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„Generation 1975: Mit 14 ins neue Deutschland“

Sonderausstellung im Haus der Geschichte Baden-Württemberg 1. 10. 2020 – 31. 1. 2021

Zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung zeigen das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und die Stiftung Berliner Mauer ab dem 1. Oktober die Videoinstallation  „Generation 1975: Mit 14 ins neue Deutschland“. Zehn Menschen aus Ost und West sprechen über ihre Erfahrungen mit dem geteilten Deutschland, dem Mauerfall und dem Zusammenwachsen. Sie wurden alle 1975 geboren und waren 14 Jahre alt, als die Mauer fiel.

 

Die Zeitzeugen kommen aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen und haben verschiedene politische Einstellungen. Sie stammen aus Baden-Württemberg, Brandenburg und beiden Teilen Berlins. In der Diskussion über das Vermächtnis der Teilung und den Transformationsprozess nach 1989 bieten die Befragten pointierte Erinnerungen, unverbrauchte Sichtweisen und erfrischend klare Standpunkte. Zwei Teilnehmer an dem Projekt sowie die Ausstellungsmacher Ina Rommee und Stefan Krauss sind in Backnang und Umgebung aufgewachsen.

 

„Ausschließlich diese damals junge Generation aus Ost- und Westdeutschland in einer Ausstellung zu Wort kommen zu lassen, ist ein spannendes Experiment“, sagte die Direktorin des Hauses der Geschichte, Prof. Dr. Paula Lutum-Lenger beim Eröffnungspressegespräch am 30. September 2020. „Ihre Erinnerungen, Erfahrungen und Ansichten können dazu beitragen, den Übergang zwischen Vergangenheit und Zukunft besser zu verstehen.“

 

Die Videokünstlerin Ina Rommee wies auf die Besonderheiten des Projekts hin: „Der Zuhörende befindet sich den Zeitzeugen gegenüber und kann beobachten wie eine Generation beim Erzählen innehält und sich an die Jugend und Kinderzeit in der DDR oder der BRD erinnert. Wie sie den Erzählfaden wieder aufgreift und die oder der jeweils Nächste ihn mit seinen Erfahrungen weiterspinnt.“

 

Dr. Gerhard Sälter von der Stiftung Berliner Mauer erinnerte daran, dass die Beteiligten aus Ostdeutschland über die DDR „völlig anders sprechen, als wir es gewohnt sind. Sie verorten sich in der Gesellschaft der DDR weder als Opfer oder etwa als Mitläufer oder gar Täter. Sie waren zu jung, um schon Verantwortung zu tragen, und sprechen deshalb über das Leben in der DDR unverstellt und unabhängig von den üblichen Redeweisen.“

 

Über die Zeitzeugen aus Baden-Württemberg sagte Projektleiterin Prof. Dr. Christiane Bertram von der Universität Konstanz, dass diese „die DDR nicht als einen Teil Deutschlands empfunden haben, sondern als fremd, feindlich, den eigenen Staat hingegen als mehr oder weniger ,perfekt‘ - bis heute.“

 

Die eindrucksvolle Rundum-Installation ist vom 1. Oktober 2020 bis zum 31. Januar 2021 in der Baden-Württemberg-Lounge des Hauses der Geschichte in Stuttgart zu sehen. Die Ausstellung „Generation 1975: Mit 14 ins neue Deutschland“ wird gefördert von der Bundesstiftung Aufarbeitung, der Bundeshauptstadt Berlin und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Der Eintritt ist frei.