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Beteiligungsprojekt zu Politikerinnen online

Das neue Online-Projekt www.ohne-unterschied.de widmet sich dem vielfältigen Engagement von Frauen in der Kommunalpolitik. Die Internetseite des Hauses der Geschichte und des Staatsministeriums Baden-Württemberg sammelt Biografien und Erfahrungsberichte von Politikerinnen von 1919 bis heute und baut damit ein facettenreiches Bild auf.

Wir wünschen uns, dass die Biographien, die für das Projekt zusammengetragen wurden, die Baden-Württembergerinnen inspirieren, ihre eigenen Geschichten und Erfahrungen im Ehrenamt zu teilen und sich aktiv für unsere Gesellschaft zu engagieren“, sagt Gisela Erler, Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung. „Insbesondere auf kommunalpolitischer Ebene sind Frauen auch heute noch deutlich unterrepräsentiert. Es ist daher eine wichtige Aufgabe für uns alle, hier Maßnahmen zu ergreifen. Das Projekt ist dafür ein wertvoller Wegweiser.“

 

Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger, die Direktorin des Hauses der Geschichte, betont: „Dabei geht es nicht nur um Sitze in Parlamenten, sondern generell um die Frage nach der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Land. Mit der Website wollen wir Frauen stärker in den Mittelpunkt rücken – ihre Erfahrungen, ihre politischen Ziele und das, was sie erreicht und verändert haben.“

 

Das Wahlrecht „ohne Unterschied des Geschlechts“ wurde vor 100 Jahren in der badischen und der württembergischen Gemeindeordnung festgeschrieben. Seither können Frauen wählen und sich – außer in der NS-Zeit – wählen lassen. Doch wie viele Frauen gingen bislang den Schritt in die kommunalen Parlamente? Und wer sind sie?

 

Auf der Internetseite zeigt eine Karte, in welcher Gemeinde zu welcher Zeit wie viele Rätinnen aktiv waren. Die Daten werden ständig ergänzt. Ein Quiz vermittelt Interessantes und Überraschendes zu Frauenrechten und Frauen in der Politik – etwa wann und wo es die erste Frauenliste im Südwesten gab. Und das Projekt stellt auch die Frage: Welche Strukturen stehen Frauen in der Kommunalpolitik im Weg? Und welche Antworten haben sie darauf gefunden?

 

Die Zahl von bisher 24 Biografien soll nur ein Anfang sein. „Die Mitarbeit von Frauen in der Kommunalpolitik ist schlecht dokumentiert. Wir wollen diese Lücke schließen, indem wir die Geschichten dieser Frauen sammeln und zentral recherchierbar machen“, erklärt Christine Eiche. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin ist die Ansprechpartnerin für das Projekt im Haus der Geschichte. „Es gibt zu diesem Thema so viel Wissen im Land. Alle können etwas beitragen, weil Kommunalpolitik jeden und jede von uns betrifft, ganz nah und unmittelbar.“

 

An Christine Eiche können sich alle wenden, die sich mit kommunaler Geschichte und Gegenwart auseinandersetzen oder ihre eigenen Erfahrungen als Kommunalpolitikerin schildern wollen. Sie ist vielen Fragen auf der Spur: Wann war in welchem Ort die erste Frau im Gemeinderat? Was hat sie politisch erreicht? Was war ihre Motivation, und was waren die Schwierigkeiten? Gab es Initiativen, die Frauen den Weg in den Gemeinderat erleichtern? Und wie sieht es heute aus?

 

Das Projekt findet sich im Internet unter www.ohne-unterschied.de. Beiträge können dort hochgeladen oder per Mail an die Kontaktadresse geschickt werden: ohne-unterschied@hdgbw.de