des Moduls aufmerksam: das Ausnützen von Synergieeffekten durch die Kooperation zwischen Schule und Hochschule. Einerseits können die Schüler zum ersten Mal "auf Tuchfühlung" zur universitären Welt gehen und ihre Lehrer durch die Vor- und Nachbereitung des Moduls vom direkten Kontakt mit den Spezialisten profitieren, andererseits bietet sich letzteren hier ein Handlungsrahmen, der die Didaktisierung und Anwendung von Wissen und Erkenntnissen verlangt und daher nicht zuletzt auch für die Lehrerausbildung von großem Interesse sein kann.

Im kommenden Schuljahr wird die Zusammenarbeit auch in Form einer Arbeitsgemeinschaft "Nouvelles francophones" fortgesetzt, doch bereits durch das Modul Québec wurde einmal mehr die zentrale Bedeutung landes- und kulturwissenschaftlicher Forschung für die schulische Praxis deutlich - sei es in Form unmittelbarer Kooperationen wie im Beispiel oder im Rahmen der Ausbildung künftiger Französischlehrer. Vor vier Jahren beispielsweise veranstalteten die Mitarbeiter der Romanistik eine französische Seminarreihe für Lehrer, vor einigen Monaten erst haben sie sich an einer Fachweiterbildung in Bremen mit mehr als 300 Lehrern beteiligt. Die mit der Emeritierung des jetzigen Lehrstuhlinhabers Prof. Dr. Ingo Kolboom geplante Zusammenlegung seiner Professur mit der für Literaturwissenschaften im Jahre 2012 wirft leider bereits heute einen Schatten auf künftige gemeinsame Projekte.

Galyna Putyata (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Romanistik) und Kristian Raum, kristian-raum@web.de (Lehrer am Romain-Rolland-Gymnasium)

1Anmerkung der Herausgeber: Da wir als Herausgeber die Verwendung des Begriffs "bilinguale Module" in Bezug auf die Behandlung von landeskundlichen Themen im Französischunterricht für irreführend halten, haben wir ihn in unserer Veröffentlichung durch "interdisziplinäre Module" ersetzt. Diese Änderung wird von den Autoren, die darauf verweisen, dass die Verwendung des Begriffs in fachdidaktischen Kreisen gängig sei, nicht unterstützt. Gleichwohl sind sich beide Seiten darin einig, dass die Problematik des Begriffs "bilinguale Module" zu diskutieren sein wird.



 


Erfolgreiches Schulprojekt mit Dritt-Partnern führt deutsche und französische Schüler zu "Lernorten" der Geschichte:
"Europa zwischen Konfrontation und Kooperation"


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Projektteilnehmer aus Thüringen und Péronne

"Europa zwischen Konfrontation und Kooperation" - ist der Titel eines ganz besonderen Projekts, das im Schuljahr 2009/2010 mit großem Erfolg in Thüringen und seiner Partnerregion Picardie realisiert wurde, initiiert und begleitet durch das TMBWK, das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Das Projekt, das es in dieser Form noch nie gegeben hatte, ging weit über einen traditionellen, reinen deutsch-französischen Schüleraustausch hinaus. Besonders wurde es durch seine spezielle Teilnehmer-Struktur und Methodik als bilaterales Schulprojekt in Kooperation mit bekannten nationalen "Lernorten" der Geschichte, die durch Dritt-Partner zur Verfügung gestellt wurden. So wurde die Begegnung mit Geschichte an authentischen Orten möglich.

Teilgenommen haben im Schuljahr 2009/2010 das Staatliche Humboldt-Gymnasium Weimar und das Heinrich-Mann-Gymnasium Erfurt, Staatliches Gymnasium "Zur Himmelspforte". Dritt-Partner in Thüringen war die Point Alpha Stiftung Geisa als Gedenkstätte am ehemaligen US-Stützpunkt.

Projektpartner in der Picardie waren das Lycée Pierre Mendès France de Péronne und als historischer "Lernort" das Historial de la Grande Guerre in Péronne als Museum zur Thematik des Ersten Weltkriegs.

Besonders wurde dieses Projekt aber nicht zuletzt durch seine Themenwahl selbst, die die Folgen des Ersten Weltkriegs als Voraussetzung für die Entwicklung Europas im 20. Jahrhundert bis hin zum Mauerfall aufzeigen wollte. Mit diesen oft verstörenden, anstrengenden Themen wie Gewalt, Kriegserfahrung, Diktatur, Demokratie, Freiheit und Frieden stellte sich dieses anspruchsvolle und auch mutige Schulprojekt offen der Auseinandersetzung mit einer extrem schwierigen Thematik, die unendlich viel Dramatik und Tragik besitzt.

