16.10.2019

Libingua-Tagung: Die Macht der Bilder

Quoi de neuf - Nouvelles du bilingue - 1/2019

„Die Macht der Bilder – Le pouvoir de l’image“

Die Lehrerfortbildungsveranstaltung der Libingua*-AG, des Réseau Abibac und des Goethe-Instituts Paris
20.-22. März 2019 im CIEP (Sèvres)

Teilnehmer Libingua Tagung
Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung testen "Virtual Reality im Geschichtsunterricht" im atelier von Benjamin Kaule. - Quelle: Libingua e.V.

Zum ersten Mal beteiligte sich in diesem Jahr das Réseau Abibac, die Partnerorganisation der Libingua*AG, aktiv an der Planung und Durchführung der Lehrerfortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte von Schulen mit bilingual deutsch-französischem Zug bzw. Abibac. Diese Veranstaltung wird schon seit 1975 angeboten und seit 15 Jahren vom Goethe-Institut Paris tatkräftig unterstützt, dieses Mal vertreten durch Alexa Thyssen, der neuen Expertin für Unterricht im GI Paris.

Auch die französische Botschaft in Berlin stellt Libingua* jährlich einen bestimmten Betrag zur Verfügung, um diese Fortbildung zu unterstützen.

Abwechselnd in Frankreich und in Deutschland kommen die Lehrkräfte für drei Tage zusammen und arbeiten in binationalen Arbeitsgruppen an Themen, die jeweils unter einem Oberthema stehen. In diesem Jahr lautete dieses „Die Macht der Bilder – Le pouvoir de l’image“. Veranstaltungsort war das CIEP in Sèvres, das für solche Zwecke ideal ausgestattet ist und sich auch als Ausgangspunkt für thematisch orientierte Exkursionen in besonderer Weise eignet.

Eine weitere Besonderheit dieser Lehrerfortbildungen ist es, dass die überwiegende Zahl der Referentinnen und Referenten aus dem Kreis der Schulen mit deutsch-französischem Angebot stammt, so dass der Praxisbezug immer gewährleistet ist.

Jeweils einige Monate im Vorfeld treffen sich Mitglieder der Libingua* AG, des GI Paris und des Réseau Abibac, verständigen sich auf eine aktuelle Thematik und begeben sich dann auf die Suche nach Referentinnen und Referenten, die das Thema inhaltlich füllen. Da die Medienerziehung in beiden Ländern eine wichtige Aufgabe ist, war das große Interesse der Teilnehmenden am diesjährigen Angebot nicht verwunderlich.

Eröffnet wurde die Tagung von Alexa Thyssen vom Goethe-Institut Paris, Paul Palmen, dem Vorsitzenden der LIBINGUA*Arbeitsgemeinschaft aus Köln und Xavier de Glowczewski, Président de l‘Association Réseau Abibac aus Lille.

Zum Einstieg und Kennenlernen boten Maik Böing (Köln, stellvertr. Vors. Libingua*AG) und Florian Niehaus (Aachen, Fachleiter Geschichte am ZfsL) eine Sprachanimation mit Bildern an. Beiden gelang es in unvergleichlicher Weise, das zum Teil von weither (Wien!) angereiste Auditorium auf die Tagung einzustimmen.

Der anschließende Vortrag „Appréhender le pouvoir de l'image en classe dans une perspective interculturelle et interdisciplinaire“ von Caroline Baas (Enghien-les-Bains) und Christophe Lapalus (Lille) zeigte, wie sehr die Thematik geeignet ist, Lehrkräfte aus beiden Ländern zum Mitmachen zu animieren.

Alexa Thyssen war es gelungen, einen Experten zu gewinnen, der anschließend am konkreten Beispiel aufzeigen konnte, wie sehr Bilder die öffentliche Meinung beeinflussen können und wie wichtig deshalb die Auswahl des richtigen Bildes in der Bildredaktion einer großen französischen Tageszeitung genommen wird: Gabriel Coutagne (Responsable web au service photo, Le Monde).

