16.10.2019

Französisch heute: Austausch und Projektarbeit

Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue - 1/2019

Austausch und Projektarbeit:
Ein neues Themenheft von französisch heute stellt erprobte Ideen und Methoden vor

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Quelle: Vereinigung der Französischlehrerinnen und –lehrer e.V.

Die positive Bedeutung von Schüleraustauschen im Hinblick auf ein erfolgreiches sprachliches und interkulturelles Lernen zeigt sich in der Praxis, wobei sich vor allem der Projektaustausch als besonders nachhaltig erwiesen hat. Wie eine gewinnbringende Austauschdidaktik im deutsch-französischen Kontext aussehen kann, haben wir in französisch heute, der Mitgliederzeitschrift der Vereinigung der Französischlehrerinnen und lehrer (VdF, www.fapf.de), bereits 2015 in einem Themenheft in den Blick genommen (vgl. französisch heute 4/2015), in dem Autor*innen aus Schule, Hochschule und Deutsch-Französischem Jugendwerk aus ihrer jeweiligen Perspektive die gegenwärtige Praxis des deutsch-französischen Schüleraustausches beleuchtet haben. Nun ist unter der Federführung von Ulrike C. Lange ein neues französisch heute-Heft zu Projektideen und -methoden für Exkursionen, Drittortbegegnungen, virtuelle und reale Austausche erschienen, das sich ausdrücklich als Weiterführung versteht, indem nun verstärkt methodische Möglichkeiten der Projektarbeit an konkreten, in der Praxis erprobten Beispielen dargestellt werden.

Die erläuterten Formen der Begegnung decken dabei eine breite Palette ab: Tagesexkursion und Studienfahrt, Sequenzprojekt, Jahresprojekt, realer und virtueller Austausch, Begegnung am Drittort und „klassischer“ Austausch mit gegenseitigen Besuch. Für die jeweiligen Projekte kooperieren immer deutsche und französische Schüler*innen unterschiedlichen Alters und Lehrkräfte miteinander, zum Teil aber auch mit Lerngruppen aus weiteren Ländern. Die Autor*innen sprechen dabei sowohl eher klassische Aktivitäten und Arbeitsformen an, die analog durchgeführt werden, wie auch virtuelle Kooperationen, die mithilfe digitaler Medien und Plattformen synchron und asynchron realisiert werden können. Außerdem werden ganz unterschiedliche Themen bearbeitet: Stadt- und Landerkundung, Europavisionen Jugendlicher, politische Partizipation, Literatur. Ziel ist es, den Leser*innen möglichst variantenreiche Einblicke zu geben, die ebenso zu großen Projekten etwa innerhalb von Schulpartnerschaften anregen können, wie zu ersten Schritten eines niederschwellig zu organisierenden und in einem überschaubaren zeitlichen Rahmen zu realisierendem Sequenzprojektes zu ermutigen.

Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über den Inhalt (https://fapf.de/vdf/unsere-fachzeitung-2/), der Beiträge, die alle in der Praxis an den Schulen erprobt wurden, oft an bilingualen Gymnasien von erfahrenen Kolleg*innen. Jeder Beitrag enthält praktische Hinweise und/oder fiches de travail, die als Kopiervorlagen dienen können.

Eröffnet wird das Themenheft von Maik Böing (Gymnasium Kreuzgasse / Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Köln) mit der Methode der Rollenexkursion. Dabei lernen Schüler*innen Orte auf Exkursionen, Studienfahrten oder Austauschen nicht über klassische Besichtigungen kennen, sondern entdecken diese, indem sie in eine bestimmte Rolle schlüpfen und den Ort dadurch aus einer bestimmten Perspektive wahrnehmen, die sie wiederum der Gesamtgruppe vorstellen, wodurch sich in der Zusammenschau ein reichhaltiges Bild für alle ergibt.