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Thüringische und picardische Projektteilnehmer in der Gedenkstätte Point Alpha im Januar 2010

Dieses Projekt regte junge Menschen aus zwei Nationen so zur intensiven Beschäftigung mit geschichtlichen Perioden an, die großes Leid und Unheil über viele Menschen gebracht haben.

Während der ersten Projektwoche im November 2009 in Péronne haben die jungen Teilnehmer zum Beispiel mit Hilfe von Konzepten über "Kriegskultur" und "Verrohung" herausgearbeitet, welche "Art von Gewalt" im Krieg eingesetzt wurde. Der historiographische Diskurs und das Museumskonzept im Historial Péronne ermöglichten es, die jeweils persönlichen Kenntnisse über diesen Krieg zu vergleichen. Ein Höhepunkt der Arbeit im Historial war dabei der Radierzyklus "Der Krieg" des deutschen Malers und Grafikers Otto Dix (1891-1969).

Der "literarische Rundgang" (Circuit littéraire) und der "Weg der Erinnerung" (Circuit Souvenir) mit dem Besuch der Gedenkstätten rings um Péronne boten zusätzliche Gelegenheit, sich über das Vermächtnis des Ersten Weltkriegs zu verständigen und die davon ausgehenden historischen Entwicklungen verstehen zu lernen.

Nach dieser ausführlichen Auseinandersetzung mit der Thematik des Ersten Weltkriegs und seiner künstlerischen Aufarbeitung in der Picardie führte das zweite Projekttreffen die Schülerinnen und Schüler und ihre begleitenden Lehrerinnen und Lehrer im Januar 2010 in die Gedenkstätte "Point Alpha" nach Geisa in Thüringen.

Nach den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs an der Somme wurde in Geisa mit dem ehemaligen US-Stützpunkt "Point Alpha" ein weiterer authentischer Schauplatz der europäischen Geschichte zum begehbaren "Lernort", an dem die Schülerinnen und Schüler Geschichte, so die Konfrontation von Nato und Warschauer Pakt und die menschenverachtenden Folgen der deutschen Teilung wirklich "erfahren", "begreifen" und "spüren" konnten.

Neben der Erschließung dieses "Lernorts" ging es in Geisa vor allem um die Arbeit mit Dokumenten und Bildern. Dies ermöglichte auch eine Bewusstmachung eigener Denk- und Verhaltensmuster. Weitere Fragestellungen waren unter anderem die Spuren, die diese Konflikte in Mentalität und Landschaft hinterlassen haben und die jeweilige Vergangenheitsbewältigung bzw. "Erinnerungskultur". Ein besonderer Akzent dieser Projektbegegnung war sicherlich das Mahnmal "Weg der Hoffnung" des Bildhauers Dr. Ulrich Barnickel (geboren 1955 in Weimar).

Zum Thüringer Programm gehörte neben einer Grenzwanderung auch der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald Weimar, um noch mehr über die Folgen zweier Diktaturen auf deutschem Boden zu erfahren.

Grundlegende Methodik beider Projekttreffen war also die selbstständige Erarbeitung detaillierter Informationen durch die Schülerinnen und Schüler mit den verschiedenen Materialien in Kombination mit der "Erfahrung" von Originalschauplätzen.

Aufkommende Fragen und Gedanken, aber auch Ängste sollten offen formuliert und vorgetragen werden. Die themenbezogene Anwendung der Fremdsprache war in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Zudem sollten die Schüler durch die eigenverantwortliche Umsetzung der Problemstellungen, die Aufbereitung, Diskussion und Präsentation ihrer Materialsammlungen an wissenschaftliche und fachorientierte Arbeitsweisen herangeführt werden.

Bei der Finanzierung des Gesamtprojekts wurden die Projektverantwortlichen durch das TMBWK, die Akademie Amiens und das DFJW (Deutsch-Französisches Jugendwerk) sowie durch die Dritt-Partner unterstützt. Hauptziel war es dabei, durch diesen speziellen deutsch-französischen Dialog ein europäisches Geschichtsbewusstsein der Schülerinnen und Schüler zu fördern, interkulturelle Kompetenz und insbesondere "Europakompetenz" zu vermitteln, um die jungen Menschen auf das Leben im vereinten Europa vorzubereiten.

