16.10.2019

Angewandte Kultur- und Wirtschaftsstudien

Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue - 1/2019

Binationaler Bachelorstudiengang
„Angewandte Kultur- und Wirtschaftsstudien
Deutsch-Französisch“

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Der binationale Studiengang „Angewandte Kultur- und Wirtschaftsstudien: Deutsch-Französisch“ wird in Kooperation zwischen der Bergischen Universität Wuppertal und der Université de Franche-Comté Besançon angeboten und ist vor drei Jahren unter das Dach der Deutsch Französischen Hochschule (DFH) aufgenommen worden.

Gruppenfoto Wuppertal-Besançon
Eine Gruppe Wuppertaler Studierender des binationalen Studiengangs „Angewandte Kultur- und Wirtschaftsstudien: Deutsch-Französisch“ im Juni 2018 auf dem Campus der Bergischen Universität. - Copyright Jan Wengeroth, Bergische Universität Wuppertal, 2018.

Die Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs erwerben nach sechs Semestern nicht nur das deutsche Bachelor-Zeugnis und das französische Licence-Diplom, sondern zusätzlich ein Zeugnis der DFH, das die beiden nationalen Abschlüsse miteinander verzahnt und das international anerkannt ist.

Der binationale Charakter des Studiengangs spiegelt sich in seinem Aufbau sinnfällig wider, denn er wird zum überwiegenden Teil in einer gemischten deutsch-französischen Kohorte durchgeführt: Das erste Studienjahr verbringen die Studienanfängerinnen und Studienanfänger jeweils an ihrer Heimatuniversität, stehen aber bereits in engem persönlichen Kontakt und fachlichen Austausch. Im zweiten Studienjahr studieren sie gemeinsam in Besançon; im dritten Studienjahr gemeinsam in Wuppertal, wo sie auch ihre Bachelor-Thesis schreiben, die auf Deutsch oder Französisch verfasst und von Lehrenden aus Wuppertal oder Besançon betreut werden kann.

Der Studiengang ist vor allem durch seinen pluridisziplinären Aufbau gekennzeichnet; an ihm beteiligen sich – zumindest aus Wuppertaler Perspektive – zwei Fakultäten (Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften und die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft) sowie insgesamt fünf Fächer: Romanistik, Germanistik, Anglistik, Geschichte und die Wirtschaftswissenschaft. Die Studienangebote folgen über die drei Studienjahre nicht nur der Abfolge von Grundlagen, Aufbau und Vertiefung in den einzelnen Fächern, sondern sind zudem zwischen den beiden Partner-Universitäten komplementär gestaltet; die jeweiligen fachlichen Schwerpunkte ergänzen sich.

Die Verbindung der beiden grundsätzlichen fachlichen Orientierungen: Kulturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaft zeichnet diesen Studiengang aus und verleiht ihm in der deutsch-französischen Studienlandschaft eine gewisse Originalität und Sonderstellung. Er bildet Spezialisten für den deutsch-französischen Arbeitsmarkt aus, die kulturelle und fremdsprachliche Kompetenzen in Stellenprofile von Wirtschaftsunternehmen einbringen und in der anderen Blickrichtung wirtschaftswissenschaftliche Kompetenzen in Stellen aus dem kulturellen und bildungspolitischen Kontext.

Zusätzlich zu den beiden großen fachlichen Säulen bietet der Studiengang eine ausgesprochen anspruchsvolle fremdsprachliche Ausbildung: In den Partnersprachen Deutsch bzw. Französisch gibt es an beiden Universitäten eine intensive sprachliche Schulung, die die Studierenden zu Ende ihres Studiums in die Nähe einer muttersprachlichen Kompetenz führen soll. Neben den zahlreichen im Lehrplan verankerten Sprachkursen gibt es nach dem ersten Studienjahr eine spezifische sprachliche Vorbereitung auf das Studium an der Partnerhochschule in Form eines einwöchigen Kompaktkurses. Zudem ermöglicht die DFH ihren Studierenden, kostenlos an zwei Modulen des Sprachangebots einer online-Sprachschule teilzunehmen. Und natürlich vermittelt der zweisemestrige Auslandsaufenthalt Franzosen wie Deutschen per se eine ausgeprägte Sprachkompetenz in der Zielsprache. Zusätzlich verlangt der binationale Bachelor das Studium einer zweiten Fremdsprache: Obligatorisch Englisch für die französischen Studierenden; wahlweise Englisch oder Spanisch für die deutschen Studierenden.