Noch am Mittwoch und dann wieder am nächsten Tag hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in bilingualen ateliers ihren Hauptinteressen nachzugehen. Folgende atelier-Themen waren im Angebot:

  • Wulf Conrad (Köln): Mit Bildern und Bewegung fremdsprachliche Kompetenzen fördern
  • Benjamin Kaule (Dresden) : Virtual Reality im Geschichtsunterricht ? - Probieren wir es aus!
  • Robert Prekel (Berlin): La mise en scène des hommes politiques depuis 1945
  • Delphine Schram (Le Bal, Paris): Images et territoire – éducation à la citoyenneté à travers les images
  • Jonathan Gaquère (Lille): Le pouvoir des cartes - la cartographie, entre science, art et manipulation
  • Juliane Krönert (Garching)/ Kathrin Haberl (München)/ Martin Waizbauer (Buchloe): Einführung in die Arbeit mit Bilddokumenten – Erarbeitung von Methodenleitfäden für unterschiedliche Jahrgangsstufen im Rahmen von Methodencurricula
  • Anne Raming-Freesen (Köln)/ Paula Theurich (Frankfurt am Main): „Nichts ist, wie es scheint!“ — Dekonstruktion von Werbestrategien anhand ausgewählter Beispiele“

Nach dem wie immer opulenten Abendessen am Mittwoch im wunderbaren Rahmen des Speisesaals im CIEP begann der Donnerstag mit einem interaktiven Vortrag mit Anwendungsübungen: Bilder lesen, Bildern zuhören, Bilder zum Sprechen bringen. – Didaktische Inszenierungen und Visual literacy im Sprach- und Sachfachunterricht, angeboten von Maik Böing (Köln), Nils Massard (Fachleiter Geographie am ZfsL Köln/Düren) und Florian Niehaus (Aachen).

Der Nachmittag wurde genutzt zu einer Reihe von thematischen Exkursionen im Stadtraum Paris zu den Themen

  • „Cultural Viewing“ auf der Île des impressionnistes - Auf den Spuren von Georges Seurats « Un dimanche après-midi à l’Île de la Grande Jatte », angeboten von Maik Böing (Köln)
  • Bilder einer Stadt - Konzeption einer Fotoausstellung mit Audioguides von Wulf Conrad (Köln)
  • Toi et moi – Dialoge in und mit Bildern im Musée d’Orsay von Florian Niehaus (Aachen)
  • La fabrique du regard : Visite de l’exposition photo d’Alex Majoli au « BAL » et initiation à « Ersilia » plateforme collaborative numérique d’éducation à l’image von Alexa Thyssen (Paris)

Bei diesem Angebot fiel die Auswahl sehr schwer, aber jeder kam auf seine Kosten.

Am Abend nahmen die Teilnehmenden als Gäste des Goethe Instituts an der offiziellen Preisverleihung der IN-Projekte 2018 durch das DFJW und Goethe-Institut Paris teil. IN-Projekte sind innovative, interdisziplinäre und interkulturelle Projekte im deutsch-französischen Schulprojekte-Netzwerk. Bei dieser Gelegenheit konnten sie auch den neuen deutschen Generalsekretär des DFJW/OFAJ kennen lernen, Tobias Bütow. Zum Ausklang des Tages genossen die Teilnehmenden das Flair der französischen Hauptstadt in individueller Form.

Der Freitag startete mit einer Dialogphase und fachbezogenem Austausch, um auf der Basis des Fortbildungsinputs die Entwicklung von ersten Unterrichts- und Exkursionsideen auszutauschen.

Sarah Wölfle von der Deutsch-Französischen Hochschule hatte aktuelle Informationen und Programmentwicklungen für die Teilnehmenden und stellte ihnen diese zur Verfügung.

Nach der Evaluation wurde ein erster Ausblick auf die nächste bilinguale Fortbildung gegeben, die in Münster/Westfalen vom 09.03.-11.03.2020 stattfinden wird. Thematik und Programm werden am Jahresende über die Einladung den Schulen und Lehrkräften bekannt gegeben. Den Termin sollte man sich allerdings schon jetzt merken, da die Tagungsstätte schon fest gebucht ist und die Teilnehmerzahl begrenzt sein wird.

 


 

Paul Palmen palmen@libingua.de, Vorsitzender der LIBINGUA-Arbeitsgemeinschaft der Gymnasien mit zweisprachig deutsch-französischem Zug in Deutschland

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