So betonte auch der Thüringer Kultusstaatssekretär Prof. Dr. Roland Merten anlässlich eines festlichen Projektempfangs im Januar 2010 in Geisa, bei dem jeder Teilnehmer ein eigenes Projekt-"Zertifikat" erhielt: "Es waren immer vor allem auch junge Menschen, die mit Engagement und Idealismus das nötige Klima für die europäische Integration geschaffen haben..Europakompetenz, das heißt auch: Offen sein für Europa, für die europäischen Nachbarn, bereit sein, von ihnen zu lernen. Neugierig sein. Dafür braucht es Orte der Begegnung. An solchen Orten werden unverzichtbare Beiträge zur gemeinsamen Verständigung, zur Kontaktpflege und zum gegenseitigen Kennenlernen junger Europäer geleistet."

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Staatssekretär Prof. Dr. Roland Merten überreicht Zertifikate an die Teilnehmer des Projektes -Empfang im Schloss Geisa am 27. 01. 2010

Den Projekttreffen folgte die Dokumentation des Projekts, zum Beispiel durch Fotoalben, eine ausführliche PowerPoint-Präsentation sowie eine zweisprachige Broschüre. Die Broschüre bietet auf über 80 Seiten Informationen zu Projektpartnern, Programmablauf und zu Schwerpunkten, Zielen und Arbeitsergebnissen der beiden Projektbegegnungen. Die Broschüre enthält darüber hinaus Arbeitsmaterial mit pädagogischen Anwendungshinweisen, wie die Fragebögen in französischer und deutscher Sprache, die während der Begegnungen erstellt wurden.

Zusätzlich zur Broschüre entstand ein Kurzfilm des Projekttreffens in Thüringen im Januar 2010 mit Bildsequenzen der ersten Schülerbegegnung in der Picardie im November 2009. Der Kurzfilm vermittelt einen lebendigen Eindruck von den Begegnungen der Schüler und ihrer intensiven Auseinandersetzung mit der Kern-Thematik.

Die Dokumentation soll vor allem "Wegbegleiter" sein für alle, die sich ebenfalls auf diese besondere Weise der Frage "Europa zwischen Konfrontation und Kooperation" nähern möchten und sich dazu auf den "Weg" begeben zu den "Lernorten" in der Picardie und in Thüringen. Sie soll zur Fortführung des Projekts inspirieren und Anregungen für Nachfolgeprojekte geben.

Das bilaterale Schulprojekt mit Dritt-Partnern wird auch im Schuljahr 2010/2011 in modifizierter Form seine Fortsetzung finden.

Dr. Karin Drechsler, Karin.Drechsler@tmbwk.thueringen.de, und Dr. Anja Pecher, Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Referat EU- und Internationale Angelegenheiten

 



Le Nez à Cologne et à Paris
Erstellung einer Bande dessinée in deutsch-französischer Kooperation

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Frau Bats und Frau Wefers-Sonderfeld und die Schüler beider Schulen, die die Bande dessinée verfasst haben.

Das Projekt "Das Parfum in all seinen Ausprägungen" führte eine Gruppe von sechs Schülern aus der Seconde des Prytanée National Militaire und eine Gruppe von sieben Schülern des Leistungskurses Französisch des Sankt-Mauritz-Gymnasiums Münster zusammen. Eine Partnerarbeit in deutsch-französischen Tandems veranlasste sie unter der Leitung von Frau Bats und Frau Wefers-Sonderfeld, ihren Geruchssinn in unterschiedlichen Zusammenhängen zu erproben: im Duftmuseum im Farina-Haus in Köln, bei einem Workshop im Schokoladenmuseum ebenfalls in Köln, dann in der Kanalisation von Paris, im Musée Fragonard und schließlich mit sprachlichen und praktischen Übungen.

Ein Zusammentragen kulinarischer Spezialitäten der Partnerregionen verhalf den Teilnehmern zu einer authentischeren Kommunikation und einem unverfälschten Austausch.

Die Arbeit verfolgte ein dreifaches Ziel : das vertiefte Studium des Romans "Das Parfum" von Patrick Süsskind, die Herstellung eines, ja mehrerer Parfums unter der Anleitung von Marina Jung aus der Parfum-Werkstatt und schließlich das Verfassen einer Bande dessinée, die die Abenteuer eines Betrügers an den während des Projekts besichtigten Orten illustriert.

Das Projekt war eine Première in der noch ganz jungen Partnerschaft zwischen Prytanée und Sankt Mauritz und wir hoffen, dass sie sich in den kommenden Jahren mit anderen Anlässen zur Begegnung fortsetzen wird.