Schließlich steht für die berufspraktische Ausbildung eine vierte Säule – das Praktikum. Es wird nach dem Ende des zweiten Studienjahres absolviert (es gehört zu diesem) und sollte nach Möglichkeit im jeweiligen Partnerland gemacht werden; zumal es unter dieser Voraussetzung von der DFH finanziell gefördert wird. Diese praktische Phase des Studiums erlaubt es den Studierenden, bereits erste Erfahrungen im Berufsleben zu sammeln, ihre Kenntnisse in einem ausgewählten Bereich ihres Studiums zu vertiefen und ihre Sprachkenntnisse weiter zu verbessern.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des binationalen BA Wuppertal-Besançon bieten sich den Absolventinnen und Absolventen zwei Möglichkeiten. Zum einen der direkte Einstieg in den deutschen oder französischen Arbeitsmarkt, idealerweise in Unternehmen oder in kulturellen und politischen Institutionen, die in deutsch-französischen Beziehungen tätig sind. Zum anderen der Anschluss eines binationalen, idealiter ebenfalls von der DFH geförderten Masterstudiums, das das Studium eines der im Bachelor angesprochenen fachlichen Schwerpunkte wissenschaftlich vertieft: Literaturwissenschaften, Geschichte oder Wirtschaftswissenschaft. In der deutsch-französischen Studienlandschaft bieten sich hier zahlreiche anschlussfähige binationale Studiengänge.

Für Studieninteressierte hier der link zur Homepage des BA-Studiengangs:

https://www.akwi.uni-wuppertal.de/

Für weitere Informationen
Stephan Nowotnick, nowotnick@uni-wuppertal.de, Ansprechpartner für den Studiengang an der Bergischen Universität Wuppertal
Christine Müller, cmueller@uni-wuppertal.de, Ansprechpartnerin für den Studiengang an der Bergischen Universität


Erfahrungsbericht von Elisabeth Sophie Kuhn

Freizeitaktivitäten
Die Studentin Elisabeth Sophie Kuhn in der Zitadelle von Besançon. - Quelle: privat

Zu meiner Schulzeit hätte ich nie gedacht, dass ich mal irgendwas mit Französisch studieren würde. Nicht weil mir der Unterricht keinen Spaß gemacht hätte, allerdings habe ich mit Französisch erst relativ spät angefangen und es kam später auch kein Leistungskurs zustande.

Als ich mich nach meinem Abitur intensiver mit dem Thema Studium beschäftigt habe, bin ich auf den Studiengang „Angewandte Kultur- und Wirtschaftsstudien: Deutsch-französisch“ der Bergischen Universität Wuppertal und der Université de Franche-Comté in Besançon gestoßen. Meine Entscheidung war ziemlich schnell getroffen, auch wenn ich wusste, dass ich mein Französisch dringend noch aufbessern müsste. Also habe ich zwischen meinen Bundesfreiwilligendienst und den Studienbeginn noch einen dreimonatigen Au-Pair-Aufenthalt geschoben. Im August habe ich meine DELF B2-Prüfung in Lyon absolviert – eine Zulassungsvoraussetzung für das Studium – und konnte im Oktober in Wuppertal starten.

