Stepmap

Quoi de neuf 2020 - Stepmap

Quoi de neuf ? Nouvelles du bilingue 2020

„Stepmap“ – Erstellung individueller Landkarten für eine virtuelle Reise

Als FranzösischlehrerIn – und FremdsprachenlehrerIn im Allgemeinen - nimmt die Vermittlung von Landeskunde und interkulturellen Besonderheiten eine bedeutende Rolle im Unterricht ein. Häufig unterrichten wir weniger „Französisch“, sondern „Frankreich“ und versuchen Schülerinnen und Schüler nicht nur die Sprache, sondern vor allem Land und Leute näher zu bringen. Dies funktioniert natürlich am besten auf Reisen und Fahrten ins frankophone Ausland, aber bedauerlicherweise kann man nicht überall als Klasse oder Kurs gemeinsam hinfahren. In den Lehrplänen der Sekundarstufe I und II finden sich eine Vielzahl landeskundlicher Themen und wo immer es möglich ist, wird versucht, ein Stück dieser Region ins Klassenzimmer zu holen.

Die Internetseite „Stepmap“ hilft bei diesem Vorhaben. Mit „Stepmap“ können Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler eigene Landkarten eines Landes, einer Region oder Stadt erstellen und individuell gestalten, z.B. eine Tour durch die Bretagne (siehe Abb. 1) oder einen Aufenthalt in Québec. Die „Stepmap“-Karten können an unterschiedlichen Stellen im Unterricht eingesetzt werden, u.a. als Einstieg und Hinführung in ein Thema durch die Lehrkraft oder als Produkt der Schülerinnen und Schüler zu einer konkret gestellten Lernaufgabe.

Stepmap Bretagne einer Schülerin der 8. Klasse

Stepmap Bretagne

Abb 1.: Schülerin, Klasse 8 (Download von stepmap.de, Gebühr gezahlt)

„Stepmap“ bietet verschiedene Funktionen an, die sich gut im Unterricht einbinden und nutzen lassen. Als Grundlage werden unterschiedliche Kartentypen (z.B. topographisch oder politisch) angeboten. In diesen Karten kann man sich durch Zoomen den gewünschten Kartenausschnitt (Stadt, Region, Land) anzeigen lassen und mit Hilfe der Suchfunktion auf den Karten Ortspunkte setzen. Des Weiteren kann entschieden werden, welche Einzelheiten (z.B. Grünflächen oder Straßennetz) angezeigt werden sollen.

Auf diese Weise kann man – nach vorausgehendem Rechercheauftrag – Schüler ihre eigenen Reiserouten planen, Regionen farblich markieren oder Stadtpläne bearbeiten lassen. Es gibt eine große Vorauswahl an Symbolen und Icons, mit denen die Karten versehen werden können. Ein Highlight ist die Möglichkeit, die Ortspunkte mit interaktivem Material zu verbinden. So kann man Videos (selbst gedreht oder von gängigen Portalen) und Fotos hochladen, Infotexte zu einzelnen Ortspunkten verfassen oder einen Ort mit einem Link auf eine externe Homepage verbinden. Außerdem können die Karten frei beschriftet werden und es kann eine Legende angelegt werden.

So haben Teilnehmer des Ateliers die am Vortag durchgeführte Exkursion durch Münster mit Hilfe einer „Stepmap“-Karte visualisiert, indem sie u.a. einen Link zur Tagungsstätte als Information gesetzt und die Wegstrecke der Exkursion und Ortspunkte mit ihren Aufgaben eingezeichnet haben.

Ein besonders gelungenes Beispiel zum Einsatz von „Stepmap“ ist die Präsentation von projektbezogenen Exkursionen und Austauschbegegnungen. Als Beispiel sei eine Exkursion nach Lüttich angeführt, bei der die Schülerinnen und Schüler (LK F Q1) die Stadt im Rahmen einer Rollenexkursion unter einem bestimmten Aspekt (ville verte, ville étudiante, ville sportive… ) erkunden und ihre Ergebnisse mittels einer individuell erstellen Karte präsentieren sollten. Fotos, Interviews mit Bewohnern (als Video- oder Audioaufnhame) wurden in der Karte verortet. Zudem haben die Lernenden durch das Einfügen von Links Hintergrundinformationen zu aktuellen Debatten zu ihrem Thema in Lüttich eingefügt und eigene Infotexte verfasst.

Abb. 2: Stepmap von Lüttich einer Schülerin des LK Q1

Stepmap von Lüttich

Schülerin, LK Q1 (Download von stepmap.de, Gebühr gezahlt)

„Stepmap“ ist sowohl im Anfänger- als auch im bilingualen Sachfachunterricht nutzbar. So lassen sich beispielsweise regionale Traditionen und Vorlieben (z.B. Essen) sowie regionalsprachliche Besonderheiten in Karten visualisieren. Zudem können auch Statistiken und Entwicklungen abgebildet werden, z.B. könnte man Migrationsbewegungen oder die Route eines fiktiven Migranten mit Hilfe einer selbst erstellten Karte nachvollziehen.

Der Vorteil bei der Nutzung von „Stepmap“ ist die intensive landeskundliche/thematische Auseinandersetzung mit dem Thema und der Aspekt der Motivation. Durch den Einsatz der Karten wird, vor allem bei landeskundlichen Themen, ein direkter Bezug geschafften, man macht sich gemeinsam auf eine virtuelle Reise und nimmt andere mit auf seine eigene Reise. Ein Nachteil liegt in den anfänglichen Bedienungsschwierigkeiten, denn man muss sich ein wenig mit den Funktionen beschäftigen, da die Anwendung nicht ganz intuitiv ist. Die Erstellung eines Accounts ist kostenlos, die Karten können online erstellt, bearbeitet und präsentiert werden. Allerdings können sie nicht heruntergeladen oder „gescreenshotet“ werden. „Stepmap“ bietet den Download der Karten gegen eine Gebühr an. Um interaktiv mit den Karten zu arbeiten, braucht es aber keinen Download, sondern der Login im eigenen Account ist beste Möglichkeit, mit der Karte zu arbeiten und sie auch vor der Klasse zu präsentieren.

Eine kurze Bilanz der Abschlussdiskussion des Ateliers: Wenn man sich einmal in die Bedienung eingearbeitet hat, bietet Stepmap ein hohes Maß an Motivation und ein gutes Produkt, dessen Erstellung Lernenden und Lehrenden Spaß macht und in die viel Kreativität und Individualität eingebracht werden kann.

 


 

Anja Lützler, anja.luetzler@gmx.net, Oberstudienrätin für Französisch und Geschichte am Luisen-Gymnasium in Düsseldorf.

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