Plakatwand Siegerplakat
Plakatwand Siegerplakat

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Den Bande dessinée als PDF-Datei können Sie hier herunterladen

Claudine Bats, claudine.bats@wanadoo.fr, Prytanée National Militaire, und Frau Wefers-Sonderfeld, Sankt-Mauritz-Gymnasium Münster


 


 

Veranstaltungsankündigungen

 



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Bilinguale Zusatzausbildung (Lehramt)
an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz


Der bilinguale Sachfachunterricht in den Fremdsprachen Französisch und Englisch hat in den vergangenen Jahren bundesweit an Bedeutung gewonnen. Den Kernbereich des bilingualen Unterrichtsangebots bilden hierbei die Fächer Geschichte, Sozialkunde/Politik und Erdkunde.

In diesem Zusammenhang werden zunehmend Lehrerinnen und Lehrer gesucht, die für das gymnasiale Lehramt sowohl in der Fremdsprache als auch in dem unterrichteten Sachfach ausgebildet sind und über eine auf den bilingualen Unterricht ausgerichtete Qualifikation verfügen.

Um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden, bietet die Johannes Gutenberg-Universität Mainz seit mehreren Jahren eine praxisorientierte Zusatzausbildung zum bilingualen Unterrichten für die Fächer Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde/Politik an. Diese bereitet den Abschluss der Ausbildung im Referendariat mit vor und vermittelt so notwendige Grundlagen für die spätere Lehrertätigkeit.

Die universitäre Zusatzqualifikation im bilingualen Unterrichten kann von Studierenden der alten Lehramtsstudiengänge sowie der Bachelor of Education- und Master of Education-Studiengänge erworben werden. In zwei aufeinander aufbauenden fachdidaktischen Übungen werden die interkulturellen und fremdsprachlichen Herausforderungen thematisiert, und die Studierenden bereiten sich praxisorientiert auf das spätere bilinguale Unterrichten vor. Fremdsprachliche Kenntnisse im Sachfach können im Rahmen eines breiten Lehrangebots ausländischer Gastdozenten erworben werden, zusätzlich sind Lehraufträge zur Vermittlung von fachbezogenen Kenntnissen im Englischen bzw. Französischen eingerichtet worden.

Im Schnitt erwerben jedes Jahr 25 Studierende das bilinguale Zertifikat. Viele der Absolventen sind mittlerweile Lehrkräfte an bilingualen Unterrichtszweigen von Gymnasien in ganz Deutschland und teilweise auch in Frankreich. Laut Aussagen der früheren Teilnehmer hat die universitäre Zusatzausbildung erheblichen Anteil an dieser beruflichen Orientierung gehabt.

Die Zusatzausbildung wird, so wie die integrierten Studiengänge in den Geisteswissenschaften, die, in Kooperation mit der Partneruniversität Dijon (weitere Drittlandpartner sind die Universitäten Bologna und Sherbrooke / Québec), vornehmlich auf die binationale Lehrerausbildung abzielen, fächerübergreifend vom Dijonbüro der Universität Mainz koordiniert.

Nähere Informationen finden Sie unter: http://www.dijon.uni-mainz.de/110.php

Eva Hewera und Dr. Lutz Baumann, dijon@uni-mainz.de




Zertifikatskurs "Erfolgreich bilingual unterrichten"
Pädagogisches Zentrum Wiesbaden-Naurod (November 2010 - März 2011)


Um insbesondere Lehrkräfte, die noch keine oder wenige Erfahrungen mit durchgehendem bilingualem Sachfachunterricht oder bilingualen Modulen haben, bei der didaktischen und methodischen Gestaltung des bilingualen Unterrichts zu unterstützen, bietet das Pädagogische Zentrum der Bistümer im Land Hessen eine Fortbildung im Rahmen von 3 Modulen an. Teilnehmen können Lehrerinnen und Lehrer mit der Fächerkombination Englisch, Französisch oder Spanisch + beliebigem Sachfach. Die Lehrkräfte erwerben in diesem Kurs Kompetenzen, bilingualen Unterricht erfolgreich zu planen, durchzuführen und zu evalulieren. Die teilnehmenden Lehrkräfte erhalten am Ende des Kurses ein Zertifikat.

Die einzelnen Fortbildungs-Module haben folgende Inhalte:

Modul 1: Formen bilingualen Lernens und Arbeitens sowie deren Verankerung im Schulprogramm sowie Methoden der inhaltsbezogenen Spracharbeit

In diesem Modul werden Formen bilingualen Lernens vorgestellt und Probleme bzw. Lösungen zur Integration von bilingualem Unterricht im Schulprogramm erörtert. Ferner werden didaktisch-methodische Grundprinzipien und Methoden vermittelt, wie sprachliches Lernen sinnvoll in den Fachunterricht integriert werden kann und wie Fremdsprache und Muttersprache sinnvoll eingesetzt werden können.

