Quoi de neuf 2013-2

 


Quoi de neuf – Nouvelles du bilingue


Marie N'Diaye besucht das Romain-Rolland-Gymnasium:
magische Momente im Theaterkeller

Präsentation

Marie N'Diaye diskutiert im Theaterkeller des Romain-Rolland-Gymnasiums mit Schülern
(Foto: Chr. Puttins)

Im Rahmen des großen Festakts des Romain-Rolland-Gymnasiums anlässlich des 50. Jahrestags des Elysée-Vertrags hat sich auch der Fachbereich Französisch bemüht, den Schülerinnen und Schülern ein besonderes Erlebnis zu verschaffen. Und so ist es gelungen, die renommierte französische Schriftstellerin Marie N'Diaye für eine Diskussionsrunde mit unseren Leistungskursen zu gewinnen. An dieser Stelle sei vor allem Frau Völker-Klatte gedankt, die sich sehr für diesen Besuch eingesetzt hat. Galt Marie N'Diaye viele Jahre als Geheimtipp für anspruchsvolle Leser, wurde sie spätestens durch den Prix Femina bekannt, den sie 2001 für den Roman Rosie Carpe erhielt. In den "Olymp" der Autoren gelangte sie schließlich 2009, als man ihr den Prix Goncourt und damit die höchste Auszeichnung der französischen Literatur zusprach. Das ausgezeichnete Werk Trois femmes puissantes (dt. Drei starke Frauen) erlebte auch in Deutschland einen großen Erfolg.

Da Marie N'Diaye schon seit einigen Jahren in Berlin lebt, reiste sie ganz unscheinbar mit der S-Bahn an. Genauso durften sie dann auch die Schülerinnen, Schüler, Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Französisch erleben. Diskret, höchst charmant und leise trat sie bei uns auf, um ein bisschen aus ihrem Leben, aber vor allem von ihrem Werk zu erzählen. Dabei ging sie sehr aufmerksam auf die Fragen der Schülerinnen und Schüler ein, so dass sich ein interessantes Gespräch entwickeln konnte. Zur Überraschung mancher Diskussionsteilnehmer machte Marie N'Diaye deutlich, dass sie sich vornehmlich als französische Autorin betrachtet und dass sie der Migrationshintergrund weniger interessiere. Sie wies darauf hin, dass sie Afrika kaum kenne und dementsprechend nicht zur Expertin tauge. Vielmehr begeistere sie sich für Sprache. Und so verwundert es auch nicht, dass sie mehrfach betonte, dass sie inzwischen mit großer Freude Deutsch lernt, weil sie sich in Berlin sehr wohlfühlt. In diesem Zusammenhang wurde auch das deutsch-französische Verhältnis diskutiert.

Die Gesprächsrunde ließ schnell erkennen, dass Marie N'Diaye in keine Schublade passt. Ihre sprachliche und gedankliche Präzision, ihre zurückhaltenden Kommentare zu ihren Erfolgen wie dem Prix Goncourt, ihre Offenheit gegenüber den Schülerinnen und Schülern beeindruckten alle Anwesenden. Wer jemals einen ihrer Texte gelesen hat, kann sich einer gewissen Magie nicht entziehen. Und diese Magie war auch im Theaterkeller des Romain-Rolland-Gymnasiums zu spüren. Marie N'Diaye hat unsere Verbundenheit mit der französischen Sprache an diesem Vormittag sicherlich besonders vertieft. Dafür sei ihr ganz herzlich gedankt.

Robert Prekel, rprekel@gmx.net, Romain-Rolland-Gymnasium, Berlin-Reinickendorf

 


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Hier finden Sie in Form einer kommentierten Bibliographie Hinweise auf unterrichtsgeeignete Lehr- und Lernmittel für den bilingualen Sachfachunterricht in der Zielsprache Französisch.