Ulrike C. Lange (Carl-Duisberg-Gymnasium Castrop-Rauxel / Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Recklinghausen) stellt in der Folge ein zeitlich auf eine Unterrichtssequenz begrenztes Projekt zu Europavisionen Jugendlicher dar, das anlässlich der bevorstehenden Europawahl mit Lerngruppen der 11. Klassen aus einer deutschen und einer französischen Schule auf Entfernung mithilfe der digitalen Pinnwand Padlet und Mailaustausch durchgeführt wurde. Exemplarisch wird deutlich, wie ein kleines Projekt als regards croisés auch ohne sehr großen Aufwand in überschaubaren Rahmen gewinnbringend realisiert werden kann.

Die Möglichkeiten der eTwinning-Plattform und digitaler Werkzeuge lotet Jana Tokaryk (Romain-Rolland-Gymnasium Berlin) an zwei Beispielen aus: Zum einen illustriert sie entlang des Schuljahreskalenders, wie die Planung und Durchführung eines Austausches konkret aussehen kann, zum anderen stellt sie das Projekt 40 jours pour découvrir l’Europe vor, bei dem jüngere Schüler*innen aus sieben Ländern (Frankreich, Italien, Deutschland, Portugal, Spanien, Rumänien, Türkei) über die eTwinning-Plattform miteinander kooperieren, wobei Französisch als Verkehrssprache dient.

Elodie Bargy (Lycée Allende in Hérouville Saint-Clair) und Dirk Hofmann (Gymnasium Süderelbe Hamburg) erläutern anschließend ein preisgekröntes Projekt, für das sie im Rahmen einer bereits bestehenden Partnerschaft ihrer Schulen die Begegnung am Drittort in Berlin passend zum Thema gewählt haben: Erkundung alternativer Formen politischer Partizipation.

Schließlich stellt Julia von Rosen (Gymnasium Othmarschen Hamburg) ein Literatur-Projekt im Rahmen einer Austauschbegegnung in Frankreich und Deutschland vor, das den Vergleich eines deutschen mit einem französischen Roman fokussiert. Vor allem zwei Dinge werden daran sehr deutlich: die themenbezogene Einbindung von außerschulischen Orten und Personen, sowie die Dokumentation des Projektes über eine selbst erstellte Webseite.

Als Service hat Ulrike C. Lange außerdem noch einen Überblick über eine Auswahl an Austauschprogrammen, -institutionen und digitalen Werkzeugen zusammengestellt.

 


 

Aus dem Inhaltsverzeichnis des Heftes:

  • Maik Böing: Die Projektmethode „Rollenexkursion“ – ein Werkzeug zur mehrperspektivischen Erschließung von Kulturräumen für Austausche und Kursfahrten
  • Ulrike C. Lange: Notre vision de l’Europe – Regards croisés deutscher und französischer Jugendlicher
  • Jana Tokaryk: Deutsch-französischer Projektaustausch und multilaterale europäische Projekte mit eTwinning in den Schulalltag integrieren
  • Élodie Bargy/Dirk Hoffmann: Au-delà des urnes, rien de nouveau? – Erkundung alternativer Formen politischer Partizipation als Projekt einer deutsch-französischen Drittortbegegnung
  • Julia von Rosen: Wie Literatur lebendig werden kann: Ein deutsch-französisches Austauschprojekt
  • Ulrike C. Lange: Überblick über Austauschprogramme, -institutionen, Plattformen und weiterführende Links

 


 

Das Heft ist für Mitglieder kostenlos, kann aber auch von Nicht-Mitgliedern einzeln bei der Geschäftsstelle der Vereinigung der Französischlehrerinnen und lehrer direkt bestellt werden unter: www.fapf.de, geschaeftsstelle@fapf.de.

 


 

Ulrike C. Lange, uclange@hotmail.com, Fachleiterin für Französisch am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Recklinghausen und stellvertretende Bundesvorsitzende der Vereinigung der Französischlehrerinnen und -lehrer (VdF)

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