Montag, 29.11.2010, 14.30 Uhr bis Mittwoch, 01.12.2010, 13.00 Uhr (WKH Naurod)

Modul 2: Von der Textrezeption zur Textproduktion und Kommunikation und Interkulturelles Lernen im bilingualen Unterricht

Ziel des Moduls ist, Kompetenzen zu vermitteln, die es den Lehrkräften ermöglichen, fremdsprachliche Lese- und Auswertungstechniken mit sachfachrelevanten Arbeitsweisen zu verknüpfen und Methoden zu vermitteln, die es ermöglichen, die Schülerinnen und Schüler zu angemessenen sachfachrelevantem Schreiben zu führen. Zudem werden Kompetenzen vermittelt, die es erm?glichen, Schülerinnen und Schüler zum Sprechen in der Fremdsprache und zur sachfachrelevanten Kommunikation zu führen.

Donnerstag, 17.03.2011 14.30 Uhr, bis Samstag, 19.03.2011 13.00 Uhr (BZO Oberjosbach)

Modul 3: Planung von Unterrichtseinheiten, Projekten und Materialentwicklung für bilingualen Unterricht

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben in diesem Modul Kompetenzen, bilinguale Unterrichtseinheiten und Projekte erfolgreich zu planen, ferner Unterrichtsmaterialien sinnvoll auszuwählen bzw. selbst zu entwickeln. Konkret sollen sie eine Unterrichtseinheit bzw. ein Projekt und die dazugehörigen Materialien konzipieren und ausarbeiten. Ferner sollen sie lernen, Lernleistungen zu evaluieren und Prinzipien der Leistungsmessung und der Leistungsbewertung angemessen einzusetzen.

Mittwoch, 15.06.2011, 14.30 Uhr, bis Freitag, 17.06.2011, 13.00 Uhr (WKH Naurod)

Tagungsort: Wilhelm-Kempf-Haus, 65207 Wiesbaden-Naurod

Zielgruppe: Hessische Lehrerinnen und Lehrer Sek I und Sek II

Referent: Dr. Hans-Ludwig Krechel, Studienseminar Bonn

Ansprechpartner: Dr. Paul Platzbecker, paul.platzbecker@pz-hessen.de

Nähere Informationen finden Sie unter: http://www.pz-hessen.de und http://www.pz-hessen.de/course_print.php?id=132



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Tagung zum bilingualen Unterricht
Module in der L2 und L3? Phasenweiser Unterricht in einer Fremdsprache? Immersion? Zweisprachiger Unterricht? Authentische Texte in verschiedenen Sprachen im Fachunterricht? Pourquoi pas? Andiamo!


Freitag und Samstag, 19. und 20. November 2010
Universität Freiburg (CH), Pérolles 2 und Regina Mundi, CH 1700 Freiburg

Nach der Veranstaltung im November 2008 in Biel findet die zweite Netzwerktagung der Gruppe Zweisprachiger Unterricht (ZUG) der NW-EDK zum zweisprachigen Unterricht auf der Sekundarstufe I am 19. November 2010 an der Universität Freiburg statt. Am 20. November wird das Jahreskolloquium der APEPS zum zwei- und mehrsprachigen Unterricht auf allen Schulstufen und deren Jahresversammlung durchgeführt. Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit zwischen der ZUG, der APEPS und der Universität Freiburg organisiert und wird unterstützt von der VALS-ASLA und dem Migros-Kulturprozent. Dank einer Subvention vom Institut für Mehrsprachigkeit konnte der Beitrag für Studierende ermässigt werden.

In Plenarsitzungen, sieben parallelen Ateliers und Diskussionsgruppen werden Themen wie die Ausbildung der Lehrpersonen, die Praxis und Didaktik des zweisprachigen Unterrichts und die Lernmaterialien angeschnitten. Am Samstag findet eine Podiumsdiskussion zum Thema Realität und Mythen des zweisprachigen Unterrichts statt. Parallel dazu geben der Markt und eine Ausstellung Informationen zu Lernmaterialien, Austausch, institutionnellen Bedingungen des zweisprachigen Unterrichts, Schulprojekten, Forschung und Praxis. Die Tagung ist zweisprachig Deutsch-Französisch, ohne Übersetzung.

