16.10.2019

Le petit prince

Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue - 1/2019

Beflügelung der Kreativität durch den „Kleinen Prinzen“

Filmprojekt am städtischen Elsa-Brändström-Gymnasium, München

Klasse 7c
Die Klasse 7c des Städtischen Elsa-Brändström-Gymnasiums. - Quelle: Karine Weinberg

Die neue Kinoadaption „Der Kleine Prinz“ von Mark Osborne (2015) bot der Klasse 7c die Gelegenheit, sich aus einer heutigen Perspektive mit einem der bedeutendsten Werke der Weltliteratur auseinanderzusetzen. Anhand einer fiktiven Rahmenhandlung um ein namenloses kleines Mädchen, die den „Kleinen Prinzen“ liest, konnten sich die Schülerinnen und Schüler schnell in die Rolle des Lesers versetzen. Darüber hinaus stellte ihnen der Film anschaulich und spannend dar, wie die Gesellschaftskritik und die Fragestellungen des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry nach Jahren seit Erscheinen des Buches noch relevant sind. Durch die Abwechslung von Computeranimation und traditioneller Stop-Motion-Animation zeigte der Film auch eine interessante künstlerische Ebene.


Trailer zum Film "Der kleine Prinz. - Quelle: https://youtu.be/whu8uKO8s_A

Zwei wochenlang befasste sich die Klasse 7c in kleinen Arbeitsgruppen mit verschiedenen Haupthemen der Kinoadaption des „Kleinen Prinzen“. Intensiv einstudiert wurden nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Handlung der Geschichte. Nach der Lektüre des „Kleinen Prinzen“ hoben die Schülerinnen und Schüler die Art und Weise hervor, wie die Buchvorlage in den Film umgesetzt war. Unsere jungen Medienspezialisten haben es bevorzugt, sich mit der Gattung des Animationsfilmes zu beschäftigen. Die Thematik des Besonderen am Kindsein und der Freundschaft standen auch im Mittelpunkt des Interesses der Klasse 7c. Am Ende des Projekts präsentierten die Schülerinnen und Schüler stolz ihre Ergebnisse auf Flipcharts, die zuerst am Schnupperabend für die 4. Klässler und dann in der Bibliothek gezeigt wurden.

Petit Prince
Trennwand rechts: Flipcharts von Admir, Alex, Elma, Jan und Merve: Vom Buch zum Film
Flipcharts von Ines und Jue: Die Filmhandlung und die Protagonisten
Trennwand links: Flipcharts von Matteo und Oliver: Die Freundschaft und die Liebe
Quelle: Karine Weinberg

Petit Prince
Flipcharts von Admir, Alex, Elma, Jan und Merve: Vom Buch zum Film
Flipcharts von Ines und Jue: Die Filmhandlung und die Protagonisten
Quelle: Karine Weinberg

Quelle: Karine Weinberg

Sowohl im Buch von Antoine de Saint-Exupéry, als auch im Film handelt es sich um ein weltweites Engagement für Menschlichkeit und Freundschaft. Die Schülerinnen und Schüler entlarvten Verhaltensweisen wie Eitelkeit, Habgier oder Herrschsucht, die in den beiden Medien als typisch für Erwachsene angesehen werden. Die Klasse 7c veranschaulichte ihre Begegnungen mit dem Piloten und dem Fuchs, sowie der Reflexion über die Beziehung des Prinzen zur Rose, Freundschaft, Liebe und die Übernahme von Verantwortung für andere. Sie räumte kreativ diesen Werten einen ehrenhaften Platz ein. Der Fuchs fasst diese in die bekanntesten Worte aus dem „Kleinen Prinzen“ zusammen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Petit Prince
Flipcharts von Lisa, Mira, Moritz, Naz, Thomas und Till: Computeranimation und traditioneller Stop-Motion-Animation
Flipcharts von Angelina, Emma und Sabrina: Die Welt der Kinder und Erwachsenen

Petit Prince
Flipcharts von Anna und Julia: Der Pilot in der Biographie von Saint-Exupéry, im Buch und im Film
Als Antwort auf die Frage „Bitte…zeichne mir ein Schaf…“ die Kiste von Alex und die Holzarbeit von Matteo

Quelle: Karine Weinberg

Am Ende des Projektes konzipierte eine Arbeitsgruppe spielerische Rätselblätter in Bezug auf den Film. Die einen waren für GrundSchülerinnen und Schüler ohne Französischkenntnisse, die anderen für welche mit. Sie konnten diese gleich vor Ort lösen oder als Andenken mit nach Hause nehmen.