Bereits während des ersten Jahres hat uns die DFH unterstützt, zum Beispiel mit kostenlosen Sprachkursen zur Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt. Als es dann für das dritte und vierte Semester nach Frankreich ging, habe ich sowohl von dem DFH-Stipendium, als auch von dem ERASMUS+ Stipendium profitiert, ein tolle Unterstützung, die den DFH-Studierenden zukommt. Aber das war nicht der einzige Vorteil: Weil der Studiengang von den beiden Unis in Deutschland und Frankreich zusammen organisiert wird, waren die Kurse perfekt aufeinander abgestimmt. So fallen die Überlegungen weg, welche Kurse man sich auch später tatsächlich anrechnen lassen kann und welche vielleicht gar nicht anerkannt werden. Im Umkehrschluss heißt das natürlich auch, dass wir viel weniger Papierkram vorher und nachher zu erledigen hatten. Und natürlich: Das Studium wird mit einem Doppeldiplom abgeschlossen, dem deutschen Bachelor und der französischen Licence. Neben diesen ganzen „formalen Vorteilen“ muss ich natürlich auch erwähnen, dass der interdisziplinäre Aufbau des Studiums viel Spaß am Studieren macht und es toll ist, verschiedene Fächer und deren Methoden kennenzulernen.

Besançon ist eine schöne Stadt mit vielen Studenten. Die Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften (slhs – sciences du langage, de l’homme et de la société) ist mitten in der Stadt in einem schönen alten Gebäude mit großem grünem Innenhof. In wenigen Minuten zu Fuß ist man am Doubs, der die Innenstadt mit einer Schlaufe umgibt und an dem man tolle Fahrradtouren und Spaziergänge machen kann – selbst in der Mittagspause. Die Zimmer im Wohnheim – eher ein Studentendorf mit vielen Wohngebäuden, Sportplätzen, Mensen und anderen Räumlichkeiten – waren schon reserviert für uns, sodass wir auch damit keinen Stress vor dem Umzug hatten.

Von dem Studienaufenthalt in Frankreich habe ich sehr profitiert. Zum einen natürlich sprachlich durch die tägliche Konfrontation mit dem Französischen (aber auch Englisch oder Spanisch kann man wählen!). Weil es in meinem Studienjahrgang nicht nur die „Wuppertaler-Gruppe“ gibt, sondern auch eine auf der französischen Seite, die mit uns den Studiengang besuchen, hatten wir direkt von Anfang an Kontakte in Besançon und an der Uni.
Außerdem habe ich viel von dem französischen Unisystem lernen können. Der ganze andere Aufbau, die unterschiedliche Art von Unterricht und die Klausuren waren vielleicht erstmal etwas verwirrend, aber wenn man sich erstmal darauf eingestellt hat, findet man schnell seinen persönlichen Weg, sich zu organisieren. Und einiges von dem, was ich mir dort angewöhnt habe, behalte ich mir auch für das deutsche Unisystem bei.

Nach den zwei Semestern im Ausland steht ein Pflichtpraktikum auf dem Programm. Dabei ist es frei wählbar, in welchem deutsch- oder französischsprachigen Land man es absolvieren möchte. Ich habe mich persönlich für ein Praktikum in Deutschland entschieden, nicht weil ich nicht gern in Frankreich geblieben wäre, sondern weil ich ein sehr interessantes Angebot in Deutschland gefunden habe. Natürlich hätte ich es toll gefunden, noch etwas in Frankreich zu bleiben, aber ich bin sicher, dass ich die Möglichkeit nochmal bekommen werde! Weil die Zeit bis zum nächsten Semester wirklich lang ist, habe ich anschließend noch ein zweites Praktikum gemacht und konnte so innerhalb von fünf Monaten zwei ganz unterschiedliche Bereiche kennenlernen, die dennoch beide in Verbindung mit einer oder mehreren Disziplinen aus meinen Studium standen.

Wer Lust und die Möglichkeit hat, ein Studium mit der DFH zu machen (am besten natürlich in Wuppertal und Besançon!), dem würde ich das auf jeden Fall empfehlen, denn die Erfahrungen, die man macht, die Unterstützung, die man bekommt und der Doppelabschluss nach dem Studium sind (fast) nicht zu toppen.


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