Studierende, Lehrpersonen, Forschende, Schulleitungsmitglieder, sowie Zuständige aus der Bildungsverwaltung können einen Einblick in die Planung, Umsetzung und Begleitung des zweisprachigen Unterrichts gewinnen und sind herzlich eingeladen.

Nähere Informationen unter http://www.plurilingua.ch/. Das Programm der Veranstaltungen finden Sie unter: http://www.plurilingua.ch/userfiles/file/Programme_2010_08_18.pdf

Einschreibungen online unter APEPS: http://www.plurilingua.ch/inscription.aspx

Informationen: Claudine Brohy, (claudine.brohy@unifr.ch)



Berichte über Veranstaltungen

Bericht über die bilinguale Lehrerfortbildung vom 3.-5.3.2010 in Otzenhausen/Saarland I Connaissez-vous Leipzig? Bundesjury des prix des lycéens allemands

 



Bericht über die bilinguale Lehrerfortbildung vom 3.-5.3.2010 in Otzenhausen/Saarland


Die Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland (AG Franz-Biling) bietet nunmehr seit 35 Jahren Lehrerfortbildungs-veranstaltungen an.

Im Jahr 2010 war erneut das Goethe Institut in Nancy unser wichtigster Kooperationspartner bei der Planung und Durchführung des Programms, das dieses Mal in der Europäischen Akademie Otzenhausen (EAO) im nördlichen Saarland angeboten wurde. Es hat sich in den letzten Jahren herausgestellt, dass der jährliche Wechsel des Veranstaltungsortes eine größere Zahl von Interessenten anspricht. Der Wechsel zwischen Tagungsorten in Deutschland und Frankreich hat außerdem dazu geführt, dass durch die Teilnahme zahlreicher französischer Kolleginnen und Kollegen jeweils wahrhaft bilinguale Veranstaltungen stattfinden. Dies wäre ohne die Einbindung des Goethe Instituts Nancy und der engagierten Mitwirkung der dort angesiedelten Expertin für den bilingualen Unterricht, Frau Dagmar OSTERLOH, nicht möglich gewesen, wofür ihr wie auch in den letzten Jahren unser herzlicher Dank gebührt.

Die diesjährige Fortbildung fand statt in der für diese Zwecke geradezu prädestinierten Tagungsstätte EAO. In Frau Eva WESSELA, einer der Geschäftsführerinnen der EAO, fanden wir eine aufgeschlossene und an der bilingualen Sache äußerst interessierte Partnerin. Es sei vorweg genommen, dass das wunderbare Ambiente, die hervorragende technische Ausstattung, die Freundlichkeit aller Mitarbeiter der EAO, die komfortablen Zimmer und nicht zuletzt die erstklassige Küche einen großen Anteil an der ausgezeichneten Stimmung unter den Teilnehmenden hatten. Für das Hauptanliegen der Tagung, nämlich die Arbeit in binationalen Gruppen zum Thema "Europa im bilingualen Unterricht", war dies äußerst förderlich.

Den Start der Veranstaltung, die von über 80 deutschen und französischen Teilnehmenden besucht war, gestaltete am 3.3. Markus Woelke, Mitarbeiter der Deutschen Botschaft in Paris, im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Wertediskussion in Europa. Eingeladen waren dazu Vertreter aus Wissenschaft und Praxis, die engagiert ihren Standpunkt vertraten und das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten. Regelrecht begeistert waren die Teilnehmenden von drei Schülerinnen und einem Schüler einer saarländischen Realschule, die an ihrer Schule eine Umfrage zu diesem Thema durchgeführt hatten und die Ergebnisse in einer aufschlussreichen Präsentation festgehalten hatten. Ihr Vortrag zeigte sowohl die Aktualität des Themas als auch die Betroffenheit junger Menschen in eindringlicher Weise.

Der Rest des Nachmittags stand ganz im Zeichen der binationalen Gruppenarbeit. Für alle Sachfächer und für den Sprachunterricht wurden Arbeitsgruppen gebildet, die sich ihr Thema weitgehend selbst im Rahmen des Veranstaltungsrahmens wählen konnten und auf eine umfangreiche Materialrecherche zurückgreifen konnten. Jede Arbeitsgruppe hatte die Zielsetzung, das Thema "Europa im bilingualen Unterricht" in seiner jeweiligen Relevanz zu diskutieren und Unterrichtsbeispiele dazu zu entwickeln.