Über das gesamte Projekt haben sich die Schülerinnen und Schüler folgendermaßen geäußert:

„Das Buch und der Film sind interessant, weil sie eine schöne Moral verkörpern. Die Freundschaft ist nämlich etwas Wichtiges im Leben. Das Projekt war lehrreich, da wir nur auf Französisch gearbeitet haben. Die von uns hergestellten kreativen Spiele waren sehr passend zum Schnupperabend für die zukünftigen Schülerinnen und Schüler. Die 4.Klässler haben sich darauf gefreut und sie haben ihnen Spaß gemacht.“ (Matteo, Oliver)

„Mit einem Film ist es immer leichter, eine Geschichte zu verstehen. Dadurch gewannen wir mehr Zeit für das eigentliche Projekt. Es hat uns gefallen, einen Blick hinter die Kulissen einer Filmproduktion zu werfen und den Begriff Stopp-Motion Animation zu begreifen. Durch das Arbeiten mit neuen Themen und neuen Wörtern konnten wir unser Vokabular erweitern und üben, den Lernstoff praktisch anzuwenden. Man empfindet einen gewissen Stolz, wenn das Ergebnis seiner Arbeit in der Öffentlichkeit präsentiert und bestaunt wird. Dadurch zahlt sich die Mühe aus. Im Allgemeinen war das Projekt eine schöne und lehrreiche Abwechslung zum normalen Unterricht. Wir würden ein solches Projekt gern nochmal machen und würden es auch anderen Klassen empfehlen.“ (Lisa, Mira, Moritz, Naz, Thomas, Till)

Petit Prince
Flipcharts von Matteo und Oliver: Die Freundschaft und die Liebe

Petit Prince
Die Zeichnung des Kleinen Prinzen von Elma / Kreative Spiele übersetzt ins Französische von Ines, Jue und Oliver

Quelle: Karine Weinberg

„Es war interessant, die Unterschiede zwischen dem Buch und dem Film herauszufinden. Die persönliche Interpretation des Filmautors im Vergleich zum Buchautor war faszinierend. Die Geschichte vom kleinen Mädchen war vor allem wirklich unglaublich. Der Austausch mit verschiedenen Charakteren in der Gruppe sorgte für Variationen. Es hat sogar neue Freundschaften gebaut und die Klassengemeinschaft gestärkt. Durch das ständige Arbeiten mit der Sprache haben wir unser Französisch verbessert und unser Sprachlexikon erweitert. Das ganze Projekt hat durchgängig unsere Kreativität gefördert und auch den Französischunterricht sehr vielfältig gestaltet.“ (Admir, Alex, Elma, Jan, Merve)

„Es war motivierend und interessant, den Film anzuschauen, weil das Buch dadurch besser verständlich und besser vorstellbar war. Man konnte sich danach für das Projekt, besser in die Geschichte hineinversetzten. Ein solches Projekt ist produktiv, denn man lernt viel über die Kultur, die Sprache und die Geschichte des Landes dazu. Es war außerdem sehr schön, dass die zukünftigen 5. Klässler unsere Arbeit bewundern und etwas selber daraus lernen konnten.“ (Anna, Julia)

„Was uns am meisten gefallen hat, war es unsere ganzen Ideen auf einem Plakat zu gestalten und die eigene Meinung mit einzubeziehen. Wir waren sehr stolz darauf, als wir sahen, wie die Kinder am Schnupperabend interessiert auf unser Plakat schauten.“ (Angelina, Emma, Sabrina)

„Mit dem Film konnte man die Gefühle der Protagonisten besser mitfühlen als mit dem Buch. Im Buch ist es nur die Rede vom Kleinen Prinzen, während es sich im Film auch um die Geschichte eines Mädchens handelt. Es motiviert uns, sich als Schüler mehr am Unterricht zu beteiligen, weil es abwechslungsreicher ist und mehr Spaß macht. Wir haben sogar noch mehr Lust dazu, aktiv ein solches Projekt zu gestalten.“ (Ines, Jue)

Nach solch tollen Kommentaren der Schülerinnen und Schüler könnten weitere kreative Projekte folgen...

 


 

Karine Weinberg, Karine.weinberg@t-online.de, Lehrerin für Französisch und Spanisch (OstRin) am Städtischen Elsa-Brändström-Gymnasium, München

Zurück zum Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 1/2019 von Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue


Den gesamten Newsletter zum Download als PDF-Datei finden Sie hier.

Wenn Sie "Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue" abonnieren wollen, folgen Sie bitte diesem Link.

Hier können Sie frühere Ausgaben von "Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue" online lesen.