16.10.2019

Grenzüberschreitender Sprachenlehrertag

Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue - 1/2019

Première journée transfrontalière des enseignants de langue
Grenzüberschreitender Sprachenlehrertag

Langue du voisin et plurilinguisme
Nachbarsprache und Mehrsprachigkeit
Metz, 23. März 2019

Sprachenlehrertag
Tagungsort "Lycée de la communication" in Metz. - Quelle: Privat

Nach großen Erfolgen des Deutschlehrertages in der Region Grand Est und des Französischlehrertages an der Universität des Saarlandes wurden die beiden Tage zu einer neuen deutsch-französischen Form zusammengeführt: dem grenzüberschreitenden Sprachenlehrertag. Diese erste Ausgabe, die sich an Französischlehrerinnen und -lehrer aus Deutschland und Deutschlehrerinnen und -lehrer aus Frankreich richtete fand in Metz am Lycée de la Communication statt und setzte sich in 46 Workshops insbesondere mit den Themen „Nachbarsprache und Mehrsprachigkeit“ auseinander. Verhinderten im November 2018 noch die „gilets jaunes“ die Ausrichtung des ersten gemeinsamen Sprachenlehrertages, so reagierten die Verantwortlichen schnell und organisierten nur fünf Monate später eine gut besuchte Premiere.

Nach den Eröffnungsworten von Dr. Barbara Honrath (Länderdirektorin des Goethe Institutes in Frankreich), Christine Streichert-Clivot (Staatssekretärin beim Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes) und Florence Robine (Rektorin der Akademien der Region Grand Est) schlossen sich die Eröffnungsvorträge von Bénédicte Abraham (Inspektorin der Akademie Nancy-Metz), Prof. Dr. Claudia-Polzin-Haumann und Prof. Dr. Patricia Oster-Stierle (beide Universität des Saarlandes) an. Sie stellten v.a. die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Herausforderungen des Lehrens und Lernens der Sprache des Nachbarlandes in unserer Grenzregion in den Fokus.

Im Anschluss bestand die Möglichkeit in zwei aufeinanderfolgenden Workshoprunden je nach Schulform und eigenem Interesse von den 46 angebotenen Workshops zwei zu besuchen.

Inhaltliche Schwerpunkte waren:

  • die Wiederbelebung des Austausches, z.B. OFAJ/DFJW „Deutsch-französischer Schüleraustausch virtuell“; Atelier Canopé 67 „Europa leben- mit eTWINNING unterrichten“
  • die Digitalisierung des Sprachenunterrichtes, z.B. Universität des Saarlandes „Bilderbuch-Apps“; Département de la Moselle „Deutsch lernen mit neuen Technologien“
  • Sprachvernetzendes Unterrichten, z.B. DAAD „Kreatives mehrsprachiges Schreiben von Gedichten“, Universität des Saarlandes/Institut für Sprachen und Mehrsprachigkeit „Den Sprachunterricht für Mehrsprachigkeit öffnen
  • der Unterricht der Sprache und Kultur des Nachbarlandes in der Grenzregion, z.B. Canopé Nancy-Metz „Die Nachbarsprache lehren“, Goethe Institut, Universität Straßburg „Sprache und Kultur des Nachbarlandes in der Grenzregion“

Sprachenlehrertag
Grenzüberschreitender Sprachenlehrertag in Metz am 23.03.2019 (links Nadine Weber, rechts Margit Fontaine). - Quelle: Privat

Auch wir, die Französischlehrerinnen und -lehrer Margit Fontaine und Nadine Weber von der ‘Schule am Warndtwald‘ in Überherrn (Saarland), einer Schule mit bilingualem Zug, ließen es uns nicht nehmen in Metz dabei zu sein und dort unseren Fachbereich Französisch zu vertreten.

In der ersten Workshoprunde besuchten wir einen Workshop zum Thema „Renouveler l’échange franco-allemand!/Deutsch-französischer Austausch neu belebt!“, in dem es darum ging das sprachliche und interkulturelle Potential eines Schüleraustausches besser auszuschöpfen. Dies ist gerade im Hinblick auf die binationalen Tage und Wochen unserer Schule, die im Rahmen unserer 35jährigen Partnerschaft mit dem grenznahen Collège François Rabelais in L’Hôpital stattfinden, ein wichtiger Faktor.

Sprachenlehrertag
Workshop Mündlichkeit im Anfangsunterricht. Im Bild von links nach rechts Nadine Weber, Margit Fontaine, Sandra Wildt, Julia Sonntag. - Quelle: Privat

In der zweiten Workshoprunde bot Margit Fontaine, unterstützt von Sandra Wildt, Julia Sonntag und Nadine Weber einen Workshop zum Thema „L’expression orale en cours de Français pour débutants/Mündlichkeit im Anfangsunterricht Französisch“ an. Nach der Darlegung der wichtigsten Grundsätze zur systematischen Förderung der Kompetenz „Sprechen“, wurden neue Methoden und kreative Übungen vorgestellt und erprobt, mit denen der Französischunterricht sprechfördernd und kommunikationsorientiert gestaltet werden kann. Mit vielen abwechslungsreichen methodischen Verfahren im Gepäck wie z.B. der Knick-Blatt-Methode, der Papierfliegermethode und theaterpraktischen Methoden traten die zahlreichen deutschen und französischen TeilnehmerInnen den Heimweg an.

Interessant war v.a. der Informations- und Erfahrungsaustausch mit den LehrerInnen des jeweiligen Partnerlandes: Es wurden Kontakte geknüpft, Ideen gemeinsam entwickelt und Adressen ausgetauscht. Bei einem „verre de clôture“, waren sich alle Beteiligten einig, dass dieser Tag eine Bereicherung für unsere tägliche Arbeit als SprachenlehrerInnen darstellte und im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederholt werden sollte.

 


 

Nadine Weber, nadineclaireweber@gmx.de, Beauftragte für den bilingualen Zug der Schule am Warndtwald in Überherrn

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