Nach dem Abendessen wurden bei einem Café-concert auch musikalische Leckerbissen geboten. Drei Musiker aus dem Saarland und aus Lothringen begeisterten mit einer Mischung von Liedern und Chansons, die die besondere Lage und die Traditionen im deutsch-französischen Grenzraum mal auf lustige Art und Weise, mal eher nachdenklich machend zum Thema hatten. Es bot sich reichlich Gelegenheit zum Mitsingen, wovon reger Gebrauch gemacht wurde. Bemerkenswert ist, dass alle drei Musiker im Hauptberuf Lehrer sind und die Musik als Hobby betreiben.

Am Vormittag des 4.3. stellte Marco GABELLINI vom Centre virtuel de la connaissance sur l'Europe in Luxemburg die phantastischen Möglichkeiten vor, die die Nutzung einer virtuellen Bibliothek hat. Hier besteht dank einer Initiative des luxemburgischen Staates die Zugangsmöglichkeit zu einer Fülle von Informationen, die ständig erweitert und aktualisiert werden. Wer es ausprobieren möchte: www.ena.lu/de/

Der Nachmittag war der realen Begegnung mit der europäischen Wirklichkeit vorbehalten. Mit zwei Bussen wurde die Reise nach Luxemburg angetreten, wo zunächst ein Besuch der Europäischen Zentralbank auf dem Programm stand. Im Europaviertel auf dem Kirchberg angesiedelt kümmert sich diese europäische Institution vor allem um Finanzierung von europäischen Großprojekten. Die Teilnehmenden erhielten einen umfassenden Eindruck von der ökonomischen Perspektive der europäischen Kooperation.

Nach einer bilingualen Stadtführung, bei der die französischen Teilnehmenden eine deutschsprachige Führung erhielten und die deutschen eine französischsprachige, wurde die Rückreise entlang der Mosel angetreten, unterbrochen bei einem Winzer, der die Aufgabe meisterhaft löste, Franzosen von der Qualität deutscher Weine zu überzeugen und gleich noch Reklame für die regionale Küche zu machen.

Am letzten Tag stand der Vormittag wieder der Gruppenarbeit zur Verfügung. Bei der abschließenden Präsentation wurden erstaunliche Ergebnisse präsentiert. Allen Gruppen war es anzumerken, dass die Thematik sie bei der Ideenentwicklung geradezu beflügelt hatte. Bedauert wurde gleichzeitig, dass die Europa-Thematik in den Lehrplänen recht wenig verankert ist, obwohl die Relevanz offensichtlich ist. Die Ergebnisse werden demnächst auf einer neuen Plattform zugänglich gemacht werden.

Die Tagung schloss mit einer Evaluation und einem Rundgang durch das europäische Arboretum der EAO, in dem Gehölze aus zahlreichen Regionen Europas auch einen Eindruck vor der europäischen Vielfalt auf einer anderen Ebene, nämlich der Pflanzenwelt vermitteln.

Die bilinguale Lehrerfortbildung wird natürlich auch im nächsten Jahr stattfinden. Dann wird wieder ein Tagungsort in Frankreich gewählt werden. Wegen der Verlagerung der Stelle von Frau Osterloh von Nancy nach Paris wird dies wahrscheinlich Paris sein. Auch der Termin ist schon relativ sicher: 30.3. - 1.4.2011 im Goethe-Institut Paris.

Die Einladungen dazu werden Ende des Jahres oder zu Anfang des nächsten Jahres an die bilingualen Schulen versendet.

Paul PALMEN, (paul.palmen@t-online.de),
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland

 



Connaissez-vous Leipzig?
Bundesjury des prix des lycéens allemands


Deborah Haffer, Schülerin des deutsch-französischen Zugs der Jahrgangsstufe 11 am Hardtberg-Gymnasium in Bonn, hat als nordheinwestfälische Landessiegerin ihr Bundesland am 18. und 19. März 2010 auf der Leipziger Buchmesse beim "Prix des Lycéens allemands" vertreten. Von der 16köpfigen Schülerjury der dortigen Bundesjury wurde sie erneut ausgewählt, um einem Fernsehinterview bei Arte beizuwohnen. Das preisgekrönte Buch ist "Orages" der französisch-serbischen Schriftstellerin und Theaterregisseurin Sonia Ristic. Der Vorsitzende der bilingualen Arbeitsgemeinschaft, Herr LRSD Paul Palmen, gratulierte der Preisträgerin, der verantwortlichen Lehrerin, Frau StR' Kirsten Ritter, und der Schulleiterin, Frau OStD' Inge Stauder.

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Der bilinguale Französisch-Grundkurs der Stufe 11 bei der Landesjury in Köln

Der Morgen des 18.03. begann viel zu früh - um fünf musste ich aufstehen, um mittags in Leipzig anzukommen. Die Zugfahrt war schon ein Abenteuer an sich: zwar ohne Verspätung, aber völlig überfüllt fuhr der Zug mit meiner Lehrerin, Kirsten Ritter und mir in Richtung Buchmesse.

Auf der Fahrt hatte ich noch genug Zeit, um mich auf das vorzubereiten, was bevorstand. Ich durfte an der Bundesjury des "prix des lycéens allemands" teilnehmen. Unser Französischkurs hatte im letzten Halbjahr vier Bücher gelesen: Orages von Sonia Ristic, La Gazelle von Hubert Ben-Kemoun, L'âge d'ange von Anne Percin und Mon amour Kalachnikov von Sylvie Deshors. Als Vertreterin für meine Klasse hatte ich im Februar in Köln bei der Jury Nordrhein-Westfalens gewonnen und konnte so die Gewinner der anderen Bundesländer in Leipzig zur Bundesjury und Preisverleihung treffen.

Dort angekommen, wurden wir im Institut Français freundlich begrüßt und begannen schließlich die Diskussion. Zwei Stunden lang wurde argumentiert, interpretiert, kritisiert und gelobt. Am Ende stand für die Mehrheit fest, dass Orages den diesjährigen Preis gewinnen sollte. Doch zum Zeitpunkt der Wahl diskutierten die Lehrer schon über pädagogische Inhalte, Verbesserungsvorschläge und Anregungen zum Konzept des Preises in einem anderen Raum. So blieb für sie nicht nur das Gewinnerbuch, sondern auch der Vertreter der Jury ein Geheimnis.

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Deborah Haffner mit der Autorin Sonia Ristic (diesjährige Preisträgerin) und Frau Ritter (Französischlehrerin des GK Französisch 11 bilingual)

Der Vertreter, der am nächsten Tag unter den Gästen bei arte in einer Talkrunde sitzten sollte, wurde nun auch gewählt und mit knapper Mehrheit entschied sich die Jury für mich. Voller Vorfreude auf den nächsten Tag blieb uns noch die Aufgabe, die Preisverleihung mitzugestalten. Die Bücher sollten vorgestellt werden, einige Texte wurden vorgelesen und eine kleine Passage sollte übersetzt werden. Und natürlich mussten wir den Preisträger benennen. Unser Organisationstalent war gefordert. Nach dem Abendessen haben wir im Hotel die Zimmer bezogen und sind wieder in die Stadt gefahren; es galt Leipzig zu erkunden, und wir hatten nur eine Nacht Zeit...

Glücklicherweise haben sich direkt alle sehr gut verstanden. Zwar begrüßten uns die einen mit servus, die anderen mit moin und der nächste mit grüß Gott, doch hat uns gerade der unterschiedliche Hintergrund der anderen interessiert und wir kamen schnell ins Gespräch. Klar, dass wir am nächsten Tag müde waren... Aber die Buchmesse wartete auf uns!! Eine Stunde lang durften wir Hubert Ben-Kemoun, Sonia Ristic und Sylvie Deshors Fragen stellen, Anne Percin konnte leider nicht kommen. Nach dem Mittagessen fand die Preisverleihung statt.

Es war schon sehr schön, die Freude der Autorin zu sehen, deren Buch uns am besten gefallen hatte. Ihr wurden als Preis 5.000 Euro übergeben, mit denen der Klettverlag sich um die Übersetzung des Buches ins Deutsche kümmern wird. Der letzte Programmpunkt des Tages war die Talkrunde bei arte. Eine halbe Stunde lang sprachen Charles Malinas von der französischen Botschaft, Sonia Ristic und ich über den Preis, das Buch und vieles mehr. Schon reichlich müde blieb uns auch nur noch eine halbe Stunde Zeit, zweckfrei über die Messe zu schlendern, von den meisten anderen mussten wir uns leider auch schon verabschieden. Handynummern und Adressen wurden ausgetauscht, vielleicht bleiben wir in Kontakt...

Um Mitternacht sind wir in Bonn angekommen und konnten auf zwei ganz besondere Tage zurückblicken, die man nicht so schnell vergessen wird!

Deborah Haffner (16), 11. Klasse am HBG Bonn

 


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Hier können Sie frühere Ausgaben von "Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue" online lesen.

Hier finden Sie in Form einer kommentierten Bibliographie Hinweise auf unterrichtsgeeignete Lehr- und Lernmittel für den bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch.

letzte Änderung: 2011-01-27